Posted tagged ‘Voreingenommenheit’

Ex-AP Korrespondent entlarvt die Israel Besessenheit der Medien

3. September 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 26. August 2014 (übersetzt von Cora)

Der ehemalige Korrespondent der Associated Press Matti Friedmann erklärt in einem verurteilenden und aufdeckenden Bericht im Magazin Tablet, wie und warum die Reporter so falsch über Israel berichten und was dies bedeutet.

Wenn die Hysterie abebbt, wird – glaube ich – das Geschehen in Gaza von der Welt als nicht sehr wichtig erachtet werden. Menschen wurden getötet, meistens Palästinenser, darunter viele unbewaffnete Zivilisten. Ich wünschte, ich könnte sagen, die Tragödie um ihr Sterben oder der Tod israelischer Soldaten würde irgendetwas ändern, dass dies einen Wendepunkt markieren würde. Aber dem ist nicht so. Diese Runde war nicht die erste in den arabischen Kriegen mit Israel, noch wird es die letzte sein. Die israelische Kriegsführung unterschied sich in ihrer Ausführung kaum von jeder anderen, wie sie westliche Armeen gegen einen ähnlichen Gegner in den letzten Jahren geführt hatten, mit Ausnahme der direkteren Natur einer Gefahr für die Bevölkerung eines Landes und der größeren Anstrengungen tote Zivilisten zu vermeiden.

Was an diesem Sommerkrieg wichtig bleibt, liegt – so glaube ich – nicht im Krieg selbst. Es liegt vielmehr darin, auf welche Art und Weise dieser Krieg beschrieben und wie darauf im Ausland reagiert wurde. Auf diesem Weg wird die Wiederbelebung eines alten, verdrehten Denkens offenbar und seine Wanderung von den Rändern in die Mitte der westlichen Diskussion deutlich – nämlich die einer feindliche Obsession gegenüber den Juden. Der Schüssel zu dieser Wiederbelebung findet sich nicht bei den Jihad–Webmastern, den Verschwörungstheoretikern im Keller oder radikalen Aktivisten. Er liegt stattdessen vor allem bei den gebildeten und respektablen Menschen, welche die internationale Nachrichtenindustrie bevölkern, viele davon anständige Menschen, und manche sind meine ehemaligen Kollegen.

Während man die globale Manie über israelische Handlungen inzwischen als gegeben erachtet, ist es tatsächlich das Ergebnis von Entscheidungen, die von einzelnen Menschen in verantwortlichen Positionen getroffen wurden – in diesem Fall von Journalisten und Herausgebern. Die Welt reagiert nicht auf die Geschehnisse in diesem Land, sondern auf die Beschreibung der Geschehnisse durch die Medien. Die Lösung zum Verständnis der seltsamen Art von Reaktionen liegt darin, wie der Journalismus praktiziert wird, speziell in der massiven Fehlfunktion, die sich in diesem Beruf – meinem Beruf – hier in Israel breit gemacht hat.

Matti Friedman

Friedmann macht öffentlich, wie überproportional hoch im Vergleich mit anderen Orten das Personal von AP sowie der übrigen Medien in Israel und den Palästinensergebieten ist.

Er beschuldigt die Medien, die Palästinenser nur als passive Opfer eines Israel darzustellen, das so behandelt wird, als müsse es allein genauestens beobachtet werden und dass sich die Medien nie die Mühe machen, zu berichten, wofür die Hamas tatsächlich steht.

Er bringt Beispiele von Geschichten, die in der Schublade verschwanden weil sie nicht zum allgemein akzeptierten Bild passten, Israel als Zentrum des implodierenden Mittleren Ostens dar zu stellen.

Matti Friedmanns Schluss ist beunruhigend:

Israel ist keine Idee, kein Symbol für Gut oder Böse oder gar der Lackmustest linker Gesinnung bei Abendgesellschaften. Es ist ein kleines Land in einem beängstigenden Teil der Welt, der immer schrecklicher wird. Es sollte darüber so kritisch berichtet werden, wie über jedes andere Land und in seinem Kontext und seinen Proportionen gesehen werden. Israel hat nicht die wichtigsten Geschichten in der Welt, nicht mal im Nahen Osten; wie immer sich dieses Gebiet in den nächsten Dekaden entwickeln wird, es wird mit Israel so viel zu tun haben, wie Spanien mit dem zweiten Weltkrieg. Israel ist ein Fleck auf der Landkarte, eine Nebendarstellung, die aufgeführt wird, weil es emotional ungewöhnlich aufgeladen ist.

Viele im Westen bevorzugen offensichtlich die alte Bequemlichkeit die moralischen Fehler der Juden aufzugliedern, was ihnen das bekannte Gefühl der Überlegenheit gibt, anstatt sich mit der unschönen und verwirrenden Realität zu beschäftigen. Sie mögen davon überzeugt sein, dass alles das Problem der Juden und natürlich auch die Schuld der Juden sein. Aber Journalisten, die diese Fantasien pflegen, tun dies auf Kosten ihrer Glaubwürdigkeit und ihres Berufes. Und, wie Orwell uns sagen würde, die Welt genießt ihre Fantasien auf eigene Gefahr.

Matti Friedmanns Geschichte, von einem Insider geschrieben, verdient es komplett gelesen zu werden.

Warum die UNO Israel gegenüber voreingenommen ist

14. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. Juli 2011

Dieses beeindruckende Video erklärt sehr anschaulich, warum Israel von der UNO nie eine faire Chance bekommen wird.

Reuters Doppelbelichtung

10. Juni 2010

HonestReporting Media BackSpin, 10. Juni 2010

Lesen Sie dazu bitte die beiden neuen Kommuniqués von HonestReporting.

– Reuters demonstriert Voreingenommenheit, indem sie eine Fotoreihe Hamas-Propaganda abliefert: Reuters‘ Double Exposure

– iPhone-Nutzer werden gezwungen, bei der Wettervorhersage in der Yahoo-Anwendung zwischen West- und Ostjerusalem zu unterscheiden: Yahoo Divides Jerusalem.

Parlamentsmitglied reicht Beschwerde ein

26. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 24. Dezember 2009

Der Konservative Daniel Kawczynski reichte bei Ofcom eine formelle Beschwerde gegen Channel 4 wegen dessen Fernsehmagazins Dispatches und dem Beitrag Inside Britain’s Israel Lobby ein. Kurzer Auszug aus der Jewish Chronicle:

Herr Kawczynski bezeichnete die Sendung als „Hexenjagd“. Er sagte, dass sie jegliche Fakten vermissen ließe und stattdessen auf Verzerrungen, Annahmen und Vorurteilen“ baue.

Er fügte hinzu, dass die „Kernargumente auf antisemitischen „Die Juden regieren die Welt“-Mythen basieren und mit „Orwell’scher Doppeldeutigkeit arbeiten, um ihre Ansichten in einer eher subversiv ‚akzeptablen“ Weise zu verbreiten“.

New York Times: Nur Fakten?

6. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 6. August 2009

Eine sechsmonatige Untersuchung zur Berichterstattung der NY-Times deckt deren Voreingenommenheit zugunsten palästinensischer Aussagen auf.

Lesen Sie dazu bitte das neue Kommuniqué von HonestReporting [In Englisch*]: New York Times: Just the Facts?

CNN: Einjahresanalyse

18. November 2008

HonestReporting Media BackSpin, 18. November 2008

Bei CNN schleicht sich wieder Voreingenommenheit ein, wie HonestReporting anhand einer Einjahresanalyse feststellt.

Lesen Sie die neueste gründliche Untersuchung dazu von HonestReporting [In Englisch]: CNN: Einjahresanalyse:

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Daily Telegraph entdeckt das Wort Terror

5. Oktober 2008

honestreporting Media Backspin, 5. Oktober 2008

Einer Schlagzeile der Daily Telegraph zufolge geschieht Terror nur im Zusammenhang mit Juden:

Jüdischer Terror bedroht Israel

Die Redakteure der Telegraph – wie ihre Kollegen vom Guardian and der Independent – vermeiden das Wort Terror nicht per se. Sie lehnen es nur ab, wenn die Opfer Israels oder Amerikaner sind.

Unter welchen Bedingungen würde die britische Presse mit dieser Schlagzeile aufwarten?

Palästinensischer Terror bedroht Israel

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Einjahresanalyse zur Berichterstattung der New York Times

16. Juli 2008

honestreporting Media Backspin, 16. Juli 2008

Deckte die Langzeitstudie zur Beichterstattung der New York Times Voreingenommenheit auf?

Informieren Sie sich in der Sonderausgabe von HonestReporting: New York Times: Einjahresanalyse.

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Schmeißt Bari Atwan raus

19. März 2008

honestreporting.com Communiqué (1), 19. März 2007

Der Nachrichtensprecher bei BBC und Sky News rechtfertigt Terror. Im August 2007 stellte HonestReporting Großbritannien Abd Al-Bari Atwan vor, Chefredakteur der in London erscheinenden Zeitung Al-Quds-Al-Arabi. Bari Atwan hatte im libanesischen Fernsehen verkündet: „Wenn die iranischen Raketen Israel treffen – so Allah will – werde ich zum Trafalgar Square gehen und einen Freudentanz aufführen“; dazu äußerte er die Hoffnung, dass der Iran Israel im Falle einer Konfrontation zwischen den USA und dem Iran angreifen würde.

Wie nun von der Jerusalem Post berichtet, sagte Bari Atwan, dass der Terroranschlag auf die Jerusalemer Yeshiva Merkaz Harav vom 6. März „gerechtfertigt“ war und dass das religiöse Seminar verantwortlich sei für die „Züchtung israelischer Extremisten und Fundamentalisten.“ In seinem Leitartikel letzten Sonntag unterließ er es, den Mordanschlag zu verurteilen und sagte, dass die Freudenfeiern in Gaza unmittelbar nach dem Anschlag „die Tapferkeit der palästinensischen Nation symbolisieren.“ Er fügte hinzu, dass die neuerliche Gewalt in Gaza den „Countdown für Israels Zerstörung“ markieren könnte.

Extremismus und Unterstützung des Terrors in der arabischen Welt überrascht nicht sonderlich. Schockierend ist aber, dass Bari Atwan weiterhin als Kommentator und Analytiker bei BBC und Sky News erscheint, wo er sorgfältig seine wahren Absichten vor den Zuschauern verbirgt.

Zuschriften an die beiden Sender:

BBC: http://www.bbc.co.uk/complaints/make_complaint_step1.shtml

Sky News Zuschauerredakteur Paul Bromley: news@sky.com

Al-Jazeeras Voreingenommenheit bekämpfen

12. März 2008

honestreporting Media BackSpin, 12. März 2008

Während Israel Al-Jazeera boykottiert berichtet Haaretz, dass Mohammed Dahlan (Abbildung) auch gerichtliche Schritte gegen den in Katar beheimateten Sender unternimmt:

Die Fatah, Organisation des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas, hat sich auch gegen den Sender ausgesprochen. Einer ihrer Führer, Mohammed Dahlan, hat neuerdings gegen Al-Jazeera eine Klage wegen Unterstützung der Hamas initiiert.

Einjahresanalyse: “Bilder des Monats“ von Reuters

10. März 2008

honestreporting.com Communiqué, 10. März 2007

62% der Bilder in unserer Studie zeigten Wohlwollen für die Palästinenser.

Jeden Monat wählte die Nachrichtenagentur Reuters aus Tausenden ihrer eigenen Fotografien für den Kalender „Bilder des Monats“ etwa 250 Exemplare aus. Diese Kollektion portraitiert Menschen und Ereignisse rund um den Globus aus den Bereichen Kultur, Sport, Politik – dazu herausragende Nachrichtenereignisse. Reuters nutzt diesen Fotokalender, um die Aufmerksamkeit auf die besten Ergebnisse ihrer Arbeit in jedem Monat zu lenken.

Entscheidende Ergebnisse

Nachdem wir schon vorher Reuters’ Objektivität zu ihrer subjektiv ausgewählten Reihe von Bildern (siehe Schreibtischkalender unten) hinterfragt hatten, interessierten wir uns dafür, ob jener Fall einen einmaligen Fehltritt darstellte oder ob Reuters wirklich ein ernstes Voreingenommenheitsproblem in ihrer Berichterstattung zum arabisch-israelischen Konflikt hat.

Wir sahen uns die Fotografien an, die Palästinenser oder Israelis zeigten – von Reuters für den Jahreskalender „Pictures“ für das Jahr 2007 ausgewählt. Insgesamt 2.666. Unsere Ergebnisse basieren auf 124 Fotografien von Israelis und Palästinensern (von Reuters als „Beste des Monats“ beworben):

62% der Bilder erzeugen Mitleid für die Palästinenser.

• Fünfzehn Fotoaufnahmen über palästinensischen Bestattungen wurden als „Bilder des Monats“ ausgewählt. Kein Bild von Bestattungen der israelischen Opfer im Konflikt wurde ähnlich behandelt (Auch keine Bilder von Beerdigungen der Tausenden bei Kampfhandlungen Getöteter in Darfur, Afghanistan, Sri Lanka oder anderswo auf der Welt).

• Die Bilder rückten immer wieder Israelis als Aggressoren und Palästinenser als Leidtragende in den Blickpunkt. Nur 10% der Bilder konnten als mitfühlend für Israelis betrachtet werden.

Reuters‘ nicht eingelöstes Versprechen gegenüber den Lesern von HonestReporting

Im Januar 2007 regte HonestReporting seine Leser an, Reuters wegen seines Bürokalenders 2007 anzuschreiben. Dieser Kalender enthielt elf farbenfrohe Bilder zu Kultur, Sport und Menschen aus aller Welt – ohne irgendwelche politischen Untertöne. Doch ein Monatsbild zeigte einen palästinensischen Terroristen, versehen mit einer mehr als unachtsam gestalteten Bildunterschrift, die Sympathie für seine Sache bekundet.

Als Antwort auf die Beschwerden der Leser von HonestReporting schrieb Reuters-Chefredakteur David Schlesinger folgenden Beitrag in seinem Blog:

Kürzlich empfahl eine Website – HonestReporting – ihren Lesern, Zuschriften zu meinem Beitrag über Fotostandards einzuschicken, um das Thema „Reuters-Kalender 2007“ zur Sprache zu bringen. Der Kalender wurde zum Diskussionsthema, weil ein Monatsfoto einen palästinensischen Militanten zeigte. Besagtes Foto stach aus den meisten anderen ausgewählten Monatsbildern heraus, auf denen Tänzer, Schwimmer, Künstler oder Bauern abgebildet waren…

..Die zahlreichen Kommentare, die wir wegen der Auswahl erhalten haben, werden das nächste Mal sicher berücksichtigt werden, wenn ein Gremium des Unternehmens die Auswahl von Bildern für den Kalender oder zu anderen Zwecken zusammenstellt.

Wir nahmen an, dass das Versprechen Schlesingers, die Beschwerden der Leser „zu berücksichtigen“, bedeuten würde, dass zukünftige Fotoserien ausgewogener ausfallen würden.

Bilder des Monats

Die Kollektion „Bilder des Monats“ entspricht Schlesingers Definition des „[wenn ein] Gremium des Unternehmens die Auswahl von Bildern für den Kalender oder zu anderen Zwecken zusammenstellt“. Wenn sein Versprechen gegenüber den Lesern von HonestReporting wahr war, würden wir davon ausgehen, eine ausgeglichene und unvoreingenommene Auswahl der Fotografien aller Monate zu sehen, die als geeignet erachtet worden waren, Teil der besten Bilder des Monats zu sein.

Wir haben alle Monatsauswahlen analysiert; 2.666 Fotografien aus dem Jahr 2007. Von diesen 2.666 Bildern 125 dargestellte Szenen und Menschen aus Israel und den Gebieten der PA. Wir fanden heraus, dass 62,4% der Aufnahmen entweder Mitleid (Sympathie) für die Palästinenser oder eine negative Reaktion gegenüber den Israelis hervorriefen. Nur 10,4% konnten so gesehen werden, dass sie irgendein Verständnis für die israelische Seite erwecken würden.

Wir stießen auf eine Unmenge Bilder von palästinensischen Bestattungen für diejenigen, die bei israelischen Militäraktionen getötet wurden, zahlreiche Bilder von israelischen Soldaten, die sich anscheinend palästinensischen Zivilisten gegenüber aggressiv verhielten, sowie eine große Auswahl an Bildern, die leidende Palästinenser darstellten. Im Gegensatz dazu zeigten sehr wenige Bilder, die wir betrachteten, Mitleid (Sympathie) für Israelis.

Wir fanden keine Bilder von Bestattungen israelischer Terroropfer und nur sehr wenige, die Palästinenser als Aggressoren und Israelis als Opfer kenntlich machten. Wenn man bedenkt, dass während dieser Periode Israel unter 2.000 Terrorangriffen zu leiden hatte, sollte man annehmen, dass das Gegenteil zutrifft. Mit der Zeit stellt eine Auswahl wie diese einen klaren Fall von Voreingenommenheit dar und ist nicht in Einklang mit dem Versprechen Schlesingers.

Alle in unserem Bericht veröffentlichten Bilder wurden nicht nur in der Auswahl zu „Bilder des Monats“ auf der Webseite von Reuters eingefügt sondern auch von Reuters-Kunden weiterverbreitet. Wir nutzen sie hier zur Analyse und Diskussion, ihre Verwendung ist rechtlich abgesichert. (Klicken Sie hier, um die Miniaturabbildungen aller Aufnahmen auf der Reuters-Website anzusehen, die für diese Analyse herangezogen wurden).

Palästinensische Bestattungsszenen

Im Jahr 2007 forderten Konflikte in Darfur, Afghanistan, Sri Lanka und einer Menge anderer Krisenherde Tausende mehr Todesfälle als auf palästinensischer und israelischer Seite. Dennoch „schaffte“ es keine einzige Bestattung aus diesen Konfliktgebieten in irgendeine Auswahl der „Bilder des Monats“ von Reuters.

Bestattungsszenen für in militärischen Konflikten Getötete sind erklärtermaßen gefühlsbeladen. Das Foto oben wurde in Jenin aufgenommen, nachdem drei Mitglieder der Terrorgruppe Islamischer Jihad von der IDF getötet worden waren. Das Bild zeigt deutlich den Seelenschmerz der Verwandten des Verstorbenen. Die Geschichte hinter dem Bild ist eine, die von Verlust und Verzweiflung erzählt.

Dennoch stimmt es nachdenklich, wenn Reuters es für notwendig erachtet, so viele einander ähnelnde Bilder von palästinensischen Beerdigungen für „Bilder des Monats“ heranzuziehen. Fotos von schwarz verhüllten Frauen und/oder Kindern, die bei Beerdigungen wehklagen, wurden Werbesendungen beigefügt.

Reuters kann nicht geltend machen, dass die Ursache für so viele plakativ in Szene gesetzte Bilder palästinensischer Bestattungsrituale der schieren Zahl der Todesopfer entspricht. Wenn dies der Maßstab wäre, warum gab es dann keine ähnlichen Bilder von Beerdigungen bei den oben aufgeführten Konflikten?

13 Israelis haben im letzten Jahr wegen palästinensischer Anschläge ihr Leben verloren. Fortwährender palästinensischer Terrorismus stellt ein Hauptproblem im Friedensprozess dar. Aber warum ist das Leid von Israelis (oder anderer Menschen) nicht genauso ein Bild wert wie das weinender Palästinenser?

Noch verstörender wirkt der Widerwille Reuters, Beerdigungen von Terroristen als das zu beschreiben, was sie sind – Beerdigungen von Terroristen. Wieder und wieder verweisen Reuters-Bildunterschriften auf „Militante“ oder schlicht „Palästinenser“, die durch israelische Schläge getötet worden sind, selbst wenn die Verstorbenen Mitglieder von Terrororganisationen waren. Könnten gewisse Fotos und Bildunterschriften dazu benutzt werden, um das Erscheinungsbild eines Terroristen weichzuzeichnen?

Die zwei Bilder rechts oben wurden bei ein und demselben Begräbnis und an ein und demselben Ort aufgenommen. Im ersten oben (Associated Press), wird der Terrorist mit seiner Waffe begraben. Das Reuters-Foto darunter zeigt das gleiche Ereignis, aber wir sehen nur den Kopf des Leichnams. Die Kalaschnikow oder die Menschenmenge verschleierter Trauernder nehmen wir nicht wahr. Vermittelt das Reuters-Foto nicht einen abweichenden Eindruck im Vergleich zu dem von Associated Press?

Israelische Soldaten als feindselig dargestellt

27 Fotos in der Bilderreihe zu „Bilder des Monats“ zeigen israelische Soldaten. Fast alle davon uniformierte Israelis im Kampf mit zivil gekleideten Palästinensern. Dies hinterlässt den Eindruck von schwer bewaffneten Soldaten, die wehrlose Zivilisten angreifen.

Die Fotos zeigten etliche Soldaten, die „Proteste“ gegen Israels Sicherheitszaun auflösen. Der fehlende Kontext in diesen Bildern ist, dass die Demonstrationen oft in Gewalt ausarteten. Viele dieser Momentaufnahmen zeigen regelmäßig geplante Demonstrationen in der Ortschaft Bil’in, bekannt geworden als Kulisse für „gestellte“Demonstrationen.

Die gleiche Mixtur aus Palästinensern und internationalen „Aktivisten“ warf Steine auf die Soldaten, um eine Reaktion zu erzeugen – eine Reaktion, die dann von Fotografen wie denen von Reuters aufgegriffen wurde. Warum wollte Reuters so viele dieser „inszenierten“ Bilder in ihre monatliche Kollektion aufnehmen?

In Gegensatz dazu zeigten nur drei Aufnahmen bewaffnete Palästinenser. Eine zeigte Hamas-Kämpfer in Mahmoud Abbas’ Büro in Gaza, eine andere eine palästinensische Polizeieinheit bei einer Razzia in einer Wohnung der Hamas und eine weitere ein Mitglied des Islamischen Jihad, der sich auf einen Anschlag gegen Israel vorbereitete. Warum auch immer – Bilder von bewaffneten Palästinensern wurden nicht so wichtig erachtet wie die von bewaffneten Israelis.

Palästinensische Opferrolle

Eine dritte Kategorie, die bei der Überprüfung der Reuters-Fotos offen zutage tritt, ist die „Schikane“ der Palästinenser. Diese ist unter den anrührendsten Bildern der Kollektion zu finden und erzeugt große Sympathie für die palästinensische Perspektive. Wir zählten 19 Fotos in der Reihe „Bilder des Monats“, auf die diese Beschreibung zutrifft.

Bilder von verwundeten Palästinensern auf Tragbahren, palästinensische Flüchtlinge und palästinensische Untersuchungshäftlinge prägten beinahe jede monatliche Auswahl. Die Bildunterschriften zeugten nicht immer von der Bemühung, die Szenen in Kontext zu stellen. Niemand zweifelt daran, dass die Palästinenser im andauernden Konflikt leiden. Aber zu implizieren, dass die einzige Ursache für dieses Leid unprovozierte israelische Handlungen sind (worauf jeder Zuschauer ohne ausführlichere Bildunterschrift schließen würde), ist falsch.

Eine einfache Ausdrucksweise, die Gefangene als „inhaftiert in Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten“ beschreibt, würde dem Zuschauer wesentliche Informationen zum Foto liefern. Solche Beschreibungen wurden jedoch in der Regel zugunsten interpretierender Darstellungen ausgelassen, die das Fragezeichen übrig ließen, warum die auf den Fotos abgebildeten Palästinenser überhaupt inhaftiert wurden.

Genau so gut könnte man bei der Betrachtung lediglich eines Bildes terrorisierter israelischer Zivilisten und eines anderen, das weinende Israelis am Mahnmal zum Libanonkrieg zeigt, fälschlicherweise schlussfolgern, dass in diesem Konflikt nur eine Seite leidet.

Schluss

Bitte schreiben Sie Reuters an und fragen Sie, warum die Auswahl für „Bilder des Monats“ im Jahr 2007 so unausgewogen war. Fragen Sie ausdrücklich die Redakteure von Reuters, warum die Auswahlkriterien Folgendes beinhalten:

• Nahezu identische Bilder von Bestattungen der Palästinenser und keine von israelischen Opfern;

• Bewaffnete aggressive israelische Soldaten, die palästinensische Zivilisten angreifen und kein einziges Bild, das zeigt, wie Palästinenser israelische Zivilisten angreifen, und…

• Ein Übermaß an Bildern von palästinensischen Leidtragenden im Konflikt und fast keines, das vom Leid der israelischen Zivilbevölkerung zeugt.

Langzeit-Medienanalysen

HonestReporting hat sich zum Ziel gesetzt, gewisse Medienorganisationen über einen längeren Zeitraum hinweg zu überwachen, um festzustellen, wie objektiv deren Berichterstattung ist. Um unsere bisherigen Berichte zu lesen klicken sie bitte auf BBC-Analyse I, BBC-Analyse II oder die Analyse zur New York Times.