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5 Fragen zum Wahlbetrug bei der palästinensischen Journalistengewerkschaft

11. Februar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 11. Februar 2010

Die PA missbrauchte die kürzlich durch den palästinensischen Journalistenverband abgehaltenen Wahlen, um Schlüsselpositionen für ihre Fatah-Kumpane rauszuschlagen.

Der in Ramallah arbeitende Journalist Hani Al-Masri gegenüber der Jerusalem Post:

Etwa 300 der an der Wahl teilnehmenden „Journalisten“ hatte nichts mit Journalismus zu tun, sagte er. „Einige von ihnen waren Mitglieder der palästinensischen Sicherheitskräfte, wohingegen die meisten Journalisten, die für die Generalversammlung des Verbandes angemeldet waren, in Wahrheit Angestellte der palästinensischen Autonomiebehörde waren oder politische Aktivisten“, fügte er hinzu.

Maan News Agency zum Thema:

Ein anderer skandalöser Fehler, der die neue Gewerkschaft mit einen Makel behaftet, ist das so genannte Quotensystem, das die Sitze unter PLO-Klüngeln aufteilt – in Übereinstimmung mit einem anachronistischen System, das aus den frühen 1980er-Jahren stammt.

Diesem System entsprechend erhält die Fatah den Löwenanteil der Sitze, gefolgt von der PFLP und ihrer ehemaligen ideologischen Schwester, der Democratic Front for the Liberation of Palestine (DFLP), dahinter etliche kleine Parteien; die meisten davon mit wenig Anhängern und Unterstützern an der Basis.

Hamas und Islamischer Jihad sind im neuen Gremium absolut unterrepräsentiert. Dasselbe trifft auf Dutzende, wenn nicht Hunderte unabhängiger Journalisten zu.

Dies wirft jede Menge Fragen auf. Hier fünf, die mir auf Anhieb einfallen.

1. Stehen irgendwelche der 300 auf der Gehaltsliste von Nachrichtenmedien, die wir nicht kennen?

2. Liefert dies Munition für israelische Beschränkungen der palästinensischen Journalisten?

3. Was haben Ethan Bronners Kritiker dazu zu sagen?

4. Im Lichte des Beitrages zum Gebaren der Hamas bezüglich Pressefreiheit: ist die Haltung der Fatah irgendwie besser?

5. Wie unabhängig sind diese Reporter, wenn sie sich offensichtlich Gruppen wie Fatah, Hamas, PFLP etc. verpflichtet fühlen?

UPDATE 11. Februar: The Media Line mit einem ähnlichen Thema, das ich als Punkt Nr. 6 nehme. Löst es noch Verwunderung aus, wenn Fahmi Shabaneh, der kürzlich über Korruption bei der PA ausgepackt hatte, sich den israelischen Medien zuwandte?