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Der Guardian elektifiziert die israelische Sicherheitssperre

3. März 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 3. März 2015

Es scheint so, als sei Israel nicht der einzige Staat, der Terror durch den Bau einer physischen Sperre verhindert. Der Guardian berichtet, dass Kenia an der Grenze zu Somalia eine Mauer bauen wird, um Al-Schabaab-Terroristen draußen zu halten.

Der Bericht stellt auch Vergleiche mit Israels Sicherheitssperre an:

Kenia wird eine Mauer bauen. Nicht einfach eine Mauer, sondern eine „Trennmauer“, um die beschönigende Umschreibung zu gebrauchen, die von Israel geprägt wurde, um hoch aufragende, sich schlangenartig dahinziehende Bauwerke zu beschreiben, die es heute von der Westbank Palästinas trennen.

Es überrascht nicht sonderlich, dass der Guardian einseitig einem nicht existenten Palästinenserstaat die Eigentumsrecht an der Westbank gibt. Der Bericht beinhaltet jedoch einen eklatanten faktischen Fehler:

Die berühmteste ist allerdings Israels Trennsperre – fast 500 Meilen lang wechselt sie zwischen Stacheldraht-Reihen und elektrischen Zäunen und acht Meter hohen Betonmauern.

„Elektrische Zäune“ impliziert, dass jeder, der das Bauwerk berührt, einen Stromschlag erleidet, vielleicht sogar einen tödlichen. In Wirklichkeit ist diese Sperre jedoch eine elektronische, was bedeutet, dass jeder, der sie berührt oder in sie eingreift, einen Alarm auf einem zentralen Bildschirm auslöst, der IDF-Truppen losschicken kann, um das zu untersuchen.

Israels Sicherheitsbarriere ist kein nicht tödliches Mittel zur Verhinderung von Terrorismus.

Eine Aufforderung zu einer Korrektur ist dem Guardian zugeschickt worden, der bisher nicht geantwortet hat.

The Guardian: Tempelberg „auch ein heiliger Ort für Juden“

10. November 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 4. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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In letzter Zeit gab es viele Beschreibungen des Tempelbergs in den Medien, wobei seine relative Bedeutung für Juden und Muslime aufgewogen wurde.

Der Guardian jedoch fand eine völlig neue Beschreibung:

Das al-Aqsa-Gelände bzw. der Tempelberg ist zu einem zentralen Punkt bei der eskalierenden Gewalt in der Stadt geworden. Das Gelände beherbergt die drittheiligste Stätte des Islam, ist aber auch ein heiliger Ort für Juden, die ihn als Tempelberg bezeichnen, weil sich einst zwei jüdische Tempel auf ihm befanden.

Das al-Aqsa-Gelände bzw. der Tempelberg ist zu einem zentralen Punkt bei der eskalierenden Gewalt in der Stadt geworden. Das Gelände beherbergt die drittheiligste Stätte des Islam, ist aber auch ein heiliger Ort für Juden, die ihn als Tempelberg bezeichnen, weil sich einst zwei jüdische Tempel auf ihm befanden.

Während die Journalistin Kate Shuttleworth zumindest die Tatsache erwähnt, dass sich zwei jüdische Tempel auf dem Tempelberg befanden, ist er jedoch nicht einfach nur „auch ein heiliger Ort für Juden“, sondern die heiligste Stätte des Judentums überhaupt. Und das verdient eine Erwähnung, ganz besonders wenn die Stätte als die drittheiligste des Islam beschrieben wird.

Es wird Zeit, dass der Guardian (und andere) damit aufhören, die Bedeutung des Tempelbergs für das Judentum herunterzuspielen.

Der Guardian beschuldigt Israel mit dem Krieg begonnen zu haben

2. Oktober 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 26. September 2014 (übersetzt von Cora)

In einem Editorial „Der Blick des Guardian auf die menschlichen, ökonomischen und die wirtschaftlichen Kosten des Gaza-Krieges“, stellt die Zeitung die Richtigkeit der israelischen Betrachtungsweise der Geschehnisse in Frage, die zu dem Tod der zwei Palästinenser geführt hat, die für die Entführung und Ermordung der drei israelischen Jugendlichen anfang des Sommers verantwortliche waren.

„In der folgenden Schießerei wurden die zwei Männer in dem Haus getötet. Das haben sie verdient, könnte man sagen, wenn man annimmt, dass die beiden schuldig waren und die Polizei keine Alternative hatte, als zurückzuschießen als sie unter Feuer kamen.“

Das Editorial fährt fort:

„Den vollständigen Hintergrund des Verbrechens werden wir nie erfahren, weil die angeblichen Täter jetzt tot sind. Doch die Beweise lassen stark vermuten, dass die Behauptung der israelischen Regierung, sie hätte „eindeutige Nachweise“, dass die Hamas als Organisatoren dafür verantwortlich ist, unberechtigt sind.“

Welche Beweise besitzt der Guardian genau, die die Hamas von der Verantwortung für die Entführung und Ermordung der drei israelischen Jugendlichen frei spricht? Kein einziger wird genannt. Stattdessen verbreitet der Guardian seine Interpretation der Geschehnisse, wobei er sicher stellt, dass die Beweislast für die Verantwortung des Konflikts nicht bei der Hamas, sondern bei der Regierung Benjamin Netanyahus liegt.

„Durch den Beschluss die Hamas zu beschuldigen scheint Benjamin Netanyahu, der Premierminister Israels, eine Möglichkeit gesehen zu haben, die gerade geschaffene Einheitsregierung der Palästinenser, die Hamas und Fatah zusammen gebracht hatte, zu destabilisieren und M. Abbas, den Präsidenten der palästinensischen Selbsverwaltung zugrunde zu richten. Die Israelis stürmten durch die Westbank und verhafteten hunderte Mitglieder der Hamas.

Provoziert und darin eine Möglichkeit sehend, die schwindenden Sympathien zurück zu holen, antwortete die Hamas in Gaza mit Raketen. Erzürnt verlangte die israelische Öffentlichkeit, in Unkenntnis aller Fakten, nach Taten gegen Raketen und die neu entdeckten Tunnel. In die Enge getrieben, schickte Netanyahu Truppen los.“

In den Augen des Guardian war die Operation Protective Edge also nicht dazu da, Israelis vor den Hamas Raketen zu beschützen, sondern ein zynisches Manöver Israels.

So ist es kein Wunder beim Guardian, dass er wie üblich die Schuld bei Israel statt bei den Terroristen sieht.

Zynische Meinung eines Karikaturisten zur Beerdigung der ermordeten Jugendlichen

3. Juli 2014

Alex Margolin, HonestReporting.com, 2. Juli 2014

Steve Bell, Karikaturist des Guardian und Gewinner eines der Dishonest Reporting Awards von 2012, ist in Bezug auf antiisraelische Einseitigkeit nicht neu. Dennoch ist sein jüngster „Kommentar“ zur Beerdigung der drei von Hamas-Terroristen ermordeten israelischen Teenager grenzwertig und ohne Mitgefühl.

Die Karikatur zeigt eine gigantische Waage mit den in Flaggen gehüllten Leichen der drei israelischen Jugendlichen, die eine größere Zahl in Flaggen gehüllt palästinensische Leichen aufwiegen. Impliziert wird, dass Menschen sich zu sehr um „nur“ drei Israelis sorgen, wo doch so viele Palästinenser in dem Konflikt gestorben sind.

Bells Karikatur ist typisch für die Denkweise, die den Palästinensern einfach nur deshalb moralische Punkte gewährt, weil bei ihnen mehr gestorben sind, ohne Berücksichtigung der Umstände. In diesem Fall wurden drei israelische Teenager kaltblütig entführt und ermordet. Zwei von ihnen waren 16 Jahre alt. Sie wurden getötet, als sie von der Schule nach Hause unterwegs waren.

Eine Reihe Palästinenser wurden bei den folgenden Bemühungen die Jugendlichen zu orten und der Razzia gegen die Hamas getötet, die für den vorsätzlichen Mord verantwortlich ist. Diese Palästinenser starben, als sie sich zu aktiven Kombattanten gegen die überlegene Macht der israelischen Armee machten.

Es wäre eine unmoralische Äquivalenz unschuldige Teenager auf dem Weg von der Schule nach Hause auf eine Stufe mit aktiven Kombattanten zu stellen, die sich in einen Konflikt mit einer Armee begeben. Doch Bells Karikatur geht selbst über Gleichsetzung hinaus und legt nahe, dass die Zahlen das wahre Problem sind.

So lange Bells Betrachtungsweise eine Linse bleibt, durch die Menschen den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern sehen, wird es mehr palästinensische „Märtyrer“ und mehr Gewalt gegen unschuldige Israelis geben. Denn wenn die moralische Überlegenheit nicht von Verhalten oder Bemühungen hin auf friedliche Koexistenz festgesetzt wird, sondern mit den Zahlen der Toten auf beiden Seiten, können die Palästinenser nur von mehr Gewalt profitieren.

Unterschiedliches Maß für unterschiedliche Raketenangriffe

18. Mai 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 31. März 2014

Terrorunterstützung, völkermörderisches Regime schießt Raketen auf das Territorium einer liberalen Demokratie. Klingt das bekannt?

Südkorea schießt zurück, nachdem nordkoreanische Granaten in umstrittenen Gewässern einschlagen.

In diesem Fall schießt Südkorea ZURÜCK, als es von seinem Nachbarn nach Angaben der Schlagzeile im Guardian angegriffen wurde. Es ist klar, dass Südkorea auf einen Aggressionsakt reagiert.

Doch was geschieht, wenn Israel zurückschießt, als Reaktion auf palästinensische Raketen aus dem Gazastreifen?

Dies ist eine wahrscheinlichere Schlagzeile, wenn Israel zurückschießt:

Israelische Flugzeug hämmern nach Raketenangriff auf den Gazastreifen ein.

Wie kommt es, dass es die Schlagzeilen, wenn auf Israel geschossen wird, immer noch schaffen Israel als den Aggressor darzustellen? Oder dass mindestens noch eine moralische Gleichsetzung mit den Terroristen geschieht, die die Raketen in einer sogenannten „Gewaltspirale“ schossen:

Opfer auf beiden Seiten, als Israel und der Gazastreifen auf einander schießen

Aber Israel wird auf keinen Fall mit anderem Maß beurteilt als andere Demokratien unter Beschuss. Kann nicht sein, oder?

Alles Teil des Phänomens, das wir so beschreiben: „Alles begann, als Israel zurückschoss.“

Der Guardian schließt Israelis, Selbstmordbomber und Ausgewogenheit aus

22. Dezember 2013

Pesach Benson, HonestReporting.com, 20. November 2013

Ein interaktives Feature beim Guardian wirft einen Blick auf Mauern und Barrieren rund um die Welt. Von der Grenze zwischen den USA und Mexiko zur 4.000km lange Grenze zwischen Indien und Bangladesch, darin 99 Mauern, die Belfasts protestantische und katholische Viertel trennen; sie nennen es „Wall-to-wall coverage“ (Berichterstattung von einer Mauer zur nächsten).

Auch Israels Sicherheitsbarriere wird gezeigt.

Harriet Sherwood (mit etwas B’Tselem gut geschriebener Hilfe) hat jede Menge Kommentare, Fotos und Videos von Palästinensern, die darüber reden, wie die Mauer ihr Leben beeinflusst.

Unglücklicherweise vor den Toren des Guardian stehen gelassen sind Israelis, die mitteilen, wie die Sicherheitsbarriere ihr Leben beeinflusst. Das würde bedeuten, man müsste die tödlichen palästinensisch Selbstmordbomber ansprechen, die während der zweiten Intifada in den Straßen von Jerusalem und Tel Aviv Chaos und Verwüstung anrichteten.

Aber warum journalistische Balance ein perfekte Stimmung ruinieren lassen, die Sherwood, B’Tselem und fünf fotogene Palästinenser schufen?

Da der Guardian sich nicht dazu herablässt mit Israelis zu reden, lasse ich stattdessen Ramadan Saleh – weit weniger verlockenden Chef des Palästinensischen Islamischen Jihad – mein Argument vortragen. Die Barriere hält Terroristen fern.

Keine Religionsfreiheit für Juden auf dem Tempelberg

17. September 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 15. September 2013

Während Juden rund um die Welt den Yom Kippur begingen, den heiligsten Tag des jüdischen Kalenders, können Sie sich darauf verlassen, dass der Guardian einen Kommentar veröffentlicht, der gegen die freie Religionsausübung an der heiligsten Stätte des Judentums plädiert.

Dr. Giles Fraser von der St. Mary’s Newington Church in Südlondon erklärt in „An Israeli claim to Temple Mount would trigger unimaginable violence“ (Ein israelischer Anspruch auf den Tempelberg würde unvorstellbare Gewalt auslösen) die orthodoxe Theologie, die postuliert, dass es religiösen Juden verboten ist über den Tempelberg zu gehen. Er gibt an: „Jüdischer Zugang zum Tempelberg ist religiösen Juden [durch religiöses, nicht säkulares Gesetz] seit Jahrhunderten strengstens verboten“, als wäre dies durchgängig repräsentativ für das Judentum als Ganzes.

Er wiederholt ebenfalls das Märchen, dass es „Ariel Sharons gewollt provokativer Besuch auf dem Tempelberg am 28. September 2000, der die zweite Intifada entzündete“. Das trotz der Tatsache, dass selbst prominente Palästinenser zugegeben haben, dass die Gewalt vorsätzlich ausgelöst wurde und kein direktes Ergebnis des Besuchs Sharons war.

Fraser fährt fort:

Aber während Israel weiter nach rechts driftet, kommen diese gefährlichen Stimmen jetzt in den politischen Mainstream. Noch im März besuchte Wohnungsbauminister Uri Ariel, der für den Neubau des Tempels eintritt, die Stätte als „Tourist“. Im April betonte Knessetmitglied Miri Regev: „Ich verstehe nicht, warum einem Juden nicht erlaubt wird am für ihn heiligsten Ort zu beten – dem Tempelberg.“ Religionsminister  Naftali Bennett hat angekündigt, er werde an Gesetzen arbeiten, die den Juden den Zugang garantieren. Und der berüchtigte politische Likud-Hardliner, Siedler und Knessetabgeordnete Moshe Feiglin – der glaubt Israel sollte die gesamte Westbank und den Gazastreifen annektieren – verstärkte den Druck auf Benjamin Netanyahu letzte Woche in einer Rede in New York; er forderte den Premier auf die jüdische Souveränität über die Stätte wiederherzustellen.

Erstens: Wie Israels letzte Wahlergebnisse zeigten, ist das Land nicht „weiter nach rechts gedriftet“. Fakt ist, das die Linke und die Rechte bei der letzten Wahl praktisch gleichauf lagen.

Zweitens: Fraser versucht rechte Politiker zu nutzen, um hart zu kritisieren, was praktisch eine Frage der freien Religionsausübung und Gebet ist. Viele mögen Miri Regevs Politik nicht zustimmen, aber warum genau hat er Einwände gegen ihr Zitat? Was Moshe Feiglin angeht, so ist schwer erkennbar, wie ein Außenseiter-Politiker innerhalb des Likud den Druck auf Benjamin Netanyahu erhöhen könnte.

Es scheint so, dass Fraser der Politik in Israel nicht allzu genau folgt. Täte er das, dann würde er wissen, dass Neganyahu Feigling sogar das Betreten des Tempelbergs verbot, was dazu führte, dass Feiglin sich aus der Regierungskoalition zurückzog. Das sollte Fraser sagen, dass Feiglin nicht nur in keiner Position ist Druck auf Netanyahu auszuüben, sondern dass der israelische Premier offenbar entschlossen ist jegliches Handeln auf dem Tempelberg zu vermeiden, das Konflikt auslösen könnte.

Fraser schließt, wobei sich er Aufrufe die jüdische Souveränität über den Tempelberg wiederherzustellen berief:

Es wäre schwer die Gefährlichkeit dieser Idee zu übertreiben. Die riesige Mehrheit der orthodoxen Rabbiner haben ihre Opposition dazu betont. Doch die Siedler-Mentalität konzentriert sich jetzt zunehmend auf das, was politisch der explosivste Ort des Planeten ist. Wenn sie Erfolg haben, würde eine Milliarde Muslime weltweit ausrasten.

Was genau ist „die Siedler-Mentalität“? Der Tempelberg ist für alle Juden die heiligste Stätte, ungeachtet ihrer politischen oder religiösen Orientierung. Was eine Milliarde ausrastender Muslime angeht, sollte Fraser sich vielleicht fragen, warum diese Drohung mit Gewalt seitens der Muslime verziehen oder den Juden in die Schuhe geschoben werden sollte. Die Machpela-Höhle in Hebron, die sowohl Juden als auch Muslimen heilig ist, hat Regelungen für geteiltes Gebet beider Gemeinschaften. Aber es sind nur die von Muslimen verwalteten heiligen Stätten, für die es als akzeptabel gilt, dass Nichtmuslimen dort das Gebet verboten wird.

Fraser demonstriert zudem krasse Heuchelei, indem er sich offenbar aus jüdischen religiösen Theologien herauspickt, was ihm gerade in den Kram passt. Während er also eine orthodoxe Haltung zum Tempelberg vertritt, unterstützt er scheinbar religiöse Inklusion, wie dieser Tweet illustriert:

Ich und die staunenswerte Anat Hoffman von den „Frauen der Mauer“. Außergewöhnliche Aktivistin für religiöse Inklusion.

Giles Fraser kann nicht beides haben. Ist er wirklich an Theologie oder an Politik interessiert?

Das Thema jüdisches Gebet auf dem Tempelberg ist kompliziert. Es ist möglich jüdischem Zugang zum Tempelberg prinzipiell zuzustimmen und in der Praxis dennoch dagegen zu sein, um die Erzeugung von politischen Spannungen und potenzieller Gewalt zu vermeiden. Fraser jedoch scheint sich an eine theologische Haltung gehängt zu haben, um seine politische Meinung zu stützen. Damit hat er ein religiöses und politisches Kuddelmuddel geschaffen, mit dem er politische Souveränität mit freier Religionsausübung durcheinander bringt.

HonestReporting-Video: Suche nach Israels Hauptstadt

31. Juli 2012

HonestReporting Media BackSpin, 31. Juli 2012

Im April erklärte The Guardian – eine der einflussreichsten Tageszeitungen  Großbritanniens – Tel Aviv zu Israels Hauptstadt.

Tel Aviv ist eine wunderbare Stadt. Jeder, der sie besucht, findet dort modernste High-Tech-Konzerne, herrliche Strände, ein pulsierendes Nachtleben, eine reiche Kultur und Menschen aus allen Nationen vor.

Aber ist Tel Aviv Israels Hauptstadt?

Wir haben versucht, das herauszufinden.

Tel Aviv kann auf vieles stolz sein. Aber dort befindet sich nicht der Sitz der israelischen Regierung.

Dort findet man nicht:

Das Büro des Ministerpräsidenten
Das israelische Parlament (Knesset)
Den Obersten Gerichtshof Israels
Die Nationalbank Israels

Diese Institutionen kann man in Jerusalem finden, Israels wahrer Hauptstadt.

Lassen Sie sich nicht vom Guardian und andere Medien einreden, dass dem nicht so wäre.

Dies ist ein erster Blick auf ein ernstes Thema. Wenn Sie mehr Fakten und historische Beweise bezüglich der jüdischen Bindung zu Jerusalem brauchen, sehen Sie sich unser Video an: „Jerusalem – Der Mythos von den zwei Städten“ bei http://www.youtube.com/watch?v=JXSvrAe5xEM

Ein Versuch in redaktioneller Transparenz

31. Januar 2012

Pesach Benson, HonestReporting.com, 31. Januar 2012

Newsdesk Live, der neue Blog des Guardian, sieht danach aus, als er es wert, ein Auge drauf zu behalten – besonders an Tagen, wenn die Haut-auf-Israel-drauf-Berichterstattung des Blattes besonders zum Vorschein kommt.

Ich zolle der Zeitung Anerkennung dafür, dass sie Redaktionstransparenz ausprobiert. In diesem Blog erklären die Redakteure der Zeitung den Denkprozess in der Art, wie sie die großen Storys jeden Tages behandeln, und dieser wird im Lauf des Tages auf den neuesten Stand gebracht.

Statt bereits vorhandene Inhalte abzurunden (wie es die New York Times mit The Lede tut) oder ihre eigene Arbeit zu bejubeln (wie die Beeb in ihrem The Editors blog), hat der Guardian, vermute ich, mit dem Konzept Newsdesk Live etwas Neues vor.

Ich frage mich aber, ob die Redakteure es nicht bedauern werden, Leser zu bitten, Texte einzureichen. Das erscheint mir wie eine offene Einladung an alle, mit dem System herumzuspielen, um ihre Lieblingsprobleme zu reiten. Wir werden sehen, wie sich das entwickelt.

The Guardian politisiert Nahost-Erbsen

13. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 13. Juli 2011

Denkanstoß: Falafel, die frittierten Kichererbsen, serviert mit Pita, Tehina und Gemüse in Restaurants überall in Nahost, sind keine israelische Erfindung.

Warum also tritt Harriet Sherwood (The Guardian) einen Food Fight los, nur weil McDonalds Israel sich entschloss, „McFalafel“ vom Menü zu nehmen?

Man geht allgemein davon aus, dass Falafel ursprünglich aus Ägypten stammt, auch wenn Israel es nun als sein Nationalgericht vereinnahmt hat.

Wir hatten schon einmal einen idiotischen Streit mit dem Libanon über die Herkunft von Hummus. Warum eine extrascharfe Soße auf eine ansonsten fade Sommerloch-Story gießen? Können wir den Erbsen nicht einfach eine Chance geben?

Mit ’Israel’ verschlagworteter Inhalt, auf den der Guardian hätte verzichten können

3. Januar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 3. Januar 2011

Die Webseite British Views of the World veröffentlichte diese Weltkarte, aus der ersichtlich wird, über welche Länder der Guardian in seiner internationalen Berichterstattung 2010 am häufigsten schrieb. Schauen Sie mal bei Israel genau hin:

Benjamin Hennig, der die Karte erstellte, mit einer Erklärung:

Um zu verstehen, wie die Briten Ereignisse weltweit wahrnehmen, sehe man sich an, wie häufig ein Land in den großen Nachrichtenberichten erwähnt wird. Die folgenden Diagramme tun genau dies, indem sie die Zahl der Nachrichten auf der Webseite des britischen Guardian sichtbar machen (Datenmaterial stammt von dort).

CiF Watch, das zuerst den Beitrag von British Views of the World bei sich einstellte, merkt an:

Interessanterweise springt uns der Guardian selbst ein wenig bei, wenn er auflistet, dass mit Israel gekennzeichnete Beiträge unter allen Länder-Tags den fünfthöchsten Rang einnehmen (Großbritannien ausgenommen).

Hier meine Top 10 der mit ’Israel’ getaggten Berichte, auf die der Guardian nicht verzichten kann (neuestes Erscheinungsdatum zuerst):

1. Das Problem mit Israels „Flüchtlingsinitiative“

2. Versteckte Webcam zeigt Realität von Legehennen auf israelischer Farm

3. Architekten gegen israelische Besatzung

4. Wikipedia-Redaktionskurse von zionistischen Gruppen geführt

5. Ethnische Säuberung im israelischen Negev

6. Mark Regev, Israels Meister für Public Relations

7. Israelischer Politiker will Preisobergrenze für Popcorn festlegen

8. Live-Blog: Großbritannien weist israelischen Diplomaten aus

9. Israelische Botschaft runzelt die Stirn wegen Tennis-Twittermeldung

10. Avatar-Demo an Barriere in der West Bank

Ist der Guardian versessen auf Berichterstattung über Israel ? Darauf können Sie wetten!

Apartheid-Atombomben: Der Tag danach

25. Mai 2010

HonestReporting Media Backspin, 25. Mai 2010

Einen Tag nach dem sensationsheischenden Bericht im Guardian, dass Israel Südafrikas Apartheid-Regime Atombomben angeboten haben soll, sehe ich weitere Hinweise darauf – einige aus Südafrika – dass die Vorwürfe nicht stichhaltig sind.

Ich werde mit der South African Press Association beginnen, die den ehemaligen Außenminister Pik Botha zitierte:

„Das bezweifle ich sehr“, sagte er. „Ich bezweifle, dass ein solche Angebot jemals gemacht wurde. Ich denke, ich hätte davon gewusst.“…

Allerdings hätte er als Außenminister von April 1977 und, gegen Ende seiner Amtszeit als Verhandler mit den USA zur Unterzeichnung des Nichtverbreitungs-Vertrags gewusst „was los war“.

„Ich stand in sehr enger Verbindung mit unserer Atomenergiebehörde und später der Corporation. Ich hätte davon gewusst“, sagte er.

Und Reuters berichtet:

Waldo Stumpf, der ehemalige Chef der Nuclear Energy Corporation Südafrikas, der das Projekt zum Abbau des Atomwaffenprogramms des Landes leitete, sagte, er bezweifle, dass Israel oder Südafrika ernsthaft über einen Handeln nachgedacht hätten.

„Den möglichen internationalen Transfer von Atomeinrichtungen im politischen Klima nach der „friedlichen“ Zündung in Indien 1974 auch nur in Betracht zu ziehen, hätte zu sehr ernsten internationalen Komplikationen geführt“, sagte er unter Verweis auf Indiens ersten Atomwaffentest.

Lesen Sie auch Jonathan Hoffmans Reaktion. (Link in Englisch)

Schuld sind die Techniker

11. Oktober 2009

HonestReporting Media Backspin, 11. Oktober 2009

Unerklärlicherweise ließ eine Liste früherer Friedensnobelpreisträger beim Guardian Israels drei Preisträger aus: Menachem Begin, Yitzhak Rabin und Shimon Peres.

Nachdem Harry’s Place, Melanie Phillips und Tom Gross den Al-Guardian zur Rede stellten, fügten die Redakteure der Liste die Namen hinzu. Ein Sprecher des Zeitung wurde im Jewish Chronicle mit der Erklärung für das Malheur zitiert:

Für die Liste der Friedensnobelpreisträger nutzten wir Daten von Nobelprize.org. Es gab aber ein technisches Problem während des Datentransfers von der Internetseite, was bedeutete, dass viele der Namen der Mitgewinner der Friedensnobelpreise versehentlich ausgelassen wurden, obwohl das mit den Herkunftsländern der Preisträger nicht geschah. Das ist jetzt korrigiert worden.

Mit anderen Worten: Die Verantwortung liegt bei den Fakten-Überprüfern und/oder den Technikern.

Ich bin offen dafür, diese Erklärung von einigen Zeitungen zu akzeptieren. Die Fehlerbehebung bei Computerproblemen und deren unvorhergesehene Ergebnisse bieten reichlich Belege dafür, dass Irren menschlich ist. Die Überprüfung von Fakten kann die besten Adleraugen nur noch verschwommen sehen lassen.

Aber ich bin bisher nicht bereit, dieser Zeitung gegenüber so liebenswürdig zu sein. Wenn es um Israel geht, hat der Guardian eine Bilanz, die zeigt, dass man es dort auf jemanden abgesehen hat. (Beispiele sind hier, hier, hier, hier, hier und hier zu finden … muss ich noch weiter machen?) Es gibt ein echtes Problem beim Guardian und seine Erklärungen haben sich ziemlich abgenutzt.

Das Gewissen der Linken?

8. Februar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 8. Februar 2009

Wir sind beeindruckt von der Konsequenz, mit der The Guardian* auf den Antisemitismus der linken Israelkritik Bezug nimmt. Dieser Leitartikel trifft den Nagel auf den Kopf:

Die Linke kämpfte einen zähen und ehrenhaften Kampf für Rassengleichheit, aber manche Vertreter in ihren Reihen riskieren jetzt, in schludriger Weise mit ihrer Abneigung gegenüber israelischen Aktionen blind für Antisemitismus zu werden. Es gibt eine unüberlegte Tendenz, zur Sprache des Nazismus zu greifen, um Israel herunterzumachen, ungeachtet dessen, welche Bedeutung dies für das Klima wechselseitiger Toleranz bedeutet.

Kolumnist Jonathan Freedland sprach dieses Thema letzte Woche sehr engagiert an.

UPDATE 8. Februar: In diesem Zusammenhang: Wurde dieser australische Leitartikel durch überstrapazierte jüdisch-muslimische Beziehungen provoziert?

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*Was ist nur mit dem Guardian los? Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus….