Posted tagged ‘Wall Street Journal’

Siedlungsaktivität, Sukkot und das Wall Street Journal

22. September 2010

HonestReporting Media BackSpin, 22. September 2010

Das Wall Street Journal mit der Auswahl eines interessanten Fotos, das Josh Mitnicks Bericht über Siedler, die sich auf das Ende des Siedlungsstopps freuen, illustrieren soll.

Das Foto?

Die Reuters-Aufnahme zeigt einen Siedler bei der Errichtung einer Sukkah (Laubhütte). Auf den ersten Blick könnte man meinen, in der WSJ-Geschichte gehe es um den Mann auf dem Foto. Aber wenigstens stellten WSJ und Reuters klar, was der Mann baut.

Der jüdischer Siedler Avraham Binyamin transportiert neben seinem Haus in der jüdischen Siedlung Yitzhar im Süden von Nablus (West Bank) ein Holzbrett zum Bau einer Sukkah, einer Laubhütte, die während der bevorstehenden Sukkot-Feiertage für rituelle Handlungen genutzt wird. 20. September (REUTERS/Ronen Zvulun)

Sport und Politik

20. Februar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 19. Februar 2009

Die Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) führen eine Medienschlacht wegen ihrer Entscheidung, der israelischen Tennisspielerin Shahar Peer die Einreise zu verweigern. Und das Turnier in Dubai, um das sich alles dreht, läuft auch nicht gerade bestens. Erst zog Tennis Channel den Stecker für internationale Übertragungen aus Verärgerung über die Behandlung, die Peer erfahren musste. Dann cancelte das Wall Street Journal(WSJ) Europe sein Sponsoring, zusammen mit einer eigenen Werbekampagne, die auf Tennis zugeschnitten war.

Höchst interessant: Das WSJ erklärte, dass es sich zum Handeln entschlossen hatte, weil die Affäre den Leitsätzen des Blattes widerspricht. „Die Philosophie des Wall Street Journal geht von freien Menschen in freien Märkten aus, und diese Aktion läuft der redaktionellen Ausrichtung des Blattes zuwider“, so das Blatt in einer Verlautbarung.

In einem Gastbeitrag der Ausgabe vor zwei Tagen erhielt das WSJ den Druck aufrecht und wies die Behauptung der UAE zurück, dass die (Peers) Sicherheit die Hauptursache dafür gewesen sei, das Land judenfrei zu halten, und nicht politische Gründe:

Augenblick mal’: Dubai verbietet bereits Menschen mit israelischem Pass, einen Fuß auf seinen Boden zu setzen, was die Entschuldigung des Emirats bezüglich Peers Ausladung (Weltrangliste 45) von den Barclay Dubai Tennis Championships Lügen straft. In einer anderen verschrobenen Wendung fügte der Turnierdirektor hinzu, dass Frau Peers Anwesenheit auf dem Court „unsere Fans in Aufruhr versetzt“ haben könnte. Eigentlich waren wir das immer von John McEnroe gewohnt, was uns aber nicht davon abhielt, ihm zuzusehen.

Wenn diese Art medienpräsenter Diskriminierung stattfindet kann man nicht anders als sich fragen, wo die Boykott-Freaks geblieben sind. Ich erinnere mich an Protestbewegungen, bei denen „niemand ist frei, solange nicht jeder frei ist“ gefordert wurde. Es sei denn, Sie besitzen einen israelischen Pass.

ShareThis

7 Jahre danach – und nichts hat sich geändert

3. Februar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 3. Februar 2009

Zum siebten Jahrestag des Gedenkens an Daniel Pearls Ermordung stellt Professor Judea Pearl, der Vater des Wall Street Journal-Reporters, völlig zutreffend fest, dass sich an der Verharmlosung des Terrors nichts geändert hat:

Aber irgendwie hat die Barbarei, häufig in der Sprache des „Widerstandes“ getarnt, in den meisten Eliten unserer Gesellschaft Akzeptanz gefunden. „Krieg dem Terror“ kann heute nicht geäußert werden, ohne Ärger befürchten zu müssen. Die zivilisierte Gesellschaft, so scheint es, ist durch Gewalt so abgestumpft, dass sie die Fähigkeit, das Böse zu verabscheuen, verloren hat….

Die Medien haben eine entscheidende Rolle dabei gespielt, dem Terrorismus diesen Akzeptanztriumph zu bescheren. Der in Katar beheimatete Sender Al Jazeera zum Beispiel gibt Scheich Yusuf Al-Qaradawi weiterhin jede Woche freie Sendezeit, seine hasserfüllte Koraninterpretation auszuspeien, Selbstmordanschläge zu rechtfertigen und zum Jihad gegen Juden und Amerikaner aufzuhetzen.

Dann im August 2008 der Geburtstag von Samir Kuntar, dem reuelosen Mörder, der 1979 den Kopf eines vierjährigen israelischen Mädchens mit seinem Gewehrkolben zerschmetterte, nachdem er ihren Vater vor ihren Augen umgebracht hatte. Al Jazeera ließ Kuntar in heroischer Heldenpose mit Musik, Feuerwerk und Schwerttanz hochleben und präsentierte ihn vor 50 Millionen Zusehern als Vorbild für die arabische Gesellschaft. Kein westliches Medienunternehmen wagte es, Al Jazeeras Bestrebungen, seine jungen Zuseher nach Kuntars Vorbild zu verziehen, bloßzustellen. Die Leitung von Al Jazeera genießt weiterhin fürstliche Zuvorkommenheit bei allen Presseveranstaltungen.

Professor Pearl fragt sich auch, was wohl sein Sohn zu Gilad Shalit denken würde, der seinen 950. Tag in Gefangenschaft ohne Besuch des Roten Kreuzes verbringt, während Staatschefs weltweit ernsthaft darüber nachdenken, ob seine Entführer internationale Anerkennung verdienen.“ verdienen.

Lesen Sie den vollständigen Text [In Englisch].

ShareThis