Posted tagged ‘Operation Gegossenes Blei’

Veganer besprechen Burger: Sunday Times zu Reiseführer für Israel

11. März 2013

HonestReporting Media BackSpin, 11. März

Was dachte sich die Sunday Times eigentlich dabei, Anthony Sattin eine kurze Buchbesprechung zu einem neu erschienenen Reiseführer für Israel schreiben zu lassen?

Auch wenn Sattin Reiseschriftsteller ist: diesen selbsternannten Israelkritiker den Israel Baedeker Guide besprechen zu lassen ist etwa so, wie wenn man ein Mitglied von People for the Ethical Treatment of Animals (PETA) losschickte, ein neues Steak- oder Burger-Restaurant zu testen.

Sattin war Unterzeichner eines offenen Briefes an den ehemaligen britischen Premierminister Gordon Brown in der Times vom 1. Dezember 2009, der Unterstützung für den berüchtigten Goldstone Report forderte, in dem Israel beschuldigt worden war, während der Operation Gegossenes Blei “Kriegsverbrechen” begangen zu haben.

Dass Sattin Israel gegenüber feindselig eingestellt ist, zeigt sich in seiner kurzen, aber extrem politisch eingefärbten Rezension:

Israel hat sich über viele Jahre hinweg nach Kräften bemüht, seine Besetzung palästinensischer Gebiete zu etablieren, was die UNO und auch unser Land abgelehnt haben. Baedeker scheint sicht dessen nicht bewusst zu sein, wenn er die palästinensischen Gebieten in seinem neuen Führer miteinbezieht.

Nirgendwo auf dem Buchumschlag wird das Wort Palästina erwähnt. Im Buch selbst wird uns gesagt, dass Jerusalem die Hauptstadt Israels sei, etwas, das für viele Staaten neu ist, die ihre Botschaften in Tel Aviv haben. Die Karte bestätigt diese Annexion: Ramallah, Heimat der Palästinensischen Autonomiebehörde, müsste eigentlich auch als Hauptstadt gekennzeichnet werden. Stattdessen wird sie als “Sitz der Verwaltung” bezeichnet.

Der einzige Palästinenser, der in einer Reihe von 17 berühmten Persönlichkeiten aufgeführt wird, ist Yasser Arafat – was aber ist mit Edward Saïd, Hanan Ashrawi oder Raja Shehadeh, dem Orwell-Preisträger? Dies und viele andere scheinbar nebensächliche Fehler machen Palästina zu Israel in einer Weise, die den Zionisten in die Karten spielt, hat aber nichts damit zu tun, was einen guten Reiseführer auszeichnen sollte, nämlich eine verlässliche und ausgewogene Übersicht vorzulegen.

Mit dem Seitenhieb gegen “Zionisten” am Ende: Ist das wirklich eine Bewertung für einen Reiseführer oder nur ein Vorwand für Angriffe auf Israel?

Leider ist dies nicht das erste Mal, dass die Besprechung eines Reiseführers zum Werkzeug für antiisraelischen Aktivismus mutierte. Erst im September 2012 führte eine Rezension in The Times, dem Schwesterblatt der Sunday Times, für eine Kreuzfahrt nach Israel dazu, dass die israelische Tourismusindustrie davon alles andere als profitieren konnte.

Zeigt dies einen sich abzeichnenden Trend und Schwerpunkt, den die von Hass erfüllte Boycott, Sanctions and Divestment (BDS)-Bewegung für sich entdeckt hat?

Auf Goldstone verweisen – seine Richtigstellung ignorieren

2. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 2. Mai 2012

Der IDF-Abschlussbericht zur Untersuchung eines tragischen Zwischenfalls im Gaza-Konflikt 2009 war Gegenstand vieler Artikel in den Medien. Es überrascht nicht, dass einige Medien wieder auf den von der UNO in Auftrag gegebenen Goldstone-Report zurückgreifen. Wie zum Beispiel der Guardian:

Ein Bericht des südafrikanischen Richters Richard Goldstone im Auftrag der Vereinten Nationen untersucht detailliert den Fall der Familie Samouni. Er kam zu dem Ergebnis, dass die Todesfälle Folge von “zielgerichtetem israelischen Feuer gegen sie waren”, unter Verletzung der Genfer Konvention.

Der Goldstone-Bericht legte dar, dass Israel wiederholt das Internationale Recht verletzt und während des Konflikts, den Israel unter dem Namen ’Operation Gegossenes Blei’ führte, möglicherweise Kriegsverbrechen begangen habe. Er bezichtigte auch die Hamas, Kriegsverbrechen begangen zu haben.

Es überrascht nicht, dass der Guardian weiterhin Goldstone als Knüppel nutzt, um damit Israel eine überzubraten. Und es überrascht auch nicht, dass der Guardian schlicht einen wichtigen Punkt auslässt, den Associated Press wählte, um ihn in ihre eigene Berichterstattung mit einzubeziehen:

Nach dem Krieg beschuldigte ein UNO-Bericht Israel, bei seinem militärischen Vorgehen gegen die Hamas absichtlich Zivilisten angegriffen zu haben. Der federführende Autor des Bericht, der südafrikanische Jurist Richard Goldstone, hatte später diese Ergebnisse angezweifelt, obwohl der Bericht niemals modifiziert oder zurückgezogen worden war.

Das ist ein Faktum, das der Guardian gerne außer Acht lässt.

Nach Beschwerde von HonestReporting: Financial Times berichtigt sich

1. März 2012

HonestReporting Media BackSpin, 1. März 2012

Im Dezember 2011 weigerte sich die Financial Times [FT], einen Fehler zu korrigieren, den sie im E-Mail-Austausch mit HonestReporting begangen hatte:

Er gründete auf die Aussage des Blattes, dass die Protzerei der Hamas, sie habe 1.365 “zionistische Soldaten” getötet, sich [angeblich] auf israelische Soldaten und Zivilisten gleichermaßen beziehe.

Nachdem HonestReporting bei der britischen Press Complaints Commission eine Beschwerde eingereicht hatte, erschien danach sowohl in der Online- als auch in der Nahost-Printausgabe der FT dies:


Bleiben Sie dran, wenn es um die vollständige Geschichte geht und darum, wie man die Financial Times zu dieser simplen Richtigstellung zwingen konnte.


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