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Warum Facebook die arabischen Medien wegfegt

26. Mai 2010

HonestReporting Media Backspin, 26. Mai 2010

HonestReportings Gesellschafts-Redakteur Alex Margolin schreibt gelegentlich Einträge zu sozialen Medienfragen. Er ist für HonestReportings Facebook-Seite verantwortlich.

Die Verschiebung von den Printmedien zum Internet und sozialen Medien ist wie eine Flutwelle, die alles in ihrem Weg erfasst – sogar in der arabischen Welt. Die BBC berichtete diese Woche, dass die Facebook-Mitgliedschaften in arabischen Ländern die Zahl der Zeitungsleser überholt hat.

BBC zitierte eine in Dubai ansässige Public Relations-Firma, die herausfand, dass 15 Millionen Araber Facebook nutzen, während die zusammengerechnete Zirkulation von Zeitungen – einschließlich der englisch- und französischsprachigen Ausgaben, unter knapp 14 Millionen fällt. (Die komplette Studie findet sich hier.)

Magdi Abedhadi, der Nahost-Redakteur der BBC, der den Artikel schrieb, deutete an, dass Facebooks unglaubliches Eindringen, selbst in Ländern wie Saudi-Arabien, hätte vorausgesagt werden können:

Die Ergebnisse sollten nicht überraschen. Die Mehrheit der mehr als 300 Millionen Menschen der Region ist jung und die Internetnutzung im Steigen begriffen.

In Gesellschaften, in denen politische Freiheiten massive limitiert sind, haben viele auf Facebook als Alternative zum öffentlichen Raum Zuflucht genommen.

Abdelhadi mag es kommen gesehen haben, aber andere, die den Trends im Internet folgen, könnten diese Nachricht erstaunen. Immerhin tendieren Nachrichtenartikel, die sowohl Facebook als auch Araber oder Muslime erwähnen, dazu sich auf Themen wie Verbote der Dienste durch Regierungen zu konzentrieren. Erst letzte Woche sperrte Pakistan Facebook und YouTube wegen „frevelhaften“ Inhalts.

Manchmal haben Sperrungen politische Gründe. Letztes Jahr, nach HonestReportings erfolgreicher Kampagne, die Facebook zwang Einwohnern des Golan Israel als ihren Staat anzugeben, sperrte die syrische Regierung Facebook zum zweiten Mal.

Abgesehen von Überraschungen hat Abdelhadi Recht damit, dass Facebook und andere sozialen Medien als Außenposten der Freiheit in ansonsten diktatorischen Regimen dienen. Nach den umstrittenen Wahlen im Iran im letzten Jahr bedienten sich die Demonstranten Facebook, YouTube und Twitter, um der Welt zu sagen, was dort vorging. Sie hatten keine Wahl – der Iran hinderte die Medien daran von den Protesten zu berichten.

Doch soziale Medien sind mehr als eine Rettungsleine für die Unterdrückten. Sie dienen natürlicher als grundlegendes menschliches Bedürfnis zur Kommunikation als alle Medien vor ihnen. Das ist der Grund, dass sie weiterhin traditionelle Medien wegfegen werden – besonders dann, wenn die Medien staatlich geführte Unterdrückungsorgane sind.

Der letzte Eintrag aus Alex‘ Reihe: Schafft das Internet neue Arten von Medien-Einseitigkeit?

Aufgebaute Projekte stützen und fortführen

13. Januar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 13. Januar 2010

Alex Margolin, Redakteur für Soziale Medien bei HonestReporting, trägt gelegentlich mit Postings zum Thema bei. Er betreut HonestReporting bei Facebook.

AP machte diese Woche Schlagzeilen, weil sie einen Redakteur für Soziale Netzwerke eingestellt hatte, der die Kanäle für Soziale Medien nach News abgrasen soll. Offensichtlich hat AP erkannt, dass, neben anderen Seiten, Facebook, Twitter und YouTube bei der Verbreitung von Nachrichten nicht mehr ignoriert werden können. Es gibt einfach zu viele vitale Informationen, die durch diese Netze rauschen.

AP folgt damit dem Beispiel der New York Times, die ihren eigenen Redakteur für Soziale Medien im Mai 2009 eingestellt hatte. Aber News mitten aus der, Konversation’ rauszufischen bedeutet nur den Anfang. CNN und Huffington Post haben das Konzept schon weiterentwickelt, indem sie Lesern die Möglichkeit einräumen, eigene Beiträge direkt auf der Nachrichtenseite zu posten. Das ist okay – die Leser können Originalvideos in der Internetreporter-Rubrik meistens ohne Filter einstellen.

So, wie Zeitungen immer mehr Ressourcen ins Internet auslagern, schaffen andere Mainstream-Vertriebswege mehr Raum für zusätzliches Leserengagement. Der Grund dafür ist simpel: Die Menschen  unterstützen die Dinge, die sie mit aufgebaut haben. Wenn ein Leser seinen eigenen Artikel oder Video auf einer Webseite sieht, hat er Anteil am Erfolg der Seite. Wenn er in der Lage ist, seinen Standpunkt mit dem anderer zu koordinieren, hat er Grund, Leute zum Besuch der Webseite anzuregen.

Diese Form des Engagements beinhaltet ein weiteres wichtiges Element: Dank der Web 2.0-Technologie können sich Menschen zu einem gemeinsamen Zweck zusammenschließen, was in früheren Zeiten so nicht möglich war*. HonestReporting erfuhr dies aus erster Hand mit unserer erfolgreichen Facebook Group zugunsten der Golan-Bewohner.

Während die Gruppe immer mehr Zulauf bekam, wurde sie zum Zentrum der Aktivitäten rund um das Golan-Thema. Teilnehmer steuerten Fotos und Videos aus dem Golan bei, führten etliche Diskussionen über die Region und teilten ihre persönlichen Ansichten und Erfahrungen mit. Selbst wenn Facebook seine Politik den Golan-Bewohnern gegenüber nicht positiv verändert hätte, die Gruppe wäre ein pulsierender Treffpunkt für Leute mit einem Interesse am Golan geblieben.

Die Menschen, die am Aufbau der Gruppe mitgewirkt und sie zur Community ausgebaut hatten, besaßen mehr als ein vorübergehendes Interesse am Thema. Sie haben persönlichen Anteil am Erfolg der Gruppe.

Dank der Sozialen Medien können sich die Menschen vernehmbar machen wie niemals vorher. Und ihre Stimmen werden gehört – nicht nur von Millionen Usern dieser Quellen, sondern auch zunehmend von Konsumenten der Mainstream-Medien.

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*Sieht man einmal von Usenet ab, das aber auch nur relativ wenigen Teilnehmern zugänglich war und sich hauptsächlich auf den Wissenschaftsbetrieb konzentrierte [bd].

YouTube entfernt IDF-Videos

1. Januar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 1. Januar 2009

Noah Pollak fragt sich, warum Youtube die Videos des neuen IDF Channels entfernt hat.

Man loggt sich ein und die Videos können angesehen werden, nachdem man angegeben hat, dass man 18 Jahre oder älter ist. Ich frage mich, wie viele Jihad-Videos ich ohne diesem Warnhinweis ansehen kann…

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IDF auf YouTube

30. Dezember 2008

HonestReporting Media BackSpin, 30. Dezember 2008

Pesach Benson (HonestReporting) hat einen YouTube-Channel zur IDF entdeckt.

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Israelisches YouTube umgeht arabische Medien

21. November 2008

HonestReporting Media BackSpin, 21. November 2008

Israels Außenministerium umgeht die arabischen Medien, indem es kürzlich einen arabischen Kanal auf YouTube eingerichtet hat. Haaretz erklärt:

Ofir Gendelman, Abteilungsleiter für arabische Medien im israelischen Außenministerium, teilte Haaretz am Mittwoch mit, dass man versuche, Israels Abgängigkeit von arabischen Kanälen zu reduzieren, die dazu neigen, israelischen Sprechern verhältnismäßig wenig Sendezeit zu einzuräumen.

Er sagte auch, dass der Umfang an Berichterstattung von Israels wechselnder Beziehung zu arabischen Kanälen abhängt….

„Die arabische Internet-Szene ist in Bewegung und wir möchten einen weiteren Kommunikationskanal für den Dialog aufbauen.“

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You Tube wirft Terror-Trainingsvideos raus

18. September 2008

honestreporting.com Media BackSpin, 18. September 2008

Das berichtet jedenfalls das San Francisco Business Journal (via IsraellyCool).
(Links in Englisch)

France 2-Videobänder (18-Minuten-Version) nun auf Youtube

27. April 2008

honestreporting Media BackSpin, 27. April 2008

Jene 18 Minuten Filmrohmaterial, die France 2 im letzten Jahr im Gerichtssaal vorführen musste, wurden nun auf YouTube eingestellt.

Von derselben Person übrigens, die eingestellt hatte, was als „10 Sekunden, die nie von France 2 gezeigt wurden“, angekündigt worden war.

Richard Landes‘ Reaktion, der die 27-Minuten-Version des Rohmaterials begutachtet hatte:

Eine Menge zu sehen, selbst wenn man bedenkt, dass sie mindestens drei der offensichtlich am meisten manipulierten Szenen herausgeschnitten haben.

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Gefahren der Internet-Apathie

15. April 2008

honestreporting Media BackSpin, 16. April 2008

Das American Jewish Committee richtet einen Videowettbewerb namens MyIsrael aus. Mit ähnlichen Gruppen bei Facebook und YouTube lernte Avigail Sugarman auf die harte Tour, dass Hass auf Israel auf diesen Seiten nicht ignoriert werden kann. Ich komme nun zum Kern der Sache:

YouTube ist ein bevorzugtes Instrument für die öffentliche Meinungsbildung und den Austausch von Ideen geworden. In diesem Fall jedoch wurde seine Macht – ausgestattet mit Tentakeln großer Reichweite und atemberaubender Geschwindigkeit – eingesetzt, um hasserfüllte antiisraelische Botschaften zu verbreiten…

Vor dieser Begebenheit glaubte ich, dass die inhaltliche Auseinandersetzung bei YouTube zweitrangig wäre; wir könnten bei antiisraelischen Äußerungen im Internet ein Auge zudrücken, aber hüten Sie sich davor, wenn diese die Bildungseinrichtung oder die New York Times erreichen. Ich lernte letzte Woche, dass das Aussitzen dieser Debatte in diesem Fall bedeuten wird, dass jene, die Israel hassen, für jedermann, der das Wort „Israel“ in eine Suchmaschine eintippt, die Denkrichtung vorgeben. Wenn wir zu träge sind, diese neue Front zu erkennen, werden wir die Chance verlieren, Einfluss auf die Diskussion zu nehmen und das Blatt zu wenden.

Zum vollständigen Artikel…

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Leseempfehlungen heute

24. März 2008

honestreporting Media BackSpin, 24. März 2008

Macht der Symbolik. Hasbara ist nicht in der Lage, auf den Gebrauch von Symbolen durch die Hamas zu reagieren, die die Gefühle ansprechen.

Palästinensische Ausstellung zeigt Kinder im Verbrennungsofen. Raten Sie mal wer die Nazis sind.

Jüdische Gruppe will YouTube von antisemitischen Videos säubern. Eine deutsche jüdische Organisation geht gegen Google vor – wegen “Unterstützung und Aufruf zu Rassenhass und Diskriminierung auf YouTube“.

Weist die Journalisten aus! Da sich niemand Israels Al-Jazeera-Boykott angeschlossen hat, schlägt Noah Pollak vor, dass Israel ein Schritt weiter geht.

Land voll Milch und Firmenneugründungen. Endlich gute Nachrichten.

Einsame Bloggerin tritt gegen UNO an. UNO korrigiert Webseite, nachdem Liza Rosenberg auf eine Ketten-E-Mail reagierte.

Letztes Lebewohl. Antirassismusblog sagt „Genug ist genug“ (Sehr schade!, d. Übersetzer).

Zehn größte Zeitungen sollten sich zusammentun, um Yahoo zu kaufen. Ist es an der Zeit, herkömmliche Redakteure durch algorithmische Manager zu ersetzen, die Artikel auf hohe Zugriffszahlen pushen?

Mubarak wird in Moskau Nukleargeschäft abschließen. Der Atomreaktor wäre ab 2017 betriebsbereit.

Saddam Hussein erhielt von der PA Informationen über Zielorte in Israel. Dokumente belegen, dass Repräsentanten von Force 17 und Hamas in Kontakt mit dem irakischen Geheimdienst standen.

Gegen Associated Press den Spieß umdrehen.