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Theorie von der weltweiten Verschwörung der Zionisten bröckelt

15. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 15. November 2011

Einen schweren Dämpfer erhielt die Theorie von der zionistischen Verschwörung, als Syrien die Arabische Liga zum Werkzeug eben dieser Theorie erklärte. Zur Schadensbegrenzung ließ ich meine Beziehungen zu ein paar Mitverschwörern in der Times of London mit diesem Leitartikel spielen:

Die syrische Antwort war fast schon von geistiger Umnachtung geprägt angesichts der Tatsache, dass die staatliche Nachrichtenagentur umgehend die Liga als „zionistisches Werkzeug“ verurteilte. Mitgliedsstaaten wie Ägypten, Saudi Arabien und die Palästinensische Autonomiebehörde wurden alles Mögliche geheißen, aber kaum dies.

Und die Theorie von der zionistischen Medienverschwörung musste einen weiteren Schlag hinnehmen: Jordanier, die sich mit Syrien solidarisierten, veranstalteten eine Sitzblockade in den Büros von Al Jazeera and Al Arabiya (via Elder of Ziyon)

….um ihrer Verurteilung der irreführenden Kampagne dieser gegen Syrien berichtenden Fernsehsender Ausdruck zu verleihen, die sich zum Ziel gesetzt hatten, im Auftrag der USA eine zionistische Verschwörung gegen die arabische Nation anzuzetteln.

Die Theorie von der weltweiten Verschwörung der Zionisten schwächelt zurzeit ziemlich. Jeder, der die Arabischen Liga lobt, ist automatisch ein Speichellecker Israels.

Ich bin mir nicht sicher, ob irgendwelche Unterstützungsformeln der Mainstream-Medien  für die Arabische Liga unabhängige, rationale Gedanken oder schlicht Anstachelung seitens anderer israelischer Tentakel repräsentieren. Hier aber ein Gruß zu den neuesten und imaginären Mitverschwörern: The Australian, David Ignatius, und Robert Fisk*.

(Bild via Flickr/jaynemoo)

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*Info (Anmerkung von mir [bd]): Robert Fisk ist seit Jahren einer der profiliertesten Tatsachenverdreher zu Berichten über Israel/Nahost.

Mittlerweile hat sich im englischsprachigen Journalismus das Verb „fisken“ etabliert, was so viel bedeutet wie „fälschen, tricksen“.

Sehr interessante Beiträge vom Wochenende

6. Juni 2011

HonestReporting Media BackSpin, 6. Juni 2011

• Kolumnist Faisal Al Qasim schreibt, dass die arabischen Regimes brutaler vorgehen als die Zionisten:

Sind die arabischen Medien immer noch in der Lage, israelische Rohheit mit der gleichen Hingabe an den Pranger zu stellen, nachdem sie gesehen haben, was arabische Diktatoren ihren eigenen Leuten angetan haben? Ist es nicht ein bisschen albern, die Israelis mit Kritik zu bombardieren und [gleichzeitig] den Mund zu halten angesichts der Brutalität gegenüber unbewaffneten Demonstranten?

Textausschnitte reichen hier nicht. Man muss das Stück komplett lesen.

Abbas weiß, dass sein riskanter Schachzug bei der UNO scheitern wird: Dennoch geht er gegen jeden vor, um sein Gesicht zu wahren:

Am Samstag sagte ein hochrangiger palästinensischer Offizieller, Abbas habe eingesehen, dass eine Staatsausrufung über die UNO der palästinensischen Sache nichts nutzen würde.

Abbas Initiative, so sein Hinweis, wird auf’s Spiel gesetzt dadurch, dass die Palästinenser erst einmal die Unterstützung des Sicherheitsrates suchen, bevor sie sich an die Generalversammlung wenden, wo sich die Palästinenser mehr Unterstützung für eine Mehrheit erhoffen.

Die palästinensische Führung hat festgestellt, dass das Meiste, was sie bei einer UN-Generalversammlung rausschlagen könnten, eine unverbindliche Bestätigung der vorherigen Resolutionen wäre, die den Palästinensern das Recht auf einen eigenen Staat zuerkenne, so sein Vermerk.

Gaza hat weltweit die meisten Facebook-User.

Inzwischen berichtete The Media Line über eine Konferenz in Ramallah, wo sich die Palästinenser über ihre Unfähigkeit darüber zerstritten, wie sie soziale Medien für ihre Sache wirksam machen sollten:

Die Palästinenser haben wohl ein Problem mit der Überbetonung ihrer nationalen Politik. Anders als die Ägypter und andere, deren Recht auf Einheit und Meinungsfreiheit politisch sehr eingeschränkt war, haben die Palästinenser über Jahrzehnte hinweg einen offenen und freimütigen Kampf gegen die israelische Besatzung geführt.

Nennen Sie es von mir aus ermüdenden Widerstand.

Now Lebanon postete ein ziemlich gut inszeniertes YouTube-Vdeo syrischer Soldaten, die sich um Leichen toter Demonstranten gruppierten:

Die Soldaten werden dabei beobachtet, wie sie [nachträglich] die Leichen mit Waffen und Munition ausstatten, um so zu dokumentieren, dass die Demonstranten bewaffnet gewesen wären. Sie machen sich auch über die Toten lustig, bezeichnen einige von ihnen als „Hunde“ und „Dreck“.

Mindestens ein Soldat ist deutlich dabei zu erkennen, wie er Aufnahmen mit seinem Mobil-Telefon macht.

Das begreife ich nicht: Als die IDF-Soldatin Eden Abergil dummerweise einige sehr geschmacklose Fotos von sich mit gefangenen Palästinensern ins Netz gestellt hatte, war das Ergebnis einen riesigen Medienzirkus wert. Ohne diese isoliert zu betrachtenden Trophäen-Fotos zu rechtfertigen – warum sollte ich davon ausgehen, dass die Medienriesen dieses viel schlimmere syrische Video übersehen?

• Nun, da die USA sich für einen Boykott von Durban III entschieden haben, ruft die NY Daily News das Weiße Haus dazu auf, seinen Protest zu verschärfen:

Washington muss nun mit Kanada und Israel zusammen daran arbeiten, so viele Länder wie möglich zu einem Boykott zu vereinen.

• Für weitere wertvolle Kommentare lesen Sie bitte Salim Mansur zur UNO-Diplomatie und Dore Gold zu Verteidigungsstrategien. [In Englisch]

Fünf mögliche empörende Bemerkungen Ahmadinejads bei den NPT-Verhandlungen

3. Mai 2010

HonestReporting Media BackSpin, 3. Mai 2010

Unsere Leser sind die Ersten, die Ahmadinejads fünf skandalöse Statements mitbekommen, die er bei den Gesprächen für die Nichtverbreitung von Atomwaffen (NPT) in New York rauslassen wird:

1. „Die Zionisten bauen Gaszentrifugen in Ramat Shlomo.“

2. „Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist Gottes Strafe für amerikanische Arroganz.

3. „Lauren Booths Anschleime bezüglich meiner Bilanz in Sachen  Frauenrechte macht meine Gemahlin eifersüchtig.“

4. „Israel ist wie Fußpilz; ich werde ihn austilgen.“

5. „Aber Obama verneigte sich vor König Abdullah!“

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Crossposting mit Free Iran Now!

Stimme gegen linken Antisemitismus erheben

4. Februar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 4. Februar 2009

Dankenswerterweise brandmarkt Jonathan Freedland den Antisemitismus, der sich während der Proteste die Operation „Gegossenes Blei“ in Europa manifestierte. Der Guardian-Kolumnist weist darauf hin, dass bei 9/11 und 7/7 die gleichen Leute die Welt beschwörten, doch bitte bei den Muslimen nicht in dieser Weise zu verallgemeinern:

Darüber hinaus hat diese Masche der Unterscheidung zwischen guten und schlechten Juden eine lange Tradition. Anthony Julius, Autor einer maßgeblichen Studie zum englischen Antisemitismus, sagt, dass mit Ausnahme der Nazis Judenhasser immer Unterscheidungen vorgenommen haben. Christliche Antisemiten akzeptierten Juden, die bereit waren, zu konvertieren und lehnten jene ab, die ihren Glauben behielten. Vor einem Jahrhundert zog Winston Churchill eine klare Linie zwischen in Großbritannien geborenen und aufgewachsenen Juden und jenen, die den Bolschewismus verbreiteten. Nun wird die Trennungslinie bei der Affinität zu Israel gezogen.

Aber die logische Folge davon ist, dass Juden, die es ablehnen, sich von Israel zu distanzieren, Zielscheibe von Schmähungen und Angriffen werden, bis sie öffentlich widerrufen. Liberale [Briten; (bd)] lehnen es völlig zu Recht ab, permanent Druck auf Moslems in der Form auszuüben, dass diese sich rechtfertigen sollten und den Jihadismus oder Islamismus anprangern. Doch stellen sie implizit die gleiche Forderung auf, wenn sie den Juden nahelegen, dass sie OKAY wären, wenn sie nur keine Zionisten sind. Dies hat zur Folge, dass die Stellung der Juden in der britischen Gesellschaft davon abhängig gemacht wird, welche Distanz sie zu ihren Glaubensbrüdern haben – in diesem Fall den Israelis.

Den vollständigen Artikel [In Englisch] bitte weiterlesen.

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