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Experten: Antizionismus und Antisemitismus auf twitter haben Auswirkungen auf die reale Welt

15. Juli 2021

Rachel O’Donoghue, HonestReporting, 11. Juli 2021

Twitter hat eine gut dokumentierte Geschichte antisemitische Einträge auf seiner Plattform zuzulassen. Es gibt zahlreiche Beispiele, die in dem Forum geblieben sind, auch nachdem sie den Moderatoren gemeldet wurden: von judenfeindlichen Sprachbildern bis zu 9/11-Verschwörungstheorien die Juden für die entsetzlichen Terroranschläge vom 11. September 2001 verantwortlich machen.

Während des 11 Tage dauernden Konflikts zwischen Israel und der Hamas, der im Mai ausbrach, grassierten auf Twitter zügellos judenfeindliche Meinungen. Nach Angaben der Anti-Defamation League (ADL), die daran arbeitet Antisemitismus und Extremismus zu bekämpfen, gab es vom 7. bis 14. Mai 17.000 Tweets, die den Satz „Hitler hatte recht“ oder Variationen davon verwendeten.

Die Verbreitung von Antisemitismus auf Twitter kann ins wirkliche Leben überlaufen, mit sehr realen Konsequenzen für Juden, insbesondere diejenigen, die physisch angegriffen worden sind.

Juden in den USA wurden während und nach dem Konflikt zwischen Israel und der Hamas ins Ziel genommen; die ADL registrierte eine Zunahme von Antisemitismus-Meldungen um 75 Prozent, zu denen Fälle von Vandalismus, Belästigung und Angriffen gehören. ADL-CEO Jonathan Greenblatt beschrieb die Entwicklung als einen „gefährlichen und drastischen Anstieg judenfeindlichen Hasses“.

Trotz der angeblichen Verpflichtung Twitters hart gegen antisemitisches und Hassreden vorzugehen, scheint es so, dass nicht genug getan wird. Zum Beispiel wurde die Präsidentin der Grünen Partei der USA, Cynthia McKinney, heftig kritisiert, weil sie am 28. Juni ein Bild postete, in dem es hieß „Zionisten haben das gemacht“, dazu ein Bild der früheren Twin Towers in New York City.

Twitters Reaktion kann einen vom Glauben abfallen lassen.

Nachdem der Tweets kurzzeitig als Beispiel „derben politischen Kommentars“ wurde, entfernte die Plattform den Post nach einem Aufschrei aus dem gesamten politischen Spektrum. Der anstößige Tweet erschien allerdings nur Stunden später wieder und war zur Zeit der Veröffentlichung dieses Artikels immer noch auf Twitter vorhanden.

Holly Huffnagle, US-Direktorin für die Bekämpfung von Antisemitismus des American Jewish Committee, warnte vor den Folgen solcher Tweets im richtigen Leben: „Juden sind mit jeder Sekunde weniger sicher, in der Twitter Antisemitismus erlaubt auf seiner Plattform zu bleiben. Zum Mindesten sollte der Tweet mit einer Warnung versehen werden, z.B. ‚Sie sind dabei eine Verschwörung/Desinformation zu sehen‘.“

Es ist klar, dass ein omnipräsenter Gigant der sozialen Medien wie Twitter die Pflicht hat gegen die Verbreitung von antisemitischem Hass vorzugehen.

Was online geschieht bleibt nicht immer online.

Krieg im Gazastreifen: 5 Tipps, wie man sich die Nachrichten sortiert und in den sozialen Medien verantwortlich teilt

8. Juli 2014

Pesach Benson, HonestReporting.com, 8. Juli 2014

Raketen fliegen. Israels reagiert mit Luftangriffen und der Einberufung von Reservisten. Die Armee nannte die Mission „Operation schützende Schneide“.

Der Konflikt wird nicht nur am Himmel des Gazastreifens und der israelischen Heimatfront gekämpft. Er wird auch in den Medien ausgetragen. Wir werden alle möglichen Nachrichten, Fotos und Videos zu sehen bekommen. Leute posten bereits Beobachtungen auf Facebook, Twitter und anderen Plattformen sozialer Medien.

Wie können wir – da wir alle informiert sein und andere informieren wollen – durch die Informations-Überlastung ordnen? Und wie sieht es mit unserer Verantwortung für das aus, was wir zum Teilen aussuchen?

Hier können fünf Tipps helfen.

1. Wie kann ich das wissen? Bei allem, was Sie lesen, fragen Sie sich. „Wie kommt der Reporter (Aktivist, Tweeter, mein bester Freund etc.) an diese Information?“ Ist die Quelle letztlich Augenzeuge aus erster Hand? Zitiert er einen Augenzeugen? Das führt zu Punkt zwei.

2. Quellenarbeit: Ist die Quelle kenntlich gemacht? Kann man selbst einschätzen, ob sie verlässlich ist? Wenn die Quellen anonym sind, hat der Reporter glaubwürdig erklärt, warum sie namenlos bleiben müssen?

3. Bilder: Hüten Sie sich vor Bildern die nicht mit Quelle versehen sind. Wir haben Bilder aus Syrien und alte Bilder aus dem Gazastreifen gesehen, die unverantwortlich als „aktuell aus dem Gazastreifen“ ausgegeben werden. Wenn Sie also ein Foto teilen, geben Sie Informationen dazu, wo Sie es sahen und warum Sie ihm so stark vertrauen, dass Sie es teilen. Das ist transparent, aws zu meinem nächsten Punkt führt.

4. Seien Sie transparent. Transparenz macht es uns allen einfacher Ihren Gesprächsbeitrag zu verarbeiten. Und wenn etwas von Ihnen Geteiltes sich als fingiert herausstellt, kann Transparenz Ihre Glaubwürdigkeit davor bewahren verbrannt zu werden.

5. Im Zweifelsfall lassen Sie es weg. Überstürzen Sie nichts, wenn Sie etwas posten. Atmen Sie durch und durchdenken Sie es.

Bild: CC BY flickr/mkhmarketing

Warum Twitter Ihre Aufmerksamkeit verdient

30. Januar 2012

Simon Plosker, HonestReporting.com, 30. Januar 2012

2012 sind die Internetseiten sozialer Medien wie Facebook und Twitter zu einem unauslöschbaren Teil der Mainstream-Kultur geworden. Ein weiteres soziales Medium des Internet, Twitter, könnte allerdings das einflussreichste beim Formen der öffentlichen Meinung sein. Mit 100 Millionen Mitgliedern, von denen die Hälfte täglich postet, wäre es ein Fehler, Twitters Einfluss zu übersehen, insbesondere bei Schlüsselgruppen wie Journalisten und anderen Meinungsführern.

Viele israelische Offizielle, Ministerien und diplomatischen Missionen haben ihre eigenen Twitter-Konten, um Informationen zu teilen und die Öffentlichkeit zu engagieren. 2009 hielt das israelische Konsulat in New York die erste jemals veranstaltete Twitter-Pressekonferenz ab und nahm Fragen zum Gazastreifen direkt von interessierten Personen entgegen. David Saranga, der dieses historische Ereignis organisierte, artikulierte am besten, welche Gedanken hinter der Öffentlichkeits-Diplomatie stehen, die inzwischen üblich ist:

Unsere größte Lehre war die Bedeutung und den Menschen dadurch ein Medium zur Verfügung zu stellen, das sie verstehen.

Jeder, der während der beiden letzten Jahre HonestReporting gelesen hat, weiß, dass Twitter-Einträge („Posts“), so kurz sie sind, Macht haben, Karrieren zu ermöglichen oder zu vernichten. 2010 postete CNN-Reporterin Octavia Nasr einen Tweet darüber, welchen Respekt sie für den libanesischen Großayatollah Mohammed Hussein Fadlallah, einen der geistigen Führer der Hisbollah, empfinde. Innerhalb von Tagen wurde Nasrs lange Karriere als Journalistin in weniger als 140 Buchstaben ausgelöscht, da CNN sie wegen einzigen Tweets feuerte.

Etwas weniger lange ist es her, dass Shurat HaDin (das Israeli Law Center) Twitter gedroht, hat es zu verklagen, weil man Hisbollah und anderen von der US-Regierung als terroristisch eingestufte Organisationen erlaubt, Accounts zu betreiben. In einem Brief an Twitter-Geschäftsführer Richard Costolo machte Shurat HaDin geltend, dass Terrorgruppen Kommunikationsplattformen und Dienste zur Verfügung zu ueberlassen „die Art scheinbar harmloser materielle Unterstützung darstellt, die Ihre Firma und Sie persönlich strafrechtlich und zivilrechtlich haftbar macht“.

Gleichzeitig ist Twitter ein wichtiger Katalysator für den Wandel bei praktisch jeder größeren sozialen Aktion gewesen, von Protesten gegen Wahlfälschungen im Jahr 2009 bis zum Sturz des ägyptischen Diktators Hosni Mubrak 2010. Es dient als einfaches Kommunikationsmittel großer Gruppen von Menschen.

Auch der Begriff Twitter-Revolution hat Einzug ins Wörterbuch gehalten; er bezieht sich auf Personen, die die Internetseite zur Kommunikation ihrer Not nutzen, wenn repressive Regime versuchen, den Kontakt zur Welt draußen abzuwürgen.

Twitter-Einträge mögen den Menschen außerhalb des Twitter-Universums also trivial erscheinen, doch die meisten Macher dieser Welt bewegen sich täglich auf der Internetseite, um sich zu vernetzen, über aktuelle Ereignisse auf dem Laufenden zu bleiben und für ihre Weltanschauung zu werben. Sich die Macht und Reichweite von Twitter nutzbar zu machen ist daher für die Maximierung des eigenen Einflusses auf die Welt unerlässlich.

Jedem, der Twitter zum ersten Mal begegnet, muss verziehen werden, wenn er die Seite verwirrend findet. Als ersten Eindruck erhalten viele Menschen eine Reihe nicht miteinander in Verbindung stehender Einträge, denen zu folgen schwierig ist und die noch schwieriger zu lesen sind, weil Abkürzungen und Symbole benutzt werden, die für den Uneingeweihten keinen Sinn ergeben. Eine kleine Anzahl an Regeln und verbreitete Gewohnheiten können die Seite für jeden weit zugänglicher machen. Und mit ein wenig Praxis beim Verschicken von Tweets können die Leute in Nullkommanichts von Anfängern zu erfahrenen Experten werden.

Regel 1: Alle Einträge sind auf ein Maximum von 140 Buchstaben begrenzt

Das Limit schließt die Leerstellen zwischen den Worten ein. Das bedeutet, dass die meisten Einträge aus rund zwei Sätzen bestehen. Viele würden gerne Links zu Online-Artikeln hinzufügen, also müssen 25 der Zeichen für Links freigehalten werden.

Trotz der Kürze feinden die Menschen, dass Twitter eine effektive Plattform ist, um mit velen Menschen gleichzeitig zu kommunizieren.

Regel 2: Folge Leuten, die du interessant findest

Im Allgemeinen sind Tweets für die gesamte Öffentlichkeit zugänglich und jeder kann sehen, was alle andere tweeten, indem er auf der Profilseite einer Person nachsieht. Aber die einzigen Tweets, die in Ihrem Twitterfeed (der linken Spalte im obigen Diagramm) erscheinen, sind die von Personen, denen Sie folgen. Die meisten Ihrer Interaktionen werden mit diesen Personen stattfinden.

Eine Möglichkeit anzufangen besteht darin mit dem Hashtag-System (#) nach interessierenden Themen zu suchen. Twitter-User nutzen das #-Symbol, um in ihren Tweets Themen zu markieren. Wenn es also ein Thema zu Israel gibt, das Sie interessiert, sollten Sie nach #Israel suchen. Die Ergebnisse, zu denen sowohl proisraelische als auch antiisraelische Tweets gehören, würden so aussehen:

Die Ergebnisse erscheinen auf der linken Seite des Diagramms. Rechts bietet Twitter Vorschläge, welchen Personen Sie noch folgen könnten. Je mehr Sie tweeten, desto mehr Twitter kennen Ihre Interessen, also werden die Vorschläge gezielter. Keiner ist verpflichtet, Ihnen im Gegenzug zu folgen, aber in vielen Fällen werden die Leute das tun, besonders, wenn Sie Einträge zu ihren Interessenthemen schreiben. Personen mit gemeinsamem Interesse zu folgen ist einer der besten Wege, die Zahl derer zu vergrößern, die Ihnen folgen.

Eine weitere Art Personen zu finden, denen Sie folgen wollen, besteht darin, sich anzusehen, wer sonst den Personen folgt, die Sie interessant finden. Gefallen Ihnen zum Beispiel Tweets von HonestReporting, dann sehen Sie sich an, wer den Tweets von HR folgt und folgen Sie einigen von ihnen. Ein rascher Blick auf deren Profilseiten, und Sie werden wissen, ob Sie gemeinsame Interessen haben.

Und denken Sie daran: Nutzen Sie dien Hashtag #Israel, um Ihre Einträge zu markieren, damit andere sie finden können.

Sich der Unterhaltung anschließen

Haben Sie erst einmal auf Twitter Personen gefunden, die Ihre Interessen teilen, besteht der nächste Schritt darin, mit ihnen zu interagieren – entweder direkt oder indirekt. Die elementarste Form der Interaktion ist ein einfaches „retweet“.

Wenn Sie einen Eintrag sehen, von dem Sie denken, dass es für die Ihnen Folgenden nützlich sein würde ihn zu sehen, dann können Sie ihn retweeten, entweder, indem sie auf den retweet-Button innerhalb des Tweets klicken oder indem sie die Buchstaben RT an den Anfang schreiben und ihn erneut posten. Das dient als virtuelle Bestätigung der Nachricht und lässt die Ihnen Folgenden wissen, dass Sie sie unterstützen.

Je mehr Sie andere Personen retweeten, desto wahrscheinlicher werden Sie Ihnen den gleichen Gefallen tun und Ihnen erlauben, neben Ihren eigenen auch die ihnen Folgenden zu erreichen.

Finden Sie jemanden, mit dem Sie direkt kommunizieren wollen, dann können Sie ihm oder ihr eine direkte Nachricht schicken. Direkte Nachrichten sind nur zwischen Personen erlaubt, die einander folgen. Wenn Sie eine direkte Nachricht senden, kann nur der Empfänger sie sehen.

Eine sozialere Form der Kommunikation ist als @message bekannt. Dabei handelt es sich um eine öffentliche Nachricht, die sich an bestimmte Twitter-User wendet. Möchte jemand HonestReporting eine Nachricht auf öffentlichem Weg schicken, kann er oder sie die Nachricht mit @Honestreporting beginnen. HR würden dann per E-Mail auf die Nachricht aufmerksam gemacht und sie würde in der in den „Erwähnungen“ bei Twitter zu sehen sein.

Man kann einen offenen Dialog mit jemand anderem über @message eröffnen oder auf den Tweet eines anderen antworten. Wenn Sie die Antwort-Funktion benutzen, beginnt Twitter den Tweet automatisch mit einem @message, das sich an die Person richtet, der Sie antworten und informiert ihn oder sie von der Antwort.

Es gibt viele weitere Abkürzungen, die Sie in einem durchschnittlichen Tweet finden könnten, zusammen mit abgekürzt buchstabierten Wörtern, so dass die größte Zahl in die 140 Zeichen passt. Hier finden Sie eine Liste der üblichsten [englischen!] Abkürzungen.

Ein guter Überblick über die Grundprinzipien

Wie bei den meisten Dingen des Internets können alle Fragen, die bei der Nutzung von Twitter aufkommen, in der Regel beantwortet werden, indem man eine Google-Suche durchführt. Es ist auch relativ leicht, Twitter-Kurse auf YouTube zu finden.

Es gibt zwar viele andere, doch das Video unten erledigt eine exzellente Arbeit, die die Grundprinzipien von Twitter aufzeigt, während es Ihnen das Portal selbst zeigt. Es ist definitiv wert sich diese wenigen Minuten anzusehen, bevor man anfängt.

Und wenn Sie angefangen haben, vergessen Sie nicht HonestReporting und Media Backspin zu folgen, dem Twitter-Konto, das mit dem täglichen Blog von HonestReporting verbunden ist. [Die deutschen Übersetzungen finden Sie hier: https://twitter.com/#!/MedienBackspin] Und lassen Sie uns wissen, dass sie das gemacht haben. Wir würden uns freuen von Ihnen zu hören.

Also: Gehen sie sie gleich auf www.twitter.com und eröffnen Sie ihr Twitter-Konto und fangen Sie an für Israel zu twittern!

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Eine Bitte:
Wer zu den gefundenen englischen Links (Texte, Bilder, Video) entsprechende deutsche findet, bitte in den Kommentaren einstellen!

Text, Video, Audio, Bilder und mehr….

18. Oktober 2010

HonestReporting Media BackSpin, 18. Oktober 2010

Gesellschaftsredakteur Alex Margolin schreibt gelegentlich Einträge zu sozialen Medienfragen. Er ist für HonestReportings Facebook-Seite verantwortlich.

Der Aufstieg sozialer Medien hat es für alle einfacher gemacht, ihre Gedanken und Meinungen weltweit zu veröffentlichen, und er vervielfachte die Möglichkeiten für die Menschen, sich mitzuteilen.

Jeder, der eine Digitalkamera oder ein Smart Phone besitzt, kann über YouTube ein Video oder bei flickr Fotos einstellen: Diejenigen, die lieber schriftlich unterwegs sind, können einen Blog aufmachen oder Beiträge auf speziellen Seiten einstellen, die auf Informationsaustausch spezialisiert sind; ganz einfach ist es auch, Audio-Podcasts aufzuzeichnen und sie mittels iTunes oder Podbean zu verschicken.

Aber die beste Option kann sein, so viele verschiedene Formen wie möglich [gleichzeitig; bd] zu nutzen, um eine einzelne Story zu schreiben. Man nennt das “Transmediales Geschichtenerzählen“ und – wie übereinstimmend viele Internet-Experten sagen, darunter auch Steve Rubel -, im Überangebot der Geräusche im Internet wahrgenommen zu werden:

Transmediales Geschichtenerzählen braucht nicht viel Fantasie. Da reichen Tools, die kaum finanziellen Aufwand  benötigen. Alles muss jedoch durchdacht sein. Dies erfordert, dass Experten in diesem Geschäft sich darauf verstehen, wie man einerseits gute Stories bringt und gleichzeitig Text, Video, Audio und Bilder in Beziehung zum Schauplatz bringt, über den man berichtet.

Transmediales Geschichtenerzählen ist die Zukunft des Marketings. Und jene, die in der Lage sind, formatübergreifend zu arbeiten und ihre Fachkenntnisse teilen zu können, werden sich im Zeitalter der digitalen Relativität und Beliebigkeit vom Rest der User abheben. Jedoch bleibt abzuwarten, wer sich durchsetzen wird.

Um im transmedialen Geschichtenerzählen erfolgreich zu sein, ist es von entscheidender Bedeutung, fließenden Zusammenhang zwischen verschiedenen Formaten herzustellen und nicht den gleichen Inhalt in verschiedenen Formaten zu wiederholen. Anfang dieses Jahres hatte HonestReporting Erfolg mit dem Vorstoß, Comedy Central zu zwingen, ein widerliches Videospiel von deren Webseite zu nehmen, und das hauptsächlich deshalb, weil HonestReporting für seinen Ansatz eine Multi-Plattform nutzte.

HonestReportings Aktion beinhaltete ein allgemein gehaltenes Kommuniqué zum Thema, ein Audio-Podcast, das das Videospiel näher beleuchtete und eine Facebook Gruppe, die als Vervielfältigungsmedium wirkte.

Der dreigleisig vorgetragene Ansatz band wesentlich mehr Menschen in die Aktion ein. Kommuniqué und Podcast dienten als Gärungssubstanzen, die von vielen Bloggern und Kommentatoren aufgegriffen wurden. Und jede Einbindung brachte Facebook-Unterstützergruppen dazu, eine kritische Protestmasse aufzubauen.

Angesichts der unglaublichen Vielfalt der verfügbaren Materialien im Internet heute ist viel Kreativität vonnöten, um Beachtung zu finden. Eine gute Geschichte allein in einem Format zu bringen, ist schwierig, und sie auf ein anderes Format zu übertragen noch schwieriger. Aber die Aussicht auf Erfolg scheint den Aufwand wert zu sein.

Was ist Online-Konversation?

5. September 2010

HonestReporting Media Backspin, 5. September 2010

Gesellschaftsredakteur Alex Margolin schreibt gelegentlich Einträge zu sozialen Medienfragen. Er ist für HonestReportings Facebook-Seite verantwortlich.

Menschen, die eine Menge Zeit im Internet und insbesondere auf Seiten der sozialen Medien verbringen, sprechen von dem gesamten Phänomen des „usergeneriertem Inhalt“ als „Konversation“.

Wovon sie sprechen ist in den meisten Fällen die Möglichkeit, dass Menschen Inhalte, die ihnen gefallen, in zahlreichen Foren wie Blogs, Facebook oder YouTube einstellen können und dass andere Menschen ohne Filter oder Editoren darauf antworten.

Die Konversationsqualität, ein Nebenprodukt der Demokratisierung des Internets, ist einer der größten Beiträge der sozialen Medien zu den Massenmedien. Neuerdings gibt es jedoch eine Menge von, nun: Konversation darüber, ob es in solchen Foren wirklich überhaupt Konversation gibt.

Mitch Joel, Vermarkter für soziale Medien, ist ein führender Vertreter der sozialen Medien als Ort für direkte Kommunikation von Person zu Person; er schrieb vor kurzem einen höchst provokanten Blog-Eintrag mit dem Titel „The End of Conversation in Social Media“ (Das Ende der Konversation in den sozialen Medien). Darin argumentierte er, dass das, was die meisten Leute online tun – Status-Updates auf Facebook, Tweets, Kommentare – nicht auf persönliches Engagement bedeutet.

Mit Blick auf die verschiedenen Plattformen sozialer Medien schlussfolgert Joel:

… die Mehrzahl der „Konversation“, die mir begegnete, ist nicht mehr als das Posten eines Gedankens mit sehr wenig Engagement, das darüber hinaus geht.

Joel hat Recht, dass es im Internet wenig direktes Hin und Her zwischen Individuen gibt. Aber er hat Unrecht, wenn er sagt, dass es wenig Engagement gibt.

Fakt ist, dass es fast nichts anderes gibt. Das Engagement findet über den riesigen Geltungsbereich der sozialen Medien statt. Es gibt sie nicht nur zwischen Menschen, sondern auch zwischen Menschen und Ideen, wobei viele Menschen Gedanken zu ähnlichen Themen beitragen. Die Leute lesen Blogs und statt dass sie einen Kommentar hinterlassen, antworten sie mit einem eigenen Blogpost zum Thema. Die Leute schaffen und teilen täglich eine gewaltige Menge Inhalte als Antwort auf das, was andere am Tag davor schufen.

Ihre Antwort richtet sich nicht nur an eine Einzelperson, sondern an jeden anderen, der sich für den Gedanken interessiert.

Es ist falsch zu erwarten, dass das Internet als Telefonverbindung zwischen Einzelpersonen fungiert. Soziale Medien sind in den Annalen der Medien etwas Neues – statt Kommunikation von einer Person mit einer einzelnen anderen findet in den sozialen Medien Kommunikation von einer Person mit vielen statt. Wie die vielen antworten, wird von einem Individuum zum nächsten variieren.

Das ist der Grund, dass das Gesamtphänomen „Konversation“ genannt wird. Es befindet sich überall um uns herum. Ideen werden diskutiert, umgebaut und letztendlich verbessert. Einige werden zurückgewiesen. Aber jeder kann seine Stimme ins Gespräch einbringen.

Oder wie Lisa Hickey es in einem Kommentar zu Joels Eintrag ausdrückte:

Es ist nicht nur ein „hin und her“, das heutzutage Konversation definiert, sondern es ist ein „hier, dort und überall“.

Berichte, die E-Mail sei tot, scheinen übertrieben zu sein

12. August 2010

HonestReporting Media Backspin, 12. August 2010

HonestReportings Gesellschafts-Redakteur Alex Margolin schreibt gelegentlich Einträge zu sozialen Medienfragen. Er ist für HonestReportings Facebook-Seite verantwortlich.

Seit dem Aufkommen der sozialen Medien haben Experten ständig den Zusammenbruch der E-Mail als Werkzeug der Massen prophezeit. Facebooks leitende Geschäftsführerin Sheryl Sandberg sagte kürzlich auf einer Konferenz dem Publikum, Teenager zögen E-Mails das Instant Messaging vor; sie signalisierte, dass die alte elektronische Post am Ende sei. „E-Mailing – ich kann mir ein Leben ohne nicht vorstellen – wird wahrscheinlich verschwinden“, sagte Sandberg. „Wenn Sie wissen wollen, was Leute wie wir morgen tun werden, dann sehen Sie sich an, was Teenager heute tun.“

Im Wall Street Journal erklärte Reporterin Jessica Vascellaro letzten Oktober, E-Mails erfüllten nicht länger ihren Zweck, wenn wir ständig über Mobiltelefone und schnelle Internetverbindungen miteinander verbunden sind.

Warum auf die Antwort auf eine E-Mail warten, wenn man über Instant Messaging eine schnellere Antwort bekommen kann? Dank Facebook können manche Fragen beantwortet werden, ohne dass man sie stellt. Man muss keine Freundin fragen, ob sie Arbeit übrig hat, wenn sie ihre öffentlichen „Status“ auf der Seite der Welt das mitteilt. E-Mailing, das im Zeitalter der Anhänge feststeckt, erscheint im Vergleich zu Diensten wie Google Wave, das sich derzeit in der Testphase befindet, langweilig; Google Wave erlaubt den Usern Fotos weiterzugeben, indem man sie per Drag and Drop von einem Desktop in Wave zieht und Kommentare in Echtzeit eingibt.

Nun, die Berichte des Todes der E-Mail scheinen übertrieben zu sein. Erst diese Woche kündigte Google an, es werde Google Wave nicht weiterführen. Der Dienst, von dem Google hoffte, er werde Gmail ersetzen, zog einfach nicht genügend User an.

Wie erklären wir aber den Sieg der E-Mail über einen so technisch fortschrittlichen Gegner wie Google Wave? Immerhin konnte Google Wave alles, was E-Mailing konnte und noch viel darüber hinaus, einschließlich Echtzeit-Zusammenarbeit zu Dokumenten. Abgesehen von den offensichtlichen Gründen – dass die Leute mit ihrem E-Mail-Dienst zufrieden sind und keine Notwendigkeit für Veränderungen sahen – hebt der Lauf der Ereignisse einige Trends hervor, die heute im Internet ablaufen. Zwei Trends stechen heraus.

1. Google Wave ist, wie viele neue technologische Innovationen, Teil einer Schwemme an Produkten, die viel schneller geschaffen werden, als die kritische Masse der Menschen sie konsumieren kann. Viele hoch technisierte Blogs bringen Rezensionen neuer Software-Pakete it erstaunlichen neuen Fähigkeiten. Am nächsten Tag gibt es einen Stapel neuer Produkt-Rezensionen. Das Ergebnis ist die Ansammlung von Technologie, deren Nutzbarkeit die Leute bisher nicht finden konnten.

Produkte, die sich durchsetzen, wichen durch die User oft von ihrer ursprünglichen Gebrauchsabsicht ab. Twitter zum Beispiel wurde ursprünglich geschaffen, damit den Leuten durch regelmäßige Updates ihrer alltäglichen Aktivitäten dabei geholfen werden konnte mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Als es mehr und mehr angenommen wurde, richteten User – nicht das Twitter-Management, die Firma – Normen wie das „retweet“ und die Hashtag-Organisationssystem ein. Der Dienst stieg während des Anschlags auf Mumbai als wichtiges Kommunikationsmittel auf, weil die Leute Informationen beinahe in Echtzeit einstellten.

Also wird E-Mail überleben, weil die Menschen bereits wissen, wie sie planen können sie zu nutzen. Google Wave mag diese Optionen vergrößert haben, aber dass es sich nicht durchsetzen konnte zeigt an, dass es wenig Bedarf für einen Quantensprung im E-Mail-Leistungsvermögens gibt.

2. E-Mail wird weiterhin in signifikanter Zahl genutzt als Möglichkeit werden, dass die Menschen sich gegen Informationsüberflutung wehren.

Vollzeit mit dem Net verbunden zu sein, mag das Tempo der Produktivität beschleunigen, aber es könnte auch zu Burnout und dem Bedürfnis nach Rückzug führen. Es mag frustrierende sein „auf die Antwort auf eine E-Mail zu warten“, doch wir bestimmen zumindest das Tempo unserer Kommunikation.

Ironischerweise wurde derselbe Begriff für die Notwendigkeit benutzt, die Flut an E-Mails auszusieben, die die Leute jeden Morgen vorfinden würden, wenn sie zur Arbeit kommen. Für die heutige Arbeitsumwelt gilt das noch viel mehr.

Warum Facebook die arabischen Medien wegfegt

26. Mai 2010

HonestReporting Media Backspin, 26. Mai 2010

HonestReportings Gesellschafts-Redakteur Alex Margolin schreibt gelegentlich Einträge zu sozialen Medienfragen. Er ist für HonestReportings Facebook-Seite verantwortlich.

Die Verschiebung von den Printmedien zum Internet und sozialen Medien ist wie eine Flutwelle, die alles in ihrem Weg erfasst – sogar in der arabischen Welt. Die BBC berichtete diese Woche, dass die Facebook-Mitgliedschaften in arabischen Ländern die Zahl der Zeitungsleser überholt hat.

BBC zitierte eine in Dubai ansässige Public Relations-Firma, die herausfand, dass 15 Millionen Araber Facebook nutzen, während die zusammengerechnete Zirkulation von Zeitungen – einschließlich der englisch- und französischsprachigen Ausgaben, unter knapp 14 Millionen fällt. (Die komplette Studie findet sich hier.)

Magdi Abedhadi, der Nahost-Redakteur der BBC, der den Artikel schrieb, deutete an, dass Facebooks unglaubliches Eindringen, selbst in Ländern wie Saudi-Arabien, hätte vorausgesagt werden können:

Die Ergebnisse sollten nicht überraschen. Die Mehrheit der mehr als 300 Millionen Menschen der Region ist jung und die Internetnutzung im Steigen begriffen.

In Gesellschaften, in denen politische Freiheiten massive limitiert sind, haben viele auf Facebook als Alternative zum öffentlichen Raum Zuflucht genommen.

Abdelhadi mag es kommen gesehen haben, aber andere, die den Trends im Internet folgen, könnten diese Nachricht erstaunen. Immerhin tendieren Nachrichtenartikel, die sowohl Facebook als auch Araber oder Muslime erwähnen, dazu sich auf Themen wie Verbote der Dienste durch Regierungen zu konzentrieren. Erst letzte Woche sperrte Pakistan Facebook und YouTube wegen „frevelhaften“ Inhalts.

Manchmal haben Sperrungen politische Gründe. Letztes Jahr, nach HonestReportings erfolgreicher Kampagne, die Facebook zwang Einwohnern des Golan Israel als ihren Staat anzugeben, sperrte die syrische Regierung Facebook zum zweiten Mal.

Abgesehen von Überraschungen hat Abdelhadi Recht damit, dass Facebook und andere sozialen Medien als Außenposten der Freiheit in ansonsten diktatorischen Regimen dienen. Nach den umstrittenen Wahlen im Iran im letzten Jahr bedienten sich die Demonstranten Facebook, YouTube und Twitter, um der Welt zu sagen, was dort vorging. Sie hatten keine Wahl – der Iran hinderte die Medien daran von den Protesten zu berichten.

Doch soziale Medien sind mehr als eine Rettungsleine für die Unterdrückten. Sie dienen natürlicher als grundlegendes menschliches Bedürfnis zur Kommunikation als alle Medien vor ihnen. Das ist der Grund, dass sie weiterhin traditionelle Medien wegfegen werden – besonders dann, wenn die Medien staatlich geführte Unterdrückungsorgane sind.

Der letzte Eintrag aus Alex‘ Reihe: Schafft das Internet neue Arten von Medien-Einseitigkeit?

Nichts mehr gratis?

21. April 2010

HonestReporting Media BackSpin, 21. April 2010

Alex Margolin, HonestReportings Redakteur für Soziale Medien, trägt gelegentlich mit Beiträgen zu relevanten Themen bei. Er zeichnet für HonestReporting bei Facebook verantwortlich.

In guten alten Zeiten stand das Internet für Gratisinhalte.

Contents, für die die Nutzer in einer Welt der anfassbaren Gegenstände zahlten, also Musik, News, Software – waren dennoch online bequem in kostenlosen digitalen Versionen erhältlich.

Auch wenn es weiterhin viele Inhalte frei online gibt, scheint die momentane Entwicklung gegen das „Gratis“-Prinzip zu sprechen, zumindest für Sujets, die in der realen Welt Bedeutung haben. Filesharing-Seiten wie Napster, die der Musikindustrie zusetzten, sind kaum noch präsent und wurden durch iTunes ersetzt, die für jeden Song eine kleine Gebühr verlangen.

Wie die Schallplattenindustrie setzt nun auch das Zeitungsgeschäft darauf, dass die Kunden für Inhalte Geld berappen würden. Ruport Murdochs Wall Street Journal hat bereits damit begonnen, für die meisten Artikel Geld zu verlangen und die NY Times will 2011 nachziehen. Andere Publikationen wie die Financial Times prosperieren erfolgreich mit ihren eigenen kostenpflichtigen Seiten.

Auch die Sozialen Medien erkennen, dass sich die Zeiten geändert haben. Während die Medienriesen Google, Facebook, YouTube und Twitter wohl dank ihrer Werbeeinnahmen weiterhin frei anbieten [können], sind sich die kleineren Player im Pool nicht so sicher. Diese Woche erst gab Ning, das seinen Nutzern gestattet, ihre eigenen sozialen Netwerke aufzubauen, bekannt, dass es seinen kostenlosen Service auslaufen lassen wird, um alle Ressourcen seinen zahlenden Kunden zur Verfügung zu stellen.

In einer vielsagenden Notiz teilte Ning-Chef Jason Rosenthal mit, dass er 75% seines Daten-Traffics mit festen und aktiven Kunden des Premium-Services abdecken würde, also mit Nutzern, die für die Dienstleistungen zahlten. In einer Stellungnahme brachte es Technik-Blogger David Heinemeier Hansson auf den Punkt: „Der ‚verschenke-es-und-sie-werden-anbeißen-und-wir-werden reich‘-Automatismus führt heute genauso in die Pleite wie 2001.“

Was also bedeutet diese Akzentverschiebung für Israels Öffentlichkeitsarbeit? Sie besagt einerseits, dass voreingenommene Medienberichterstattung schwerer zu überwachen und zu kontern sein wird, andererseits aber auch, dass weniger Adressaten erreicht werden. Ein Aufwärtstrend für kostenpflichtige Internetangebote bedeutet [aber; bd], dass heute aktiv wirkende Anbieter mit Guerilla-Marketingmethoden es schwerer haben werden, ihre Inhalte (Nachrichten) über das Netz zu verbreiten.

Internetnutzer haben bisher jedoch große Flexibilität bewiesen, wenn es darum ging, den kostenlosen Charakter des Netzes zu bewahren. Gehen Sie einmal davon aus, dass sich neue Technologien herausbilden, denen es gelingt, die Lücken zu füllen, die durch die kostenpflichtigen Webseiten gerissen werden.

Abschließende Frage: Gehen Sie davon aus, dass Sie einem Blatt wie der NY Times eher über einen kostenpflichtigen Inhalt oder über eine kleine Gebühr für einen Artikel beikommen?

Alex Margolin hat dazu schon im Januar 2010 einen Artikel verfasst, der sich dem Thema widmet: Aufgebaute Projekte stützen und fortführen.

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P.S.: Vielen Dank an HEPLEV für die Mitarbeit!

Aufgebaute Projekte stützen und fortführen

13. Januar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 13. Januar 2010

Alex Margolin, Redakteur für Soziale Medien bei HonestReporting, trägt gelegentlich mit Postings zum Thema bei. Er betreut HonestReporting bei Facebook.

AP machte diese Woche Schlagzeilen, weil sie einen Redakteur für Soziale Netzwerke eingestellt hatte, der die Kanäle für Soziale Medien nach News abgrasen soll. Offensichtlich hat AP erkannt, dass, neben anderen Seiten, Facebook, Twitter und YouTube bei der Verbreitung von Nachrichten nicht mehr ignoriert werden können. Es gibt einfach zu viele vitale Informationen, die durch diese Netze rauschen.

AP folgt damit dem Beispiel der New York Times, die ihren eigenen Redakteur für Soziale Medien im Mai 2009 eingestellt hatte. Aber News mitten aus der, Konversation’ rauszufischen bedeutet nur den Anfang. CNN und Huffington Post haben das Konzept schon weiterentwickelt, indem sie Lesern die Möglichkeit einräumen, eigene Beiträge direkt auf der Nachrichtenseite zu posten. Das ist okay – die Leser können Originalvideos in der Internetreporter-Rubrik meistens ohne Filter einstellen.

So, wie Zeitungen immer mehr Ressourcen ins Internet auslagern, schaffen andere Mainstream-Vertriebswege mehr Raum für zusätzliches Leserengagement. Der Grund dafür ist simpel: Die Menschen  unterstützen die Dinge, die sie mit aufgebaut haben. Wenn ein Leser seinen eigenen Artikel oder Video auf einer Webseite sieht, hat er Anteil am Erfolg der Seite. Wenn er in der Lage ist, seinen Standpunkt mit dem anderer zu koordinieren, hat er Grund, Leute zum Besuch der Webseite anzuregen.

Diese Form des Engagements beinhaltet ein weiteres wichtiges Element: Dank der Web 2.0-Technologie können sich Menschen zu einem gemeinsamen Zweck zusammenschließen, was in früheren Zeiten so nicht möglich war*. HonestReporting erfuhr dies aus erster Hand mit unserer erfolgreichen Facebook Group zugunsten der Golan-Bewohner.

Während die Gruppe immer mehr Zulauf bekam, wurde sie zum Zentrum der Aktivitäten rund um das Golan-Thema. Teilnehmer steuerten Fotos und Videos aus dem Golan bei, führten etliche Diskussionen über die Region und teilten ihre persönlichen Ansichten und Erfahrungen mit. Selbst wenn Facebook seine Politik den Golan-Bewohnern gegenüber nicht positiv verändert hätte, die Gruppe wäre ein pulsierender Treffpunkt für Leute mit einem Interesse am Golan geblieben.

Die Menschen, die am Aufbau der Gruppe mitgewirkt und sie zur Community ausgebaut hatten, besaßen mehr als ein vorübergehendes Interesse am Thema. Sie haben persönlichen Anteil am Erfolg der Gruppe.

Dank der Sozialen Medien können sich die Menschen vernehmbar machen wie niemals vorher. Und ihre Stimmen werden gehört – nicht nur von Millionen Usern dieser Quellen, sondern auch zunehmend von Konsumenten der Mainstream-Medien.

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*Sieht man einmal von Usenet ab, das aber auch nur relativ wenigen Teilnehmern zugänglich war und sich hauptsächlich auf den Wissenschaftsbetrieb konzentrierte [bd].

Kurz zusammengefasst: Soziale Medien – Teil 2

10. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 10. November 2009

Facebook-Potential ausschöpfen

Lesen Sie dazu bitte das neue Kommuniqué von HonestReporting: Social Media in a Nutshell – Part 2

Drei Lektionen für Israel von Jacko, den Lakers und dem Iran

8. Juli 2009

HonestReporting Media BackSpin, 8. Juli 2009

Wegen Michael Jackson, den Lakers* und dem Iran investiert die LA Times viel qualifiziertes Personal in den Web-Traffic zu entsprechenden Artikeln und Blogs und erhält so die Aufmerksamkeit einer beträchtlicher Anzahl von Nutzern sozialer Medien wie Twitter, Facebook und YouTube.

Einige der Statistiken aus diesem internen Memo sind wirklich beeindruckend. Und drei wichtige Schlüsse kann man daraus ziehen:

• Multimedia-, Echtzeit- und interaktiver Journalismus sind offensichtlich das was die Leute wünschen. Ein Video von Jacksons Fans, die ihre Gedanken auf dem Youtube-Channel des Blattes äußern, hat schon jetzt 634.000+ Aufrufe und saftige 1.400 Kommentare. So viele Jackson-Fans können sich nicht irren: Angebot und Nachfrage steigen….

• Kleinere Zeitungen könnten ihre Lokalstories national verbreiten, aber nur, wenn sie bereits die notwendige Infrastruktur von Web 2.0 besitzen und sie effektiv anwenden. Während alles und jeder die landesweit bekannten Stories von Sarah Palin und Steve McNair bringt, arbeiten Anchorage Daily News und Nashville Tennessean mit dem Heimvorteil im Rücken. Ziehen sie daraus irgendeinen Vorteil?

• Jeder, der sich für Israel einsetzt, sollte bei Facebook, Twitter, YouTube etc. „am Ball bleiben“. Das setzt Eigeninitiative voraus. Oder wie Alex Margolin schon im Januar schrieb:

Wegen des „sozialen Charakters“ des Internets von heute, in dem der Inhalt immer häufiger von Nutzern statt von Webseitenbetreibern generiert wird, reicht Qualität alleine nicht aus. Es wird also zunehmend wichtiger, die Anzahl der Menschen zu steigern, die Israels Standpunkt verbreiten.

In anderen Worten: staatliche Einrichtungen können Videomaterial, Fotos und Informationen bereitstellen und die Aktivisten können das Material sichten und ordnen sowie Verbreitungswege für die öffentliche Partizipation einrichten, aber der Erfolg in den Medien wird in großem Maße davon abhängen, was die Massen der Unterstützer mit den Informationen zustande bringen.

Wenn Sie sich aktiv einbringen wollen vergessen Sie bitte nicht, sich bei unseren Facebook– und Twitter-Gruppen anzumelden.

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*Los Angeles Lakers

Leseempfehlungen, 27. Mai

27. Mai 2009

HonestReporting Media BackSpin, 27. Mai 2009

Wer spricht für Israel? Zu viele Boten und Botschaften lähmen Israels Bemühungen, sein Anliegen der Welt zu vermitteln.

Abbas‘ Glaubwürdigkeitsproblem. Die Wahlen sind längs überfällig, die Regierung und seine Partei fallen auseinander und Abbas Popularität schwindet. Daled Amos beschäftigt sich zudem mit der Legitimität der PA-Führung.

Ermordete die Hisbollah Hariri? Michael Totten fragt sich, ob man bei der UNO die syrische Komplizenschaft zugunsten der Diplomatie verschweigt.

10 zu auffällig retuschierte Nachrichtenfotos. Rückblick auf große Momente der Fauxtographie (via LGF).

New York Times ernennt „Redakteurin für Soziale Medien“. Neuland für die Gray Lady.

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Kurz zusammengefasst: Soziale Medien – Teil 1

27. Mai 2009

HonestReporting Media BackSpin, 27. Mai 2009

Lesen Sie dazu das neue Kommuniqué von HonestReporting: Social Media in a Nutshell – Part 1

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Hinter den Kulissen der IDF-Pressesprechereinheit

24. Mai 2009

HonestReporting Media BackSpin, 24. Mai 2009

Der Jerusalem Post zum neuen proaktiven Ansatz der Pressesprechereinheit der IDF im Umgang mit westlichen Reportern und Sozialen Netzwerken.

Währenddessen untersuchte der Columbia Journalism Review die Wechselwirkung zwischen Pressesprechereinheit und den israelischen Medien im Gazakrieg.

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