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Wird France 2 sich wirklich für das Al-Dura-Video entschuldigen?

14. Juli 2010

HonestReporting Media BackSpin, 14. Juli 2010

Das Mohammed-al-Dura-Video kam beim Zusammentreffen mit dem neuen France 2 TV-Chef Remy Pflimlin wieder zur Sprache. Man kann nicht sagen, ob nach 10 Jahren der Wechsel bei France 2 zu einer Entschuldigung führen wird, aber Senator Jean-Pierre Plancade, der den Sender nicht so einfach davonkommen lässt, gehört unser Respekt.

Bezeichnend, dass das Thema noch nicht vom Tisch ist. Pajamas Media zitiert Senator Plancades Frage und Pflimlin kurze Antwort:

Plancade:

Herr Präsident, Sie sprachen über Vertrauen, Unabhängigkeit, Strenge und Sorgfalt. Mir bedeuten diese Begriffe wirklich sehr viel. Ihre Ernennung kommt zu einem Zeitpunkt, wo jede einzelne Berufsgruppe ihre Pflichtauffassungen und ethischen Prinzipien, die grundlegende Werte darstellen und stark bleiben müssen, unter Beweis stellen sollten. Die öffentlichen französischen Fernsehsender sollten untadelig und vorbildhaft sein.

Deshalb möchte ich mit Ihnen über eine Angelegenheit sprechen, die mir sehr wichtig ist, viel zu lange andauert und France 2 betrifft.

Ich möchte mit Ihnen über den so genannten Tod von Mohamed Al-Dura sprechen, der diesem Nachrichtenbericht zufolge durch eine israelische Gewehrkugel getötet wurde.

Nach Ausstrahlung des France 2-Berichtes kam der Verdacht auf, dass der staatliche Sender gefälschtes Material verwendet hatte – ein Verdacht, der die Tatsache bestätigt, dass France 2 einen Prozess verlor, den er gegen einen unserer Mitbürger geführt hatte, der France 2 beschuldigt hatte, dass er eine – lassen Sie mich zitieren – „schlicht und einfach gestellte Szene“ ausgestrahlt hätte.

Vor kurzem sah ich mir die deutsche Dokumentation „das Kind, der Tod und die Wahrheit“ auf dem deutschen Sender ARD an, der auch von einer Fälschung des Al-Dura-Videos ausgeht.

Lassen Sie mich daran erinnern, dass dieser Nachrichtenbericht die zweite Intifada auslöste und Moslems weltweit aufhetzte, dass öffentliche Plätze nach Al-Dura benannt wurden und Briefmarken mit dessen Konterfei herauskamen. Der amerikanische Journalist Daniel Pearl wurde wegen Mohammed Al-Duras Tod enthauptet.

Vor kurzem ist von einem renommierten Verlag ein Buch des französischen Philosophen Pierre-André Taguieff veröffentlicht worden, in dem auch geltend gemacht wird, dass der France 2-Bericht als Hoax einzustufen ist und der Sender dafür verklagt wurde.

Ich denke, es ist höchste Zeit, diesen Verdacht bezüglich France 2, der offenbar den Ethik-Kodex des öffentlich-rechtlichen französischen Fernsehens beschädigt hat, offen anzusprechen.

Deshalb, Herr Präsident, würde ich gerne wissen, welche Schritte Sie unternehmen, um Vertrauen wiederzugewinnen und zur Aufklärung dieses Falles beizutragen? Ich nutze die Gelegenheit unseres Zusammentreffens, Ihnen Taguieffs Buch und die DVD mit dem deutschen Video zu geben.

Remy Pflimlins unglückliche Antwort kam nicht überraschend:

Selbstverständlich werde ich mir diese Geschichte ansehen.

Ist es vorstellbar, dass France 2 sich für das Dura-Video tatsächlich noch entschuldigt?

Und selbst wenn, welchen Wert hat das noch 10 Jahre danach?

Open Source-Programmierung: Wenn Israel nicht existiert

22. Juni 2008

honestreporting Media Backspin, 22. Juni 2008

Fragten Sie sich auch schon, warum manche Seiten Ihnen erlauben, Geschäfte übers Internet mit „Palästina“ statt mit „Israel“ abzuwickeln? E-Piphanies hatte nachgeforscht und unerwartete Gründe dafür gefunden:

Im Grunde genommen wurde das Unternehmen meiner Frau durch die Kombination von Open Source und Soziale Medien beeinflusst – zwei unglaublich mächtige und weit verbreitete Trends, die heute die Unternehmenstechnologie beeinflussen. Und wie die Besenstangen im “Zauberlehrling“ können nützliche Werkzeuge ausrasten, wenn sie nicht von Leuten benutzt werden, die wissen, wie man damit umgeht.

Dies bedeutet, dass Sie, wenn Sie Open-Source-Code benutzen, sehr genau und gewissenhaft vorgehen müssen, um sicher zu stellen, dass sich nicht ein anderer Entwickler in betrügerischer Absicht mit einer politischen Botschaft oder einem Kennzeichen einschleicht, um Ihrer Organisation zu schaden und Ihnen finanzielle Verluste zuzufügen.

Und achten Sie immer darauf, dass, sobald Sie Dritten die Möglichkeit geben, Ihr Unternehmen anzugreifen, die Entscheidungen dieser Leute weltweit im Internet zu sehen sind – ob Sie wollen oder nicht. Web 2.0-Technologien beweisen, dass sie sowohl mächtig als auch produktiv sind, aber sie können auch zu verheerenden Ergebnissen für eine Organisation führen, wenn man nicht genug aufpasst.

Zum vollständigen Beitrag [In Englisch] geht’s hier.

(Via Pajamas Media)

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