Posted tagged ‘Türkei’

Türkei: Vogel mit Riesenschnabel als israelischer Spion

16. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 16. Mai 2012

Wir kennen die Stories von Mossad-Haien in Ägypten und Zionisten-Geiern in Saudi-Arabien. Nun behauptet die Türkei, einen Vogel mit „ungewöhnlich großen Nasenlöchern“ gefunden zu haben, der für Israel spioniere.

Yediot Aharonot zufolge entdeckte ein Bauer einen toten Vogel (wahrscheinlich einen Bienenfresser, Abb. [bd]), der auf einem seiner Läufe einen Ring mit der Aufschrift „Israel“ trug. Obwohl das Wort allein schon verdächtig genug wäre zog es nicht die Aufmerksamkeit der türkischen Behörden auf sich. Augenscheinlich war es die Tatsache, dass der Vogel einen besonders großen Schnabel hatte.

Berichten zufolge enthielt der Schnabel des Vogels „ungewöhnlich große Nasenlöcher“ die – zusammen mit dem Identifikationsring – den Verdacht aufkommen ließen, dass dem Vogel „ein Überwachungsgerät implantiert“ worden sei und dass das Tier in der Türkei als Teil einer Spionagemission landete.

Die Überreste des Tieres waren ursprünglich dem türkischen Landwirtschaftsministerium übergeben worden, das sie dann an die Sicherheitsdienste in Ankara weiterleitete.

Was antisemitische Spinnereien betrifft, hat es die Türkei wirklich getroffen…nämlich voll auf die Nase. Hoffentlich wird der Mossad bald damit aufhören, Tiere für seine schmutzige Arbeit abzurichten – oder zumindest die mit typisch jüdischen Eigenschaften.

Kriegsspiel-Szenario: Israel am Tag danach

10. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 10. Januar 2012

Ein israelischer Think Tank mit einem Kriegsspiel-Szenario, das den Tag nach dem erfolgreichen Test einer Atombombe durch den Iran simuliert.

Die Times of London (Paywall; alternativ: The Australian) interpretiert die Ergebnisse, und etliche Nachrichtenservices beziehen sich auf den Times-Beitrag.

Das Planspiel wurde letzte Woche vom Institute for National Security Studies (INSS), einem Think-Tank, in Tel Aviv durchgeführt. Seine Schlussfolgerungen gehen davon aus, dass ein Atombombentest die gesamte Machtbalance im Nahen Osten radikal verändern würde….

„Die Simulation zeigte, dass der Iran nicht auf Nuklearwaffen verzichten will, sondern versuchen wird, sie dazu zu nutzen, um mit den Großmächten eine Übereinkunft zu erzielen, die seine Position verbessert.“

„Verbesserung seine Position“ bedeutet verstärkte iranische Hegemoniebestrebungen.

Die Experten….vermuten, dass sich ein Atomtest im Januar 2013 durch eine Reihe provokativer Forderungen aus Teheran ankündigen wird. Dazu gehören die iranische Forderung nach Neube-stimmung seiner Grenze zum Irak, Anspruch auf Herrschaft über Bahrain und Low-Level-Aktionen gegen die Schiffe der 5. US-Flotte in der Golfregion.

Weitere Ergebnisse:

• Die Saudis entscheiden sich für die Entwicklung eines eigenen Nuklearprogramms bei gleich-zeitiger Meidung amerikanischer Sicherheitsgarantien.
• Die Türkei kneift vor dem Konflikt und droht mit ihrem Austritt aus der NATO, falls Israel dort Mitglied werden solle.

Aber am bemerkenswerten war der Joker: eine militärische Antwort Israels:

Die Experten machten deutlich, dass auch dann, wenn Israel unter Druck gesetzt werden würde, jeglichen militärischen Plan gegen den Iran aufzugeben, es diese Option auf dem Tisch behalten würde.

„Die militärische Option Israels könnte wahrscheinlich ein signifikanter Hebel sein – wenn nicht gegen den Iran, dann in Richtung einige der Hauptakteure“, so The Times. „Die Simulation veranschaulichte, dass nach einem iranischen Nukleartest auch diese Option oder die Androhung auf deren Einsatz von Relevanz wäre“….

Das INSS-Szenario legt nahe, dass die Wahrscheinlichkeit, Israel müsse „mit ihm“ leben, Wirklichkeit werden könnte.

(Bildauswahl via Times of London/source INSS)

LA Times: ‚Übel‘ besessen von Israel

25. Oktober 2011

HonestReporting Media BackSpin, 25. Oktober 2011

Gestern erwähnte ich Reuters wegen ihrer Non-Story über die Erdbebenregion Türkei und deren Ablehnung israelischer Hilfe. Bis jetzt haben die Türken alle ausländischen Hilfsangebote ausgeschlagen. Sicher eigenartig, aber das ist Ankaras Vorrecht.

Nun zieht die LA Times mit der Reuters-Meldung gleich. Sie schreibt:

Vorerst jedoch hat die Türkei jegliche Hilfe Israels und anderer Nationen höflich abgelehnt – mit dem Verweis darauf, dass sie hoffe, die Krise selbst meistern zu können.

Unverantwortliche Schlagzeilen wie diese schüren weiter Gerüchte, die der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bülent Arınç als „übel“ bezeichnet.

Dazu Hurriyet:

„Wer immer so etwas macht, handelt zynisch, so Arınç. „Auf zwischenstaatlicher Ebene mögen wir zu Israel nicht die besten Beziehungen pflegen. Nach einer Katastrophe wie dieser jedoch auf solch’ ein humanes Angebot der israelischen Regierung negativ zu reagieren, wäre falsch und unangebracht. Es ist vollkommen unzutreffend, dass wir ihre Hilfe [nur] wegen verschiedener Agenden verweigerten.“

Türkei bestätigt Gaza-Blockade durch Blockade Syriens

25. September 2011

HonestReporting Media Backspin, 25. September 2011

Die Türkei verkündete ihr eigenes Waffenembargo gegen Syrien und sagte, sie habe bereits ein unter syrischer Flagge fahrendes Schiff abgefangen. Ich bin voll und ganz dafür, dass sie so handelt.

Aber wenn man Premierminister Erdogans Vorgehensweise gegenüber Syrien und der Hamas vergleicht, dann kratzt man sich verwundert den Kopf. Erdogan zum Umgang mit Assad, der 2007 wieder gewählt wurde:

„Ich habe alle Kontakte zur syrischen Administration gekappt“, sagte Erdogan. „Wir wollten nie, dass die Dinge an diesem Punkt ankommen, aber unglücklicherweise hat die syrische Administration uns gezwungen, diese Entscheidung zu treffen.“

Erdogan zum Umgang mit der Hamas:

„Wo ist der Terrorismus? Sie stellten sich zur Wahl und nach den Wahlen reagierte man dann auf sie so, ich meine, dass man sie als Terroristen bezeichnete; das heißt, dass man den Willen des palästinensischen Volks nicht respektiert“, fügte Erdogan hinzu.

Erdogan zu den Rechten der Türkei Waffenlieferungen abzufangen:

Recep Tayyip Erdogan sagte, die Türkei hat im Marmara-Meer in der Vergangenheit ein unter syrischer Flagge fahrendes Schiff gestoppt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anatolia. Er sagte nicht, wann das Schiff gestoppt wurde oder ob an Bord Waffen gefunden wurden. „Wenn es Flugzeuge gibt, die Waffen transportieren oder solche Lieferungen auf dem Landweg gibt, dann sollten wie sie wie in der Vergangenheit stoppen und konfiszieren“, zitierte Anatolia Erdogan.

Erdogan zu Israels Recht Waffenlieferungen abzufangen:

„Das ist ein Grund für Krieg. Das ist etwas, das man in internationalen Gewässern nicht tun kann.“

Fazit: Die Blockade Syriens durch die Türkei legitimiert Israels Blockade des Gazastreifens.*


* Im Original steht hier „Syrien“, aber die Überschrift zeigt, dass das ein Tippfehler ist, daher hier schon „Gazastreifen“, was sicherlich bei HR bald korrigiert wird.

Trotz türkischen Säbelrasselns: Israel kaum „isoliert“

7. September 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. September 2011

Schwarzseherische Bewertungen, die diplomatische Offensive der Türkei würde eine Isolierung Israels bedeuten, sorgen für einschmeichelndes Gruppendenken unter nordamerikanischen Kolumnisten – gestern rührte Roger Cohen die Trommel. Aber ein Blick auf einige Artikel in Zeitungen des östlichen Mittelmeerraums legt nahe, dass Israel nicht so „isoliert“ ist wie behauptet.

Die türkische Forderung nach einer israelischen Entschuldigung und der Anspruch, das Mittelmeer vor „israelischen Muskelspielen“ zu schützen, erweisen sich mehr und mehr als Ausrede, weil man bei der Gewinnung von Offshore-Gasvorkommen mitmischen will. Zypern vereinbarte gemeinsame Seegrenzen mit Israel (was auch der Libanon beabsichtigt) und erhielt ausdrücklich Jerusalems Unterstützung im eigenen maritimen Streit mit der Türkei.


Lesen Sie mal, was türkische Quellen türkischen Medien erzählen.

In Beweisstück A schreibt Hurriyet:

Der Einsatz türkischer Kriegsschiffe zum Schutz von Frachtern, die Hilfslieferungen nach Palästina bringen und das hoheitsfreie Gewässer zwischen der Insel Zypern und Israel beachten, ist – wie Quellen sagen – Teil der umzusetzenden Vorhaben, dass in diesem Gebiet zukünftig häufiger türkische Kriegsschiffe zu sehen sein werden.

Das von türkischen Quellen beschriebene Gebiet war Gegenstand einer kürzlich ausgetragenen diplomatischen Konflikts zwischen der Türkei und dem griechischen Teil Zyperns über das Vorhaben Letzteren, mit Gasbohrungen zu beginnen. Kürzlich vereinbarten Zypern und Israel, gemeinsam mit amerikanischen Firmen die Bohrungen durchzuführen.

Die Türkei betrachtet den Vertrag zur Gasförderung als Abkommen zweier Staaten, die der Türkei gegenüber feindlich gesinnt sind, und sie hat beide Parteien aufgefordert, sich an solch einem Projekt zu beteiligen, bevor nicht eine Lösung in der Zypern-Frage gefunden wird, damit die Stabilität des östlichen Mittelmeerraums erhalten bleibt.

Das bringt uns zu Beweisstück B. In einem Interview mit Zaman warnte der türkische Diplomat Egemen Bağış die griechischen Zyprer vor Erdölbohrungen in türkischen Hoheitsgewässern.

Der griechische Teil Zyperns hat erklärt, dass er ab 1. Oktober mit der Ölförderung im Mittelmeer beginnen will. Was sagen Sie dazu?

Die Vorgänge, die sich in der Vergangenheit ereignet hatten [Die türkische Marine unterband die Ölförderung] wann immer die griechischen Zyprer solche Versuche unternommen hatten, werden sich wiederholen. Das zeigt, wie ernst es die Türkei meint. Das in Gewässern zu tun, wo sie rechtlich nicht zuständig sind, ist illegal. Die Türkei wird sich auf das Internationale Recht stützen, um ihre Rechte in vollem Umfang umzusetzen.

Wird die Marine Schiffe schicken?

Dafür haben wir ja die Marine. Wir haben unsere Marineinfanterie dafür ausgebildet; wir haben die Kriegsmarine zu diesem Zweck ausgerüstet. Alle Optionen liegen auf dem Tisch, alles kann passieren.

Die zyprische Antwort bestand in dem diplomatischen Äquivalent eines „Sich Raushaltens“.


Es lohnt sich also, darüber nachzudenken, ob die Türkei die palästinensische Sache nicht nur als Vorwand nutzt, um sich rücksichtslos ihren Weg zu unerschlossenen Rohstoffreserven im Mittelmeer in Milliardenhöhe zu bahnen.

Ein weiteres Indiz dafür, dass der jüdische Staat nicht wirklich so „isoliert“ ist, zeigt sich in der zunehmend besseren Beziehung zu Griechenland. Am Sonntag besuchte Panos Beglitis als erster griechischer Verteidigungsminister Israel. Er hat bereits ein Sicherheitsabkommen unterschrieben.

Lord Palmerston formulierte auf äußert treffende Weise eine politische Maxime, als er sagte:

„Nationen haben keine dauerhaften Freunde oder Verbündete, sie haben nur dauerhafte Interessen.“

Stark vereinfacht bedeutet es eine Neuausrichtung gemeinsamer Interessen wie das Spiel „Reise nach Jerusalem“. Niemand will zurückgelassen werden, wenn die Musik unterbrochen wird. Ich hätte nichts dagegen, wenn die israelisch-türkischen Beziehungen wieder auflebten, aber ich habe da so meine Zweifel. Die Türkei ist nun ein aggressiverer Spieler, aber auch Israel hat in diesem Spiel Freunde.

5 Gründe dafür, warum die Gaza-Flottille trotz Öffnung des Grenzüberganges durch Ägypten in See stechen wird

27. Mai 2011

HonestReporting Media BackSpin, 27. Mai 2011

Nach der Ankündigung Ägyptens, ab diesem Wochenende den Grenzübergang bei Rafah permanent zu öffnen, sollte man eigentlich meinen, dass die in der Türkei organisierte Gaza-Flottille überflüssig geworden wäre, weil die Palästinenser dann in der Lage sein werden, ungehindert aus- und ein zu reisen und genug Waren einzukaufen.

Falsch gedacht.

Hier 5 Gründe dafür, warum die Flottille dennoch starten wird.

5.  Zu viele frauenfeindliche arabische Männer und naive weibliche Teilnehmerinnen aus dem Ausland haben sich mit Anzahlungen für den Trip im Singles-Boot  eingeschrieben.

4.  Junge Aktivisten, die humanitäre Hilfskonvois nach Syrien, Kuba und Nordkorea planen, „brauchen praktische Erfahrungen, und Palästina klingt cool und gefährlich, weil es als Kriegsgebiet bezeichnet werden kann, auch wenn es in Wirklichkeit sicher ist und all den Komfort bietet, den die internationalen Besucher benötigen.

3.  Shopping!

2. Als Ergebnis des Übereinkommens zwischen Hamas und Fatah wird gemäßigt-technokratischen Flottillen-Teilnehmern mit palästinensischer Ehrenbürgerschaft die Mitgliedschaft im Kabinett der nationalen palästinensischen Einheit in Aussicht gestellt; sie werden von mildtätiger UNRWA-Unterstützung leben und ein persönliches „Recht“ auf Rückkehr beanspruchen können.

1.  Nach Bankrotterklärung und Übertritt zum Islam kann Lauren Booth sich nicht mehr neu erfinden.

Christian Science Monitor: Wenn alle Stricke reißen, vertraue auf die Überlegenheit der IDF

9. Februar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 9. Februar 2011

Ich hoffe, dass in Ägypten eine starke, lebendige Demokratie entsteht. Aber wenn nicht, gut, vertraue nur auf die Überlegenheit der IDF, die die bösen Jungs in Stücke haut. So lautet der Ansatz des Leitartikels im Christian Science Monitor, wenn er uns die Muslimbruderschaft schmackhaft machen will.

Klar, ein Mitglied der Redaktion, das nicht hier [in Israel] lebt, kann mit den Konsequenzen gut zurechtkommen:

Die langfristigen Interessen Israels liegen in der Demokratie, die in den arabischen Ländern Einzug hält, egal wie chaotisch oder wie lange es dauert. Ein freies Volk mit einer frei gewählten Regierung bildet eher eine solide Basis für ein Friedensabkommen als die Unterschrift eines Diktators.

Suleiman, der die Muslimbruderschaft lange als gewalttätige Bedrohung dargestellt hat, führte in dieser Woche Gespräche mit deren Führern. Die islamistische Gruppierung, die schon vor Jahrzehnten der Gewalt abgeschworen hat, wurde in dem vergangenen zwei Wochen als mehr demokratisch angesehen als die ägyptische Armee, die enge Verbindungen zum Pentagon hat. Aus einer freien Wahl könnte die Bruderschaft in der Tat eher wie die muslimische Partei AKP in der Türkei herauskommen statt wie die Hamas.

Selbst wenn eine künftige ägyptische Regierung den Friedensvertrag von 1979 ablehnt, wird Israels Militär dem ägyptischen weit überlegen sein, wenn das Land wieder einen Krieg riskieren will.

Wenn der Monitor skeptische Israelis wie mich [Pesach Benson, (bd)] davon überzeugen will, dass man der Muslimbruderschaft vertrauen kann, Frieden und Demokratie zu sichern, wäre es weise, inhaltlich richtig anzusprechen, was das letzte Mal schief gelaufen war, als man uns gesagt hatte, dass die Kandidatur von Islamisten wie der Hamas bei Wahlen okay wäre.

Kurz gesagt: die Hamas gewann die Wahlen 2006, warf die Fatah mit Gewalt aus Gaza und schwor erst gestern, eine palästinensische Wahl zu boykottieren.

Der Monitor müsste dann nämlich die Legitimität ansprechen, die die Hamas genießt, demokratisch gewählt worden zu sein, aber nichtdemokratisch wiedergewählt. Dieses Blendwerk wurde vor nicht langer Zeit von den sehr türkischen Islamisten verkündet, die uns der Monitor als vielversprechendes Vorbild anpreist. Warum also so eilig den gleichen Heiligenschein der Muslimbruderschaft verleihen?

Keine Sorge. Meine Armee kann ihre Armee wie im Libanon besiegen.

Ja, ich bin sehr skeptisch, ob die Bruderschaft wirklich der Gewalt abschwören will. Beispiel: Mahdi Akif, Führer der ägyptischen Muslimbruderschaft, stand der Hamas als geistlicher Führer vor, nachdem Scheich Yassin getötet worden war. Zusammenhänge erkennen:

„Wann immer es ein spirituelles Problem in der Organisation gibt, bringt die Hamas es vor Akif“, sagte die palästinensische Quelle. „Er gab ihnen den Segen  für die Wahlen und war maßgeblich bei der Anwendung der islamischen Tradition für ein Okay bei der Regierungsteilhabe beteiligt. Die Bruderschaft unterstützt im Wesentlichen die Hamas. Und Akif ist zurzeit die wichtigste religiöse Person in der Hamas-Führung. „

Israel wird letztendlich doch einige Risiken für Frieden und Demokratie in Kauf nehmen, ob seine militärische Überlegenheit Einfluss auf Nahost-Ereignisse nimmt oder nicht.

Das vereinfachende Rückzugsargument des Monitor lautet: Wenn alle Stricke reißen, vertraue auf die Überlegenheit der IDF. Das Blatt plappert höflich Mao nach: „Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen.“

Drei Gedanken zu Israels Flotilla-Ergebnissen

23. Januar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 23. Januar 2011

Nach Mavi Marmara forderte die Welt eine vollständige, unparteiische und transparente israelische Untersuchung zur Angelegenheit.

Gut, jetzt haben sie’s.

Die Turkel-Kommission veröffentlichte Teil 1 ihres Abschlussberichts (296 Seiten reine pdf-Freude).

Drei Gedanken, die beim Überfliegen der Seiten aufkommen:

1. Bedauerlicherweise ist die Abriegelung des Gazastreifens durch Israel und Ägypten, um die Hamas in Zaum zu halten, notwendig, legitim und rechtmäßig.

2. Israel hat die Warenlieferungen in den Gazastreifen erheblich erleichtert.

3. Ich warte immer noch auf einen vollständigen, unparteiischen und transparenten Untersuchungsbericht der Türkei.

In der Zwischenzeit können Sie ja die Webseite der Turkel-Kommission besuchen.

Türkischer Premier als Werkzeug der Zionisten

12. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 12. Dezember 2010

Der türkische Ministerpräsident Erdogan sei ein Lakai der Zionisten, so sein Vorgänger im Amt, Necmettin Erbakan, gegenüber The Zaman:

Das gestörte Verhältnis zu Israel und  Premierminister Recep Tayyip Erdoğans harte Gangart gegenüber dem jüdischen Staat sind alles Teil einer Fassade, mit der die türkische Öffentlichkeit getäuscht werden soll, behauptete der ehemalige Premier Necmettin Erbakan.

In einem Exklusivinterview mit ’Today’s Zaman’ in seinem Haus in Balgat/Ankara kritisierte der 84-jährige Führer der „Partei der Glückseligkeit“ (Saadet Partisi  [SP]) die regierende Partei AKP, als er sagte, diese befände sich in der Hand des internationalen Zionismus. Er  deutete an, dass der Aufstieg der AKP durch eine internationale jüdische Verschwörung begünstigt worden sei und er schwor, dass er gegen den Würgegriff der Zionisten auf die Türkei ankämpfen werde.

Das ist ja noch weit kreativer als türkische Behauptungen wie, Israel stecke hinter den WikiLeaks-Veröffentlichungen, oder die noch idiotischere, der Mossad habe Hai-Attacken inszeniert.

Israel-Dämonisierer und willfährige Karikaturisten

21. Oktober 2010

HonestReporting Media BackSpin, 21. Oktober 2010

Dem Cartoonisten Ahmet Öztürklevent, der sich zum Ziel gesetzt hatte, „Aufmerksamkeit auf das Palästinenserproblem und Nahost“ zu lenken, wurde bei einem türkischen Karikaturistenwettbewerb ein Preis zugesprochen.

Hier das Machwerk, das Öztürklevent die Ehrung einbrachte:

Karikaturenzeichner, die Israel dämonisieren, gibt es unglücklicherweise wie Sand am Meer; aber es sagt auch sehr viel aus über die Menschen, die solche Giftstifte mit Preisen auszeichnen.

Pat Oliphant war Ehrengast bei der Verleihung der jährlichen Auszeichnung für diese widerliche Karikatur nach dem Gazakrieg; und die britische Political Cartoon Society bedachte Dave Browns Beschreibung von Ariel Sharon als Babyfresser mit der Auszeichnung „Karikaturist des Jahres“.

Karikaturen haben eine sehr, sehr starke Wirkung, aber diese passen nur zum Stürmer.

=======
Crossposted mit Castollux.

Kann man Erdinc Tekir immer noch einen „Aktivisten“ nennen?

24. August 2010

HonestReporting Media Backspin, 24. August 2010

Die Jerusalem Post nimmt einen Bericht der Hurriyet auf, dass Erdinc Tekir, einer der „Aktivisten“ auf der Mavi Marmara, wegen Entführung einer Schwarzmeer-Fähre schon im Gefängnis saß.

Tschetschenische unterstützter übernahmen 1996 die Avrasya und hielten mehr als 200 Passagiere als Geiseln fest. Die viertätige Pattsituation endete friedlich.

Ist es noch fair Tekir als „Aktivisten“ zu bezeichnen?

Fakt: Die Mainstream-Medien ignorierten Israels Warnungen vor der I.H.H.

4. Juni 2010

HonestReporting Media BackSpin, 3. Juni 2010

Dominic Waghorn schreibt bei Sky News :

Seit mehreren Wochen hatten weitere israelische Offizielle die Medien über IHH und deren militanter Verbindungen unterrichtet.

Das Info war also schon längst draußen. Ein beredtes Beispiel für vorsätzliche Blindheit der Mainstream-Medien.

Schön, dass AP sowie Times of London gestern einen ausführlicheren Bericht über die türkische „Wohlfahrtsorganisation“ gebracht haben. 9 Aktivisten wären womöglich noch am Leben, wenn die großen Medien sich des Themas eher angenommen hätten.

AP: Stümperhafter Umgang mit „No Comment“

19. Januar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 19. Januar 2010

Nachdem die Jewish Chronicle Anfang dieser Woche gehackt worden war, fragte ein AP-Reporter JC-Herausgeber Stephen Pollard, ob er glaube, dass der Angriff etwas mit den angespannten israelisch-türkischen Beziehungen zu tun habe.

Pollard sagte deutlich genug, dass er nicht spekulieren wolle, weil er keinen Zusammenhang für diese Assoziation sehe.

Irgendwie drehte AP das so hin:

Pollard sagte, dass der Angriff mit der diplomatischen Fehde zusammenhänge, die sich letzte Woche zwischen Israel und der Türkei entzündet habe, fügte aber hinzu: „An Spekulationen beteilige ich mich nicht.“

Ganz schön erbärmlich, wenn ein Journalist einem anderen Menschen das Wort im Munde verdreht. Das gibt mir zu denken, was die anderen „No Comments“ betrifft, über die der Nachrichtenservice sonst noch berichtet.