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Misslungene Schlagzeile der New York Times: Palästinenser bei Terroranschlägen „verdächtigt“

11. November 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 11. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Am Montag gab es in Israel zwei separate Terroranschläge. Beim ersten wurde der IDF-Soldat Almog Shiloni, 20, in der Nähe einer Bahnstation in Tel Aviv erstochen. Täter war Nur al-Din Abu Hashiyeh aus Nablus. Später wurde die 26jährige Dalia Lemkus außerhalb der Gemeinde Allon Schewut, die Gusch Etzion angehört, erstochen – und hier war es Maher Hamdi al-Hashalmoun aus Hebron, der mit dem islamischen Dschihad in Verbindung steht.

In beiden Fällen wurden die Täter schnell verhaftet, und bei beiden Vorfällen existiert genug Filmmaterial aus Überwachungskameras, worauf man genau sehen kann, was geschehen ist.

Die New York Times brachte die Story beider Angriffe auf ihrer Website. Sie verwendete folgende Schlagzeile, die auf „palästinensische Angriffe“ hinwies:

Israelische Frau tot und ein Soldat erstochen bei verschiedenen palästinensischen Angriffen

Israelische Frau tot und ein Soldat niedergestochen bei separaten palästinensischen Angriffen

Später überarbeitete die New York Times jedoch ihre Schlagzeile, offenbar um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Almog Shiloni mittlerweile seinen Verletzungen erlegen war. Dies ist nun die aktuelle Schlagzeile online und in der Druckversion:

Palästinenser werden verdächtigt, nachdem zwei Israelis bei Messerattacken starben

Palästinenser werden verdächtigt, nachdem zwei Israelis bei Messerattacken starben

Zu welchem Zeitpunkt genau hat die palästinensische Verantwortlichkeit abgenommen? Ab wann waren die Täter plötzlich „Verdächtige“? Eine solche Schlagzeile wäre verständlich als unmittelbare Reaktion auf unbestätigte Eilmeldungen. Aber die New York Times überarbeitete ihre ursprüngliche Schlagzeile, nachdem kristallklar feststand, dass es sich um palästinensische Terroranschläge handelt.

Zudem mindert die Aussage, die Israelis seien bei den Messerattacken „gestorben“, effektiv die Schwere der Vorfälle. Die Israelis starben nicht einfach. Sie wurden von palästinensischen Terroristen brutal ermordet.

Aufgepasst! NBC macht sich über Terror lustig

10. November 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 9. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Der Terroranschlag letzte Woche, der zwei Israelis bei einer Jerusalemer Straßenbahnhaltestelle das Leben kostete, führte zu einer Reihe irreführender Schlagzeilen. Aber gab es eine unwürdigere Schlagzeile als die in der Seitenleiste der NBC-News-Homepage?

Aufgepasst! Transporter rast in Fußgänger in Jerusalem

Aufgepasst! Transporter rast in Fußgänger in Jerusalem

„Aufgepasst!“ ist die Art von Ausdrucksweise, die besser auf lustige YouTube-Videos passt. An einem Terroranschlag ist nichts lustig, und diese Schlagzeile ignoriert vollständig die Tatsache, dass es sich um einen Terroranschlag handelt, und ist übelste Boulevard-Sensationsheischerei.

NBC News sollte sich schämen.

Terroranschlag in Jerusalem: irreführende Schlagzeilen

24. Oktober 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 23. Oktober 2014

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Am Mittwochabend fuhr ein Palästinenser sein Auto absichtlich in eine Menschenmenge, die aus einer Jerusalemer Straßenbahn ausstieg, wobei er ein drei Monate altes Baby tötete und mehrere Menschen verletzte. Es handelt sich ganz eindeutig um einen Terroranschlag.

Erste Berichte hatten ausgesprochen irreführende Titelzeilen. Nehmen wir die erste Schlagzeile der Associated Press, die zu breiten Protesten führte:

Israelische Polizei erschießt Mann in Ost-Jerusalem

Israelische Polizei erschießt Mann in Ost-Jerusalem

Dass AP die Schlagzeile noch in derselben Stunde gegen das akkuratere „Palästinenser tötet Baby an Jerusalemer Haltestelle“ austauschte, deutet darauf hin, dass die Presseagentur erkannt hatte, dass sie mit ihrer ersten Schlagzeile falsch lag. Doch AP ist trotzdem verantwortlich für den immensen Schaden, den diese Schlagzeile verursachen kann. Was ist zum Beispiel mit den Medien, die nicht zögerten, die ursprüngliche Schlagzeile zu übernehmen, z. B. die türkische Daily Sabah? (H/T: Richard Behar)

Israelische Polizei erschießt Mann in Ost-Jerusalem

Israelische Polizei erschießt Mann in Ost-Jerusalem

HonestReporting kontaktierte AP Jerusalem direkt und bat um eine Erklärung. Hier die Antwort:

Die fragliche Schlagzeile war kurzlebig und wurde formuliert, als Einzelheiten über die Ereignisse noch knapp waren. Die Schlagzeile wurde nur ungefähr eine halbe Stunde später ersetzt, als AP Updates über den Vorfall, den Fahrer und das Opfer veröffentlichte. Die endgültige Version der Story und seiner Schlagzeile stellte klar, was geschehen war.

AP hat seinen Fehler korrigiert, aber die Berichterstattung der Agence France Presse (AFP) über den Terroranschlag ist im Vergleich womöglich noch schlimmer. Ich schreibe diesen Artikel ganze 17 Stunden nach ihrem Erstbericht, und noch immer hat AFP die folgende Schlagzeile:

Jerusalemer Fahrer erschossen nach Rammen von Fußgängern: Polizei

Jerusalemer Fahrer erschossen nach Rammen von Fußgängern: Polizei

Für die AFP also geht es nur um das Erschießen eines Fahrers statt um die Taten eines Terroristen. Zwar machte die AP einen ähnlichen Fehler, aber dieser wurde wenigstens korrigiert. AFPs Untätigkeit ist bezeichnend für ein Medium, das mit seiner antiisraelischen Einseitigkeit absolut kein Problem hat. Die Form erinnert an eine frühere AFP-Meldung: Vergleichen Sie obige Schlagzeile mit dieser hier, die nach einem Terroranschlag im Juli 2008 entstand, als ein palästinensischer Bulldozerfahrer einen israelischen Bus in Jerusalem rammte:

Jerusalemer Bulldozerfahrer erschossen: Polizei

Jerusalemer Bulldozerfahrer erschossen: Polizei

Ein weiterer Wiederholungstäter ist die BBC. In typischer Manier kann die BBC sich nicht dazu durchringen, einem Palästinenser die Verantwortung für einen Terroranschlag zu geben:

Neun Verletzte, als Auto Fußgänger an Jerusalemer Haltestelle erfasst

Neun Verletzte, als Auto Fußgänger an Jerusalemer Haltestelle erfasst

Selbst als bereits vollkommen klar war, dass dieser Vorfall kein einfacher Verkehrsunfall war, legte die BBC die Betonung auf das Fahrzeug und nicht auf den Fahrer, wobei sie sogar in Frage stellte, ob es sich um eine absichtliche Tat handelte, da sie um das Wort „Anschlag“ Anführungszeichen setzte:

Jerusalemer Auto-„Anschlag“ tötet Baby an Straßenbahnhaltestelle

Jerusalemer Auto-„Anschlag“ tötet Baby an Straßenbahnhaltestelle

Ein Blick auf die vorherige Berichterstattung der BBC über den Bulldozer-Terroranschlag zeigt wie im Fall der AFP einen durchgängigen Trend. Sehen Sie sich die Evolution dieser BBC-Schlagzeilen von März 2009 an:

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Und genau dasselbe gab es schon Wochen zuvor.

In jedem Fall, einschließlich dem letzten, stellen die BBC-Schlagzeilen Terroranschläge in Frage und lenken die Verantwortung auf das Fahrzeug statt auf den Palästinenser hinter dem Lenkrad.

Das oben Angeführte demonstriert, dass AFP und BBC unfähig oder nicht willens waren, ihre ursprüngliche Haltung aufzugeben, selbst dann noch, als weitere Informationen verfügbar waren. Ein weiteres Mal offenbart sich die tiefe antiisraelische Pathologie dieser Nachrichtenagenturen.

UPDATE
Was ist mit den Prioritäten des Independent los? Der Jerusalemer Terroranschlag ist ihnen nur ein paar Zeilen wert, und zwar nach sieben Absätzen in einem Artikel mit dieser Schlagzeile:

Israelische Soldaten gefilmt, als sie ‘einen 11jährigen palästinensischen Jungen, der des Steinewerfens beschuldigt wird, die Augen verbinden und festnehmen’

Israelische Soldaten gefilmt, als sie ‘einem 11jährigen palästinensischen Jungen, der des Steinewerfens beschuldigt wird, die Augen verbinden und ihn festnehmen’

Der Independent sagt, dass der palästinensische Junge, der Lernschwierigkeiten hat, 15 Minuten festgehalten wurde, bevor er seinem Vater übergeben wurde.

Es ist ein trauriges Zeugnis für den Mangel einer moralischen Richtschnur beim Independent, dass die Zeitung die 15minütige Festnahme eines palästinensischen Jungen für wichtiger und nachrichtenwürdiger bewertet als den Mord an einem drei Monate alten jüdischen Baby bei einem palästinensischen Terroranschlag.

Terroranschlag in Israel: CNN-Sondermeldungen kann man gleich wieder vergessen

18. August 2011

HonestReporting Media BackSpin, 18. August 2011

Unmittelbar nach einem multiplen Terroranschlag im Norden von Eilat, der südlichst gelegenen Stadt Israels, müssen alle Details über den Horror noch ausgewertet werden. Wenn Eil-/Sondermeldungen eintreffen, kann man gut erkennen, wie sich die Geschichte bei den großen Medien weiterentwickelt.

Zum Beispiel bei CNN, dessen neueste Nachrichten von einem HonestReporting-Redaktionsmitglied auf einem Mobiltelefon verfolgt wurden:

Achten Sie auf den letzten Absatz und die Verwendung des Wortes Terroristen in An- und Abführungszeichen.

Und jetzt sehen Sie mal, was [verschämt platziert] in einer aktualisierten Geschichte links unter dem Video-Screenshot zu lesen ist:


Ist das eine eindeutige Verwendung des „T“-Wortes durch CNN oder hatte jemand dort in der Redaktion nur zufällig einen klaren Moment?

Man muss das Bild aber ganz schön groß aufziehen, damit man liest, was da unten steht.

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Der SPARGEL bezeichnete den Terroranschlag übrigens als Schießerei (so, als handele sich um zwei Banden, die sich bekriegen) und setzte das „T“-Wort klein drüber.  [bd]

Lektionen aus Norwegens verkorkster Opferzählung

26. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 26. Juli 2011

Obwohl die norwegische Polizei weiterhin die Insel Utoya nach Leichnamen absucht, setzten  die Behörden die Zahl der Todesopfer nach unten, jetzt auf 68. Unnötige Hast führte zu schlampigen Doppelzählungen.

Associated Press:

Die Polizei machte die chaotische Situation für das Durcheinander auf der Insel Utoya verantwortlich, als sie und die Rettungskräfte versuchten, die Verletzten von den Toten zu trennen – unter wachsendem Druck, enthüllen zu müssen, dass die Zahl der ermordeten Jugendlichen deutlich höher ausfallen könnte als ursprünglich berichtet.

„Vielleicht sind manche doppelt gezählt worden“, so Polizeisprecher Oystein Maeland gegenüber Reportern auf einer Pressekonferenz in Oslo, als er erklärte, dass die Leichen überall auf der Insel verteilt lagen und einige davon unter anderen Körpern verborgen. „Aber es war notwendig, die Informationen von dort (schnell) heraus zu bekommen, weil die Zahlen sich himmelweit von dem unterschieden, was die Medien veröffentlicht hatten.“

Warum diese Eile?

Zählt die Toten richtig, gebt nur weiter was ihr wisst und vertraut den mitfühlenden Reportern, dass sie sorgfältig mit den Zahlen umgehen, die sie [auch] aus anderen Quellen erhalten.

Warum also setzte die Polizei so leichtfertig ihre Glaubwürdigkeit auf’s Spiel? Anders Breiviks Massaker war schrecklich, und wir sprechen noch nicht einmal über umstrittene Opferzahlen in Gaza-Krieg….

Eilmeldung: Panzerabwehrrakete schlägt in israelischen Schulbus ein

7. April 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. April 2011

Außerhalb des Kibbuz Saad / Shaar Hanegev wurde eine Panzerabwehrrakete auf einen israelischen Bus abgefeuert. Dabei wurde ein 16-jähriger Junge lebensgefährlich verletzt.

Die Einwohner werden aufgefordert, in den Schutzräumen zu bleiben, da mit weiterem Granatenbeschuss zu rechnen ist.

Mal sehen, wie viele Blätter über diesen Anschlag berichten. Ich wette, die Mainstream-Medien werden mehr Wert auf die israelische Antwort legen.

Schreiben Sie uns, wie man bei Ihnen darüber berichtet – falls überhaupt.

Update, 17:25: Sehen sie, auf die BBC kann man sich wieder verlassen:


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Hinweis: Ulrich Sahm hat auf Hagalil einen leicht abweichenden Bericht zum Vorfall geschrieben. Währenddessen weint Frau Putz beim SPIEGEL wieder einmal um einen „harmlosen“ Waffenhändler.

(Hattips: Rika und Tiquah bat Shalom)

Video: Rakete verfehlt nur knapp Hochzeitsfeier

3. Februar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 2. Februar 2011

Elder of Ziyon stellte eben Videomaterial eines Vorfalles ein, wie er so nur in Israel passieren kann. Eine aus Gaza abgefeuerte Grad-Rakete verfehlte knapp eine Hochzeitsfeier in Netivot.

Wenn Islamisten auf der nächste Regierung in Ägypten Einfluss nehmen können befürchte ich, dass wir mehr dieser Bilder sehen werden.

Podcast: Wie falsch AP Terror-Fotos darstellt

8. September 2010

HonestReporting Media BackSpin, 8. September 2010

Yarden Frankl und Pesach Benson (HonestReporting) diskutieren AP’s unangemessene und irrelevante „Illustrationen“ des Mordanschlags letzte Woche am Straßenrand.

Bitte hier oder auf die Abbildung klicken.

Kinder feiern Massaker

1. September 2010

HonestReporting Media Backspin, 1. September 2010

Lob, wem Lob gebührt. AP und Reuters bekamen Fotos von palästinensischen Kindern, die den Terroranschlag an der Landstraße morbide feierten, bei dem Talya und Yitzhak Imes, Kochava Even-Haim und Avishai Shendler getötet wurden.

Palästinensische Kinder schwenkten die grüne islamische Flagge und zeigten das Victory-Zeichen, als sie an einer Kundgebung teilnahmen, um im Flüchtlingslager Jebaliya im Gazastreifen einen militanten Anschlag in der südlichen Westbank zu feiern. Dienstag, 31. August 2010. Ein palästinensischer Bewaffneter eröffnete das Feuer auf ein israelisches Fahrzeug, das Dienstag in der Westbank fuhr, sagten Behörden; er tötete vier Passagiere bei dem tödlichen Angriff, der einen langen Schatten über die Nahost-Friedensgespräche wird, die diese Woche beginnen sollen. (AP Photo/Hatem Moussa)

Ein palästinensischer Junge hält ein Spielzeuggewehr; er wird von seinem Vater getragen, als sie im Flüchtlingslager Jebaliya im nördlichen Gazastreifen den Schusswaffenanschlag in der Westbank feiern. 31. August 2010 Vier israelische Siedler wurden Dienstag, am Vorabend des von den USA protegierten Nahost-Friedensgipfels in Washington, in ihrem Auto in der besetzten Westbank im Vorbeifahren erschossen. Der bewaffnete Arm der islamistischen Hamas-Bewegung, der Islamistengruppe, die den Gazastreifen kontrolliert und gegen Friedensgespräche ist, beanspruchte in einer Erklärung die Verantwortung für die Schüsse. (REUTERS/Mohammed Salem)

Diese Bilder, plus Fotos wie diese, sind weit wichtiger für die Story als die erbärmlichen Bilder, die die AP-Fotoredakteure gestern Abend verschickten.

Grad-Rakete trifft Einkaufszentrum in Ashkelon

15. Mai 2008

honestreporting Media BackSpin, 15. Mai 2008

Eine Grad-Rakete schlug gestern Abend direkt im Hutzot-Einkaufszentrum in Ashkelon ein und verletzte mindestens 14 Menschen; einige davon schwer. Videomaterial zur Situation nach dem Anschlag hier.

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Hari versucht Honest Reporting in den Dreck zu ziehen

12. Mai 2008

honestreporting Media BackSpin, 12. Mai 2008

Statt auf Fragen einzugehen beschimpft Johann Hari Honest Reporting.

Dazu Honest Reportings Antwort auf den britischen Kolumnisten.

Nachzulesen in: Hari versucht Honest Reporting in den Dreck zu ziehen.

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Übersetzung auf Anfrage.