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Haifische, der Mossad und The Scotsman sorgen für geile Schlagzeilen

7. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 7. Dezember 2010

Zeitungen behandeln Nachrichtenartikel immer als Massenware; für die Redakteure eine willkommene Gelegenheit, Geschichten zu trimmen und Schlagzeilen zwecks Platzersparnis zu verändern.

Aber hin und wieder vergleiche ich die Originalstory mit dem, was in einem regionalen Blatt veröffentlicht wurde, und ich frage mich: Warum redigierte jemand so?

Typisches Beispiel: Reuters, The Scotsman und eine tödliche Haifischattacke im Roten Meer.

Hier ein ansonsten unauffälliger Reuters-Bericht von Mohamed Zaki.

Und sehen Sie jetzt, was The Scotsman daraus machte:

Den Mossad zusammen mit Haifischen zu erwähnen, ergibt eine geile Schlagzeile, aber warum verleiht The Scotsman unbefugt einer offiziell daherkommenden antisemitischen Behauptung mit einer Schlagzeile wie dieser Glaubwürdigkeit?

UPDATE, 13:55 h: Lesen Sie die Replik von HonestReporting UK auf The Scotsman: Egyptian Shark Attack: Jews Not Jaws?

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P.S.: Dank an Andy für nützliche Tipps!

Grenze zwischen Nachricht und Kommentar verwischen

12. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 12. November 2009

Ich weiß nicht, ob ein Redakteur beim The Scotsman beabsichtigte, diesen Artikel über Benjamin Netanjahus Besuch im Weißen Haus als Nachricht, Kommentar oder irgendetwas Undefinierbares dazwischen abzufassen, als sogenannte „Nachrichtenanalyse“ oder ähnliches.

Aber ich weiß, dass das Ding in der Sparte “Nachrichten International“ steht. Ben Lynfield schreibt:

Vor dem Treffen mit US-Präsident Barack Obama am Montag im Weißen Haus hielt Israels Premierminister, Benjamin Netanyahu vor amerikanischen jüdischen Führungskräften eine Rede mit den üblichen Wunsch-nach-Frieden-Klischees, ohne zu berücksichtigen, dass es jahrelanges leeres Gerede über Frieden ist, während Israel sich hinter seiner Besatzungspolitik verschanzt und mehr Land an sich reißt, was Abbas‘ Eintreten für Verhandlungen vor seinem eigenen Volk unglaubwürdig macht.

Ich würde nicht mit der Wimper zucken, wenn es sich hier um einen Gastkommentar oder eine ausgewiesene Analyse handelte.

Aber wenn The Scotsman das hier als objektive, akzeptable Nachrichtenarbeit ausgibt, kann ich den gleichen Schund über palästinensische Medien bekommen, wo es weder Vortäuschung noch Erwartung fairer Berichterstattung gibt.

UPDATE 13.00 Uhr: Dies hier könnte ein Beispiel für eine künstlich erzeugte israelische „Glaubwürdigkeitslücke“ sein, wie Haviv Rettig Gur aufdröselt:

Die wahrscheinlichere Ursache für diese Skepsis scheint das Bestreben zu sein, israelische Unnachgiebigkeit aufzubauen, um die gegenwärtige palästinensische Handlungsunfähigkeit – hervorgegangen aus internen politischen Aktivitäten der Palästinenser – dazu auszunutzen, zu Verhandlungen zu gelangen.

Diplomaten (und, wie auch bei Thomas Friedman, die ihre meiste Zeit mit ihnen verbringen,) sind es nicht gewohnt, einen „Konflikt“ zu erkennen, in dem die taktisch schwächere Seite auch die kriegführende ist. Mit einer PA, die den totalen Stopp des Siedlungsbaus als Vorbedingung für verlangt, wetteifern Diplomaten, eine äquivalente israelische Abneigung gegen einen Frieden zu finden.

Gurs Einschätzung ist es wert, gelesen zu werden [In Englisch].

Nachricht oder Kommentar?

10. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 10. September 2009

Warum um Himmels willen veröffentlichte The Scotsman diesen Kommentar von Ben Lynfield auf seiner Nachrichtenseite?