Posted tagged ‘Observer’

Der Observer radiert Jerusalem

22. August 2016

HonestReporting, 21. August 2016

Der Observer brachte eine Story zu britischen Waffenverkäufen in den Nahen Osten. Er konzentriert sich im Haupttext zwar nicht auf Israel, listet es aber als Kunden für britische Waffen:

Schlüsselkunden für UK-Waffen
Israel
Während David Camerons Amtszeit bewilligte das Vereinte Königreich Waffenverkäufe im Wert von £82 Millionen an Tel Aviv. Die Regierung bestätigte, dass „fast sicher“ britische Waffen bei der Bombardierung des Gazastreifens 2009 verwendet wurden, in einem Konflikt, in dem beiden Seiten Kriegsverbrechen vorgeworfen wurden.

Ist der Verweis auf Tel Aviv nur eine weitere der allzu vertrauten Bemühungen den Status von Jerusalem als Hauptstadt Israels zu umgehen?

Eine Anfrage nach Korrektur ist an den Observer geschickt worden. Wir werden Sie informieren.

Der Observer macht sich schlau….

6. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 6. Dezember 2010

Der Observer sorgt für Konfusion. Die Umschreibung des iranischen Strebens nach Nuklearwaffen als “Energieprogramm“ ist genauso blind wie die Bezeichnung von WikiLeaks Informationsmüll als crowdsourcing event*

Spoiler alert: Die Leute hinter dieser mehr und mehr finster erscheinenden Kampagne sind für eine geheime israelische Organisation tätig, deren Name mit „M“ beginnt und sich auf Possad reimt.

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*Diese Umschreibung ist m.E. passend. Ich gebe gleichzeitig aber gerne zu, dass ich vom Terminus kaum Ahnung habe.

Israelis “spielen Mini-Mengele“

29. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 29. Dezember 2009

Hier die neuesten medienkritischen Artikel von HonestReporting:

• Der britische Parlamentsabgeordnete George Galloway recycelt die schwedische Ritualmordlegende, um Holocaustvergleiche anzustellen. Israelis „spielen Mini-Mengele“

• Schlagzeilen entstellen IDF-Aktionen gegen mörderische Terroristen. Israel tötet „Aktivisten, keine Terroristen“.

• Observer-Journalistin bezeichnet eine große israelische Stadt unzutreffend als „Megasiedlung“. „Megasiedlung = Megasauerei.

„Judenreine“ West Bank?

12. Juli 2009

HonestReporting Media BackSpin, 12. Juli 2009

Benjamin Netanyahu hatte für Stirnrunzeln in den Medien gesorgt, als er dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte, dass die West Bank nicht „judenrein“ werden darf.

Reuters nannte es „eine besonders schändliche Formulierung“, gebraucht in „atemberaubender Missachtung“. Und völlig daneben war ihr überdramatisierendes Ausrufezeichen in der Headline:

Judenrein! Israel übernimmt Nazibegriff, um Siedler zu unterstützen.

Peter Beaumont vom Observer schrieb einen eigenen Beitrag allein darüber, um wild auf den Premierminister einzudreschen:

Die Beschwörung von „judenrein“ durch Netanyahu und andere Kommentatoren ist der zynischste Trick während eines Verhandlungsprozesses, von dem seine Regierung weiß, dass er gegen sie arbeitet. Unter dem Druck von Obama, den Siedlungsbau vollkommen einzustellen – einschließlich desjenigen, den Israel gerne als „natürlich anwachsenden Siedlungsbau“ bezeichnet – wird es zu einer immer extremeren Sprache gezwungen, um die anhaltende Existenz der Siedler in den besetzten palästinensischen Gebieten zu verteidigen, wie jetzt im Gespräch mit Steinmeier, ihn in Verlegenheit zu bringen und herumzukriegen.

Robin Shepherd antwortete Beaumont:

Beaumonts Argument ist leicht zu durchschauen. Internationales Recht, so sagt er, verurteilt die Siedlungen als illegal, und zwar, weil sie von Siedlern errichtet werden, nicht weil jüdische Siedler beteiligt seien, die kein Recht hätten, hier zu sein. Beaumont ist auch schlau genug, sich auf die Tatsache zu beziehen, dass Juden in der West Bank seit Tausenden von Jahren leben, vom Zeitraum zwischen 1948 und 1967 abgesehen, als die jordanische Herrschaft garantierte, dass im Land keine Juden lebten. Er könnte sich auch auf die Vertreibung der Juden aus Hebron 1929 nach einem schlimmen antisemitischen Pogrom, der von Palästinensern angezettelt worden war und bei dem 63 Juden ermordet wurden, bezogen haben.

Aber dies würde ihn wohl zu nahe an die Kernfrage führen, die sein Beitrag ignoriert. Weil sie nämlich exakt den Hass auf Juden qua ihres Jude-Seins betrifft, der immer im Zentrum der palästinensischen, arabischen und moslemischen Gegnerschaft zur Existenz des jüdischen Staates gestanden hatte, unabhängig von seinen Grenzen und davon, wer in der West Bank lebt und wer nicht. Es war dieser Hass, der Mohammad Amin Al-Husseini, den Großmufti von Jerusalem und die führenden politischen Köpfe in den 1930er-Jahren bei den Palästinensern dazu veranlasst hatte, mit den Nazis im Zweiten Weltkrieg gemeinsame Sache zu machen.

Judenrein? Der Premierminister hat nichts als anderes als die Fakten angesprochen.

Der getrübte Blick des Observer auf Jerusalem

29. Juli 2008

honestreporting Media Backspin, 29. Juli 2008

Peter Beaumont teilt Jerusalem in zwei Hälften, konzentriert sich aber nur auf eine.

Lesen Sie dazu bitte das neue Communiqué [In Englisch; Übersetzung auf Anfrage] von HonestReporting Großbritannien: Der getrübte Blick des Observer auf Jerusalem

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Stürmisches Tempo: Die Hisbollah schaltet einen Gang höher

27. April 2008

honestreporting Media BackSpin, 27. April 2008

Der Observer berichtet aus erster Hand, dass die Hisbollah in zunehmendem Tempo Kämpfer rekrutiert und trainiert:

Aber was noch offensichtlicher wird, auch wenn die Hisbollah versucht, es zu verbergen, ist die Tatsache, dass die Gruppe mit einer beispiellosen Aufrüstung an Kämpfern, Material und Bunkerbau in Vorbereitung für den Krieg begonnen hat, den beinahe alle – Libanesen und Israelis – als unausweichlich betrachten. ‚In den Dörfern des Südens sieht man keine Männer mehr‘, so ein internationaler Offizieller. ‚Sie sind alle gegangen, um sich in der Bekaa-Ebene, Syrien und im Iran ausbilden zu lassen.‘

Eine Reise des Observer durch die Dörfer und Hochburgen der Hisbollah bestätigte den auffallenden Mangel an Männern in kampfesfähigem Alter. Zu sehen waren verschiedene neue Märtyrerplakate, aber anders als die bisherigen zeigten sie anonyme, jugendlich aussehende Männer ohne militärische Uniform. Aussagen Einheimischer zufolge handelt es sich um Jugendliche, die durch Unfälle während ihrer letzten Ausbildung im Iran ums Leben kamen. Auch in Tyros sieht man immer mehr Plakate, auf denen junge Männer abgebildet sind, die bei der Kampfausbildung zu Tode kamen.

Mitchell Protheros Bericht endet mit einer weiteren ernüchternden Feststellung – der Wahrscheinlichkeit, dass Hisbollah-Kämpfer gegen andere Libanesen ihre Waffen einsetzen.

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