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BBC oder Norman Finkelstein: Wer ist mehr verabscheuungswürdig?

13. Mai 2012

HonestReporting Media BackSpin, 13. Mai 2012

Schon die einleitende Erklärung zur BBC-Sendung Hardtalk (auf YouTube abrufbar) offenbart die Agenda hinter dem Interview mit dem israelfeindlichen Professor Norman Finkelstein:

Amerikanische Präsidenten sind oft dafür kritisiert worden, weil sie zu lange in Knechtschaft der jüdischen Lobby gehalten wurden. Diese amerikanischen Juden üben Einfluss auf die US-Außenpolitik aus, und das erklärt Amerikas unerschütterliche Unterstützung für Israel.

Beachten Sie die Verwendung des Begriffs „Jüdische Lobby“ – nicht die „Israel-Lobby“, wie vor allem formuliert von Walt und Mearsheimer in ihrer unhaltbaren These. Worauf stützt die BBC also ihr Statement? Kritik dieser Art an amerikanischen Präsidenten kommt aus einer ganz bestimmten antiisraelischen Ecke und ist sicherlich kein allgemein akzeptiertes Mantra.

Darüber hinaus geht die BBC von der Prämisse aus, dass pro-israelische Aktivitäten in den USA ein jüdisches Alleinstellungsmerkmal wären, und man vergisst dabei geflissentlich, dass Millionen amerikanischer Christen Israel unterstützen, ganz abgesehen von einem hohen Maß an Rückhalt für Israel unter den Amerikanern generell.

Nach Art eines subtilen sprachlichen Verwirrspiels geriet die tatsächliche Phrase des BBC-Interviewers in der Sendung zu dem Satz „Die amerikanischen Juden manipulieren die US-Außenpolitik“ und nicht, „dass“ es so [eventuell gewesen] sein könnte. Dabei suggerierte sie [die Phrase (bd)] eine Tatsachenbehauptung, statt bei einer [subjektiven (bd)] Vermutung zu bleiben. Könnte die BBC dieses eine Wort verändert haben, nachdem sie erkannt hatte, welche Schlussfolgerungen man danach ziehen könnte?

Hilfreich zum besseren Verständnis in diesem Zusammenhang der Artikel von HR-Chefredakteur Simon Plosker im Februar dieses Jahres: Finkelstein zu Boykott, Investitionsrücknahme and Sanktionen (BDS): Kult der Unaufrichtigkeit [In Englisch].

Was die Wahl Norman Finkelsteins als Interviewpartner zum Thema der Haltung amerikanischer Juden gegenüber Israel betrifft, war der Gegenstand selbst zweifellos durch den letzten Kommentar Peter Beinarts ausgelöst worden. Beinart aber, ob man mit ihm übereinstimmt oder nicht, ist ein seriöser Interviewpartner. Finkelstein andererseits steht erklärtermaßen gegen Israel und ist völlig ungeeignet, die amerikanischen Juden zu repräsentieren.

Schwer zu entscheiden, wer mehr verabscheuungswürdig ist: Norman Finkelstein wegen seiner extremen Ansichten oder die BBC wegen ihrer vorsätzlichen Irreführung und – wie man sagen könnte – antisemitischen Diktion ihrer Programminhalte.

Wegen „Kritik“ an Israel ausgewiesen?

27. Mai 2008

honestreporting Media BackSpin, 27. Mai 2008

Der Guardian porträtiert Israel in unaufrichtiger Weise als Staat, der die Redefreiheit einschränke.

Mehr dazu im neuen Communiqué von HonestReporting Großbritannien: Wegen Kritik an Israel ausgewiesen?

Update: Zu Kommentar und Übersetzung geht’s hier…