Posted tagged ‘Revolutionsgarden’

WikiLeaks: Der Iran schmuggelte Waffen in Ambulanzfahrzeugen an die Hisbollah

30. November 2010

HonestReporting Media BackSpin, 30. November 2010

Aus der Müllkippe der letzten WikiLeaks-Stücke kommen einige schlüpfrige Leckerbissen zum Vorschein. Ein Telegramm aus dem US-Außenministerium, das im Guardian veröffentlicht wurde, belegt, dass der Iran während des Libanonkrieges im Jahr 2006 Waffen und Spione in Ambulanzfahrzeugen schmuggelte.

Nach Angaben einer im Telegramm zitierten Quelle:

Der iranische Rote Halbmond [IRC; bd] ermöglichte zum wiederholten Male das Einsickern von Offizieren der Quds Force (Anm.: Spezialeinheit der Revolutionsgarden [bd]) in den Libanon während des Israel-Hisbollah-Krieges an Sommer 2006. Obwohl [Name entfernt] während des Konflikts nicht in den Libanon reiste, wiederholte er ständig, dass die einzigen echten in den Libanon entsandten IRC-Offiziellen [Details entfernt] waren, alle anderen waren iranische Revolutionsgardisten, Sicherheitsbeamten und Offizielle des Geheimdienstministeriums.

[Name entfernt] sagte weiter, dass die IRC-Lieferungen für medizinischen Bedarf auch dazu dienten, den Waffentransport zu tarnen. Er sagte, dass der IRC [Details entfernt] mitbekam, wie  zusammen mit den medizinischen Hilfsgütern Raketen in das Flugzeug verladen worden waren. Das Flugzeug war augenscheinlich schon „halbvoll“ beladen, als alle anderen medizinischen Güter eintrafen.

Das gibt mir zu denken, was die pseudohumanitären Hilfsflotillen betrifft….

Stuxnet: Wird der Iran im Cyberspace zurückschlagen?

6. Oktober 2010

HonestReporting Media BackSpin, 6. Oktober 2010

Ob nun das Stuxnet-Virus, das iranische Anlagen attackiert hat, aus Israel, den USA oder sonst woher stammt – gehen Sie einmal davon aus, dass die Revolutionsgarden im Cyberspace zurückschlagen werden.

Newsweek beschäftigt sich mit der  „Cyber-Armee“ des Iran:

Nachdem etliche Webseiten der Regierung während der umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Jahr 2009 gehackt worden waren – wahrscheinlich von Regimegegnern -, startete Teheran eine Gegenoffensive mit seiner neu aufgestellten Cyber-Armee, einer Gruppe, die zu den Revolutionsgarden gehört. Letztes Jahr schalteten diese regimenahen Hacker Twitter aus, und sie wollen ihre Ziele ausweiten: ein Sprecher der Revolutionsgarden hat erklärt, dass sie beabsichtigen, den „virtuellen Raum [zu] erobern“.

Teil dieser Anstrengungen war, dass kürzlich 120 Mitglieder der Basij-Nachwuchsmiliz nach Mashad zum Training für das „Schreiben von Weblogs, Erstellung Sozialer Medien, psychologischer Operationen, Internetspionage-Abwehr, Mobilfunktechnik und deren Einsatzmöglichkeiten sowie Basij-Cybercenter und Videospiele zur Infiltrierung des IT-Netzes“ abkommandiert wurden. Ganz abgesehen davon, wer Stuxnet in Umlauf gebracht hat steht fest, dass der Iran beabsichtigt, seine eigenen Schüsse im Cyberwar abzufeuern.

Vor zwei Jahren interviewte ich Gadi Evron, einen israelischen Computer-Topexperten. Er sagte mir, man könne definitiv nicht beweisen, dass irgendein Staat hinter Cyberattacken stecke. Aber dies würde wohl kaum die Iraner davon abhalten, zurückzuschlagen. Die Möglichkeit für einen Staat, seine Täterschaft zu dementieren, ist einfach zu groß.

…es sei denn, die Iraner können Filmaufnahmen von Überwachungskameras vorweisen, auf denen mysteriöse Typen mit Perücken, Tennisschlägern [wie etwa in Dubai] und falschen Schnurrbärten gefilmt werden, wie sie Bushehr betreten….

Leseempfehlungen

10. Juni 2010

HonestReporting Media BackSpin, 9. Juni 2010

Konsequenzen aus Medien-Fiasko: Demopathen besetzen die globale Agenda
Washington wird Israel immer als Bündnispartner brauchen
Neueste Propaganda-News: Teheran 3 Israel 0
Warum Irans Revolutionsgarden eine neue Gaza-Flottille eskortieren wollen
Helen Thomas‘ Ansichten verunsichern Presse des Weißen Hauses
Hisbollah verklagt den Spiegel

Zu Mabhous Reisepass, Teil 2

26. Februar 2010

HonestReporting Media Backspin, 25. Februar 2010

Da große Teile der Weltmeinung wegen des Reisepass-Missbrauchs durch Mahmud Mabhouh selbstgerecht empört sind, warte ich auf die Einzelheiten zu den Reisedokumenten des Hamas-Honchos.

Reuters füllt eine Lücke mit Informationen, die ich nirgendwo sonst gesehen habe.

Mahmud al-Mabhouh, der in Dubai getötete Hamas-Kommandeur, nutzte während Geheimmissionen zur Beschaffung von Waffen für die Gruppe dasselbe Gewerbe wie seine Mörder, sagte am Dienstag ein Vertrauter – gefälschte Paässe und Tarnungen….

„Er hatte viele Reisepässe unterschiedlicher Nationalitäten – alle arabisch“, fügte er hinzu. „Vor kurzem ließ er sich operieren, um seine Nase zu verändern. Sie wurde schmaler.“…

Die Polizei von Dubai hat offiziell nichts zu dem Pass gesagt, den Mahbouh benutzte, um in das Emirat einzureisen. Mabhous Bruder sagte, der Hamas-Kommandeur sei mit einem palästinensischen Pass nach Dubai gekommen, der als seinen Familiennamen Hassan angab.

Da die Polizei von Dubai nichts über Mabhous Missbrauch von Reisepässen sagt, ist es geschäftstüchtigen Journalisten überlassen, diesen Teil der Geschichte auszugraben.

Diese Woche berichtete die Winnipeg Free Press, dass Mabhouh mit einem gefälschten irakischen Pass nach Dubai einreiste, der von den Revolutionsgarden des Iran ausgestellt worden war.

Was übrigens Mabhouhs Pass betrifft….

24. Februar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 24. Februar 2010

Während die Welt wegen des Missbrauchs europäischer Pässe ihre Verachtung auf den israelischen Mossad lenkte, versetzte mich der Pass, den Mahmoud Mabhouh bei der Einreise nach Dubai verwendet hatte, in Erstaunen.

Korrespondent Sam Segev von der Winnipeg Free Press bringt etwas Licht in die Angelegenheit:

Diesmal kam Mabhouh nach Dubai, um eine weitere Waffenlieferung aus dem Iran via Sudan nach Gaza zu organisieren. Mabhouh reiste aus Damaskus mit einem irakischen Pass und falschem Namen in Dubai ein. Der Pass war von den iranischen Revolutionsgarden ausgestellt worden.