Posted tagged ‘Yuli Edelstein’

Rupert Murdoch entschuldigt sich für „groteske und beleidigende Karikatur“

29. Januar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 29. Januar 2013

Die Sunday Times übt sich weiterhin in Schadensbegrenzung. Rupert Murdoch, Besitzer des Blattes, twitterte eine Entschuldigung wegen Gerald Scarfes Karikatur am Holocaust-Gedenktag.


Tweet-Text oben: Gerald Scarfe hat niemals die Meinung der Sunday Times widergegeben. Gleichwohl sind wir eine große Abbitte für eine groteske und beleidigende Karikatur schuldig.

Israelische Regierungsvertreter äußerten ihren Unmut über die Times, auch verbunden mit einem Hinweis auf Sanktionierungen, der meines Erachtens zu lasch ausfällt. Die Times of Israel schreibt:

Bereits am Montag äußerte Yuli Edelstein, Minister für Information und Diaspora-Angelegenheiten, dem Army Radio gegenüber, dass die Regierung wahrscheinlich darauf verzichten werde, bei der Londoner Zeitung einen offiziellen Protest einzureichen. Allerdings sagte er auch, dass „wir darüber nachdenken, wie wir gegen die Vertreter des Blattes hier in Israel vorgehen.“

Während die Geschichte durch die westlichen Zeitungen ging, zog auch die unverhältnismäßig hohe Reichweite konträrer Ansichten bei Haaretz unsere Aufmerksamkeit auf sich, wie bei der Berichterstattung von AFP, Al Arabiya und Sky News festzustellen ist: Letztere schrieb:

Allerdings kritisierte Anshel Pfeffer, Kommentator in der linksgerichteten Zeitung Haaretz*, die Verurteilung der Karikatur, von der er behauptete, dass sie ‚keinesfalls antisemitisch war.‘

Er ging davon aus, dass die Karikatur keine jüdischen oder Holocaust-Bilder assoziierte, [also] eine normale Behandlung nicht-jüdischer Themen darstelle und nichts mit den überlieferten ’Ritualmordlegenden’ zu tun habe.

——–
*Dazu kann man nur noch sarkastisch anmerken: Kein Wunder, dass Haaretz so gerne von westlichen und deutschen Antisemiten zitiert wird (bd).

Medien-Spickzettel für den 24.01.2012

24. Januar 2012

HonestReporting Media Backspin, 24. Januar 2012

Alles, was Sie über die Berichterstattung zu Israel und dem Nahen Osten wissen müssen.

Die Gastfreundschaft für flüchtige Hamasniks im östlichen Jerusalem; ein Redakteur entschuldigt sich tränenreich dafür, dass er vorschlug, der Mossad solle Präsident Obama töten; „Pinkwashing“ gewinnt die Aufmerksam der AP.

Israel und die Palästinenser

* Die New York Times beschreibt die Gastfreundschaft des Roten Kreuzes für Flüchtige der Hamas im östlichen Jerusalem:

Cecilia Goin, Sprecherin für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, sagte per Telefon, die Organisation habe die drei von Anbeginn an informiert, dass sie auf dem Gelände bleiben könnten, dass das Rote Kreuz aber keine diplomatische Immunität genießt und die israelischen Behörden nicht daran hindern könnte sie zu verhaften. Die Organisation habe auch die israelischen Behörden informiert, dass die drei sich auf dem Gelände befinden, sagte sie.

Die drei empfingen den größten Teil des Tages über Verwandte und andere Besucher in den Protestzelten und ihnen wurde die Nutzung eines Raums innerhalb des Rotkreuz-Gebäudes erlaubt, wo sie nachts schliefen.

* Minister Yuli Edelstein persönlich führte eine Busladung Journalisten auf einer Medientour in und um die Westbank-Gemeinde Itamar. The Media Line schloss sich an.

Es war für die von der Regierung gesponserte Fahrt wichtig, dass den Medien gezeigt wurde, dass Palästinenser und Juden koexistieren. Im Industriegebiet Barkan bei Ariel – der größten jüdischen Stadt in der nördlichen Westbank – sagen palästinensische Arbeiter in einer Kunststofffabrik, sie ziehen die Arbeit mit den Israelis vor, weil sie das Doppelte dessen bezahlt bekommen, was sie verdienten, wenn sie für einen palästinensischen Arbeitgeber arbeiteten.

Der Arabische Frühling Winter

Die großen Medien werfen einen Blick auf den Arabischen Frühling ein Jahr nach Beginn. Einige Perspektiven, die Sie verpasst haben könnten (alle Links in Englisch):

* Tage, nachdem die Arabische Liga das Mandat ihres Beobachtungsteams in Syrien um einen weiteren Monat verlängerte, steigen die Golfstaaten aus. Die BBC fasst das Problem zusammen:

Jon Leyne Cairo von der BBC sagt, die Ankündigung so einflussreicher Länder vom Dienstag sei ein weiterer großer Schlag für die Mission der Arabischen Liga.

Der Schritt des Gulf Cooperation Council (Golf-Kooperationsrat) ist eine Illustration, wie geteilt die Arabische Liga wegen der syrischen Krise ist, sagt unser Korrespondent.

Der Rest der Zusammenstellung

  • Ein Kommentar der Redaktion der Chicago Tribune gibt Europas zusätzlichen Sanktionen gegen das Öl des Iran seine Zustimmung

Bei harten Sanktionen ist finanzielles Chaos eines der Risiken. Das größere Risiko liegt aber darin, dem Iran zu gestatten, in den Atomclub zu spazieren und im Nahen Osten ein Wettrennen um Atomwaffen auszulösen.

  • Angst vor Anthrax hat das israelische Konsulat in Boston geleert; Ermittler sagen jetzt, das war blinder Alarm
  • YouTube berichtet, dass jede Sekunde eine Stunde Videomaterial hochgeladen wird und „jeden Tag eine Milliarde Mal ein Video angeklickt wird“. Wie zu erwarten knabbert YouTube geräuschvoll an den Zahlen in Form eines Videos.

Wenn Sie mehr sehen wollen, lesen Sie das Media Cheat Sheet von Montag.

Apple nimmt Applikation für dritte Intifada raus

26. Juni 2011

HonestReporting Media BackSpin, 26. Juni 2011

Mittwochnacht entfernte Apple die umstrittene Applikation zur dritten Intifada von seinen iTunes-Anwendungen. Unbeantwortet bleibt jedoch, dass sie überhaupt erscheinen konnte.

Sie wurde als Leitfaden für Leute entwickelt, die anti-israelische Aktivitäten organisieren und – vorgeblich für Proteste oder spontane Aktionen – Negativkritik über Israel verbreiten.

Apple, das sonst äußerst streng über alle Anwendungen wacht, die in seinen Online-Stores verkauft werden, sagte, dass die Applikation entfernt wurde, weil sie gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen habe, die Anwendungen verbietet, welche „beleidigend für bestimmte Personengruppen“ sind.

Um mehr über die strengen Genehmigungsverfahren für Apple-Anwendungen zu erfahren, sprach ich mit David Sigal, einem in Jerusalem lebenden Entwickler für Applikationen und Mitbegründer von appSTUDIO.

Sigal erklärte HonestReporting gegenüber, dass die Applikation einem mehrstufigen Prüfungsprozess unterzogen worden sei, beginnend mit einem Computer-Screening, um sicherzustellen, dass sie technisch unbedenklich wäre (bug-free [bd]). Menschliche Screener hätten dann weitere Tests vorgenommen, einschließlich Inhaltskontrollen.

Auch wenn der Schwerpunkt während des Tests auf der technischen Performance der Applikation liegt, wird zusätzlich Aufmerksamkeit auf Inhalt und Zweck gelegt, was bei Apple eigentlich Stirnrunzeln hätte auslösen müssen, so David.

„Wahrscheinlich gab es auf der ersten Ebene Mitarbeiter, die die Intifada-Applikation für ihr fragwürdiges subjektives Anliegen nutzten und sie dann an einen höheren Apple-Angestellten weiterleiteten, der dann nach eigenem Gutdünken entschied, eine Genehmigung zu erteilen“, sagte er.

Man kann Apple zwar dafür loben, dass es schnell reagierte und die Applikation entfernte, nachdem das Problem von Israels Informationsminister Yuli Edelstein angesprochen worden war. Vergessen sollte man aber auch nicht, dass der Konzern zustimmte, die Applikation überhaupt anzubieten.