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Die nicht erzählte Geschichte: Palästinenser in palästinensischen Gefängnissen

4. März 2013

HonestReporting Media BackSpin, 4. März

Kompliment an Tim Marshall von Sky News, der die Probleme in Nahost mit dem Auge des Experten und der seltenen Fähigkeit untersucht, Ereignisse in eine angemessene Perspektive zu setzen. Während viele in den internationalen Medien dazu tendieren, sich allein auf Israel zu konzentrieren, scheut Marshall sich nicht, unangenehme Fragen auch an die andere Seite zu stellen.

Abbildung rechts: Tim Marshall

Aus seinem Blog auf Sky News:

Der Tod eines weiteren palästinensischen Häftlings in israelischer Haft hat logischerweise in vielen Ländern Schlagzeilen generiert, auch in Israel.

Er ist Thema von Anfragen im israelischen Parlament und Debatten über Israels Menschenrechtsbilanz.

Man vergleiche das mit einem Thema, das nur selten Schlagzeilen produziert und keine Debatte entfacht – den Bedingungen der Palästinenser in palästinensischen Gefängnissen. Nur wenige Menschen setzen sich für sie ein, ihr Schicksal generiert weder Demonstrationen noch unaufhörliche Debatten oder gerechtfertigten Zorn im Ausland.

Für die einfachen Palästinenser kann es gefährlich werden, gegen Israel zu demonstrieren, da sie sich letzten Endes mit israelischen Soldaten konfrontiert sehen, aber es bringt sie nicht in Konflikt mit der eigenen Regierung, und das bringt uns zu der unerzählten Geschichte.

Die Palästinenser sind sich dessen bewusst, dass nur wenige Menschen sich für sie einsetzen werden, wenn sie in Polizeigefängnissen der Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland oder im von der Hamas beherrschten Gazastreifen landen. Sie wissen, dass Folter in diesen Einrichtungen auf der Tagesordnung steht ist und Todesfälle während der Haft auch dort auftreten.

Medien-Spickzettel, 2. Dezember 2011

3. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 2. Dezember 2011

[…]

• Michael Rubin (Fox News) spricht einen wichtigen Punkt an, den Angriff auf die britische Botschaft betreffend:

Teheran reagierte nur knapp, als der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einige Unternehmen und Privatpersonen benannte, die in das Proliferation- oder Atomprogramm des Iran verwickelt sind; aber sobald London Nachforschungen zur iranischen Zentralbank anstellte, reagierten die iranischen Funktionäre. Sie registrieren ihre Verwundbarkeit.

Sollten die Sanktionen des Westens die iranische Zentralbank wirksam treffen, könnten weder Russland noch China weiterhin ihre Geschäfte mit dem Iran durchziehen. Einwände des Sicherheitsrates wären irrelevant.

Der Angriff auf das Areal der britischen Botschaft lässt vermuten, dass die iranische Regierung wirtschaftliche Isolation wesentlich mehr fürchtet als diplomatische Isolierung. Vielleicht ist es an der Zeit, beides zu forcieren.

Tim Marshall und Max Boot ziehen ähnliche Schlüsse.

AP schreibt, dass der Iran die Studenten freigelassen hat, die am Sturm auf die britische Botschaft beteiligt waren. Wollen sich die Mullahs mäßigen. Nee!

Nach iranischem Recht zieht Sachbeschädigung eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren nach sich. Eher könnte es jedoch so aussehen, dass die 11 Beteiligten ganz besonderen Schutz aus Kreisen innerhalb der iranischen Führungselite genießen.

Ehud Barak

• Ehud Barak sagt, dass ein Angriff auf den Iran nicht bevorstehe. Das heißt:

1. Ein Angriff auf den Iran steht nicht unmittelbar bevor.
2. Ein Angriff auf Iran ist jetzt möglich, aber wir wollen, dass der Iran davon jetzt nicht ausgeht
3. Ein Angriff auf Iran steht nicht unmittelbar bevor, aber wir wollen, dass der Iran von seiner Wahrscheinlichkeit ausgeht.
4. Weitere „No comment“-Äußerungen würden nur noch mehr Warnsignale auslösen.

Alle weiteren Beiträge ( auch Joschka Fischers Einlassung in Englisch) hier.

Medien-Spickzettel 7. November 2011

7. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. November 2011

Alles, was Sie zur Medienberichterstattung über Israel wissen sollten.

Zur Dringlichkeit des iranischen Nuklearprogramms

Bis der IAEA-Bericht im Laufe dieser Woche veröffentlicht wird können wir nur Fragen stellen.

Dan Williams (Reuters) fragt: Hat der Iran den Begin-Doktrin ein Ende gesetzt?

• Amir Taheri fragt: Könnte den Mullahs zurzeit ein Angriff sogar gelegen kommen?

• Tim Marshall (Sky News) fragt: Irans Bombe: zu 90% fertig?

• Uzi Rubin fragt: Stellt die Shahab-3 Rakete wirklich einen Grund zur Besorgnis dar?

• Lesen Sie in der Washington Post über  die Helfershelfer beim iranischen Nuklearprogramm

AP: Die Staaten am Persischen Golf stimmen Israels Warnungen insgeheim zu.

Das Russell-Tribunal zu Palästina

• Das südafrikanische Schablonendenken ist gesund und munter wie eh und je, was sich daran zeigt, wie die Personen, die im selbstgerechten Russell Tribunal aktiv sind, nun auf Richter Richard Goldstone einprügeln. Er hatte die Stirn zu sagen, dass es in Israel keine Apartheid gibt. (Hat tip: Elder of Ziyon).

• Die Durban Daily News Features lässt zum Thema Russell Tribunal David Saks und Nurit Peled-Elhanan in ihren jeweiligen Gastbeiträgen gegeneinander antreten.

Weitere Beiträge bitte hier lesen. [In Englisch]

Stürmung der Botschaft: Ein vernichtendes Urteil über die ägyptische Revolution?

14. September 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. September 2011

Bei den Gedankenspielen und Fallouts zur Stürmung der israelischen Botschaft am vergangenen Wochenende steht einiges auf dem Spiel. Es geht um die Bewertung der ägyptischen Revolution und wohin der Militärrat das Land führen wird.

Anders als andere Israel-Kritiker besaß Yasmin Alibhai-Brown wenigstens die Ehrlichkeit, sich aus der Stürmung der Botschaft in Kairo irgendwie herauszuwinden:

Wut gegen Israels Politik ist völlig berechtigt, aber nicht, wenn ihr auf diese Weise Ausdruck verliehen wird und in dieser entscheidenden Zeit großer Transformation. Die Möglichkeit der Demokratisierung hat in jeglicher Hinsicht alle möglichen Geister freigesetzt. In Ägypten tragen die Frauen nun bunt bestickte Kopftücher mit Blumen, Federn und Pailletten, bunter als die Hüte in Ascot. Ihre Kleider sind figurbetont und erregen Aufmerksamkeit. Muslime gehen Hand in Hand oder küssen sich auf der Straße, was in Bradford oder Southall nicht vorkäme. In Cafés lauschen Sie philosophischen und intellektuellen Debatten, wie Sie sie in unseren Starbucks nicht hätten. Liberale Internet-User, die auf die Wahrung ihrer neuen Rechte achten, werden immer besser informiert und denken nach vorne; sie werden in der Tat zu einer bedeutenden politischen Klasse. Schriftsteller und Filmemacher sagten mir, dass sie aus dem stickigen, dunklen Kerker heraufstiegen und eine neue Kreativität verspüren.

Erstmals seit Jahrhunderten sind Bevölkerungen weltweit von arabischen Jugendlichen inspiriert worden. Es ist wirklich unglaublich, aber das Einprügeln auf Israel jetzt wird all das zunichte machen und diejenigen bestätigen, die der Auffassung sind, Araber sind zu nichts gut als der Beschuldigung Anderer.

So ist es. Was ist dran an einer oberflächlichen Freiheit, die ein Israel-Bashing in bunteren Klamotten ohne irgendwelche inhaltliche Substanz erlaubt? Israel war immer der Sündenbock, sagt Benny Avni.

Bisher war die die vorherrschende internationale Meinung, dass Ägypten, die neueste „Demokratie“ in der arabischen Welt, es sich nicht mehr leisten könne, sich gegenüber seinen Bürger taub zu stellen. Jeder hasste Mubaraks Beziehung zu Israel, also musste der Kontakt zwischen Kairo und Jerusalem abkühlen.

Absoluter Unsinn. Hass auf Israel war das Antriebsmoment im missratenen Drehbuch der arabischen Tyrannen seit fast einem Jahrhundert. Der Ausbruch ist kein Zeichen von Demokratie und Fortschritt, er zeigt lediglich, dass die Versuche zur Verbesserung der Lebenssituation des ägyptischen Volkes scheitern. Erfolg würde sich einstellen, wenn die Ägypter mit ihrer Obsession aufhörten, ausländische Flaggen zu stehlen und stattdessen die unter ihnen wegbröckelnden Gebäude instand zu setzen.

Wie schon Tim Marshall schreibt, bedeutet die Stürmung die logische Fortsetzung „einer seit 60 Jahren andauernden Hass-Kampagne, die alle Gesellschaftsschichten der ägyptischen Gesellschaft durchdrungen hat und dem gegenwärtigen Chaos in Ägypten so freien Lauf lässt.“

Die Botschaft des Hasses gegen die „Anderen“ ist in Ägypten weit verbreitet. Schulbücher sind voll von historischen Ungenauigkeiten und Holocaustleugnungen. Teile des Koran, die sich mit den Juden in einer feindseligen Weise beschäftigen, werden herausgestellt. Nur wenige Politiker können der Versuchung widerstehen, mit den Massen zu spielen und permanent feindliche Bemerkungen nicht nur gegenüber Israel, sondern gegen Juden im Allgemeinen zu verbreiten. Diese Politiker stammen nicht nur aus den Reihen der islamischen Parteien, sondern auch einige der intelligentesten und herausragenden ägyptischen Liberalen verwenden eine zutiefst antisemitische Sprache.

Jeden Freitag gießen Imame Schmähungen gegenüber Juden aus, ohne dass sie mit staatliche Sanktionen rechnen müssen. Auch die Massenmedien ergehen sich regelmäßig in Antisemitismus. Die Protokolle der Weisen von Zion, die seit Jahrzehnten als Rechtfertigung für Massaker herhalten, sind ein Bestseller. Hitlers Mein Kampf genießt große Beliebtheit. Die „Protokolle“ wurden vor wenigen Jahren als 24-teilige TV-Serie verfilmt und als Tatsache dargestellt. Im Jahr führte ein Song, in dem die Juden als Drahtzieher von 9/11 beschimpft werden, die ägyptischen Charts an. Zeitungen drucken zutiefst beleidigende Karikaturen, die überall in der arabischen Welt Verbreitung finden.

Auch wenn es nicht zur Stürmung der Botschaft gekommen wäre, müsste man sich schwer tun, die Revolution als Erfolg zu bezeichnen. Ägyptische Liberale, mit denen Michael Totten gesprochen hatte (Ich nehme an, das war vor dem Chaos-Wochenende) fällten bereits ihr eigenes Urteil: Eine verpfuschte Revolution.

Die Gegenumfrage von HonestReporting zu 9/11

7. September 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. September 2011

Tim Marshall pickte auf der Webseite von Press TV eine höllisch gute Umfrage raus. Der von der iranischen Regierung finanzierte Nachrichtensender will Ihre Meinung zu 9/11 wissen. Hier die hinterlistige Fangfrage zusammen mit den noch übler riechenden Antworten.


Hier meine Gegenumfrage (Anm.: Pesach Benson, HR-Redaktion Jerusalem [bd]).

Warum startete Press TV eine Umfrage zu 9/11? Sie inszenierte sie deshalb, weil sie….

1) ein Vorwand ist, um Al-Qaida für den größten Massenmord in der Geschichte der USA reinzuwaschen
2) die Möglichkeit bietet, 9/11 auf einen bloßen „Zwischenfall“ herunterzuspielen
3) einen sehr praktischen Weg bietet, den Krieg gegen den Terror zu delegitimieren
4) propagandistisch das Image des Westens verschmutzt
5) ein billiger Versuch ist, alle oben genannten Aspekte zu verstärken

Veröffentlichen Sie Ihre Antworten auf der Kommentarseite von Press TV (und natürlich auch bei unserer englischsprachigen bzw. deutschen Version von HR).

Von Press TV, die wegen Komplizenschaft bei Folter (ja, Sie haben richtig gelesen) und Israel-Bashing gerügt wurde, war das nicht anders zu erwarten; sogar ihr britisches Bankkonto war gesperrt worden.

NGOs strangulieren palästinensische Wirtschaft

18. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 18. Juli 2011

Und ich dachte immer, es liege nur an der Besatzung.

Tim Marshall von Sky News erklärt, dass der massive Zustrom ausländischer Hilfe – insbesondere durch die UNRWA und NGOs – die Palästinenser süchtig gemacht habe, „und so lange Sie süchtig sind, sind Sie ihrem Dealer hörig.“

Hier ein Beispiel für die ungewollten Folgen, die Marshall beschreibt:

Kein palästinensisches Unternehmen kann mit NGOs konkurrieren, die in der Regel das Dreifache von dem zahlen, was ein Unternehmen vor Ort bieten könnte. Viele NGOs berappen „Gefahrenzulagen“ und sogar „Härteleistungen“ sowohl für ortsansässige als auch internationale Mitarbeiter, was die Privatwirtschaft vor Ort zusätzlich belastet. So erhalten die NGO-Mitarbeiter die lukrativsten und bestbezahlten Jobs, die privaten Unternehmen den Rest, aber ohne Steuerbefreiungen….

Damit soll nicht gesagt werden, dass NGOs nicht nötig wären; einige sind es. Aber sie verzerren den Wettbewerb, und speziell die Palästinenser können weder über richtig funktionierende Unternehmen verfügen, noch sind sie völlig unabhängig, zumindest so lange, bis ihre Führer teilweise entwöhnt sind vom Geld anderer Leute.

Aber einfacher ist es ja, der Besatzung die Schuld zu geben.

Die vollständige deutsche Übersetzung können Sie auf Castollux lesen.

Neuer Mossad-Chef im Tierheim

7. Januar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. Januar 2011

Sie werden vielleicht schmunzeln, wenn Sie lesen, warum Tim Marshall von Sky News berichtet, dass der neue Mossad-Chef Dr. Dolittle ist.

Wenn Sie dachten, dass die Ablösung Meir Dagans durch Tamir Pardo erwirkt worden war, denken Sie bitte noch einmal darüber nach. Arabische Verschwörungstheorien sprechen dafür, dass das Haus der Politik im Nahen Osten ein Tierheim wird.

Ein im Voraus geplanter spontaner Grenzkrieg?

4. August 2010

HonestReporting Media BackSpin, 4. August 2010

Tim Marshall von Sky News trifft den Nagel auf den Kopf:

Das kleine südlibanesische Dorf Adeesa ist nicht als Ort bekannt, an dem Journalisten herumhängen, um auf irgendein Ereignis zu warten. Deshalb ist es schon seltsam, dass etliche libanesische Reporter, Kameraleute und Fotografen sich zusammen mit der libanesischen Armee dort aufhielten, bevor am gestrigen Dienstag der Schusswechsel zwischen israelischen und libanesischen Soldaten daselbst begann.

Die Israelis fällen oder stutzen an dieser Stelle der Grenze oft Bäume, da sie topografisch höher gelegen ist und sie ihnen eine freiere Sicht auf die tiefer gelegenen libanesischen Dörfer ermöglicht. Am [gestrigen] Dienstag informierten die IDF-Baumdoktoren, oder wie auch immer man sie nennen mag, wie üblich die UNIFIL, dass sie Bäume auf ihrer Seite entfernen wollten. Dies geschah um 6.00 Uhr vormittags; die Arbeit begann um 9.00 Uhr. Die UN erbat sich einen Aufschub, um ihre Beobachtungstrupps zu instruieren, und sie gab der libanesischen Armee die Daten weiter. Die Arbeiten begannen dann um 11.00 Uhr.

Die UNO hat klargestellt, dass die Israelis auf ihrer Seite der Grenze operierten und öfter Gebüsche und Bäume entfernen. Dies ist immer von der libanesischen Armee beobachtet worden – in der Regel ohne Zwischenfälle.

Die israelischen Medien kannten diese Routinepläne entweder nicht oder fanden sie nicht berichtenswert – „Schocker: IDF fällt wieder einen Baum!“ wäre wohl von dem verantwortlichen Redakteur gestutzt worden.

Aber auf der anderen Seite der Grenze hatten sich gegen 11.00 Uhr die libanesischen Medien eingefunden, um dieses Routineereignis zu filmen, was zu der Frage führt: Warum? Einer von ihnen bezahlte mit seinem Leben, wurde durch israelisches Feuer getötet; ein anderer bekam einen Schluss ins Bein ab. Mindestens drei libanesische Soldaten starben, wie ein hochrangiger israelischer Offizier verlautbarte.

Es existiert kein Beleg dafür, dass jemand auf der libanesischen Seite den Medien den Tipp gegeben hätte, eine Routineoperation würde in einem größeren Zwischenfall münden, von dem sich jemand Filmmaterial erhofft hätte.

Dazu passend: Tödliches Spiel im Libanon [In Englisch]

Sky News entdeckt Gazas Mittelschicht

3. August 2010

HonestReporting Media BackSpin, 3. August 2010

Tim Marshall von Sky News mit einem umfangreichen Bericht aus dem Gazastreifen über die dortige Mittelschicht.

Gazas Mittel- und Oberschicht erscheinen höchst selten in Nachrichtenreportagen, aber sie existieren.

Dies erklärt, warum es Schwimm- und Erlebnisbäder, kleine Luxushotels, hervorragende Restaurants und ein nagelneues Einkaufszentrum gibt….

Die gesellschaftliche Mittelschicht ist nicht breit, aber es ist falsch, alle Gazaner sprichwörtlich so darzustellen, als fristeten sie ihr Dasein in absoluter Armut und kröchen in Ruinen von Gebäuden umher, die von der IDF bombardiert worden seien.

….die gutgefüllten Regale in den Supermärkten, Luxusgüter und neue Fahrzeuge zeigen, dass es Bevölkerungsschichten gibt, die sich all das leisten können.

Sehen Sie sich das Video an.

Dazu passend: Ägyptischer Journalist: Faktisch gesehen ist Gaza nicht im Belagerungszustand

Tagtägliche Dämonisierung

5. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 5. November 2009

Mit ihrer Beobachtung und Übersetzung arabischer Medien haben Memri und Palestinian Media Watch ein wichtiges Fenster in die Weltanschauung dieses Teils der Welt geöffnet. Der MEMRI Blog zeigt häufig politische Karikaturen wie diese. Nachdem ich genug gesehen hatte, scrollte ich nach unten, weil ich mich an die Voergehensweise des vergifteten Stiftes „gewöhnt“ hatte.

Dank Tim Marshall von Sky News werden wir aber daran erinnert, dass diese Dämonisierung etwas ist, an das wir uns nicht „gewöhnen“ sollten. Sein Weckruf wurde durch diese Karikatur in der von der PA kontrollierten Tageszeitung Al Hayat Al Jadida entfacht:

Der Kontext? Berichterstattung und Kommentar zu Hillary Clintons Kehrtwende bezüglich der israelischen Siedlungen erläutert Marshall:

[…] Dann ein weiterer Artikel. „Warum, Mrs Hillary? Wie viel Bestechungsgeld zahlten Ihnen die Zionisten?“

Aha, die Amerikaner stehen jetzt im Lohn der hinterhältigen Zionisten. Dieses Durchschalten durch die Gänge von Paranoia und Vorurteilen beschleunigt dann zurück in die 1930er-Jahre und eine Karikatur, die geradewegs aus den verseuchten Seiten der Nazi-Publikation „Der Stürmer“ gekommen sein könnte.

Uncle Sams Blick in den Spiegel zeigt einen hakennasigen orthodoxen Juden, der einen Hut mit Davidstern trägt. Was für eine scheußliche Ansammlung von Bildern, die alle in die große Lüge einmünden, dass Juden die Welt kontrollieren würden….

Wenn israelische Soldaten in Kriegszeiten kriminelle Handlungen verüben oder „Tod den Arabern“ auf Wände kritzeln, werden sie zu Recht dafür belangt, aber diese beiläufig und tagtäglich praktizierte Dämonisierung eines Volkes geht in der arabischen Welt als Normalität durch, und ohne dass die Mainstream-Medien das irgendwie kommentieren. Warum eigentlich?

Gute Frage!

Sky News: Wo bleibt die Empörung?

27. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 27. August 2009

Must read: Tim Marshall von Sky News fragt sich: „Wo bleibt die Empörung nach der Hinrichtung von Mitgliedern der Jund Ansar Allah durch die Hamas?“

Dreißig Palästinenser getötet. Frauen und Kinder mitten im Kreuzfeuer. Raketen auf eine Moschee abgefeuert. Muslimische Gefangene kaltblütig „hingerichtet“. Ein Blutbad. Medien nicht zugelassen. Kennen wir das nicht irgendwoher? In der Tat. Internationale Empörung und Demonstrationen in den Straßen Londons? Nothing.

Und warum? Die Antwort ist leicht. Palästinenser waren von Palästinensern getötet worden und die ausbleibende Reaktion lässt darauf schließen, dass in diesem Fall ihre Leben nichts wert waren; aber wenn sie von Israelis getötet worden wären, hätte es einen Aufschrei gegeben….

Nachdem sie das Gebäude eingenommen hatten umstellten sie die Überlebenden. Videoaufnahmen mit einem Mobiltelefon zeigen offensichtlich Hamas-Milizen, die etliche Menschen „hinrichten“.

Es handelt sich hier nicht um einen unstrittigen Beweis, aber Reporter vor Ort bestätigen diese Bilder, und das Video wurde sicher nach der Erstürmung der Moschee aufgenommen. Audiomaterial belegt zudem, wie Hamas-Kommandeure die Tötungen anordnen.

Ich setzte „hingerichtet“ deshalb in An- und Abführungszeichen, weil der Begriff auch im gesetzlichen Raum Anwendung findet. Aber im Rahmen der Hamas-Handlungen sollte es eigentlich durch „ermordet“ ersetzt werden.

Und wo bleibt der Aufschrei nach diesen Morden, wo die Protestmärsche, Petitionen, Boykottaufrufe und die endlosen Verschwörungtheorien eines Krieges gegen die Muslime? Ich spüre nur den Windhauch, der über die frisch ausgehobenen Gräber weht, weil es die Menschen nicht juckt, wenn Israelis nicht beteiligt sind.

Manche Journalisten wie Orly Halpern denken nicht, dass es ein „Massaker“ war:

„Kann ein Kampf zwischen offiziellen Sicherheitskräften und einer illegalen bewaffneten Gruppe, die ein neues politisches Regime ausgerufen hat, um die demokratisch gewählte Regierung zu ersetzen, als „wahlloses Töten“ oder Gemetzel“ bezeichnet werden?

Die Hamas zeigte ihre Verachtung für die Demokratie, als sie im Juni 2007 in einem blutigen Putsch Gaza überrannte und seitdem permanent ihre Verachtung für menschliches leben demonstriert. Also sind „wahlloses Töten“ und „Gemetzel“ angemessene Umschreibungen.

Lesen Sie Marshalls j’accuse, sehen Sie sich das Video online an und ziehen Sie ihre eigenen Schlüsse.

Dazu passend: Wer krallt sich die Jungfrauen?