Posted tagged ‘Jeremy Bowen’

Förmliche Überprüfung links motivierter Einseitigkeit bei der BBC

11. Oktober 2012

HonestReporting Media BackSpin, 11. Oktober 2012

Die BBC steht unter Beobachtung wegen links motivierter Einseitigkeit. Der BBC Trust will eine unabhängige Untersuchung seiner Berichterstattung über Religion, Migration und Europa einrichten. Dazu der Guardian:

Es könnte darin auch über Islamophobie berichtet werden….

Die Untersuchung wird von Stuart Prebble, dem ehemaligen Vorstand von ITV sowie Redakteur von World in Action, geleitet. Er wird prüfen, ob die BBC einer Reihe von Stellungnahmen zu sensiblen Themen genug Gewicht beimisst und ob redaktionelle Entscheidungen, bestimmte Perspektiven auszulassen, sorgfältig getroffen worden sind.

Prebble wird untersuchen, ob die Meinungen der Zuschauer und Zuhörer, die mittels Telefonschaltungen teilnehmen, angemessen gewürdigt werden. Die Untersuchung wird darauf achten, ob die BBC dafür gesorgt hat, dass diejenigen, die Minderheitenmeinungen vertreten, sich sicher sein können, dass sie an Hörer-Debatten teilnehmen können.

Aber Hallo! Erst vor ein paar Wochen hatte Beeb die Twitter-Community eingeladen, Fragen an Nahost-Redakteur Jeremy Bowen zu richten – angesetzt an Rosh Hashanah, dem heiligsten jüdischen Feiertag. Eine verdammt schlaue Methode, unbequemen Fragen zum Thema Israel auszuweichen und der jüdischen Gemeinde die kalte Schulter zu zeigen.

Wird Prebbles Untersuchung die weltfremde Politische Korrektheit, Betriebsblindheit und Selbstzensur bestätigen? Bleiben Sie dran. . .

BBC-Schwachsinn also doch nicht ganz so monolithisch

13. Juli 2012

HonestReporting Media BackSpin, 13. Juli 2012

BBC Sport steht augenscheinlich nicht unter dem gleichen Diktum der Blödheit wie BBC News. In seinen Erinnerungen an die größten Olympia-Ereignisse verwendet Barry Davies von BBC Sport mehrfach das Wort Terror, wenn er an das Münchner Massaker erinnert.

Angesichts der Tatsache, dass er bei Beeb (Beeb = Verballhornung für BBC [bd]) angestellt ist, überrascht die direkte Aussprache doch ziemlich:

Bei den Olympischen Spielen 1972 in München verübten palästinensische Terroristen, die sich selbst als „Schwarzer September“* bezeichneten, einen Anschlag auf Mitglieder der israelischen Olympiamannschaft…

Das geschah, weil die Terroristen unbehelligt ins Olympische Dorf gelangen konnten…

Die Terroristen hatten die Freilassung von 234 Inhaftierten aus Gefängnissen in Israel gefordert…

Man hatte nicht genug Scharfschützen, um alle Terroristen ins Visier nehmen zu können…

Allerdings machte man einen großen Fehler. Es wurde davon ausgegangen, dass es sich lediglich um fünf Terroristen handelte, aber es waren acht.

Die Absurdität von BBC News muss man sich genauer ansehen: die Verharmlosung von Terror in den Schlagzeilen, die Disposition zum Terror schlechthin, ihre Sprache des Terrors, ihre hausinterne Sprachregelung, was Terror betrifft, ihre Blindheit gegenüber Terror, ihre absolut verantwortungslose Haltung, was ihre Berichterstattung über Terror betrifft, dazu die Tränen, die sie für den Terror vergießt.

Gut zu wissen, dass BBC Sport sich von Leuten wie Jeremy Bowen (mehr…), Orla Guerin und Tim Llewellyn nicht anstecken ließ. BBC-Schwachsinn ist also doch nicht ganz so monolithisch.

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*Hinweis/Erklärung (bd):

Die Eigenbezeichnung „Schwarzer September“ leitet sich vom Aufstand der PLO in Jordanien in den Jahren 1970 und 1971 ab. Umso bizarrer das „Motiv“ der Terroristen, sich ausgerechnet jüdische Sportler aus Israel auszusuchen, obwohl Israel mit den Geschehnissen damals überhaupt nichts zu tun hatte. Die daraus zwingend logische Schlussfolgerung muss also lauten, dass der Anschlag in erster Linie nicht politisch, sondern antisemitisch intendiert war.

Die 5 stärksten Smackdowns heute

16. Mai 2011

HonestReporting Media BackSpin, 16. Mai 2011

Smackdown kann man so übersetzen:

1. Einen Gegner niederschlagen oder niederringen, 2. Eine Wrestling- [Schau-]Veranstaltung, 3. entscheidende Niederlage, 4. eine Konfrontation zwischen Rivalen oder Gegnern im Wettstreit.

Hier die fünf größten Smackdowns von heute:

1. Bashar Assad sperrt syrische Anwälte, Ärzte, Intellektuelle und andere Pädagogen ein.

2. Der Internationale Strafgerichtshof verlangt Gaddafis Auslieferung.

3. Israel stoppt Schiff, das nach Gaza unterwegs war.

4. Melanie Phillips stutzt Jeremy Bowen, den Nahost-Experten der BBC, zurecht.

5. Jeffrey Goldberg nimmt sich Ethan Bronner vor, den Jerusalemer Büroleiter der NY Times.

Abstimmung zum unehrenhaftesten Berichterstatter des Jahres

2. November 2010

HonestReporting Media BackSpin, 2. November 2010

Unsere alljährliche Wahl zum unehrlichsten Reporter steht wieder an – für die verdrehteste und einseitigste Berichterstattung über Israel und den Nahen Osten.

Wählen Sie bitte unter den hier aufgeführten fünf Kandidaten aus, vielleicht zusammen mit einer kurzen Erklärung, warum er/sie oder eine Organisation es verdient, unsere Auszeichnung zu erhalten (muss aber nicht sein). Sie können auch einen Namen nennen, der unten nicht aufgeführt ist. Schicken Sie dann Ihre Eingabe an action@honestreporting.com [In Englisch]

Die Kandidaten (Reihenfolge ohne Belang)

1. BBC: Für die Doku-Serie Panorama, in der jüdischen Bindungen zu Jerusalem geleugnet wurden; dazu für Jeremy Bowen, der sich an Spannungen mit den USA erfreute.

2. Reuters-Fotoschneidetisch: armselige Adaption der Mavi Marmara Fotos und verräterische Herangehensweise beim Zwischenfall an der Grenze zum Libanon.

3. Octavia Nasr: CNN-Redakteurin, die nach ihrem Sympathie-Tweet für einen toten Hisbollah-Führer gefeuert worden war.

4. The Lancet: Missbrauchte medizin-journalistische Arbeit, um Israel aufzuspießen.

5. Time: Für eine unfaire Titelstory, in der behauptet wurde, dass Israel keinen Frieden wolle.

Zum Jahresende werden wir das Ergebnis bekannt geben. Hier die letztjährigen „Gewinner“.

Israel-Basher dreschen auf Beeb ein

15. Juni 2010

HonestReporting Media BackSpin, 15. Juni 2010

Dazu die neuen Kommuniqués von HonestReporting Großbritannien:

• Wohl nur die extremsten Israel-Hasser könnten die BBC beschuldigen, „nichts anderes als der verlängerte Arm der israelischen Propaganda“ zu sein: Israel-Basher dreschen auf Beeb ein

• Ein HonestReporting-Leser stellt unter Beweis, dass man sich erfolgreich mit der BBC anlegen kann und von ihr eine Entschuldigung dafür zu erzwingen, dass die Behauptung, Mohammed al-Dura wäre von der IDF erschossen worden, nicht zutrifft: Erfolg: BBC-Entschuldigung für unsaubere Berichterstattung im Fall al-Dura

• Der BBC-Chefredakteur für Nahost erhält einen Journalismuspreis und behauptet, er sei das Opfer von „Lobbyisten“: Jeremy Bowen: Meine Kritiker sind „Feinde der Unparteilichkeit“

Raten Sie mal, wer die Spannungen zwischen den USA und Israel „genießt“

16. Mai 2010

HonestReporting Media Backspin, 13. Mai 2010

Wer hat eine „ungewöhnliche und erfreuliche neue Erfahrung“ beim Zank zwischen den USA und Israel? Finden Sie es in HonestReportings Kommuniqué heraus: Raten Sie mal, wer die Spannungen zwischen den USA und Israel „genießt“. (englisches Original hier)

Jeremy Bowens „erfreuliche neue Erfahrung“

14. Mai 2010

HonestReporting Media Backspin, 12. Mai 2010

BBC-Bürochef Jeremy Bowen genießt die Spannungen zwischen Israel und den USA. Hier, wie er es selbst beschreibt:

Es ist eine ungewöhnliche und erfreuliche neue Erfahrung, zusehen zu können, wie die Israelis mit ihrem wichtigsten Verbündeten streiten. Die Tatsache, dass es in dem Disput um jüdische Siedlungen ging, ist für die Palästinenser sogar noch besser gewesen.

Bowen hat ein Recht, Gilad Shalits Gefangenschaft zu genießen oder das unermüdliche Streben des Iran nach Atomwaffen oder auch den misslungenen Anschlag am Times Square.

Das erinnert an Marc Garlasco. Es ist gar nicht lange her, dass der Militär-Analytiker gezwungen war, wegen seiner Nazi-Memorabilien-Sammlung seinen Job bei Human Rights Watch aufzugeben. Sweatshirts mit aufgedrucktem Eisernen Kreuz zu tragen ist absolut legal, aber es ist nicht damit vereinbar Menschenrechts-Beobachter zu sein, der Israel überwacht.

Es erinnert auch an BBC-Reporterin Barbara Plett, wie sie um Yassir Arafat weinte, als er Ramallah das letzte Mal verließ. Plett wurde dafür getadelt. Jetzt verrät Bowen eine ähnliche emotionale Bindung zu den Palästinensern.

Würde die Kultur der BBC es Bowen erlauben Zufriedenheit am Tod von Mahmud Mabhouh zum Ausdruck zu bringen?

Update vom 13. Mai: Wie ich sehe, hat die BBC den Wortlaut geändert:

Es war einen ungewöhnliche und erfreuliche neue Erfahrung für die Palästinenser, zusehen zu können, wie Israel sich mit seinem wichtigsten Verbündeten streitet. Die Tatsache, dass es in dem Disput um jüdische Siedlungen geht, ist für sie sogar noch besser gewesen.

Bowen hat Just Journalism dazu die folgende Erklärung geschickt:

Jeremy Bowen antwortete auf unsere Bericht per E-Mail; er sagt, dass es eine „Panne in [seinem] Überarbeitungs-Prozess“ gab und dass er, als er die Abkühlung in den Beziehungen der USA und Israel „erfreulich“ nannte, diese Sicht den Palästinensern zuschreiben wollte. Der Artikel auf der BBC-Internetseite wurde nachträglich geändert, aber ein Bekanntgabe des Fehlers wurde nicht vorgenommen.

Bowen ist vom Haken, aber angesichts seiner Vergangenheit würde es mich nicht überraschen, wenn dies seine tatsächlichen Ansichten spiegelt. Eine Freudsche Fehlleistung?

Wer „besetzt“ Gaza?

28. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 28. Dezember 2009

Jeremy Bowen, Büroleiter bei der BBC und „Experte“ für Internationales Recht, zog die Schlussfolgerung, dass Israel rechtlich gesehen immer noch Besatzer des Gazastreifens sei, obwohl es 2005 dort abgezogen war. Bowen im Original:

Aber Israel ist vom rechtlichen Standpunkt aus gesehen noch immer eine Besatzungsmacht, auch wenn es im Gazastreifen militärisch nicht mehr präsent ist. Diese Verantwortlichkeit garantiert das Wohlergehen der Bevölkerung sowie die Funktionsfähigkeit der medizinischen Versorgung und schützt das Privateigentum.

Aber das Internationales Recht ist nicht so einfach, wie Bowen annimmt. Im letzten Jahr haben David-Rivkin Jr. und Lee Casey in der Washington Post überaus plausibel gegen den Besatzungsstatus argumentiert:

Israel ist jedoch, legt man die traditionellen internationalen rechtlichen Untersuchungen zugrunde, keine Besetzungsmacht. Auch wenn solche Untersuchungen über die Jahre hinweg unterschiedlich artikuliert wurden, reduzieren sie sich doch auf diese Frage: Übt ein Staat effektiv Regierungsgewalt über das Territorium aus – und wenn auch nur auf de facto-Basis? Schon in der Haager Landkriegsordnung von 1899 wird festgestellt, dass „ein Territorium dann als besetzt [gilt], wenn es tatsächlich unter die Herrschaft einer feindlichen Armee gestellt wird.“ Von Besatzung kann man nur in dem Gebiet sprechen, wo solch eine Herrschaft etabliert ist und in der Lage, sich zu behaupten“….

Wenn eine Besetzungsmacht weitestgehende Kontrolle über ein Territorium ausübt, schränkt das Internationales Recht im Wesentlichen diese [dessen] Maßnahmen ein, sowohl militärisch als auch ökonomisch; es kann zum Territorium einen Bezug haben, der weit über den Zeitpunkt vor der Besatzung zutraf, ob in Kriegs- oder Friedenszeiten.

Weder kontrolliert das israelische Militär Gaza, noch übt es dort irgendwelche Regierungsgewalt aus. Behauptungen, dass Israel weiterhin Gaza besetze, suggerieren, dass eine Macht, die einmal ein Territorium besetzt hat, sich der dortigen Bevölkerung gegenüber so lange weiterhin als Besatzungsmacht aufspielt, bis alle anstehenden Probleme gelöst worden sind. Dieses „Prinzip“ kann nur als raffinierte Erfindung bezeichnet werden; es entbehrt jeder Grundlage im üblichen  hat keine Basis im traditionellen Internationalen Recht.

Rivkin und Casey erwähnen auch die Implikationen von Gazas „Besetzungsstatus“ in Bezug auf die Kriege im Iran und in Afghanistan. Mehr dazu, wenn Sie den Artikel vollständig lesen [In Englisch].

Internationales Recht spricht das Problem der Existenz kämpfender nichtstaatlicher Kombattanten wie Al-Qaida nicht an, auch nicht kriminelle quasi-staatliche Akteure (z.B. verliehen die Wahlsiege von Hamas und Hisbollah diesen Gruppen das Feigenblatt der Legitimität), wie auch die asymmetrische Kriegsführung – teilweise deshalb, weil die israelische Regierung im Jahr 2007 den Gazastreifen zum „feindlichen Territorium“ erklärt hatte.

Streng genommen waren die Zielvorstellungen dieses Statements limitiert. Aber sie versetzte Hamas und ihre Verfechter in eine Art Rechtsgemeinschaft – die nun auch Bowen mit einschließt – und macht klar, dass Israel beabsichtigt, sich in den rechtlichen Grauzonen des Internationalen Rechts zu behaupten.

BBC Watch is back

26. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 24. Dezember 2009

Es ist schon eine Weile her, seit Trevor Asserson eine detaillierte Untersuchung über die Arbeitsweise der BBC durchgeführt hat. Nun hat er einen neuen Beitrag über die Berichterstattung des Beeb-Büroleiters Jeremy Bowen zum Gazakrieg erstellt.

BBC Watch-Berichte kann man abonnieren. Die Jewish Chronicle fasst Assersons Ergebnisse zusammen:

Der Report moniert, dass 38 der insgesamt 58 Berichte, die von Bowen stammen, parteiisch abgefasst waren. Von diesen 38 stellten 98 Prozent Israel in einem negativen Licht dar.

Herr Bowen stellte auf der BBC-Webseite 22 Posts ein. Der Report beanstandet, dass 20 davon einseitig abgefasst waren und alle ein negatives Bild von Israel zeichneten.

„Das Bowen-Tagebuch“, wie es genannt wurde, enthielt auch häufig Bowens Privatmeinung, eine Einbeziehung, die laut BBC Watch mit den Richtlinien der BBC bricht.

„Israelische Lobby“ stellt schuldigem Redakteur nach

16. April 2009

HonestReporting Media BackSpin, 16. April 2009

Der BBC Trust (Staatlich geführtes Kontrollgremium; [bd]), zuständig für Beschwerden über die Berichterstattung von Beeb, kam zu dem Ergebnis, dass Jeremy Bowen die Sorgfalts- und Unparteilichkeitsrichtlinien verletzt hatte. So im Juni 2007 mit dem Beitrag How 1967 Defined the Middle East und ein zweites Mal in einer Radioreportage aus Har Homa, die online nicht mehr verfügbar ist. Die gesammelten Ergebnisse kann man im PDF-Format abrufen, dazu HonestReportings (GB) Antwort auf den Beitrag aus dem Jahr 2007.

Bowens Beiträge sind miserabel; und für sich gesehen würden sie einen Journalisten nicht in eine unhaltbare Lage bringen. Aber Bowen wartet leider mit einer Vorgeschichte problematischer Beiträge auf. Und ebenso wie der Nahost-Redakteur eines der weltweit meistverbreiteten Medienunternehmen muss die BBC die Verantwortung für Bowens Litanei von Irrtümern, Unterlassungen und dessen Geisteshaltung übernehmen:

• Eine Dokumentation zu Israels 60. Geburtstag, gespickt mit Unterschlagungen und historischem Revisionismus, Verharmlosungen oder völliger Delegitimierung der drei Jahrtausende alten Wurzeln des jüdischen Volkes im Land Israel. Gleichzeitig werden die Araber als Opfer jüdischer Macht und Böswilligkeit dargestellt.

• Ein internes Memo, das Bowens Standpunkt zum Nahostkonflikt enthüllt, wurde dem Kolumnisten Stephen Pollard zugespielt. Pollards Feststellung:

„In der Tat wird Israel für fast die Schuld zugeschrieben. Die Palästinenser sind für nichts verantwortlich; Israel ist die schuldige Partei. Für jeden israelischen Politiker, den er erwähnt, äußert er Verachtung“.

• Ein Artikel, in dem Israel für die Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen und die damit verbundenen Härten verantwortlich gemacht wird, ohne Hinweis auf die Ursachen für israelische Sanktionen und die zunehmende Hilfe durch Israel und die westliche Welt.

Verbalakrobatik, wenn Terroristen als „Militante“ bezeichnet werden.

• Die Veröffentlichung der schockierenden Behauptung einer palästinensischen Frau in Bowens Kriegstagebuch -, dass ihr Ehemann und der vierjährige Sohn kaltblütig von israelischen Soldaten erschossen worden wären; und das alles ohne stützende oder irgendwelche anderen Medienberichte zu diesem schweren Vorwurf.

• Ein Bericht, der Härten für die Palästinenser nur den israelischen Sicherheitsvorkehrungen zuschreibt, ohne die palästinensische Verantwortlichkeit und Zustimmung für den Kassam-Beschuss Israels durch Raketentrupps oder die Vorbereitung weiterer Terroranschläge einzuräumen.

• Eine unausgewogene Radioreportage, die die Realisierbarkeit der Zweistaatenlösung in Frage stellt. Unter Missachtung der israelischen Sicherheitsinteressen, der Existenz palästinensischer Selbstmordbomber oder des innerpalästinensischen Chaos’ diskutiert Bowen Einschränkungen palästinensischer Bewegungsfreiheit und die Sicherheitsbarriere bei Bethlehem ebenso wie “ illegale“ israelische Siedlungen.

• Ein moralisch verdrehter, allzu vereinfachter Bericht aus Gaza, der Israel beschuldigt, mit seiner „gewalttätigen Besatzungspolitik“ die Palästinenser zu „brutalisieren“.

Normalerweise erregen aufrechterhaltene Beanstandungen dieser Art wenig Aufmerksamkeit, wenn britische Kolumnisten, israelische Zeitungen, Blogger oder die BBC selbst es gebührend zur Kenntnis nehmen.

Doch Bowen traf den Nerv des Independent, wo die Angelegenheit sich zu einem Leitartikel auswuchs, inklusive einer bizarren Reaktion Robert Fisks:

Das Kontrollgremium (Trust) – wie ich dieses Wort liebe, das alles bezüglich der BBC so entehrt hat – ist auf die schändlichste Weise gegenüber der üblichen jüdischen Lobby eingeknickt, die gegen jegliche Fakten behauptet hat, dass Bowen nicht die Wahrheit gesagt hat….

Der Independent protestiert zu viel.

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Running Man

12. Mai 2008

honestreporting Media BackSpin, 12. Mai 2008

BBC-Nahostreporter Jeremy Bowen geriet im Südlibanon unter Beschuss. Klicken Sie auf die Abbildung, um das Video anzusehen.

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BBC-Geburtstagsgeschenk für Israel

9. Mai 2008

honestreporting.com Communiqué, 7. Mai 2008

Jeremy Bowens Dokumentation ist gespickt mit Fehlern und historischem Revisionismus

Die Ereignisse, die bis zur Gründung des heutigen modernen Staates Israel vor genau 60 Jahren führten, sind wieder und wieder von qualifizierten Historikern untersucht worden. Warum nur wurde Jeremy Bowen die Verantwortung für die einstündige Dokumentation „Die Geburt Israels“ am 4. Mai übertragen? (Online nur in Großbritannien zu empfangen; das Programm wird möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt international ausgestrahlt).

Nahost-Redakteur Bowen hat immer wieder eine einsichtige Betrachtungsweise gegenüber Israel und bezüglich des regionalen Konflikts gezeigt, und seine Dokumentationen folgen diesem Strickmuster.

Einen Vorgeschmack auf das, was zu erwarten ist, bieten erste Sekunden der Ausstrahlung, die Bilder der Kuppel des islamischen Felsendoms und ein Kruzifix vor der Silhouette Jerusalem zeigen. Trotz der tiefen religiösen Verbundenheit des Judentums zu Jerusalem und dem Land Israel wird dies unbegreiflicherweise ausgelassen. Und hierin liegt der Hauptfehler des kompletten Beitrages – die legitimen Wurzeln des jüdischen Volkes im Land Israel, die über drei Jahrtausende zurückreichen, werden entweder heruntergespielt, delegitimiert oder gänzlich ignoriert.

• Das Recht der Juden auf ihren Staat infrage stellen:

Während Bowen von palästinensischen Bauern spricht, die das Land seit Jahrhunderten bestellten, wird der ununterbrochenen jüdischen Anwesenheit, die bis vor die Antike zurück reicht, kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Stattdessen unterstellt er, dass die Wellen jüdischer Einwanderer in der Zeit vor der Staatsgründung ein fremdes Implantat gewesen seien.

An keiner Stelle macht Bowen deutlich, dass ein souveräner Palästinenserstaat niemals existiert hat und vor der Teilung die palästinensischen Araber sich keine andere Identität gegeben hatten. Tatsächlich aber ignoriert Bowen die etwa 100.000 Araber, die alleine während der Zeit des britischen Mandats aus den Nachbarländern auswanderten und heute als Palästinenser betrachtet werden.

Bowen fasst die Balfour-Erklärung von 1917 simplifizierend in einem Satz zusammen: „Eine Nation, die das Land eines Anderen an einen Dritten verspricht“, und lässt zweckdienlicherweise aus, dass das „Land des Anderen“ nicht der Realität entsprach und dass die dritte Nation [das jüdische Volk] legitimen und wahren Anspruch auf dieses Land gehabt hat.

Und als ob er uns diesen Punkt immer wieder einbläuen wollte spricht Bowen davon, dass der Holocaust ein neues Argument für einen jüdischen Staat geschaffen habe. Will Bowen damit andeuten, dass es vor dem Genozid der Nazis kein moralisches Thema war? Auch wenn der Holocaust zweifellos die dringende Notwendigkeit eines jüdischen Staat bewiesen hat, so sollte er in keiner Weise legitime jüdische Ansprüche auf einen eigenen Staat vor (!) der Vernichtung des europäischen Judentums schmälern.

Trotz dieser Tatsache erklärt eine [in der Sendung] befragte Person: „Warum das palästinensische Volk vertreiben, um es einen Preis für ein Verbrechen zahlen zu lassen, das es nicht begangen hat?“ Auch wenn Bowen kurz den vorübergehenden Besuch des Muftis von Jerusalem in Nazi-Deutschland bei Hitler erwähnt unterschlägt er sowohl die Unterstützung des palästinensischen Führers für Hitler als auch seine Beteiligung an der Ermordung europäischer Juden während des Krieges.

• Moralische Gleichsetzung:

Bowen verwendet die BBC-typische Haltung der moralischen Gleichsetzung, wenn er den gegenwärtigen Konflikt beschreibt: „Israel geht mit Luftschlägen und Bodenangriffen vor. Palästinenser beschießen israelische Grenzstädte mit Raketen. Beide Seiten geben dem Gegner die Schuld.“ Folglich wird palästinensischer Terror mit israelischen Bemühungen, seine Bürger zu beschützen, gleichgesetzt.

• Palästinensische und arabische Opferrolle:

Bowen jedoch nimmt Abstand von dieser Gleichsetzung und ergreift stattdessen jede sich bietende Möglichkeit, einen arabischen David als Opfer des israelischen Goliaths darzustellen. Noch immer werden die Araber – trotz einer Geschichte der Aggression gegen die Juden, darunter die Gewaltexzesse der 1920er-Jahre und 1936 sowie das niederträchtige Hebron-Massaker 1929 – als Opfer jüdischer Macht und Boshaftigkeit gezeichnet.

Bowen verschweigt die Tatsache, dass Israel unmittelbar nach seiner Unabhängigkeitserklärung von fünf arabischen Armeen gleichzeitig angegriffen wurde. Stattdessen gibt er sich größte Mühe, die in Zahlen ausgedrückte und logistische Übermacht der israelischen Armee zu betonen, um sein Konzept der arabischen Opferrolle durchzuziehen. Auch wenn Historiker davon ausgegangen sind, die Araber seien schlecht vorbereitet gewesen, um einen Krieg zu gewinnen, sollte diese Tatsache nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dieselben arabischen Armeen waren, die einen Angriffskrieg begonnen hatten, auch wenn sie ihn letztendlich verloren. Bowen hätte auch nicht die wirklichen Opfer und Bedrängnisse herunterspielen dürfen, die der noch junge israelische Staat ertragen musste, der während des Unabhängigkeitskrieges etwa 1% seiner Bevölkerung verlor.

• Parteiisch in der Teilungsfrage:

Wenn er sich auf die Teilung des Mandatsgebietes Palästina bezieht, behauptet Bowen: „Die Juden haben das beste Stück davon bekommen – mehr als die Hälfte des Landes, obwohl sie etwa 10% Land besessen hatten und es doppelt so viele Araber gab“.

Bowen zitiert historische Fakten so, dass sie ihm passend erscheinen, um wieder die Araber als Opfer darzustellen.

Tatsächlich jedoch beruhte die Grenzziehung allein auf demografischen Faktoren und etwa 60% des jüdischen Staates sollten sich in der Wüste Negev befinden, während die Araber einen Großteil des landwirtschaftlich bebaubaren Landes nutzten.

Außerdem belegen britische Statistiken, dass 70% des Landes, das später Israel werden sollte, sich nicht in Besitz arabischer Bauern befand. Die Ländereien wurden nach Abzug der Briten wieder unter israelische Kontrolle gestellt. Etwa 9% des Landes befand sich in jüdischem Besitz und 3% in den Händen von Arabern, die später israelische Staatsbürger wurden. Das bedeutet, dass nur ungefähr 18% des gesamten Gebietes Arabern gehört hatte, die das Land vor und nach dem arabischen Einfall in Israel verlassen hatten.

• Die Wahrheit massakrieren:

Jüdische Angriffe auf Araber werden von Bowen mit viel Detailversessenheit hochgespielt, mit Behauptungen von „Massakern“ gegen Palästinenser, die im Filmbeitrag besonders hervorgehoben werden: Arabische Angriffe auf Juden werden in weit abstrakteren Begriffen gesehen.

Bowen widmet der Geschichte von Deir Yassin viel Sendezeit, versäumt aber, den Kontext hinter dem Vorfall anzusprechen oder die Politisierung und die sich widersprechenden Berichte darüber, was wirklich vorgefallen ist.

Dabei beabsichtigten die israelischen Streitkräfte sicher nicht, ein „Massaker“ an Nichtkämpfern zu verüben; in Wirklichkeit war es eine grimmige Schlacht, als Einwohner von Deir Yassin und ausländische Kräfte das Feuer auf die Israelis eröffneten.

Bowen fährt fort und zitiert einen Haganah-Geheimdienstoffizier aus jener Zeit, der Angaben über schreckliche Grausamkeiten machte, die von den Irgun- und Lehi-Truppen in Deir Yassin begangen worden sein sollten. Dieselbe Quelle wurde vom israelischen Historiker Dr. Uri Milstein infrage gestellt, der zu dem Schluss kommt, dass dies aus politischen Gründen produziert wurde, um Irgun und Lehi zu diskreditieren und ihre Einbindung in die regulären israelischen Streitkräfte zu verhindern.

Interessanterweise verlässt sich Bowen auf den „Augenzeugen“-Bericht von Hazzem Nusseibeh, einem palästinensischen Journalisten aus dieser Zeit, der in einer früheren BBC-Dokumentation tatsächlich zugab, er sei angewiesen worden, Behauptungen über jüdische Gräueltaten in Deir Yassin zu übertreiben, um die arabischen Armeen dazu zu bewegen, den palästinensischen Arabern zu Hilfe zu eilen (was den gegenteiligen Effekt hatte, nämlich die Araber zur Flucht aus ihren Häusern bewog): Nusseibeh sagte in der BBC-Serie “Israel and the Arabs: the 50 Year Conflict” zu Deir Yassin Folgendes (Bitte nach unten srollen. Weitere Quelle: IsraelVisit): „Das war unser größter Fehler. Wir wussten nicht, wie unsere Leute darauf reagieren würden. Als sie erfahren hatten, dass in Deir Yassin Frauen vergewaltigt worden seien (was eine Fälschung war[Nusseibeh]) flohen sie in panischer Angst.“

Nusseibeh wiederholt diese Behauptung in Bowens Dokumentation, die sich stattdessen auf eine Sekundärquelle beruft, jedoch nicht.

• „Ethnische Säuberung“

Bowen betreibt auch Schindluder mit der historischen Interpretation von Plan D., wenn er den Vorwurf zitiert, dass diese militärische Operation der Israelis mit der Absicht geschah, eine „Ethnische Säuberung“ an der arabischen Bevölkerung zu praktizieren. Obwohl er zugibt, dass es zum angesprochenen Fall unterschiedliche Meinungen zwischen den Historikern gibt, kommt er mit dem Vorurteil, dass „die Juden den Angriff begonnen“ hätten.

Und dies trotz des vorherrschenden historischen Standpunktes, gestützt durch angesehene Historiker dieser Epoche wie Benny Morris, der daran festhält, dass es keinen zionistischen „Plan“ oder Blankoscheck für die Vertreibung der arabischen Bevölkerung oder gar einer „ethnischen Säuberung“ gab. Plan Dalet vom 10. März 1948 war das Gesamtkonzept der Haganah – des jüdischen Militärs, das später zur Israel Defense Force wurde – um den erwarteten pan-arabischen Anschlag auf den jüdischen Staat abzuwehren.

Bowen erlaubt sich auch die Freiheit zu behaupten, dass „jüdische Führer darüber diskutiert hätten, die Araber auf Jahre hinaus zu vertreiben“, ohne historische Quellen oder Hintergrundkontext anzubieten. Niemals hat eine israelische Regierung diese Politik übernommen oder angewandt.