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Stephen Walts zynische Mitleidsbezeugung

14. März 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. März 2011

In der Tat: zynische Worte des Trostes von Professor Stephen Walt zum Itamar-Massaker.

Walt, berüchtigt als Co-Autor von Die Israel Lobby, hat noch mehr drauf. In einem 425 Wörter umfassenden Beitrag handeln 44 Prozent von der Verurteilung Israels, den Siedlern, christlichen Unterstützern und natürlich „US Politikern, deren Rücksicht auf die Israel-Lobby die Besatzung ermöglicht hat“.

Wenn jemals eine Wortwolke (Kategorienwolke) das Innenleben eines Gehirns ausleuchtete, dann diese von Pesach Benson angefertigte.* Drei Kinder und ihre Eltern sind Opfer eines beispiellosen Mordes, aber alles, was Walt unternimmt, ist, dass er seine Feindbilder pflegt.

Hier sein pathetisch geheucheltes Mitleid:

Zu sagen, dass ich über den brutalen Mord an einer israelischen Familie im Westjordanland in der West Bank-Siedlung Itamar (nahe Nablus) entsetzt bin, wäre eine Untertreibung.

(Via Elder of Ziyon)

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*Pesach Benson schreibt den englischsprachigen Blog BackSpin für HonestReporting Jerusalem [bd]

Stephen Walt über schmeichelnde Journalisten

12. Juli 2010

HonestReporting Media BackSpin, 12. Juli 2010

Gerade als ich dachte, der Staub habe sich über die Affäre um Octavia Nasr gelegt, schaltet sich Professor Stephen Walt mit einer Wortmeldung in NPR ein:

Zudem haben viele amerikanische Journalisten und Politiker etlichen Figuren der Weltgeschichte, die weit mehr Blut als Ayatollah Fadlallah an ihren Händen hatten, darunter Mao Tse Tung, Ariel Sharon, der Shah des Iran oder sogar Kim Il-Sung, „Respekt“ bezeugt (nicht selten auch schmeichelnde Bewunderung) – aber es kostete sie nicht ihre Jobs. Und vergessen wir nicht die vielen amerikanischen Journalisten, die unsere eigenen Staatsmänner mit jeder Menge Ehrerbietung und „Respekt“ behandeln, selbst nachdem die letzten unnötige Kriege geführt hatten, in denen Zehntausende starben, und in denen sie Folter an Gefangenen anordneten.

Mal sehen:

• Etwa 50-70 Millionen Chinesen mussten bei Maos Großem Sprung nach vorn, während der Kulturrevolution und anderen politischen Säuberungen zwischen 1949 und 1976 sterben.

• Kim Il-Sungs Personenkult in Nordkorea hält noch heute unvermindert an – 16 Jahre nach dem Tod des Großen Führers. Wir werden wohl nie erfahren, wie viele Menschen von Kims Häschern in den Jahren 1948-1987 ermordet wurden. Schätzungen bewegen sich zwischen 710.000 und 3,5 Millionen.

• Was das Shah betrifft: Sein Sicherheits- und Geheimdienst SAVAK hatte Blut auf den Händen – nicht mehr als die iranischen Sicherheitskräfte heute, die letztes Jahr  die Demokratiebewegung brutal niederschlugen.

Anders als China, Nordkorea und der Iran ist Israels demokratische Gesellschaft aber zu transparent, um Repressionen wie die von Walt gegenüber Israel abfällig unterstellten zuzulassen.

Welche westlichen Journalisten zollten Ariel Sharon gegenüber irgendeine Form der Bewunderung? Vielleicht Dave Brown?

Leseempfehlungen, 16.02.10

16. Februar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 16. Februar 2010

Is Hamas Accusing Paul Martin of Trying to Locate Gilad Shalit?
Palestinian Fund Courts International Investors
Kuwaiti Newspaper Fined Over Pro-Israel Advert
Twitter ‚Is A Weapon In Cyber Warfare‘
Rinse, Wash, Repeat: For the last time, Stephen Walt, Israel did not send the U.S. and Britain into Iraq

Neve Gordon zu extrem für Stephen Walt

27. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 27. August 2009

Professor Stephen Walt kommentiert Dr. Neve Gordons kürzlich formulierten Boykottaufruf gegen Israel. Am Ende der Lobrede auf den Professor der Ben Gurion University schreibt Walt:

Ich sollte hinzufügen, dass ich „Boykott, Kapitalabzug und Sanktionsbestrebungen nicht unterstütze. Zum Teil, weil ich mich selbst bei vergleichsweise milden Formen kollektiver Bestrafung unwohl fühle, und zum anderen, weil ich mir, wie Gordon auch, Sorgen wegen der Doppelmoral mache (d.h., wenn man denkt, es sei okay, Israel zu boykottieren, warum nicht auch China, Burma [Myanmar] oder  weitere Länder?). Und besonders misstrauisch bin ich bei Versuchen, den akademischen Austausch einzuschränken, weil ich alles ablehne, was die Meinungsfreiheit oder den freien Gedankenaustausch behindert. Aber ich respektiere Gordons Motive und sein Gastkommentar hat mich nicht überrascht: Was, wenn er recht hat und dies tatsächlich der einzige Weg ist, eine Zweistatenlösung zu bekommen? Gelehrte sollten die Menschen zum Nachdenken bringen, stimmt’s?

Stephen Pollard kann seinen Ekel kaum verbergen:

Nun, nachdem er Jahre damit verbracht hat, Gift und Galle zu versprühen und überkommenen Lügen über ein manipulierendes, konspiratives Israel, das die amerikanische Außenpolitik steuere, einen akademischen Anstrich zu verpassen, erwähnt er beiläufig, dass er den Geist, den er selbst aus der Flasche gelassen hat, nicht wirklich unterstütze.

Chuzpe ist noch freundlich formuliert. Mir fielen auch andere Formulierungen dafür ein.

Atmen Walt oder Gordon genügend Sauerstoff in der dünnen Luft ihrer Elfenbeintürme?