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Tägliche Dosis Geschichtsrevisionismus

16. Februar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 16. Februar 2009

Bruce Anderson, Kolumnist beim Independent, mit seiner täglichen Dosis Geschichtsrevisionismus:

Der erste Akt der gegenwärtigen Tragödie begann nach dem Sechstagekrieg 1967. Das tapfere kleine Israel war auf dem Schlachtfeld siegreich geblieben. Es hatte riesige Flächen arabischen Territoriums überrollt. Beinahe unmittelbar danach wurden selbst von jenen, die niemals enthusiastisch für einen Staat Israel eingetreten waren, zwischen den Grenzen vor und nach den Eroberungen 1967 Unterscheidungen vorgenommen. Israel hatte ungeheure Trümpfe in der Hand, sowohl strategisch als auch moralisch. Es gab nie einen besseren Zeitpunkt für „Großmut im Sieg“.

Israel hätte verkündet sollen, dass es, anders als fast alle vorherigen militärischen Sieger, keine territorialen Ansprüche suchte; seine alleinigen Kriegziele wären Frieden und Gerechtigkeit. Um diese zu erreichen und zu sichern wäre es bereit gewesen, über die eroberten Gebiete zu verhandeln – die heiligen Stätten in Ostjerusalem ausdrücklich ausgenommen. Auf dieser Basis und mit großer internationaler Unterstützung wäre ein Abkommen möglich gewesen. Aber es gab Probleme. An seiner schmalsten Landstelle ist Israel nur 12 Meilen breit. Ein Panzerdurchbruch aus dem Westjordanland hätte das Land zweigeteilt. Obgleich die Generäle nicht dafür gerügt werden können, die Ära der asymmetrischen Kriegsführung nicht vorausgesehen zu haben, in der Panzerdurchbrüche nur noch in Kriegfilmen vorkommen, komplizierte ihr Beharren auf einer entmilitarisierten West Bank die Fragen. Damit trat eine Versuchung auf, gleich der Schlange im Garten Eden.

Anmerkung für Anderson: Am 19. Juni 1967 (eine Woche nach Kriegsende), sandte die israelische Regierung die Botschaft an die USA, dass sie bereit sei, Gaza und den Golan im Gegenzug für die Unterzeichnung eines Friedensvertrages zurückzugeben, während gleichzeitig separate Verhandlungen die Zukunft der West Bank, des Gazastreifens und der Flüchtlinge lösen sollten.

Die Geschichte verweist auf die berühmte arabische Reaktion von Khartum als The Three No’s.

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