Posted tagged ‘Nordkorea’

Leserbriefe und das Getöse der Massen

8. April 2013

HonestReporting Media BackSpin, 8. April 2013

Pesach Benson, Honest Reporting (HR) Jerusalem

Eine Auswahl von E-Mails in meinem Postfach heute Morgen:

1. Diese Fragestellung von G.

Wurde irgendwo in den internationalen Medien berichtet, dass die „Israelis, die all‘ die armen Palästinenser unterdrücken, einen arabischen Mediziner zum neuen Leiter der Notaufnahme im ’Hadassah Ein Kerem’-Krankenhaus ernannt haben?“

Meines Wissens berichtete nur die Jerusalem Post über die Ernennung von Dr. Aziz Darawshe. Seine Vita ist beeindruckend, und seine Ansichten zum Verhältnis zwischen Juden und Arabern in Israel sind freimütig.

Es würde mich nicht überraschen, wenn einige Kommentare Darawashes Ernennung dazu nutzten, um gegen Israel zu argumentieren. Die „Logik“ bestünde darin, dass Darawashe ein Feigenblatt für ein größeres Muster böser und systematischer israelischer Diskriminierung sei und dass Israels Unterstützer heuchelten, wenn sie das groß herausstellen. Ähnliche Argumentationen verbergen sich hinter dem Homo-Pinkwashing, der Heuchelei wegen einer schwarzen Miss Israel etc. Unterm Strich: Israel kann es niemandem recht machen.

2. Von MK aus Großbritannien:

Ist es nicht merkwürdig, dass Israel weiterhin von einer iranischen Atombombe bedroht wird und kaum jemand mit der Wimper zuckt? Aber nun droht Nordkorea, und schon läuft die Welt Sturm – allen voran die USA?

Das überrascht nicht. Meine unbedeutende Meinung dazu: eine Nebenerscheinung zur allgemeinen Fokussierung auf Pjöngjang ist, dass wir mehr erfahren über die Involvierung des Iran in das nordkoreanische Nuklearprogramm. Das wenige, das wir wissen, zeigt nur die Spitze des Eisberges.

3. von B. in Jerusalem, der Fragen stellt zu dem unheilbar an Krebs erkrankten schottischen Schriftsteller Iain Banks, der sich in einem Gastbeitrag im Guardian der BDS-Bewegung angeschlossen hatte:

Guter Test für Diplomaten auf israelischer Seite – inwiefern könnte dies Banks beeinflussen?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Banks zu beeinflussen ist. Er ist unheilbar an Krebs erkrankt, und er hat sich entschieden, seine verbleibende Zeit auf dieser Welt auf diese Weise zu verbringen? Das ist Hardcore-Feindseligkeit.

(Abbildung via Flickr/RambergMediaImages)

Radio Canada: ‚Israel weist keinerlei Ähnlichkeit mit Iran und Sudan auf‘

14. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 14. Dezember 2010

Es sollte eigentlich sonnenklar sein, dass Israel nichts mit dem Iran und Sudan gemeinsam hat. Nicht aber für Simon Durivage von Radio Canada.

Durivage entschuldigte sich für den unangebrachten Vergleich mit diesen Ländern, nachdem sich Leser von HonestReporting Canada eingeschaltet hatten.

Wichtiger als die Entschuldigung jedoch war der Bericht der Beschwerdestelle des Senders (pdf-Format), weil er einigen wichtigen Präzedenzfall darstellt:

„Radio Canada erkennt an, dass es unangemessen war, den Iran und Sudan als Beispiele dafür herzunehmen, die Risiken einer kanadischen Unterstützung für Israel zu darzustellen.“

„…indem er irrtümlicherweise Israel mit dem Iran und Sudan in Verbindung brachte, hielt sich Simon Durivage nicht an eine der Grundregeln für journalistische Standards und Praxis bei CBC/Radio Canada, nämlich die der Sorgfaltspflicht.“

„Die Assoziierung Israels mit dem Iran und Sudan bedeutete einen journalistischen Fehltritt.“

Damit ist also schriftlich festgelegt, dass eine moralische Gleichsetzung Israels mit Schurkenstaaten wie Iran, Sudan (Nordkorea und Kuba gehören auch dazu) unangemessener Journalismus ist.

Besuchen Sie HonestReporting Canada für relevante Videos, Links und weitere Infos.

Julian Assange: Ein zionistischer Neocon?

3. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 3. Dezember 2010

In einem Interview mit Time nimmt Julian Assange Benjamin Netanyahu in Anspruch, um WikiLeaks zu verteidigen:

Und beim israelischen Premierminister [Benjamin] Netanyahu sehen wir, dass er mit einem sehr interessanten Statement herauskommt, nämlich, dass politische Führungspersönlichkeiten nach Möglichkeit so in der Öffentlichkeit sprechen sollten, wie sie es privat auch handhaben. Er glaubt, dass die Resultate dieser Öffentlichmachung, die manch’ private Stimmungslage im öffentlichen Raum halten, in irgendeiner Form einen Fortschritt des Friedensprozesses in Nahost und besonders in Bezug auf die Beziehung zum Iran in Aussicht stellen.

Außerdem wurde Bibi  von Assange als „raffinierter Politiker“ bezeichnet.

Nicht zu vergessen: Assanges Kollege James Ball erklärte Daily Telegraph gegenüber, dass noch weit mehr bisher nicht veröffentlichte Telegramme existierten – zu Israel, dem Vatikanstaat, Nordkorea und anderen Weltregionen. Aber kein Hinweis darauf, welche Enthüllungen man noch im Ärmel hat.

Wenn Sie aber genau hinhören, können Sie beinahe erahnen, wie Robert Fisk in sein Bier hineinsabbert.

NACHTRAG: Die Welt steht wirklich auf dem Kopf. Der israelische Botschafter Ron Prosor erhielt Standing Ovations. Wo? Bei Oxford Union!

WikiLeaks-Zusammenstellung, Israel betreffend (Teil 2)

30. November 2010

HonestReporting Media BackSpin, 30. November 2010

[Natürlich] kein Live-Blogging, aber es geht weiter mit der Zusammenstellung von WikiLeaks-Material zu Israel.

• Berichterstatter werden es in Zukunft schwerer haben, an Quellen im Regierungsumfeld zu gelangen. Das kündigte Premierminister Netanyahu in einem Treffen mit Verlegern und Journalisten an:

Netanyahu sagte, dass angesichts des großen Telegrammaufkommens zwischen Diplomaten, das letzten Sonntag veröffentlicht worden war, die notwendige Folgerung entstehe, dass politische Entscheidungsträger und Diplomaten bei dem, was und wem sie es sagen, zukünftig zurückhaltender vorgehen werden….

Netanyahu zufolge wird angesichts der Enthüllungen von WikiLeaks die Zahl derjenigen, die Zugang zu diskreten Informationen haben, eingeschränkt werden, um weiteren Indiskretionen vorzubeugen.

„Ich bin mir nicht sicher, ob es dazu dient, dass Sie oder wir unseren Job gut ausführen können“, sagte er den Journalisten.

• Ägyptens Rolle als Vermittler bekommt einen schweren Schlag: besonders Präsident Mubaraks Bemühungen um eine Versöhnung zwischen Hamas und Fatah leiden darunter:

Über Jahre hinweg stellte sich Mubaraks Regime als einziger diplomatischer Sachwalter dar, der in der Lage wäre, eine Lösung der Spaltung zwischen den palästinensischen Parteien Hamas und Fatah herbeizuführen, als die Hamas Gaza und die Fatah das Westjordanland übernommen hatten. Die Palästinenser gehen nicht davon aus, dass eine Versöhnung den Friedensprozess mit Israel befördere, aber viele beschuldigen Ägypten, es sei ein einseitig motivierter Vermittler und deshalb für die Aufgabe ungeeignet. Die jetzt offen einsehbaren Dokumente scheinen wenig Zweifel darüber offen zu lassen, wo Ägypten (wirklich) steht.

• Beeindruckt war ich von diesem Beitrag in der Chicago Tribune:

Amerikanische Diplomaten mögen durch diese Indiskretionen vielleicht irritiert worden sein. WikiLeaks-Gründer Julian Asange macht ja auch kein Hehl daraus, dass es eine seiner Missionen ist, Amerikas Macht weltweit an den Pranger zu stellen und einzudämmen.

Diesmal aber hat er sich ins Knie geschossen. Diese Dokumente zeigen eine eminent wichtige Wahrheit auf: Die USA und ihre Verbündeten einschließlich Israel stehen nicht allein gegen die Bestrebungen des Iran, die Atombombe zu besitzen.

Viele in Nahost wünschen sich, dass die USA den Iran stoppen, bevor er die Bombe hat. Und den Iran von seinen nuklearen Ambitionen anzuhalten bedeutet auch, dass jegliche Unterstützung, die Teheran von Nordkorea bekommt, gestoppt wird. Und das ist nun wirklich kein Geheimnis mehr.

Video: Bewaffnete „Friedensaktivisten“

31. Mai 2010

HonestReporting Media BackSpin, 31. Mai 2010

22:26 Uhr (Jerusalem-Zeit):

Nun, da sich langsam der Staub legt, die Zahlen der Verwundeten und Getöteten. Quelle: IDF Spokesperson’s Blog

7 Soldaten verwundet
9 Aktivisten getötet

Die Zahl der Toten ist beklagenswert; aber was heute geschah, kann nicht im Entferntesten als Massaker bezeichnet werden.

Es würde Rufe nach einer eingehenden Untersuchung dennoch nicht verstummen lassen.

Robin Shepherd erklärt, warum:

Warum Forderungen nach einer Ermittlung, wenn Sie bereits beschlossen haben, dass der Einsatz von Gewalt unangemessen war?

21:35 Uhr (Jerusalem-Zeit): Jonathan Kay (über Martin Kramer) bei WWNKD (wie es Nordkorea machen würde):

Wenn Israel wirklich die Hamas-Sympatisanten und ihre Gesinnungsgenossen auf den 6 Schiffen der Gaza-Flotte hätte abschlachten wollen, wäre das kein Problem gewesen. Die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) hätten die logische koreanische Lösung gewählt: Die Schiffe mit Torpedos versenken und dabei zusehen, wie sie absaufen. Genau das hätte die Hamas mit einer Bootsladung von Juden gemacht, wenn sie die Gelegenheit dazu gehabt hätte….

Wie beim inszenierten Jenin-Blutbad wird diese Episode als weiterer Prügel eingesetzt werden, den jüdischen Staat zu brandmarken – mit denselben Experten und Aktivisten, die jegliches Wort darüber verpennen, wenn wirkliche „Massaker“ weltweit verübt werden, so wie zum Beispiel das Abschlachten von mehr als 90 Mitgliedern der Ahmadi-Sekte in Pakistan. Auf dem Meer oder auf Land ist dies die Doppelmoral, gegen die Israel immer anzukämpfen hat, wenn es sich gegen Terroristen und die Medien wehren muss, die sie unterstützen.

21:28 Uhr (Jerusalem-Zeit): Kleider machen Leute. David Hazony schreibt:

Eine meiner Freundinnen ist Krankenschwester: Sie hatte in der Unfallstation an einem Jerusalemer Krankenhaus Dienst, als einige der verletzten „Aktivisten“ eingeliefert wurden. Sie berichtete mir, dass viele von ihnen Tarnkleidung trugen. „Ich bin nicht sicher, dass es türkische Armeeuniformen waren“, sagt sie, „aber Zivilisten waren sie sicher nicht.“ (Kleine Anmerkung von Medien BackSpin: Das erhärtet zwingend den Verdacht, dass Erdogan ein doppeltes Spiel praktiziert – sowohl im Atomgeschäft mit dem Iran als auch im (feindseligen) Umgang mit Israel. Die Türkei: Ein strategischer Partner für Israel? Zurzeit sicher nicht! [Bernd D.] Dazu hier auch ein früherer Artikel von mir auf Castollux aus dem Jahr 2007!, der politische Zusammenhänge aufzeigt.

21:13 Uhr (Jerusalem-Zeit):  Zeigt diese AFP-Bildunterschrift auf der Frontpage der NY Times nicht, dass die Politik merkwürdige Liasonen eingeht?

Wer wusste, dass es einen Unterschied zwischen antiisraelischen Demonstranten und iranischer Polizei gab?

18:14 Uhr (Jerusalem-Zeit): Meine Voraussage zur ungebremsten Medienschlacht: Britische Medien treten überall zur Lynchjustiz gegen Israel an. Interessant zu sehen, wie israelische Autoren während der Woche in Gastbeiträgen der USA darauf reagieren werden. Jeder kommt vom Volkstrauertag zurück und war mit den neuesten Nachrichten von der Katastrophe am Golf von Mexiko beschäftigt.

175:57 Uhr (Jerusalem-Zeit): Dank an Elder of Ziyon für das Video von Channel 2, das diesen Beitrag eröffnet hat, jetzt bei YouTube abrufbar.

17.09 Uhr (Jerusalem-Zeit): Pesach Benson wird diesen Bericht in umgekehrter chronologischer Reihenfolge fortführen*. Eigentlich wollte er live bloggen, aber ein Post mit dem gesamten Inhalt in einem ist sinnvoller. Die IDF nahm dieses Video von einem Helikopter aus auf, der über der Mavi Marmara schwebte.

17:37 (Jerusalem-Zeit): Netanyahus Besuch im White Hause abgesagt. (Überraschung? [bd])

17:20 Uhr (Jerusalem-Zeit): Ich stimme mit Stephanie Gutmann überein, wenn sie eine „Win-Win“-Situation für die Hamas sieht.

Während der letzten Jahre hat die Hamas, Herrscher über den Gaza-Streifen, in zunehmendem Maße die Nutzen und Kostenvorteile des Medienkrieges für sich entdeckt. Wenn man Glück hat, tötet eine Rakete, die vom Strip abgefeuert wird, ein oder zwei israelische Zivilisten. Währenddessen geht ein gut getimtes Videoband von Al Jazeera oder BBC über israelische „Gräueltaten“ rund um die Welt. In zunehmendem Maße haben Hamas und ihre internationalen Unterstützer versucht, solche Bilder zu konstruieren; Leben von Zivilisten sind dafür noch der kleinste Preis, den es zu entrichten gilt.

Kommandoeinheiten berichten auch bei YNet News über die Ereignisse.

15.52 Uhr (Jerusalem-Zeit): Israels TV- Sender Channel 2 mit Videomaterial, das Gaza-„Friedensaktivisten“ zeigt, die Soldaten mit Messern und Brechstangen an Bord der Mavi Marmara angreifen.

Zum besseren Verständnis: Die Free Gaza-Leute tragen orangefarbene Schwimmwesten.

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*Weitere Updates könnten folgen….