Posted tagged ‘Stringer’

Palästinensische Brandbombenwerfer nutzen Journalisten als menschliche Schutzschilde

27. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 27. Mai 2013

Unten ein sehr aufschlussreiches Video, das Palästinenser dabei zeigt, wie sie Brandbomben auf israelische Soldaten werfen und sich dann hinter Reportern verstecken.

Man kann nicht genau erkennen, wann und wo das Video gedreht wurde, aber The Commentator hat es gestern auf YouTube eingestellt.

Diese Brandbomben werfenden Palästinenser nutzen eindeutig die Anwesenheit der Reporter aus. Man könnte es auch „Kollateralschäden sind zu erwarten“ nennen.

Wir alle wissen, wem man die Schuld zuschreiben wird, wenn ein ausländischer Reporter verletzt wird, der solch einen Zusammenstoß filmt.*

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*Abgesehen davon scheinen sich die Reporter nicht so ganz unfreiwillig bei den radikalen Palästinensern aufzuhalten: von ihrer Position aus gesehen geht es ihnen allein darum, die Reaktion der IDF-Soldaten zu dokumentieren. Würden sie von der gegenüberliegenden Seite aus filmen, sähe man noch besser, wie viele Palästinenser an diesen Gewaltakten beteiligt sind, was wahrscheinlich nicht im Interesse dieser Journalisten ist.

Die meisten der hier agierenden Reporter sind Palästinenser und dienen als so genannte Stringer (Freie Mitarbeiter) für westliche Medien/Nachrichtenagenturen (bd).

LA Times-Stringer* gehen mit Israel Lobby-Mist hausieren

18. Januar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 18. Januar 2011

Gestresste westliche Nachrichtenmedien verlassen sich hauptsächlich auf die Zusammenarbeit mit freiberuflichen palästinensischen Journalisten und Fotografen, die sich in der West Bank auskennen: in der Umgebung, in der Sprache, im Umgang mit den Bewohnern und manches mehr. Umfangreiche Berichterstattung über die West Bank würde ohne Stringer zum Stillstand kommen.

Einer dieser Stringer auf meinem Radar ist LA Times-Freelancer Maher Abukhater. Der Ruf nach einer stärkeren politischen Einbeziehung der EU in einen Friedensprozess mag richtig sein. Aber Abukhater liegt völlig daneben, wenn er in der heutigen Ausgabe der Beiruter Tageszeitung Daily Star schreibt:

Anders als die USA, die eine Politik der blinden Unterstützung Israels aus verschiedenen Gründen verfolgt, hauptsächlich aber, weil die israelische Lobby den US-Kongress steuert, was letztendlich dem Weißen Haus die Hände bindet, hat Europa in der Tat seine Nahost-Politik weit mehr vorangebracht als die Vereinigten Staaten….

So tragen die Palästinenser einen Teil Mitschuld daran wegen ihres irrtümlichen Glaubens, dass nur die USA auf Israel einwirken könnten. Aber wegen einer US-Administration, deren Hände durch die Macht der israelischen Lobby in Washington gebunden sind, waren die USA nicht in der Lage, die Erwartungen zu erfüllen, und die Palästinenser wurden im Regen stehen gelassen.

Zur Klarstellung:

1. Jüdische US-Bürger haben wie alle Amerikaner das Recht, Einfluss auf ihre gewählten Volksvertreter auszuüben, was ihre Fragen betrifft, ob wir z.B. über Gesundheitsreformen sprechen, Studiengebühren, Umwelt etc. So funktioniert das Einmaleins der Demokratie nun einmal.**

2. Die amerikanische Öffentlichkeit identifiziert sich deshalb so stark mit Israel, weil viele gemeinsame Werte bestehen: Leben, Freiheit, Gleichheit, Demokratie, Redefreiheit, Verantwortungsbewusstsein und mehr. Bei der Palästinensischen Autonomiebehörde sucht man solche Werte vergeblich.

3. Zu behaupten, dass eine jüdische Gruppierung in der Lage wäre, den Kongress zu kontrollieren und das Weiße Haus in seinen Entscheidungen in dem Ausmaße zu beeinflussen, wie es Abukhater darstellt, entspricht bestenfalls kleinkarierter Ignoranz und schlimmstenfalls antisemitischer Verschwörungstaktik.

4. HonestReporting hat entlarvt, wie palästinensische Fixer ihre Medienbosse manipulieren und westliche Berichterstattung vergiften. Lesen Sie dazu auch Der Einfluss palästinensischer Stringer auf die ausländische Nachrichtenberichterstattung.

Abukhater kann seine Standpunkte vertreten. Aber eine große und einflussreiche Tageszeitung wie die LA Times sollte nicht jedem Journalisten vertrauen, der mit solch einem Mist hausieren geht.

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* Stringer = Freelancer, siehe Wikipedia

** Ich kann mich nicht daran erinern, dass sich muslimische (arabischstämmige) US-Amerikaner schon einmal darüber beschwert hätten, dass ihre Lobbyarbeit unangemessen groß wäre. Und das nicht zu knapp wie wir wissen.  Weshalb wohl hat Obama seine nach Amtsübernahme 2008 gemachte Ankündigung, Jerusalem sei unteilbare (!) Hauptstadt Israels, so schnell wieder zurückgenommen? Sicher nicht deshalb, weil ihn eine „Jüdische Lobby“ dazu gedrängt hätte. [bd].

PA-Journalisten unterstützen „Studie“ zur Westmauer

8. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 8. Dezember 2010

Khaled Abu Toameh von der Jerusalem Post berichtet, dass der palästinensische Journalistenverband seine Unterstützung für die PA-„Studie“, in der jegliche jüdische Bindung zur Westmauer geleugnet wird, bekräftigt hat.

Der von der Fatah kontrollierte Journalistenverband wies US-amerikanische und israelische Proteste zur „wissenschaftlichen Studie“ zurück….

Der Verband erklärte zudem, dass Israels Haltung zum Dokument „seinen unhaltbaren Anspruch, demokratisch zu sein, widerlegt.“

Warum spielt die Unterstützung des Verbandes eine wichtige Rolle? Seine Mitglieder sind genau jene palästinensischen Stringer, die an Artikeln zur letzten Entwicklung an der Westmauer schreiben, die Sie zu lesen bekommen.

Die Studie behauptet u.a., dass die Westmauer integrativer Bestandteil der Al-Aqsa-Moschee sei und dass bis zur Balfour Declaration 1917 dort niemals Juden gebetet hätten.

Das Papier war von der Website des PA-Informationsministeriums gelöscht, dann aber von Wafa, dem offiziellen Nachrichtenorgan der PA, wieder eingestellt worden.

Gaza-Journalismus: Hamas-Zensur verhindert Objektivität

29. März 2010

HonestReporting Media BackSpin, 29. März 2010

Eine Delegation palästinensischer Journalisten aus Gaza und dem Westjordanland traf sich in Tel Aviv mit ihren israelischen Kollegen. Die Jerusalem Post war dabei, als verschiedene Themen besprochen wurden, darunter die Behinderung der Medien durch die Hamas.

Lana Shaheen, palästinensische Fernsehmoderatorin, gewährte Einblick:

Außerdem sagt Shaheen, dass sie mit scharfer Zensur seitens der Hamas zu kämpfen hat, was sie aus dem Gazastreifen berichten darf und was nicht. Solche Beschränkungen machen es nahezu unmöglich, ein komplett objektives Bild von der Situation vor den Grund zu vermitteln.

Shaheen sagte, dass die Hamas „gewissermaßen“ bestimmt, über was sie berichten dürfe. Sie brachte das Beispiel eines bei der BBC angestellten Freundes, der einen Bericht über die ziemlich weit verbreitete Herstellung selbst angebauten Weines in Gaza produzierte, „und am folgenden Tag erhielten wir die Stellungnahme eines Hamas-Sprechers, dass sie [die Reporter] den Feind unterstützen und das unmoralisch sei.“

Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals einen BBC-Bericht über palästinensische Weinbauern gesehen zu haben, aber Elder of Ziyon fand diese AFP-Geschichte.

Shaheens Mut ist bemerkenswert. 2007 erhielt sie eine Drohbotschaft von einer der zahllosen Islamistengruppen im Gazastreifen: Lass es bleiben oder rechne mit deinem Tod.

Wie viele der palästinensischen Stringer, auf deren Berichterstattung aus Gaza die westlichen Nachrichtenagenturen vertrauen, sind ähnlich geradlinig angesichts des Druckes der Hamas?

Journalismus mit Druck auf die Tränendrüse

10. Juni 2009

HonestReporting Media BackSpin, 10. Juni 2009

Dieses Guardian-Video ist vermutlich das seichteste Stück Journalismus aus Gaza. Es spart nicht zu knapp mit Bildern der Not. Aber wie kann irgendjemand Inigo Gilmores Beitrag als seriösen Journalismus bezeichnen?

Jedem Palästinenser, der in diesem siebenminütigen Beitrag zu Wort kommt, wird eine Plattform für seine Sicht der Dinge und die Beschreibung des Elends gegeben – ohne irgendeinen Kontext zu den Bildern zerstörter Gebäude und den Geschichten der Verzweiflung herzustellen.

Selbst wenn Gilmore harte Fragen stellt, was sollten diese Menschen schon antworten? Die Palästinenser sind nicht mutig oder dumm genug, dem Reporter aus dem Westen zu berichten, dass ihre Häuser als Abschussrampen dienten, die Moscheen als Waffenlager und die Krankenhäuser von den Hamas-Führen requiriert worden waren.

Von westlichen Medien angeheuerte palästinensische Stringer (auch Freelancer; [Freie Mitarbeiter, BackSpin]) wurden immer wieder Opfer von Einschüchterungen durch die Hamas. Letzten Endes müssen sie, wenn Gilmore schon längst wieder abgereist ist, sich wieder in ihrem Alltag zurechtfinden und für ihre Familien sorgen.

Wobei wir uns nun Mustafa Khalili zuwenden, einem der im Video zu Wort kommenden Protagonisten. Anfang des Jahres deckte HonestReporting einige Guardian-Videos und Artikel auf, bei deren Produktion er mitgewirkt hatte. Khalili machte sich einen Namen, weil er Blogger angeschrieben und animiert hatte, möglichst sensationsheischende Beiträge über israelische Kriegsverbrechen zu erstellen oder daran mitzuwirken. Dieses Video ist ein weiteres beredtes Beispiel dafür, warum man bei einigen palästinensischen Stringern auf der Hut sein muss.

Leider bewirkt Einschüchterung nicht nur beim Guardian, dass Sand in die Augen gestreut wird. AP berichtet, dass Hamas-Aufpasser auch die von der UNO selbst durchgeführten Untersuchungen zu Kriegsverbrechen massiv behindern:

Und während der fünftägigen Reise durch den Gazastreifen letzte Woche hängten sich Sicherheitskräfte der Hamas an ihr Team und stellten Fragen bezüglich der Möglichkeiten von Augenzeugen, die Aktionen der militanten Gruppe ungehindert zu schildern.

Es gab extrem wenig Möglichkeiten für Palästinenser, sich frei zu äußern – Der Spiegel* erscheint im Vergleich zum Guardian als starker Kontrast. Reporter und andere Menschen, die sie interviewen, stehen zweifellos unter Beobachtung der Hamas. Diese Realität ruft geradezu nach einer Offenlegung der Journalisten, was man bei Gilmore und Khalili aber nicht erwarten kann. Dies aber ist es in Wirklichkeit das, was einen beim Betrachten des Guardian-Videos zum Heulen bringt.

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*Anmerkung (bd): Mir ist schon einige Male aufgefallen, dass Spiegel International etwas unabhängiger und weniger eingefärbt berichtet als die deutsche Version. An der Brandswiete weiß man halt’, was die Mehrheit der deutschen Leser wünscht.

Aufgedeckt: Wie palästinensische „Fixer“ ihre Medienbosse manipulieren

18. März 2009

HonestReporting Media BackSpin, 18. März 2009

Sehen Sie sich dieses Video an, in dem ein ehemaliger CNN-Mitarbeiter eine Hasstirade gegen ein Mitglied der Knesset startet (falls es mit dem Button nicht funktioniert dann bitte hier):

Zusätzlich ein ausführlicher Special Report [in Englisch] bei HonestReporting: Exposed: How Palestinian Fixers Manipulate their Media Bosses

 

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Riss in der Rangliste

22. Oktober 2008

HonestReporting Media BackSpin, 22. Oktober 2008

In ihrer jährlich erscheinenden Rangliste Index Pressefreiheit spalten Reporter ohne Grenzen (RSF) die Bewertung Israels in zwei Teile auf: „Israel (israelisches Territorium)“ auf Platz 46, und israelische Aktionen im PA-geführten „außerisraelischen Territorium“ (sprich: der IDF) auf Rang 149.

Vielleicht ist die Aufteilung positiv gemeint, um die Schwierigkeiten zu reflektieren, die sich beim Ausbalancieren von Medienfreiheit und Sicherheitsinteressen ergeben. Wie auch immer – Israel und die USA sind die einzigen Länder, die mit so einem Unterscheidungsmerkmal gekennzeichnet wurden.

Die aufgeteilten Rankings geben Aufschluss über die palästinensische Pressefreiheit. Die PA gesamt gesehen, auf die der Index als „Palästinensische Gebiet“ verweist, rangiert auf Platz 163. Fazit: Den palästinensischen freien Mitarbeiter, auf die sich die MSM verlassen, wird durch die IDF mehr Pressefreiheit gewährt als durch ihre Hamas- und Fatah-Führern.

Zur Information: Island errang den Spitzenplatz für größte Pressefreiheit während Eritrea Nordkorea vom letzten Platz verdrängte.

Update: Trotz der gleichbleibend expliziten Kritik von RSF wegen Problemen in Kuba, Bolivien, Peru, Frankreich, Russland, China, Afghanistan, Birma, Marokko, Libanon, Senegal, Mauretanien, Eritrea und der PA richtet die BBC übermäßiges Augenmerk auf Israel und die USA.

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