Posted tagged ‘NY Times’

New York Times verkompliziert Jerusalem-Thema

17. März 2013

HonestReporting Media BackSpin, 17. März

cast1_ny_times_cast2In einer Titelgeschichte zum anstehenden Besuch Präsident Obamas in Israel schreibt Jodi Rudoren, die Büroleiterin der NY Times in Jerusalem, dass eine kleine Anzahl von Juden, die Apartments in überwiegend von Arabern bewohnten Vierteln kaufen, die Jerusalem-Frage „verkomplizieren“ würden.

Rudoren räumt ein, dass diese Wohnungen privat finanziert wurden und nicht Teil einer von der Regierung durchgeführten Initiative seien. Sollte man Menschen also Wohnungskauf allein deshalb verbieten, weil sie Juden sind?

Obwohl sie auf mehrere Quellen dafür zurückgreifen könnte, wie das Gebiet im Sechstagekrieg von 1967 unter israelische Kontrolle kam, ist sie nicht in der Lage, diese Begebenheit in einen historischen Kontext zu stellen. Viele Viertel in und um Jerusalems Altstadt beherbergten einen großen jüdischen Bevölkerungsanteil, der dort 1948 entweder ermordet oder vertrieben worden war. (Wie man in einem Video von HonestReporting erfahren kann: Jerusalem: The Media Myth of Two Cities.) Was die Palästinenser als „Eroberung“ Jerusalems empfinden, wird von den meisten Israelis als „Befreiung“ und „Wiedervereinigung“ bezeichnet. Immerhin war die Stadt in ihrer 3.000 Jahre alten Geschichte nur 19 Jahre lang geteilt – unter jordanischer Besatzung (1948-1967).

Rudoren lässt jedoch absichtlich alles aus, was nicht in ihre Erzählung passt. Zwei einseitige Zitate von Offiziellen der Palästinensischen Autonomiebehörde erzählen dem Leser etwas von „Kolonisation“ des Areals. Sie führt ungenannte „Experten“ an, die eine Teilung der Stadt befürworten, so als handle es sich hier um allgemeinen Konsens. Aber wenn überhaupt, dann gäbe es erheblichen Widerstand in Israel selbst, falls eine Teilung Jerusalem beträfe, besonders dort, wo es historische Stätten der Juden betrifft.

Ganz am Ende des Artikels wird ein Palästinenser zitiert, was das Thema in einem anderen Licht erscheinen lässt:

Sie gehen davon aus, dass dies ihr Wohnort und ihr Land seien, doch dem ist nicht so. Wir sind hier und wir bleiben hier, aber sie haben etwas dagegen. Es gibt Leute hier, die das nicht zulassen.

Palästinensische Intoleranz ist es, was „die Jerusalem-Frage „verkompliziert“, und nicht wenige jüdische Familien, die Apartments mit Blick auf die Altstadt kaufen.

NY Times: Gaza braucht keine Flottille

27. Juni 2011

HonestReporting Media BackSpin, 27. Juni 2011

Die NY Times nimmt etwas Wind aus den Segeln der Free Gaza-Flottille.

Ethan Bronner berichtet, dass die Bedürftigkeit nicht so groß ist. Hier einige seiner Ergebnisse in Zahlen – auf nichts weniger als palästinensischen Quellen basierend.

25 Prozent Arbeitslosenquote in Gaza im ersten Quartal 2011 (das ist weit weniger als im schrägen UNRWA Bericht vor ein paar Tagen).

Nahezu 1.000“ Fabriken in Betrieb.

130 Ingenieur- und Architekturbüros in Gaza, alle mit diversen Bau- und Infrastrukturprojekten beschäftigt.

2 Luxus-Hotels in diesem Monat eröffnet.

Hunderte Wohnungen werden neu gebaute, finanziert durch die Saudis.

Allgemeine Alphabetisierung.

100 Prozent der Bewohner gegen Polio, Masern und Diphtherie geimpft.

Auffallend ist, dass die Flottillen-Bewegung alle Ansprüche fallen ließ, eine „humanitäre“ Bewegung zu sein. Das irische Schiff MV Saoirse wird überhaupt keine Hilfsgüter an Bord haben. Und wie Flottillen-Organisator Adam Shapiro der Jerusalem Post sagte:

„Es geht um die Bewusstseinsweckung für die andauernde Besatzung in Gaza und die Freiheit der Palästinenser. Die Hilfeleistung war immer schon zweitrangig im Vergleich zur Herausforderung der [israelischen] Politik“.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag[In Englisch].

Schreib‘ nur (über das) was du weißt

24. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 24. November 2009

Sämtliche Bemühungen in der Vergangenheit, Gilad Shalit nach Hause zu holen, waren erfolglos, brachten leere Versprechungen und Fehlinformationen. Deshalb muss die Berichterstattung heute unter Vorbehalt gesehen werden.

Als ich die heutigen Zeitungen durchlas, wurde ich an ein grundlegendes Prinzip im Einmaleins des Journalismus erinnert.

Schreib‘ nur was du weißt.

Kompliment an NY Times-Büroleiter Ethan Bronner, dessen Update zu den Verhandlungen über Shalit im Wesentlichen zitiert, wer was zu wem gesagt hatte. Und es funktioniert. Was mir am besten gefiel:

„Wer keine Ahnung hat soll ruhig reden“, sagte Dan Meridor, Israels Gehheimdienstminister, am Montag im staatlichen Rundfunk. „Diejenigen, die Bescheid wissen, sollten besser schweigen.“

NY Times unterschlägt Iran-Connection

5. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 5. November 2009

Den Lesern der NY Times kann man nachsehen, wenn sie nicht wahrhaben wollen, dass der Iran mit der Aufbringung eines mit Waffen beladenen Schiffes auf dem Weg nach Syrien zu tun hatte. Nicht zuletzt, weil Reporterin Myra Noveck schreibt:

Nachrichten zitierten den israelischen Präsident Shimon Peres und weitere Offizielle, die sagten, dass die Waffen aus dem Iran für die Hisbollah im Libanon bestimmt waren, aber Beamte veröffentlichten keinen Beweis, der diese Behauptungen stützte.

Aber hallo. AP hat die Beweise präsentiert:

Geöffnete Kisten eines von Israel am Mittwoch aufgebrachten Frachtschiffes brachten dunkelgrüne Raketen ans Tageslicht. Container des Frachters mit dem Namen Francop trugen die englische Aufschrift „I.R. Iranian Shipping Lines Group.“….

Einige der Waffen wurden in den Francop-Containern versteckt – hinter gestapelten Polyäthylen-Säcken mit der englischen Beschriftung „NPC National Petrochemical Company“ und dem Flammenlogo, das sowohl von der Firma als auch vom iranische Erdöl-Ministerium verwendet wird.

Die Francop-Container wurden sorgfältig mit Gabelstaplern der Armee ausgeladen, um etwaige Explosionen zu vermeiden. Einige trugen die Initialen “ I.R.I.S.L.‘ auf einer Seite und den aussagefähigeren Titel, „I.R. (islamische Republik) Iran Shipping Lines Group“ auf der anderen. Sprengstoffexperten und Einheiten mit Spürhunden untersuchten den Fang.

Das israelische Militär gab bekannt, dass die Frachtpapiere einen iranischen Hafen angaben und als Bestimmungsland Syrien eingetragen war, von wo aus die Waffen an die Hisbollah im Libanon weitergeleitet werden sollten. Das Militär zeigte die Dokumente nicht und Syrien bestritt, dass der Frachter Waffen transportiert hätte.

Die AP-Geschichte kann man auf der Webseite der NYT nachlesen.

UPDATE: Guardian und Independent begingen ähnliche Fehler.

—————
Crossposting mit Free Iran Now!

Goldstones schräges Rechtsempfinden

17. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 17. September 2009

In heutigen Gastkommentarteil der NY Times verteidigt Richard Goldstone seinen fehlerhaften Bericht. Ich möchte einen Ausschnitt besonders herausheben:

Leider halten Israel und die Hamas traurige Rekorde, was die Nachforschungen in ihren eigenen Streitkräften betrifft. Ich weiß von keinem einzigen Fall, in dem ein Hamas-Kämpfer bestraft wurde, weil er eine Rakete absichtlich auf ein ziviles Ziel in Israel abgeschossen hatte – im Gegenteil: Die Hamas-Führer loben immer wieder solche Taten. Wenn Israel damit begonnen, Untersuchungen zu den Anschuldigungen über Menschenrechtsverletzungen durch seine Streitkräfte in Gaza nachzugehen, kann man nicht davon ausgehen, dass dies seriös und objektiv abläuft.

Die Gleichsetzung, die Goldstone hier zwischen israelischer Justiz und Gerechtigkeit á la Hamas herstellt, ist ein schlechter Witz. Welche Möglichkeit einer rechtlichen „Regressforderung“ hat Gilad Shalit, um seine “Festsetzung“ im so genannten Rechtssystem von Gaza anzufechten?

HRW suspendiert Garlasco

15. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 15. September 2009

Human Rights Watch beurlaubte seinen Militäranalysten Marc Garlasco. Dazu die NY Times:

Montagnacht änderte die Gruppe ihren Kurs und suspendierte ihn bei weiterlaufendem Gehalt wegen „eines schwebenden Verfahrens“, so Carroll Bogert, stellvertretende HRW-Direktorin.

„Wir haben Fragen, ob es neue Erkenntnisse gibt“, sagte sie.

Langsam wird’s aber auch Zeit. HRW hat immer die Prügel eingesteckt, seit Mere Rhetoric ans Licht brachte, dass Garlasco eifriger Sammler von Nazi-Devotionalienstücken ist, ein mehr als 400 Seiten umfassendes Buch zum Thema geschrieben und in Web-Foren Hunderte Kommentare unter dem Pseudonym Flak88 veröffentlicht hatte.

Das Durcheinander bei HRW konnte für die UNO und Richard Goldstone zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen. In den nächsten Tagen soll der südafrikanische Richter seinen Bericht über das militärische Vorgehen der IDF während des Gaza-Krieges veröffentlichen. Human Rights Watch hatte sich vehement für die UN-Untersuchung stark gemacht, und Goldstone war Vorstandsmitglied. NGO-Monitor fasst den Interessenkonflikt zusammen:

Human Rights Watch spielte eine zentrale Rolle bei der Bildung der Mission und der Förderung antiisraelischer Voreingenommenheit. Die Ernennung Goldstones, der im Vorstand von HRW saß und für HRW zahlreiche Statements gegen Israel verfasste, festigte diese Verbindung. Einige HRW-„Untersuchungsberichte“ wurden während dieses Zeitraums veröffentlicht, um für Goldstone und seine Kollegen mehr Munition zu liefern.

Bleiben Sie dran….

New York Times: Nur Fakten?

6. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 6. August 2009

Eine sechsmonatige Untersuchung zur Berichterstattung der NY-Times deckt deren Voreingenommenheit zugunsten palästinensischer Aussagen auf.

Lesen Sie dazu bitte das neue Kommuniqué von HonestReporting [In Englisch*]: New York Times: Just the Facts?

Times zur Times: Terror ist Terror

29. Juli 2009

HonestReporting Media BackSpin, 29. Juli 2009

Die Times of India erinnert in einer lesenswerten Reflektion die NY Times daran, endlich das T-Wort zu verwenden.

Die Gray Lady hat’s begriffen

27. November 2008

HonestReporting Media BackSpin, 27. November 2008

Wir haben unsere Differenzen mit der NY Times, aber Ehre wem Ehre gebührt. The Lede bloggt fast ausschließlich live von den Entwicklungen in Mumbai und dabei einen verdammt harten Job.

Wir sind beeindruckt von den vielen Links zu anderen Zeitungen, Blogs und sogar zu Twitter.

Ein Fallbeispiel dafür, wie Medien im Jahr 2009 internationale Berichte bringen werden? Zu früh für eine Bewertung, aber diskussionswürdig, sobald sich die Aufregung gelegt hat. Aber jetzt sind unsere Gedanken und Gebete bei den Opfern dieses entsetzlichen Terroranschlags.

ShareThis

NY Times und die Macht der Feder

6. August 2008

honestreporting Media Backspin, 6. August 2008

Das amerikanische Außenministerium hat die Visaerteilung für drei palästinensische Fulbright-Stipendiaten für nichtig erklärt. Nach Angaben der NY Times erfolgte die Aufhebung aufgrund nicht näher bezeichneter „Sicherheitsinteressen“.

Die Angelegenheit ist ein prägnantes Beispiel dafür, wie die westliche Medienberichterstattung indirekt Israel zwingen kann, gegen seine Interessen zu handeln. Ursprünglich hatte Israel im Juni den Studenten die Ausreise aus Gaza (aus Sicherheitsgründen) verweigert, was die USA dazu veranlasste, die Fulbright-Stipendien zu streichen. Nachdem die Times die Geschichte gebracht hatte war sie anschließend von den Mainstream-Medien aufgegriffen worden, um Israel zu verurteilen. Bevor sich der Staub legte wurde Druck auf das amerikanische Außenministerium ausgeübt. Das gab ihn an Israels Außenministerium weiter und dieses erlaubte den Studenten nur widerstrebend, das Land zu verlassen.

Die Times erkannte ihre Macht und krähte in einem Leitartikel:

Nachdem die Berichterstattung über drei amerikanische Akademiker durch Ethan Bronner in der Times Aufmerksamkeit erregte, intervenierten hochrangige Offizielle des Außenministeriums, um die Fulbright-Stipendien der Studenten wiederherzustellen, die ihnen von untergeordneten Beamten entzogen worden waren. Israel hat zugestimmt, spezielle Ausreisegenehmigungen auszustellen.

Was sagt das darüber aus, wie die Mainstream-Medien sich zu Israels Sicherheitsinteressen verhalten?

ShareThis