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Ein palästinensischer „Kumpel wurde exekutiert“?!

3. Oktober 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 19.September 2016 (übersetzt von Cora)

UPDATE: In Reaktion auf Beschwerden von HR-Lesern hat 9 News das Wort „fellow“ entfernt und durch „Mann“ ersetzt. Die Schlagzeile blieb allerdings underändert.

Ein palästinensischer Terrorist stach auf einen IDF Soldaten in der Nähe Tel Rumeida – Hebron ein. Der Angreifer wurde von Soldaten erschossen.

Und so berichtete der australische Nachrichtensender Channel 9 über den Zwischenfll was ein weiteres Beispiel für fehlerhafte Überschriften zeigt:

Palästinenser nach israelischem Messerangriff an Checkpoint „hingerichtet“

Wer hat den Angriff ausgeführt? Die Überschrift macht aus dem palästinensischen Terroristen gan deutlich ein Opfer israelischer Heimtücke. Und was genau ist ein „israelischer Messerangriff an Checkpoint“?

Bizarrerweise wird der palästinensische Terrorist später als „Kumpel“ bezeichnet, ein Begriff, der normalerweise als eine Art Kosenamen gebräuchlich ist. Wir haben schon gesehen, dass palästinensische Terroristen „Militante“, „Aktivisten“ und „Freiheitskämpfer“ genannt wurden, aber es ist das erste Mal, dass sie „Kumpel“ genannt werden.

Oh, er ist ein rundherum liebenswerter und guter Kumpel? Das würde wohl keiner von uns behaupten.

Dass der Artikel dann noch die Behauptung einer „außergerichtlichen Ermordung“ wiederholt und dafür auf die Behauptungen der Website der Internationalen Solidaritäts-Bewegung zurückgreift, spricht Bände. Channel 9 versäumte es zu veröffentlichen, dass der ISM alles andere als eine objektive Quelle ist.

Die Organisation hat eine lange Geschichte in der Dämonisierung Israels und der Unterstützung des Terrorismus. Warum hat der Nachrichtensender 9 eine Quelle benutzt, die das genaue Gegenteil von glaubwürdig ist?

HonestReportings leitender Redakteur Simon Plosker fügt hinzu:

Von der Überschrift bis hinunter zum Ende der Geschichte hat Nachrichten 9 ihre absoluten Missachtung des professionellen Journalismus gezeigt. Wir müssen fragen, ob dahinter eine Agenda am Werk ist oder ob die Journalisten tatsächlich so unwissend sind. Es wurde kein palästinensischer Kumpel exekutiert – ein israelischer Soldat wurde niedergestochen – das war die wahre Geschichte.

Terroranschlag in der Synagoge: die missglücktesten Schlagzeilen

18. November 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 18. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Zwei palästinensische Terroristen betraten am frühen Dienstagmorgen mit Äxten und Pistolen bewaffnet eine Synagoge in Jerusalems Stadtteil Har Nof, brachten vier Israelis um und verletzten sechs weitere. Was waren die anfänglichen Reaktionen einiger internationaler Medien? Für Kanadas CBC News drehte sich alles um die Täter:

Jerusalemer Polizei erschießt 2 nach mutmaßlichem Synagogenanschlag

Jerusalemer Polizei erschießt 2 nach mutmaßlichem Synagogenanschlag

Für die BBC waren nicht zwei palästinensische Terroristen für den Anschlag verantwortlich, sondern die „Jerusalemer Synagoge“:

Anschlag von Jerusalemer Synagoge tötet vier Israelis

Anschlag von Jerusalemer Synagoge tötet vier Israelis

In der Story selbst bezweifelt die BBC, ob die Tat zweier palästinensischer Mörder, die Juden in einer Synagoge ermorden, überhaupt als Terroranschlag bezeichnet werden kann:

Bei einem Vorfall in einer Jerusalemer Synagoge, den die Polizei einen „Terroranschlag“ nennt, wurden mindestens vier Israelis getötet und sieben verletzt.

Bei einem Vorfall in einer Jerusalemer Synagoge, den die Polizei einen „Terroranschlag“ nennt, wurden mindestens vier Israelis getötet und sieben verletzt.

Auch CNNs erste Schlagzeile ging daneben und erweckte im Leser den Eindruck, dass auch zwei Palästinenser Opfer des Terroranschlags wurden, was die Terroristen und die Opfer auf moralische Augenhöhe stellt:

4 Israelis, 2 Palästinenser bei Synagogenanschlag getötet, so die israelische Polizei

4 Israelis, 2 Palästinenser laut israelischer Polizei bei Synagogenanschlag getötet

Dieser Stil übertrug sich auch auf CNNs Fernsehberichterstattung, wie man hier sieht:

4 Israelis, 2 Palästinenser tot in Jerusalem

4 Israelis, 2 Palästinenser tot in Jerusalem

Während viele Medien ihre mangelhaften Schlagzeilen überarbeiteten, sobald weitere Informationen verfügbar waren, sprach Reuters auch Stunden nach dem Vorfall noch immer von einem „mutmaßlichen palästinensischen Anschlag“:

Vier Tote bei mutmaßlichem palästinensischem Anschlag auf Jerusalemer Synagoge

Vier Tote bei mutmaßlichem palästinensischem Anschlag auf Jerusalemer Synagoge

Konkurrierende Denkansätze zu wachsender Gewaltbereitschaft

24. März 2011

HonestReporting Media BackSpin, 24. März 2011

Diese beiden Analysen über zunehmende Gewalt könnten gegensätzlicher nicht ausfallen. Welcher soll man zustimmen?

Reuters?

Es gibt keinen offensichtlichen Zusammenhang zwischen der plötzlichen Gewaltzunahme und den Revolutionen in Tunesien, Ägypten, Jemen und Bahrain oder dem Bürgerkrieg der westlichen Intervention in Libyen.

Westliche Diplomaten sagten am Mittwoch, sie wären nicht in der Lage, mit Sicherheit einen ganz bestimmten auslösenden Faktor herauszustellen.

Oder die Daily Telegraph?

Aus Angst davor, von den Volksaufständen, die die Region überrollen, erfasst zu werden, versucht die Hamas, den Zorn ihrer Leute auf einen gemeinsamen Feind zu lenken: Israel.

Leider zieht die Hamas den Krieg mit Israel einer Versöhnung unter den Palästinensern vor.

Nach der Lektüre dieses Textes bei The Media Line muss ich mich über die Leser wundern, die Reuters Quellen so überbewerten:

Update 1: Dennoch führen die meisten Analysten die sich häufenden Anschläge aus dem Gazastreifen eher auf innerpalästinensische Politik statt auf überregionale Strömungen oder Enttäuschung über den Friedensprozess zurück. In den vergangenen Wochen waren sowohl die islamistische Hamas als auch ihre Rivalin Fatah schwer unter Druck gesetzt worden, ihre Spaltung zu beenden….

Update 2: Benny Avni sieht es auch so: Hamas is killing its way out of a political mess.