Posted tagged ‘Stephen Pollard’

AP: Stümperhafter Umgang mit „No Comment“

19. Januar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 19. Januar 2010

Nachdem die Jewish Chronicle Anfang dieser Woche gehackt worden war, fragte ein AP-Reporter JC-Herausgeber Stephen Pollard, ob er glaube, dass der Angriff etwas mit den angespannten israelisch-türkischen Beziehungen zu tun habe.

Pollard sagte deutlich genug, dass er nicht spekulieren wolle, weil er keinen Zusammenhang für diese Assoziation sehe.

Irgendwie drehte AP das so hin:

Pollard sagte, dass der Angriff mit der diplomatischen Fehde zusammenhänge, die sich letzte Woche zwischen Israel und der Türkei entzündet habe, fügte aber hinzu: „An Spekulationen beteilige ich mich nicht.“

Ganz schön erbärmlich, wenn ein Journalist einem anderen Menschen das Wort im Munde verdreht. Das gibt mir zu denken, was die anderen „No Comments“ betrifft, über die der Nachrichtenservice sonst noch berichtet.

Neve Gordon zu extrem für Stephen Walt

27. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 27. August 2009

Professor Stephen Walt kommentiert Dr. Neve Gordons kürzlich formulierten Boykottaufruf gegen Israel. Am Ende der Lobrede auf den Professor der Ben Gurion University schreibt Walt:

Ich sollte hinzufügen, dass ich „Boykott, Kapitalabzug und Sanktionsbestrebungen nicht unterstütze. Zum Teil, weil ich mich selbst bei vergleichsweise milden Formen kollektiver Bestrafung unwohl fühle, und zum anderen, weil ich mir, wie Gordon auch, Sorgen wegen der Doppelmoral mache (d.h., wenn man denkt, es sei okay, Israel zu boykottieren, warum nicht auch China, Burma [Myanmar] oder  weitere Länder?). Und besonders misstrauisch bin ich bei Versuchen, den akademischen Austausch einzuschränken, weil ich alles ablehne, was die Meinungsfreiheit oder den freien Gedankenaustausch behindert. Aber ich respektiere Gordons Motive und sein Gastkommentar hat mich nicht überrascht: Was, wenn er recht hat und dies tatsächlich der einzige Weg ist, eine Zweistatenlösung zu bekommen? Gelehrte sollten die Menschen zum Nachdenken bringen, stimmt’s?

Stephen Pollard kann seinen Ekel kaum verbergen:

Nun, nachdem er Jahre damit verbracht hat, Gift und Galle zu versprühen und überkommenen Lügen über ein manipulierendes, konspiratives Israel, das die amerikanische Außenpolitik steuere, einen akademischen Anstrich zu verpassen, erwähnt er beiläufig, dass er den Geist, den er selbst aus der Flasche gelassen hat, nicht wirklich unterstütze.

Chuzpe ist noch freundlich formuliert. Mir fielen auch andere Formulierungen dafür ein.

Atmen Walt oder Gordon genügend Sauerstoff in der dünnen Luft ihrer Elfenbeintürme?

„Israelische Lobby“ stellt schuldigem Redakteur nach

16. April 2009

HonestReporting Media BackSpin, 16. April 2009

Der BBC Trust (Staatlich geführtes Kontrollgremium; [bd]), zuständig für Beschwerden über die Berichterstattung von Beeb, kam zu dem Ergebnis, dass Jeremy Bowen die Sorgfalts- und Unparteilichkeitsrichtlinien verletzt hatte. So im Juni 2007 mit dem Beitrag How 1967 Defined the Middle East und ein zweites Mal in einer Radioreportage aus Har Homa, die online nicht mehr verfügbar ist. Die gesammelten Ergebnisse kann man im PDF-Format abrufen, dazu HonestReportings (GB) Antwort auf den Beitrag aus dem Jahr 2007.

Bowens Beiträge sind miserabel; und für sich gesehen würden sie einen Journalisten nicht in eine unhaltbare Lage bringen. Aber Bowen wartet leider mit einer Vorgeschichte problematischer Beiträge auf. Und ebenso wie der Nahost-Redakteur eines der weltweit meistverbreiteten Medienunternehmen muss die BBC die Verantwortung für Bowens Litanei von Irrtümern, Unterlassungen und dessen Geisteshaltung übernehmen:

• Eine Dokumentation zu Israels 60. Geburtstag, gespickt mit Unterschlagungen und historischem Revisionismus, Verharmlosungen oder völliger Delegitimierung der drei Jahrtausende alten Wurzeln des jüdischen Volkes im Land Israel. Gleichzeitig werden die Araber als Opfer jüdischer Macht und Böswilligkeit dargestellt.

• Ein internes Memo, das Bowens Standpunkt zum Nahostkonflikt enthüllt, wurde dem Kolumnisten Stephen Pollard zugespielt. Pollards Feststellung:

„In der Tat wird Israel für fast die Schuld zugeschrieben. Die Palästinenser sind für nichts verantwortlich; Israel ist die schuldige Partei. Für jeden israelischen Politiker, den er erwähnt, äußert er Verachtung“.

• Ein Artikel, in dem Israel für die Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen und die damit verbundenen Härten verantwortlich gemacht wird, ohne Hinweis auf die Ursachen für israelische Sanktionen und die zunehmende Hilfe durch Israel und die westliche Welt.

Verbalakrobatik, wenn Terroristen als „Militante“ bezeichnet werden.

• Die Veröffentlichung der schockierenden Behauptung einer palästinensischen Frau in Bowens Kriegstagebuch -, dass ihr Ehemann und der vierjährige Sohn kaltblütig von israelischen Soldaten erschossen worden wären; und das alles ohne stützende oder irgendwelche anderen Medienberichte zu diesem schweren Vorwurf.

• Ein Bericht, der Härten für die Palästinenser nur den israelischen Sicherheitsvorkehrungen zuschreibt, ohne die palästinensische Verantwortlichkeit und Zustimmung für den Kassam-Beschuss Israels durch Raketentrupps oder die Vorbereitung weiterer Terroranschläge einzuräumen.

• Eine unausgewogene Radioreportage, die die Realisierbarkeit der Zweistaatenlösung in Frage stellt. Unter Missachtung der israelischen Sicherheitsinteressen, der Existenz palästinensischer Selbstmordbomber oder des innerpalästinensischen Chaos’ diskutiert Bowen Einschränkungen palästinensischer Bewegungsfreiheit und die Sicherheitsbarriere bei Bethlehem ebenso wie “ illegale“ israelische Siedlungen.

• Ein moralisch verdrehter, allzu vereinfachter Bericht aus Gaza, der Israel beschuldigt, mit seiner „gewalttätigen Besatzungspolitik“ die Palästinenser zu „brutalisieren“.

Normalerweise erregen aufrechterhaltene Beanstandungen dieser Art wenig Aufmerksamkeit, wenn britische Kolumnisten, israelische Zeitungen, Blogger oder die BBC selbst es gebührend zur Kenntnis nehmen.

Doch Bowen traf den Nerv des Independent, wo die Angelegenheit sich zu einem Leitartikel auswuchs, inklusive einer bizarren Reaktion Robert Fisks:

Das Kontrollgremium (Trust) – wie ich dieses Wort liebe, das alles bezüglich der BBC so entehrt hat – ist auf die schändlichste Weise gegenüber der üblichen jüdischen Lobby eingeknickt, die gegen jegliche Fakten behauptet hat, dass Bowen nicht die Wahrheit gesagt hat….

Der Independent protestiert zu viel.

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Bestätigen durch Bestreiten

1. Juli 2008

honestreporting Media Backspin, 1. Juli 2008

Beim Versuch, Stephen Pollard zu widersprechen, bestätigt Press TV, dass es ein Propagandawerkzeug des Iran ist.

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Stars and Tripe (Schund) Forever

15. Mai 2008

honestreporting Media BackSpin, 15. Mai 2008

Dieses Bild, das (online nicht verfügbar) zusammen mit der letzten Kolumne von Jonathan Steel zu sehen ist, erschien in der Printausgabe des Guardian. Stephen Pollard nimmt in seiner Antwort kein Blatt vor den Mund:

Die Folgerung – nicht so sehr Folgerung wie laut kreischende Äußerung – ist, dass Israel die USA kontrolliert. Das Bild ist etwa so klassisch antisemitisch wie eine Allegorie nur sein kann….

Der Guardian sollte seine journalistischen Regeln, was die Herkunft und Bedeutung solcher Bilder betrifft, sorgfältig beachten. Es sei denn, er hat vor, seine Inspiration aus dem Stürmer zu beziehen.

Dazu passend: Die Stars and Stripes des Independent.

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