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In Zahlen: Getötete Mitglieder der Gaza-Polizei

15. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 15. September 2009

Sollen die palästinensischen Polizisten, die während „Operation gegossenes Blei“ getötet wurden, als Zivilisten oder Kämpfer eingestuft werden? JCPA ging der Sache nach.

Insgesamt 343 palästinensische Sicherheitskräfte wurden während des Gaza-Krieges getötet.

286 palästinensische Sicherheitskräfte kamen ums Leben, die als Mitglieder einer Terrororganisation identifiziert wurden.

27 palästinensische Sicherheitskräfte wurden während des Krieges getötet, als sie sich Kampfeinsätze vorbereiteten.

89 Palästinenser insgesamt wurden am 27. Dezember 2008 getötet, als sie eine Ausbildungseinheit im Polizeihauptquartier von Gaza durchführten.

60 der während des Angriffes getöteten palästinensischen Polizisten waren Hamas-Leute.

Palästinensischen Behauptungen zufolge wurden während des Gaza-Krieges keine eigenen Leute durch „Friendly Fire“ getötet.

Mehr zu den Zahlen bei Elder of Ziyon. Und The New Republic befragt palästinensische und israelische Rechercheure zu den stark divergierenden Zahlen, was die zivilen Verluste betrifft.

Schweigen der Menschenrechtler zu Gilad Shalid “ist Faschismus”

23. Juni 2009

HonestReporting Media BackSpin, 23. Juni 2009

Must Read: Elena Bonner (sehen Sie hier nach, wenn Sie die ehemalige Regimekritikern der UDSSR nicht kennen) kritisiert ihre Menschenrechtskollegen scharf wegen deren Schweigen zu Korporal Gilad Shalit. Bonner schreibt in The New Republic:

Und eine andere Frage, die mir seit langer Zeit ein Dorn im Auge ist. Es ist die Frage an meine Menschenrechtskollegen. Warum berührt Sie das Schicksal des israelischen Soldaten Gilad Schalit nicht genauso wie das der Gefangenen in Guantanamo?

Sie setzten sich dafür ein und bekamen die Möglichkeit, dass das Internationale Rote Kreuz, Journalisten und Rechtsanwälte Guantanamo besuchen können. Sie kennen die Zustände im Gefängnis, den Tagesablauf der Gefangenen und was sie zu essen bekommen. Sie konnten mit Insassen sprechen, die gefoltert worden waren. Das Resultat Ihrer Bemühungen war ein Folterverbot und ein Gesetz, das die Schließung des Gefängnisses festgesetzt hat. Präsident Obama unterzeichnete es in seinen ersten Amtstagen. Und obwohl er, genau wie Präsident Bush vor ihm, nicht weiß, wie weiterhin mit den Guantanamo-Gefangenen zu verfahren ist, gibt es Hoffnung, dass die neue Administration eine Lösung finden wird.

Aber während der zwei Jahre, die Schalit von den Terroristen gefangen gehalten wurde, hat die weltweite Menschenrechtsgemeinschaft nichts zu seiner Freilassung unternommen.. Warum? Er ist ein verletzter Soldat und fällt vollständig unter den Schutz der Genfer Konvention. Die Konvention sagt eindeutig, dass Geiselnahme verboten ist, dass Repräsentanten des Roten Kreuzes Zutritt zu Kriegsgefangenen haben müssen, speziell zu verwundeten Soldaten; und in der Genfer Konvention steht noch einiges mehr Schalits Rechten. Die Tatsache, dass Repräsentanten des [Nahost-] Quartetts Verhandlungen mit Leuten führen, die Schalit an einem unbekannten Ort festhalten, zeigt eindeutig ihre Verachtung der Dokumente des Internationalen Rechts und ihren totalen rechtlichen Nihilismus. Sind Menschenrechtsaktivisten auch nicht mehr in der Lage, an grundlegende Dokumente Internationalen Rechts zu erinnern?

Und dennoch denke ich (und manche werden das naiv finden), dass der erste kleine, aber reale Schritt hin zu Frieden die Freilassung von Schalit sein muss. Freilassung – und nicht ein Austausch gegen 1.000 oder 1.500 Gefangenen, die in israelischen Gefängnissen sitzen und wegen realer Verbrechen Haftstrafen verbüßen.

Ausgehend von meiner Frage, warum Menschenrechtsaktivisten schweigen, kann ich keine andere Antwort finden als die, dass Schalit ein israelischer Soldat ist und Jude. Es handelt sich also wieder um bewussten oder unbewussten Antisemitismus. Und abermals – es ist Faschismus.

Die Israelis gedenken des dritten Jahrestages von Shalits Entführung. Beim Angriff auf Kerem Shalom waren auch Leutnant Hanan Barak und Unteroffizier Pavel Slotzker getötet worden.

Lesen Sie bitte Bonners vollständigen Kommentar (via Martin Peretz) [In Englisch].

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Omar Silawi: Journalist and Hamas-Terrorist

17. Juni 2009

HonestReporting Media BackSpin, 17. Juni 2009

Elder of Ziyon gräbt die Geschichte von Omar Silawi aus. Während der Zeit, in der Silawi für den Hamas-Sender Al-Aqsa TV hinter der Kamera stand, schoss er für die Mujahidin der Al-Qassam Brigaden etliche Granaten nach Israel ab und baute Sprengsätze. Er wurde getötet, als er dabei war, Beschuss durch die IDF zu filmen.

Das Palestinian Center for Human Rights (PCHR) und die Nachrichtenmedien, die ihm (vorbehaltlos) vertrauen, zählen ihn zu den “Zivilisten“, die während des Gazakrieges getötet worden waren. Der Fall Silawi liefert ein beredtes Beispiel dafür, wie die Palästinenser den Unterschied zwischen Zivilisten und Kämpfern verwischen.

Letzten Monat sprach The New Republic mit Khalil Shaheen vom PCHR und Jonathan Dahoah Halevi, einem pensionierten israelischen Geheimdienstoffizier, über die Diskrepanz zwischen den israelischen und palästinensischen Zahlen zu den Todesopfern:

Viele der Unterschiede zwischen den Zahlen der PCHR und IDF scheinen definitorisch bedingt zu sein. Die IDF hat wiederholt festgestellt, dass jedes Mitglied der Hamas-Sicherheitskräfte – bewaffnet oder unbewaffnet – zu bekämpfen ist. Shaheen fasst die Definition eines unbeteiligten Zivilisten noch enger: „Nach dem Internationalen Humanitären Recht werden alle Bewaffneten als Militante eingestuft und alle Unbewaffneten [sind Zivilisten]“, so Shaheen. Wenn also die Person zum Zeitpunkt des Todes bewaffnet war – was Shaheen oder seine Mitarbeiter vor Ort feststellen, wenn sie die Leichname nach Eintreffen im Krankenhaus untersuchen – wird sie als Militanter gelten. Wenn die Person nicht bewaffnet ist, gleichen seine Leute mit Familienmitgliedern, Nachbarn, politischen Parteien und bewaffneten Palästinensergruppen ab, ob der Getötete Militanter oder Zivilist gewesen ist. Sie sehen auch Pressemitteilungen durch, die von den bewaffneten Palästinensern herausgegeben werden. „[Die IDF] kann sagen, was sie will“, so Shaheen. „Das sind die Fakten vor Ort.“

Aber selbst Tatsachen können subjektiv sein. So wirft z.B. Halevi Shaheen vor, dass dessen Organisation den Kleriker Nizar Rayan als Zivilist deklarierte. Shaheen gibt an, dass Rayan bei einem israelischen Luftangriff auf sein Haus getötet wurde. Überall im Gazastreifen hängen Jihadisten-Poster von Rayan an den Fassaden und dennoch sagt Shaheen, dass „ich [ihn] nicht als Militanten oder Kämpfer einstufen kann.“ Rayan sei unbewaffnet gewesen, zusammen mit seinen Frauen und Kindern, als er getötet wurde, so Shaheen. „Ich kann ihn in diesen Fall nicht als Militanten gelten lassen, weil er nicht offensiv als Kämpfer teilnahm. Er war immer Zivilist, ging in die Moschee, betete und ging wieder nach Hause.“

Denken Sie daran, dass Silawi bei Al-Aqsa TV angestellt war, was bedeutet, dass sein „ziviler“ Gehaltsscheck von der Hamas ausgestellt wurde. Anfang dieses Jahres wurde der Sender in Frankreich verboten, nachdem Aufsichtsbehörden festgestellt hatten, dass die Sendungen gegen europäisches Gesetz verstoßen, das „Anstiftung zu Hass oder Gewalt aufgrund der Rassenzugehörigkeit, Religion und Nationalität verbietet“.

Den vollständigen Beitrag der New Republic und mehr zur unterschiedlichen Darstellung der Zahlen können Sie hier [in Englisch] lesen. Und bei NGO-Monitor ausführliche Info zu PCHR.

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