Posted tagged ‘Romenesko’

Hatz in Wisconsin

2. März 2010

HonestReporting Media BackSpin, 2. März 2010

The Badger Herald, unabhängiges Studentenblatt an der Universität Wisconsin-Madison, sorgte für großen Ärger, weil er auf seiner Webseite die bezahlte Anzeige eines Holocaustleugners veröffentlichte.

Die von Bradley Smith geschaltete Annonce verlinkt zu der niederträchtigen Webseite Committee for Open Debate on the Holocaust (CODOH). Ich möchte CODOH nicht den Gefallen tun und durch Angabe des Links die Zugriffe dort pushen.

Redakteur Jason Smathers verteidigte sein Vorgehen. Universitätsdekan Biddy Martin kritisierte zwar die Holocaustleugnung im Allgemeinen, schwieg sich aber darüber aus, ob man die Anzeige hätte veröffentlichen dürfen.

Eine Schande, dass weder Smathers noch Dekan Biddy aus dem Fall Harvard Crimson gelernt haben. Letztes Jahr entschuldigten sich die Crimson-Herausgeber dafür, ebenfalls für Bradley Smith eine bezahlte Annonce platziert zu haben.

Ein darauf Bezug nehmender Leserbrief im amtlichen Hochschulblatt Daily Cardinal argumentiert überzeugend, warum journalistische Ethik auch für Anzeigenschaltungen gilt. Studentin Rachel Racoosin:

Die Medienstatuten sowohl für The Daily Cardinal als auch The Badger besagen, dass sich die Zeitungen das Recht vorbehalten, jedwede Werbung zurückzuweisen, die als verleumderisch oder beleidigend eingestuft wird. Die CODOH-Annonce hat beleidigenden Inhalt, und trotz der eigenen Richtlinien des Herald bleibt er im Blatt. Beide Studentenzeitungen sind der Campus-Gemeinschaft gegenüber verpflichtet, ihre eigenen Grundregeln zu befolgen, um die journalistische Integrität zu bewahren.

Ich befürworte die Vorteile eines offenen Marktes der Ideen; eine geschaltete Werbung stellt jedoch keine Meinungsäußerung dar. The Badger Herald nahm in Kauf, dass sein Name mit CODOH in Verbindung gebracht wird und damit auch seine Leser – die Campus-Gemeinschaft – mit einer Webseite, auf der für die Holocaustleugnung geworben wird.

Mehr dazu im Madison State Journal (via Romenesko).

NPRs Selbstuntersuchung

2. Februar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 2. Februar 2010

Nun habe ich den Vierteljahresbericht von National Public Radio (NPR) (pdf-Format) zur Berichterstattung über Nahost gelesen (via Romenesko). Eine beeindruckende Selbstuntersuchung – und ich hoffe, dass John Feltons Kommentare und kritische Anmerkungen entsprechend Würdigung erfahren.

Hoffentlich auch von der BBC.

Die unfehlbare Beeb erhält ein Vielfaches mehr an Rundfunkgebühren von dem, was sich NPR jemals erträumen könnte, was auch der Grund dafür ist, dass sie selbstgefällig eine halbe Million Pfund Rundfunkgebühren für Anwälte ausgab, um den Balen-Report zu vertuschen – Malcolm Balens hochbrisante Bewertung der BBC-Berichterstattung zu Nahost.

Wenn Sie den Kommentar im London Evening Standard lesen, werden Sie verstehen, warum ich von NPRs Offenheit so positiv eingenommen bin:

Balens Enthüllungen Ende 2004, die rigoros unter dem Deckel gehalten wurden, waren erschreckend.

Obwohl sie geheim gehalten wurden, drangen einige Informationen nach außen, darunter Balens Schlussfolgerung, dass sich die Nahostberichterstattung der BBC einseitig gegen Israel gerichtet hatte.

Diese Ungeheuerlichkeit kann nicht stark genug betont werden. Abgesehen von der Tatsache, dass die BBC zur Neutralität verpflichtet war, hatte sie jahrelang Anstrengungen unternommen, gegen die Vorwürfe anzugehen, dass sie einseitig zugunsten der Palästinenser berichte. Die Beanstandungen wurden von Attacken begleitet, die BBC sei linkslastig und untergrabe ihre eigene Legitimität, indem sie eine geheime Agenda verfolge. Die BBC-Führung ordnete an, dass Balens Bericht weggesperrt wurde.

Wird NPR sich der Sache annehmen? Bleiben Sie dran….

Leseempfehlungen heute

10. Juli 2008

honestreporting Media Backspin, 10. Juli 2008

Die Angst, einen Terroristen als solchen zu benennen.

Digitale Ansichten: Zurück hacken. Nützliche Tipps für jeden, der für Israel hacken will, während der Cyber-Krieg gegen das Land andauert.

Iran wünscht Sitz im Sicherheitsrat. Offensichtlich unterstützt von den asiatischen und arabischen Gruppierungen in der UNO, der Organisation of the Islamic Conference und der Bewegung Blockfreie Staaten.

Dritter Mann klettert Fassade des Gebäudes der NY Times hoch. Zwei sind Zufall – drei ein Trend? (via Romenesko)

ShareThis

Anonyme Kommentare, anonyme Quellen

9. April 2008

honestreporting Media BackSpin, 9. April 2008

AP befragte Redakteure und Leser zur Glaubwürdigkeit von Online-Medien.

Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Gruppen: Redakteure denken in der überwiegenden Mehrheit, das erfordert, dass ihr Wunsch, die Leser mögen ihre Identitäten aufdecken, bevor sie Kommentare schreiben, guten Journalismus fördert. Die Leser waren in dieser Frage nicht gemeinsamer Meinung.

Was ich damit sagen wollte: Die Vertrauenswürdigkeit der Medien könnte auch gestärkt werden, wenn auf anonyme Quellen weitestgehend verzichtet wird.

(Hat tip: Romenesko)

Email this