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Stürmung der Botschaft: Ein vernichtendes Urteil über die ägyptische Revolution?

14. September 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. September 2011

Bei den Gedankenspielen und Fallouts zur Stürmung der israelischen Botschaft am vergangenen Wochenende steht einiges auf dem Spiel. Es geht um die Bewertung der ägyptischen Revolution und wohin der Militärrat das Land führen wird.

Anders als andere Israel-Kritiker besaß Yasmin Alibhai-Brown wenigstens die Ehrlichkeit, sich aus der Stürmung der Botschaft in Kairo irgendwie herauszuwinden:

Wut gegen Israels Politik ist völlig berechtigt, aber nicht, wenn ihr auf diese Weise Ausdruck verliehen wird und in dieser entscheidenden Zeit großer Transformation. Die Möglichkeit der Demokratisierung hat in jeglicher Hinsicht alle möglichen Geister freigesetzt. In Ägypten tragen die Frauen nun bunt bestickte Kopftücher mit Blumen, Federn und Pailletten, bunter als die Hüte in Ascot. Ihre Kleider sind figurbetont und erregen Aufmerksamkeit. Muslime gehen Hand in Hand oder küssen sich auf der Straße, was in Bradford oder Southall nicht vorkäme. In Cafés lauschen Sie philosophischen und intellektuellen Debatten, wie Sie sie in unseren Starbucks nicht hätten. Liberale Internet-User, die auf die Wahrung ihrer neuen Rechte achten, werden immer besser informiert und denken nach vorne; sie werden in der Tat zu einer bedeutenden politischen Klasse. Schriftsteller und Filmemacher sagten mir, dass sie aus dem stickigen, dunklen Kerker heraufstiegen und eine neue Kreativität verspüren.

Erstmals seit Jahrhunderten sind Bevölkerungen weltweit von arabischen Jugendlichen inspiriert worden. Es ist wirklich unglaublich, aber das Einprügeln auf Israel jetzt wird all das zunichte machen und diejenigen bestätigen, die der Auffassung sind, Araber sind zu nichts gut als der Beschuldigung Anderer.

So ist es. Was ist dran an einer oberflächlichen Freiheit, die ein Israel-Bashing in bunteren Klamotten ohne irgendwelche inhaltliche Substanz erlaubt? Israel war immer der Sündenbock, sagt Benny Avni.

Bisher war die die vorherrschende internationale Meinung, dass Ägypten, die neueste „Demokratie“ in der arabischen Welt, es sich nicht mehr leisten könne, sich gegenüber seinen Bürger taub zu stellen. Jeder hasste Mubaraks Beziehung zu Israel, also musste der Kontakt zwischen Kairo und Jerusalem abkühlen.

Absoluter Unsinn. Hass auf Israel war das Antriebsmoment im missratenen Drehbuch der arabischen Tyrannen seit fast einem Jahrhundert. Der Ausbruch ist kein Zeichen von Demokratie und Fortschritt, er zeigt lediglich, dass die Versuche zur Verbesserung der Lebenssituation des ägyptischen Volkes scheitern. Erfolg würde sich einstellen, wenn die Ägypter mit ihrer Obsession aufhörten, ausländische Flaggen zu stehlen und stattdessen die unter ihnen wegbröckelnden Gebäude instand zu setzen.

Wie schon Tim Marshall schreibt, bedeutet die Stürmung die logische Fortsetzung „einer seit 60 Jahren andauernden Hass-Kampagne, die alle Gesellschaftsschichten der ägyptischen Gesellschaft durchdrungen hat und dem gegenwärtigen Chaos in Ägypten so freien Lauf lässt.“

Die Botschaft des Hasses gegen die „Anderen“ ist in Ägypten weit verbreitet. Schulbücher sind voll von historischen Ungenauigkeiten und Holocaustleugnungen. Teile des Koran, die sich mit den Juden in einer feindseligen Weise beschäftigen, werden herausgestellt. Nur wenige Politiker können der Versuchung widerstehen, mit den Massen zu spielen und permanent feindliche Bemerkungen nicht nur gegenüber Israel, sondern gegen Juden im Allgemeinen zu verbreiten. Diese Politiker stammen nicht nur aus den Reihen der islamischen Parteien, sondern auch einige der intelligentesten und herausragenden ägyptischen Liberalen verwenden eine zutiefst antisemitische Sprache.

Jeden Freitag gießen Imame Schmähungen gegenüber Juden aus, ohne dass sie mit staatliche Sanktionen rechnen müssen. Auch die Massenmedien ergehen sich regelmäßig in Antisemitismus. Die Protokolle der Weisen von Zion, die seit Jahrzehnten als Rechtfertigung für Massaker herhalten, sind ein Bestseller. Hitlers Mein Kampf genießt große Beliebtheit. Die „Protokolle“ wurden vor wenigen Jahren als 24-teilige TV-Serie verfilmt und als Tatsache dargestellt. Im Jahr führte ein Song, in dem die Juden als Drahtzieher von 9/11 beschimpft werden, die ägyptischen Charts an. Zeitungen drucken zutiefst beleidigende Karikaturen, die überall in der arabischen Welt Verbreitung finden.

Auch wenn es nicht zur Stürmung der Botschaft gekommen wäre, müsste man sich schwer tun, die Revolution als Erfolg zu bezeichnen. Ägyptische Liberale, mit denen Michael Totten gesprochen hatte (Ich nehme an, das war vor dem Chaos-Wochenende) fällten bereits ihr eigenes Urteil: Eine verpfuschte Revolution.

US-Außenministerium spielt Antisemitismus in den PA-Medien herunter

31. März 2008

honestreporting Media BackSpin, 31. März 2008

Rafael Medoff wundert sich, warum ein 84-seitiger Bericht des Außenministeriums zum Antisemitismus (Internet Explorer, PDF-Format) Probleme mit der PA ausspart, besonders mit deren Medien, die von Mahmoud Abbas kontrolliert werden:

Diese Auslassung überrascht besonders deshalb, weil vor nur wenigen Tagen das American Jewish Committee eine Studie herausgab, die die Schulbücher der PA zeigt, in denen Juden in „abscheulicher“ und „herabwürdigenden“ Sprache charakterisiert werden, die Protokolle der Weisen von Zion als legitime Quelle historischer Informationen zitiert wird und jegliche Erwähnung des Holocaust unterbleibt. (Der Bericht des Außenministeriums hatte eine vage Erwähnung der Tatsache enthalten, dass in den 1990er-Jahren die Leugnung des Holocaust „in den weit verbreiteten arabischen Medien des Nahen Ostens, besonders in denen der Palästinensischen Autonomiebehörde zum Allgemeinplatz wurde“ – ohne jeglichen Hinweis darauf, dass die meisten jener so genannten „weit verbreiteten Medien“ staatlich gelenkt sind).

Der Bericht des Außenministeriums definierte Antisemitismus so, dass er „Anschuldigungen gegen Juden in der Form…..dass Juden die Medien beherrschten“ enthält und „Vergleiche zwischen der Politik der Juden heute mit der Politik der Nazis gezogen werden.“ (pp. 6-7). Doch unter den zahlreichen antisemitischen Karikaturen, die der Bericht nachdruckte, fand man zum Beispiel nicht die vom 13. August 2007 in Al-Hayat Al-Jadida, der staatlichen Zeitung der PA, die einen hakennasigen Juden mit den markanten Schläfenlocken (hebr.: Peot) zeigt, der die arabischen Medien kontrolliert; oder die Karikatur vom 4. März dieses Jahres mit der Überschrift „Gazas Holocaust“, die einen angreifenden israelischen Hubschrauber darstellt, dessen Rotorblätter die Form eines Hakenkreuzes haben. Um das Thema auszuweiten wurde nun in Gaza eine neue Holocaustausstellung eröffnet, auf der gezeigt wird, wie Israel arabische Babies in den Verbrennungsofen wirft.

Hat tip: Daily Alert