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Der Economist stellt Terroropfer und Terrroristen pauschal auf eine Stufe

15. Dezember 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 15. Dezember 2014 (übersetzt von Cora)

Die letzte Analyse des Economist über die Geschehnisse in Israel enthält folgenden Abschnitt:

„Zuletzt konzentrierte sich der Konflikt in den Städten, vor allem in Jerusalem. Seit dem Sommer stießen junge Palästinenser oft nachts mit der Polizei zusammen. Im Herbst wurde die Stimmung häßlicher durch eine Kampagne jüdischer Radikaler, die das Recht auf dem Gebiet der al-Aqsa Moschee zu beten durchsetzen wollen. Diese ist das drittheiligste Heiligtum des Islams ud steht auf den Ruinen des ehemaligen jüdischen Tempels. Palästinenser attackieren Israelis mit Messern oder benutzen ihre Autos als Waffe. Insgesamt wurden seit dem 22.Oktober zehn Palästinenser, neun Juden und zwei Drusen getötet.

Während der Economist bereit ist, festzustellen, dass es sich bei der al-Aqsa Moschee um das drittheiligste Heiligtum des Islams handelt, vergisst der Verweis auf den „ehemaligen jüdischen Tempel“ darauf hinzu weisen, dass der Tempelberg das größte Heiligtum des Judentums ist. Und was genau wird mit dem „Gebiet der al-Aqsa Moschee“ festgestellt?

Noch ärgerlicher ist die Art der veröffentlichten Todesliste. Der Economist stellt fest, dass die Palästinenser die Israelis attackieren. Warum werden dann diese Palästinenser, die solche Aktionen durchführen (und dabei umkommen, weil sie es machen) genauso behandelt, wie die Opfer jener Gewalt, die sie verursacht haben?

Der „Economist“ hat es nicht mit „Siedlern“ – aber er gesteht Fehler ein

23. April 2014

Der Economist macht Fehler bei seinen „Siedlern“

Simon Plosker, HonestReporting.com, 22./23. April 2014

Ein Artikel des Economist berichtet über den Zusammenbruch der Friedensgespräche und verweist auf den Mord an Baruch Mizrahi, der von einem palästinensischen Terroristen getötet wurde, als er zu einem Familien-Seder fuhr.

Am nächsten Tag schoss ein palästinensischer Bewaffneter auf Autos auf einer nahe gelegenen Straße, die nur Siedler benutzen dürfen und tötete einen von ihnen.

Der Economist muss seine Fakten prüfen.

1. Die Schnellstraße 35, auf der der Terroranschlag stattfand, dürfen nicht „nur Siedler benutzen“. Palästinensischen Fahrzeugen ist die Nutzung dieser Schnellstraße innerhalb der Westbank gestattet.

2. Baruch Mizrahi wohnte in Modi’in, einer israelischen Stadt innerhalb der Grünen Linie und er war damit kein „Siedler“, wie der Economist behauptete.

Dem Economist wurde eine Aufforderung zur Korrektur geschickt.

Erfolg: Der Economist korrigiert „nur für Siedler“-Fehler

Simon Plosker, HonestReporting.com, 23. April 2014

Nach unserer E-Mail veröffentlichte der Economist das Folgende unter dem Artikel:

Korrektur: Eine frühere Version dieses Artikels besagte irrtümlicherweise, die Straße in Hebron sei nur Siedlern vorbehalten und dass das Opfer des Anschlags ein Siedler war. Dies wurde am 22. April 2014 berichtigt.

Viele Faktenfehler und Unwahrheiten haben im Lauf der Zeit zu falschen Vorstellungen rund um Israels Aktivitäten in der Westbank beigetragen – das Straßennetz gehört dazu. Es ist daher wichtig, dass Fehler wie diese korrigiert werden.

Anmerkung: Ulrich Sahm macht darauf aufmerksam, dass die Korrektur wieder einen Fehler enthält – Baruch Mizrahi wurde nicht „in Hebron“, sondern einige Kilometer außerhalb der Stadt erschossen.