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Die Mainstream-Medien und der Petraeus-Faktor

17. März 2010

HonestReporting Media BackSpin, 17. März 2010

Mark Perry gießt zusätzlich zur belasteten israelisch-amerikanischen Beziehung Öl ins Feuer. Perry, ehemaliger Berater von Yasser Arafat, behauptet, General David Petraeus habe durchgesetzt, dass Washington seine strategischen Überlegungen bezüglich Israel grundlegend geändert habe.

Der Artikel, veröffentlicht in Foreign Policy, befördert das Argument, israelische Siedlungspolitik und ausbleibender Fortschritt hin zu Friedensgesprächen würde die US-Soldaten im Irak und in Afghanistan gefährden.

[…]…eine Gruppe hochrangiger Militärs vom US Central Command (CENTCOM) traf im Pentagon ein, um Admiral Michael Mullen über die neue Lage im israelisch-palästinensischen Konflikt zu informieren. Das Team war vom CENTCOM-Befehlhaber General David Petraeus geschickt worden, um seine zunehmenden Sorgen wegen ausbleibender Lösungen des Problems zu unterstreichen. Die 33 Dias der 45-minütigen PowerPoint-Präsentation versetzten Mullen in Erstaunen. Und die Informanten berichteten, dass sich unter den arabischen  Führern zunehmend die Auffassung durchsetze, die USA könne sich nicht gegen Israel durchsetzen; dass zudem die meisten arabischen Staaten im CENTCOM-Kommandobereich ihren Glauben an amerikanische Versprechen verlören, dass israelische Unnachgiebigkeit im israelisch-palästinensischen Konflikt die USA in dieser Region gefährdeten und Mitchell selbst (wie ein hochrangiger Pentagon-Offizier später unverblümt aussprach), „zu alt sei, zu langsam und zu spät reagiere.“

Die Botschaft konnte nicht platter ausfallen: Israels Unnachgiebigkeit könne amerikanische Leben kosten.

Max Boot jedoch zweifelt Perrys Aufrichtigkeit an. Ein Militär, der das Briefing General Petraeus kannte, sagte, dass der General „niemals empfohlen habe, die palästinensischen Gebiete in den CENTCOM-Bereich einzubeziehen.“ Boot fügt hinzu:

Weiterhin befragte ich diesen Offizier, ob er überhaupt gehört hätte, dass Petraeus die Ansicht geäußert habe, die ihm seitens Mark Perry zugeschrieben wird – nämlich dass Israels Siedlungen in der West Bank das größte Hindernis für Friedensvereinbarungen wären und […] eben diese ausbleibenden Vereinbarungen der Grund dafür seien, dass Amerikaner getötet werden. Dieser Offizier erklärte mir, er selbst habe Petraeus sagen gehört, dass „die ausbleibenden Fortschritte im Friedensprozess – aus welchem Grund auch immer – Probleme im Verantwortungsbereich von CENTCOM (Area of Responsibility) verursachten, besonders für die mehr gemäßigten Regierungen,“ und dass das eine Sorge darstelle – eine von vielen – er [aber] nicht davon ausginge, dass Petraeus hauptsächlich Israel und seine Siedlungen für den ausbleibenden Fortschritt dafür verantwortlich mache. Sie sind, so sagte er, „eine von vielen Problemen, darunter auch die fehlende Bereitschaft, Israel anzuerkennen und die Weigerung, gegen die Extremisten vorzugehen, die Israel bedrohen.“

Auch Jay Bookman riecht den Braten. Obwohl er Perrys Glaubwürdigkeit nicht anzweifelt schreibt er in der Atlanta Journal Constitution:

Beim Lesen zwischen den Zeilen von Perrys Beitrag und seinen nachgeschobenen Erklärungen ist ein klares Interesse in höheren Stellen festzustellen – offensichtlich in Kreisen innerhalb des Pentagon – diese Geschichte publik zu machen. Wenn das wahr ist, dann war das Informationsleck eine politische Entscheidung, [nämlich] eine Aktion der Militärs im Pentagon, öffentliche Unterstützung sowohl für die Warnung von General Petraeus als auch für die härtere Linie zu formulieren, die Obamas Regierung als Reaktion darauf [auf die Warnung] eingeschlagen hatte.

Nimmt das Pentagon also einen strategischen Wandel vor?

Sam Segev von der Winnipeg Free Press liefert diese interessante Information:

Gut aufgestellte israelische Quellen enthüllten, dass eine ähnliche Mitteilung vor kurzem dem israelischen Leiter des Generalstabs, General Gaby Ashkenazi, von Admiral Michael Mullen, dem Chef des US-Generalstabs, zugegangen war. Mullen teilte Ashkenazi vor kurzem mit, dass er sich im Januar mit einer Gruppe hochrangiger Offiziere getroffen habe, die im Irak, in Afghanistan und Pakistan kämpfen. Sie erklärten ihm, dass einige arabische Führer Amerika als ein „schwaches“ Land wahrnehmen, das seinen Einfluss in der Region verliere. Die arabischen Führer sprachen von „Amerikas Unfähigkeit, sich gegen Israel durchzusetzen.“

Dazu passend: Bekommen die besonderen Beziehungen Risse?

Zu Mabhous Reisepass, Teil 2

26. Februar 2010

HonestReporting Media Backspin, 25. Februar 2010

Da große Teile der Weltmeinung wegen des Reisepass-Missbrauchs durch Mahmud Mabhouh selbstgerecht empört sind, warte ich auf die Einzelheiten zu den Reisedokumenten des Hamas-Honchos.

Reuters füllt eine Lücke mit Informationen, die ich nirgendwo sonst gesehen habe.

Mahmud al-Mabhouh, der in Dubai getötete Hamas-Kommandeur, nutzte während Geheimmissionen zur Beschaffung von Waffen für die Gruppe dasselbe Gewerbe wie seine Mörder, sagte am Dienstag ein Vertrauter – gefälschte Paässe und Tarnungen….

„Er hatte viele Reisepässe unterschiedlicher Nationalitäten – alle arabisch“, fügte er hinzu. „Vor kurzem ließ er sich operieren, um seine Nase zu verändern. Sie wurde schmaler.“…

Die Polizei von Dubai hat offiziell nichts zu dem Pass gesagt, den Mahbouh benutzte, um in das Emirat einzureisen. Mabhous Bruder sagte, der Hamas-Kommandeur sei mit einem palästinensischen Pass nach Dubai gekommen, der als seinen Familiennamen Hassan angab.

Da die Polizei von Dubai nichts über Mabhous Missbrauch von Reisepässen sagt, ist es geschäftstüchtigen Journalisten überlassen, diesen Teil der Geschichte auszugraben.

Diese Woche berichtete die Winnipeg Free Press, dass Mabhouh mit einem gefälschten irakischen Pass nach Dubai einreiste, der von den Revolutionsgarden des Iran ausgestellt worden war.

Was übrigens Mabhouhs Pass betrifft….

24. Februar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 24. Februar 2010

Während die Welt wegen des Missbrauchs europäischer Pässe ihre Verachtung auf den israelischen Mossad lenkte, versetzte mich der Pass, den Mahmoud Mabhouh bei der Einreise nach Dubai verwendet hatte, in Erstaunen.

Korrespondent Sam Segev von der Winnipeg Free Press bringt etwas Licht in die Angelegenheit:

Diesmal kam Mabhouh nach Dubai, um eine weitere Waffenlieferung aus dem Iran via Sudan nach Gaza zu organisieren. Mabhouh reiste aus Damaskus mit einem irakischen Pass und falschem Namen in Dubai ein. Der Pass war von den iranischen Revolutionsgarden ausgestellt worden.