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Israel unter Sperrfeuer: Raketenangriffe auf den Süden

12. März 2012

HonestReporting Media BackSpin, 12. März 2012

Wieder einmal haben eine Million Israelis die letzten 48 Stunden in nahe gelegenen Luftschutzkellern oder ihren geschützten Räumen verbringen müssen. Die meisten Schlagzeilen und Artikel beschäftigten sich jedoch mit israelischen Luftangriffen auf Terrorzellen in Gaza, die zum Tod von mehr als einem Dutzend Palästinensern geführt hatten. Aber wie steht es mit den verheerenden Auswirkungen von rund 130 Raketen auf israelische Städte und Gemeinden bislang?

Die Times of London schreibt über abgefeuerten Raketen auf „israelische Grenzstädte“, und die Financial Times titelt mit „Gewalteskalation an Gazas Grenze“. Ashkelon (113.000 Einwohner), Ashdod (206.000 Einwohner) und Beerscheba (194.000 Einwohner) sind aber alles andere als „Grenzstädte“.

Abgesehen davon haben die von den Terroristen in Gaza abgefeuerten Waffen sehr wenig mit „handgefertigten“ Raketen zu tun.

Falls erforderlich, bitte auf die Abbildung klicken!


Hier einige der neuesten Informationen (Dank an die IDF-Pressestelle):

In den letzten beiden Tagen wurden aus dem Gazastreifen mehr als 130 Raketen in die Ballungszentren im Süden Israels abgefeuert.

• Am Freitag, den 9. März, wurden vier Menschen verletzt, einer davon schwer. Am 10. März wurde ein Pferd getötet und ein Haus nahe Ashdod durch einen direkten Raketentreffer schwer beschädigt.

• Wegen der anhaltenden Raketenangriffe sind am Sonntag, den 11. März, in vielen Städten und Gemeinden im Süden Israels die Schulen geschlossen worden.

• Zu den Angriffszielen zählten Ashdod, Beersheba, Yavne, Netivot und Ashkelon sowie die Areale von Eshkol und Shaar Hanegev.

• Das Iron Dome-System [Abwehrsystem gegen Kurzstreckenraketen; (bd)*] fing etwa 90% der auf Beersheba, Ashdod und Ashkelon abgefeuerten Raketen ab.

• Die Terror-Einheiten verschießen ihre Raketen aus dicht besiedelten Gebieten im Gazastreifen, darunter Bet Lahiya, Jabaliya, Rafah, Gaza und El-Bureij.

Trotz des Raketensperrfeuers bleibt der Grenzübergang Erez nach Gaza für Passagiere und Mitarbeiter internationaler Organisationen offen. Kerem Shalom ebenso für die Lieferung von 200 Lkw-Ladungen aus Israel in den Gazastreifen.

Bleiben Sie wachsam, wenn es um folgende Themen in Ihren lokalen Medien geht:

Moralische Gleichsetzung: Unterscheiden die Medien zwischen gezielten israelischen Schlägen gegen Terroristen – im Gegensatz zu  wahllos-absichtlichen palästinensischen Raketenangriffen auf israelische Zivilisten?

„Gewaltspirale“: Trotz dieser oft verwendeten Umschreibung [plumper Euphemismus der antizionistischen Medien (bd)] handelt es sich hier nicht um eine „Gewaltspirale“, die auf beiden Seiten gleiche Verantwortung und Absicht unterstellen könnte. In diesem Fall nahm Israel – wie in den vorausgegangenen Konflikten auch – sein Recht auf präventive Selbstverteidigung wahr, indem es gegen eine Terrorgruppe vorging, die einen kombinierten Terroranschlag plante, der über den Sinai durchgeführt worden war.

Chronologische Umkehrung: Wo beginnen Ihre Zeitung/Ihre Medien mit der Berichterstattung? Mit dem Abschuss von Raketen aus dem Gazastreifen oder der israelischen Reaktion darauf? Falls der Fokus auf israelische Luftangriffe gelegt wird, verzerrt das dann  nicht die Perspektive, wenn Israel als Aggressor dargestellt wird?

„Unverhältnismäßige Reaktion“: Wird Israel bezichtigt, auf palästinensische Terrorangriffe überreagierend zu antworten? Wenn Sie mehr zum Thema wissen wollen, dann klicken Sie bitte unten [Am besten auf die Steuerungstasten im Menü (bd)]:

Israel gegen Vorwürfe exzessiver Gewalt verteidigen


Weitere Präsentationen zum Thema von HonestReporting

Wenn Ihre lokalen Medien über die aktuellen Ereignisse berichten, nehmen Sie sich die erforderliche Zeit dafür, in E-Mails und Leserbriefen deutlich klar zu stellen, wer für den Gewaltausbruch verantwortlich ist – mit direktem Bezug auf die Terroristen, die Anschläge auf israelische Zivilisten planen und Raketen auf sie abfeuern. Überzeugen Sie Ihre Medien davon, dass diese auch um das Leiden von einer Million Israelis [Bescheid] wissen, die von diesem neuesten Raketenhagel betroffen sind.

Für neueste Meldungen zur ständig wechselnden Sachlage vor Ort informieren Sie sich bitte bei HonestReporting über Facebook, Twitter und unseren Backspin-Blog.

Die deutsche Ausgabe wie immer hier, falls man die englischsprachige Ausgabe nicht lesen kann: https://backsp.wordpress.com/

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*Mehr zu Iron Dome hier [In Englisch]

Eilmeldung: Panzerabwehrrakete schlägt in israelischen Schulbus ein

7. April 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. April 2011

Außerhalb des Kibbuz Saad / Shaar Hanegev wurde eine Panzerabwehrrakete auf einen israelischen Bus abgefeuert. Dabei wurde ein 16-jähriger Junge lebensgefährlich verletzt.

Die Einwohner werden aufgefordert, in den Schutzräumen zu bleiben, da mit weiterem Granatenbeschuss zu rechnen ist.

Mal sehen, wie viele Blätter über diesen Anschlag berichten. Ich wette, die Mainstream-Medien werden mehr Wert auf die israelische Antwort legen.

Schreiben Sie uns, wie man bei Ihnen darüber berichtet – falls überhaupt.

Update, 17:25: Sehen sie, auf die BBC kann man sich wieder verlassen:


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Hinweis: Ulrich Sahm hat auf Hagalil einen leicht abweichenden Bericht zum Vorfall geschrieben. Währenddessen weint Frau Putz beim SPIEGEL wieder einmal um einen „harmlosen“ Waffenhändler.

(Hattips: Rika und Tiquah bat Shalom)

Fauxtography: Doppelter Ärger mit dem Schutt

3. Juli 2010

HonestReporting Media BackSpin, 3. Juli 2010

Nachrichtenagenturen produzierten einige Fotos aus Arealen in Gaza nach einem israelischen Luftangriff, der einem Kassam-Beschuss mit schweren Trefferschäden auf einen Verpackungsbetrieb in Shaar HaNegev folgte.

AP, Reuters– und Getty-Stringer*, die die Fotos 1, 2, 3, 4 und 5 aufnahmen, widmen sich überwiegend dem Luftangriff, weil sie die Bilder in doppeltem Sinne einsetzen: neben der Meldung darüber liefern sie die anhaltende Trümmerstory über fehlenden Zement.

Das krasseste Beispiel hier von Reuters.

Palästinenser versuchen, Kies aus einem zerstörten Gebäude auf einem ehemaligen Flughafen herauszubrechen, der am 1. Juli bei einem israelischen Luftschlag im südlichen Gazastreifen getroffen worden war. Der Kies wird anschließend verkauft und für die Errichtung von Neubauten verwendet. (REUTERS/Ibraheem Abu Mustafa)

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis die Nachrichtenagenturen Bilder von der zerstörten Verpackungsanlage bringen. YNet News hat es bereits getan. Die Bilder sind weder dramatisch noch entsprechen sie den vorgefassten Ansichten der Agenturen zum Nahostkonflikt.

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*Stringer nennt man meist palästinensische (freie) journalistische Zuarbeiter/Kameraleute vor Ort für die großen westlichen Medien. Was von ihrer „Unparteilichkeit“ zu halten ist, kann man an 5 Fingern abzählen (bd).