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Wie man Israel verleumden kann: eine Fallstudie

12. September 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 11. September 2013

Es ist leicht eine antiisraelische Verleumdung zu schaffen, die dann erst widerlegt wird, wenn der Schaden angerichtet ist. Das wurde in den letzten Tagen anschaulich demonstriert.

Ben Phillips, Campagins and Policy Director der Antiarmuts-Organisation Oxfam tweete Folgendes:

Die Blockade des Gazastreifens verhinderte Oxfams öffentlichem Gesundheitsprogramm einen Chlormesser hinzubringen, der helfen sollte die Chlorlevel zur Reinigung von Wasser richtig zu halten.

Es gibt eine symbiotische Beziehung zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), den Medien und Antiisrael-Aktivisten. Phillips Tweet weckte das Interesse des Ali Abunimah, der die verbreitete antiisraelische Propaganda-Website Electronic Intifada führt. Dort betrieb man einen Dialog, in dem Phillips erklärte, warum er Israel dafür verantwortlich macht, dass die Wasser-Ausrüstung den Gazastreifen nicht erreichte:

– Sie sollte von einem deutschen Hersteller versandt werden. Dieser nutzt nur diese Route, ja.
– Wir stellten einen Einfuhrantrag. Nach 8 Monaten ohne Vereinbarung mussten wir stattdessen weniger effektive Prozesse nutzen.

Von hier ist es nur ein kleiner Schritt, dass Electronic Intifada einen Story veröffentlicht, mit dem Israel beschuldigt wird zu verhindern, dass Ausrüstung zur Wasserbehandlung im Gazastreifen ankommt und der Phillips‘ Tweets beinhaltet:

Israel hat die internationale Entwicklungshilfeorganisation Oxfam daran gehindert lebenswichtige Ausrüstung in den Gazastreifen zu bringen, die helfen würde Wasser sicher zu machen.

„Die Blockade des Gazastreifens verhinderte, dass Oxfams Programm für öffentliche Gesundheit ein Chlormessgerät hinbringt, das helfen würde die richtigen Chlorwerte zur Reinigung von Wasser einzustellen“, tweetete Ben Phillips, der Campaigns and Policy Director der Organisation heut aus Gaza.

Mehr als 90 Prozent des im Gazastreifen zur Verfügung stehenden Wassers ist für menschlichen Verbrauch nicht geeignet, weil Israel Jahre lang die Abwasser- und Wasser-Infrastruktur bewusst zerstört, weil es die Einfuhr von Ausrüstung verhindert und wegen Verschmutzung und überzogenen Förderung des Grundwassers.

Als Folge davon sind durch das Wasser verursachte Krankheiten weit verbreitet.

Phillips sagte, Oxfam „stellte [in Israel] einen Antrag zur Einfuhr“ dieser Ausrüstung, aber „nach 8 Monaten ohne Vereinbarung mussten wir stattdessen weniger effektive Prozesse nutzen“.

Diese funktionierten offenbar nicht. Die Ausrüstung sollte von einem deutschen Hersteller über Israel geliefert werden, fügte Phillips hinzu.

NGOs und so genannte humanitäre Organisationen profitieren vom „Heiligenschein-Effekt“, durch den sie als jenseits aller Vorwürfe stehend betrachtet werden. Einfach ausgedrückt wird alles, was eine Organisation wie Oxfam gebracht wird, als vertrauenswürdige Information angesehen.

Es dauerte nicht lange und die antiisraelischen Blogs und Internetseiten sich auf die Story stürzten. Ein Screenshot der ersten Seite einer Google-Suche illustriert, wie weit und schnell eine antiisraelische Kampagne sich tatsächlich verbreiten kann:

Zu spät also, um die Story zu löschen, sobald bestätigt war, dass sie völlig unwahr war. Einen Tag später gab Electronic Intifada die folgende Richtigstellung aus:

Eine Story, die Electronic Intifada gestern veröffentlichte, zitierte einen hochrangigen Vertreter von Oxfam damit, Israel habe verhindert, dass Ausrüstung zur Desinfektion von Wasser in den Gazastreifen geliefert wurde.

Electronic Intifada erhielt heute die folgende E-Mail von Alun McDonald, Media and Communications Officer bei Oxfam, die den Fehler erklärte (Hervorhebung hinzugefügt):

Danke, dass Sie die extrem wichtige Frage der Wasserknappheit im Gazastreifen weiter aufbringen. Der Tweet eines Oxfam-Mitglieds allerdings, der zu dem Posting gehörte, war nicht zutreffend.

Ben besuchte den Gazastreifen und es gab eine Fehlübersetzung oder ein Missverständnis in einem seiner Treffen mit Gemeinden vor Ort. In diesem bestimmten Fall lag die Verspätung bei der Lieferung des Chlormessers an Verzögerungen beim Hersteller und Zulieferern, nicht an einer Verzögerung bei der Lieferung über Israel oder an der Blockade.

Der Fehler und das Durcheinander tun mir aufrichtig leid. Ich wäre dankbar, wenn wir eine Richtigstellung der Story bringen könnten.

Die Knappheit an sicherem Wassser ist eine extrem reale und ernste Sache und Oxfam führt weiter seine Kampagne für ein Ende der Blockade, von der wir glauben, dass sie das internationale Recht verletzt und das Leben der Menschen im Gazastreifen verheert hat und die Bewegung von Waren und Menschen gravierend einschränkt. In diesem Fall liegt die Verzögerung beim Empfang der Ausrüstung allerdings nicht an der Blockade.

Eine solche Richtigstellung gibt es selten. Wir können nur spekulieren, was geschehen wäre, hätte Oxfam den eigenen Fehler nicht eingestanden.

Wie lang hätte es gedauert, bevor Journalisten der Mainstream-Medien sich entschieden hätten sich eine Story darüber genauer anzusehen, dass Israelis den Palästinensern wichtige Ausrüstung zur Lieferung von sauberem Wasser verweigern? Hätten die Journalisten sich die Mühe gegeben etwas elementares Faktenchecken zu unternehmen, das darüber hinaus geht sich auf Zitate von – in ihren Augen – einer verlässlichen Quelle von Oxfam zu verlassen?

Doch Millionen waren der Story über antiisraelische Internetseiten und sozialen Medien ausgesetzt, unabhängig davon, ob die Story von Mainstream-Medien veröffentlicht wurde oder nicht. Tweets wie diese gingen zu Tausende an Follower, von denen einige die Story re-tweeteten:


Israel blockiert Lieferung entscheidender Wasser-Desinfektionsausrüstung nach Gaza.


Israel blockiert Lieferung entscheidender Wasser-Desinfektionsausrüstung nach Gaza.

Dieser Vorfall macht auch auf die Beziehung zwischen Oxfam und einer antiisraelischen Hass-Seite aufmerksam. Dank des Internets wird eine Israel verleumdende Story für immer von antiisraelischen Aktivisten recycelt, die entweder keine Richtigstellung gesehen haben oder sie ignorieren.

Das ist seiner der Gründe, dass HonestReportings Material so wichtig ist. Es ist entscheidend, dass ein Gegengewicht geschaffen wird, das ebenfalls online die Wahrheit zugänglich macht und mit dem die regelmäßig gegen Israel gerichteten Anschuldigungen widerlegt werden. Wir hoffen, dass dieser Eintrag von HonestReporting schlussendlich auch in einer Google-Sucher auftaucht, wenn das nächste Mal jemand nach der gefälschten Story sucht, Israel habe den Palästinensern des Gazastreifens Zugang zu sauberem Wasser verweigert.

Unverhältnismäßige Berichterstattung über Israel wird zum Bumerang für Oxfam

6. Juli 2009

HonestReporting Media BackSpin, 6. Juli 2009

In einem kürzlich veröffentlichten Bericht wurde deutlich, dass die unverhältnismäßig ausführliche Berichterstattung britischer Medien über Israel einen nachteiligen Effekt auf die Spendenaktionen für Entwicklungsländer bewirkt. Wenn die Hälfte der Berichterstattung auf lediglich drei Länder entfällt, können Sie davon ausgehen, dass das Auswirkungen auf das Spendenaufkommen hat:

….während der zweiwöchigen Studie konzentrierte sich mehr als die Hälfte der Auslandsberichterstattung der meisten britischen Blätter auf die USA, Australien und Israel.

Oxfams Anzeigenleiter Sam Barratt nörgelte, dass seine Organisation „den Abschwung fortschreibt, indem sie Medienpartnerschaften und Langzeitprojekte etabliert, die besser von diesem Druck abgeschirmt sein sollen.“

Aber NGO Monitor bemerkt dazu harsch, dass Barratts Reaktion ein klassischer Fall von „Ein Esel schimpft den anderen Langohr“ ist:

Oxfams Anmerkungen jedoch sind ironisch angesichts der Tatsache, dass sie selbst ein Hauptbestandteil des Problems ist. Ihre eigenen Aktivitäten zeigen eine unverhältnismäßig große Fixierung auf Israel und Obsession im Umgang mit dem arabisch-israelischen Konflikt. Oxfam Großbritannien allein gab zwischen dem 27. Dezember 2008 und dem 30. Januar 2009 16 Pressemitteilungen zu Israel heraus – mehr als alle, die mit dem Rest der Welt im Juni 2009 zu tun hatten.

Oxfam nahm auch auf die EU Einfluss, hielt Pressekonferenzen ab und veröffentlichte Berichte [pdf-Format] zur Lage in Gaza, in denen die palästinensische Sichtweise gefördert und der Konflikt angeheizt wurde. Als Mitglied des DEZ versuchte Oxfam, über das Fernsehen (BBC und Sky News) einen Aufruf für Gaza zu starten, sonst aber zu keiner anderen Krise.

Der Bericht wurde vom britischen Department for International Development in Auftrag gegeben. Die Vollversion in Pdf-Format.

(Hat tip: NGO-Monitor blog)