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Bibi und das Pressekorps unter Stress

4. Juli 2013

HonestReporting Media BackSpin, 2. Juli 2013

Abbildung rechts: Eine aus einem dreidimensionalen Drucker erstellte Schusswaffe.

Es ist schon eine geraume Zeit her, dass übermotivierte Leibwächter Netanjahus mit ihrem Vorgehen gegen Medienvertreter Schlagzeilen machten.

Aber ich frage mich, ob der von der Times of Israel beschriebene investigative Journalismus des Senders Channel 10 die Uhr zurückdrehen könnte.

Reportern war es relativ problemlos gelungen, eine aus Plastik gefertigte Waffe in die Knesset zu schmuggeln und sie nur wenige Meter vor Premierminister Benjamin Netanjahu zu ziehen.

Die Korrespondenten des von Channel 10 nachts ausgestrahlten Kultur- und Technikprogramms „Tzinor Layla“ hatten die Waffe im Internet nach Vorlagen eines dreidimensionalen Druckers angefertigt….

Bei einer anderen Gelegenheit brachte der [Tzinor Layla]-Reporter Uri Even die Waffe in eine  Feierstunde der Knesset mit, bei der er weniger als 10 Stuhlreihen entfernt vom Premierminister saß. Als Netanjahu anfing zu sprechen, nahm Even die Waffe raus, ohne dass er dabei behindert wurde, behielt sie in seinem Schoß und hielt sie sogar in Richtung des Ministerpräsidenten.

Ich weiß, dass oft und an verschiedenen Orten die Sicherheitsvorkehrungen von investigativen Medien ausgetestet wurden.

Jedoch befand sich niemand darunter, der jemals eine Waffe auf einen gewählten Staatsmann gerichtet hatte. Dies stellt den Begriff „News Bullet“ in einen völlig neuen Kontext. Und Channel 10 hat hier eine rote Linie überschritten.

Aber welche?

Handelte es sich hier um einen unglaublich freche Methode, auf die reale Bedrohung nicht identifizierbarer selbstgefertigter Waffen hinzuweisen?

Oder war es ein völlig untauglicher Versuch, Channel 10 in die Schlagzeilen zu bringen?

(Abbildung via YouTube/Mashable)