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Hoppla: Der Guardian verortet Jerusalems Altstadt in Israel

19. Juli 2012

HonestReporting Media BackSpin, 19. Juli 2012

Für gewöhnlich bemüht sich der Guardian immer sehr, Jerusalem und insbesondere seine Altstadt als nicht legitimen Teil Israels dazustellen. Stattdessen verweist er (und viele andere Medien) auf „Ost-Jerusalem“ als „Siedlung“ außerhalb der Grenzen von 1967 und damit „illegal besetzt“.

Immer wenn es um den Status von Jerusalem geht, verfährt der Guardian so: „Nicht Jerusalem ist die Hauptstadt Israels, sondern Tel Aviv“ – eine mehr als ärgerliche Behauptung, die sogar von der britischen Beschwerdekommission für Medienangelegenheiten unterstützt wurde.

Hat der Guardian etwa stillschweigend eingelenkt?

Was könnte schließlich symbolhafter wirken als ein Foto von Jerusalems Altstadt mit dem Tempelberg? Und was könnte deutlicher auf die israelische Oberhoheit hinweisen als die Verwendung eines solchen Fotos zu einer Geschichte über Israel ohne jegliche Erwähnung der Palästinenser?

Handelt es sich hier um einen Fehler? Falls ja, dann um einen „Lapsus“, dessen Korrektur wir beim Guardian sicher nicht anmahnen würden. Doch wie lange wird es dauern, bis man beim Guardian das Foto durch ein ihm genehmeres ersetzt?

Gehen Sie davon aus, dass Sie bald ein Bild von Tel Aviv zu sehen bekommen.

Das Hauptstadt-Ärgernis der Globe & Mail

26. Juni 2012

HonestReporting Media BackSpin, 26. Juni 2012

Es geht mir sowas von auf den Sack, wenn Zeitungen, wie in diesem Fall die Globe & Mail, Tel Aviv so erwähnen, als handle es sich dabei um Israels Hauptstadt.

Tel Aviv gibt sich äußerst zurückhaltend, was den ägyptischen Präsidenten und die wahren Pläne der Bruderschaft betrifft.

Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie die führenden Medien auf hinterhältige Weise den Namen Tel Aviv (anstelle von Jerusalem) als alternatives Substantiv für Israels Regierung verwenden.

Dieses rethorische Stilmittel ist als Synekdoche bekannt. Wenn man es auf den israelisch-palästinensischen Konflikt anwendet erhält man schlechte Resultate.

Das kanadische Blatt nahm sich wahrscheinlich and der britischen Press Complaints Commission (PCC) ein Beispiel, die fälschlicherweise entschieden hatte, dass man Tel Aviv als Israels Hauptsstadt bezeichnen könne. Diese fehlerhafte Logik der PCC würde ausländischen Journalisten ermöglichen, Winchester als Englands Hauptstadt zu deklarieren.

Könnte Globe & Mail möglicherweise als Türöffner dafür dienen, dass man Kingston wieder zu Kanadas  Hauptstadt erklären würde?

(Bild via Flickr/JMR Photography)