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Al Jazeera America startet mit Judenhasser

23. August 2013

HonestReporting Media BackSpin, 232. August 2013

So viel zum ersten. Nach dem lange erwarteten Start war der Verschwörungstheoretiker Professor Stephen Walt allererster Gast bei Al Jazeera Amerika (AJA).

Er ist weithin bekannt durch seine Co-Autorenschaft bei The Israel Lobby, einem in Misskredit geratenen Buch, das Juden beschuldigt, die amerikanische Außenpolitik zu steuern. (Ohne Osama Bin Ladens Empfehlung wäre das Buch wohl nicht so populär diskutiert worden.) Walts Beobachtungen zum prä-arabischen Frühling gehören zu den drei doofsten Stücken, die intellektuelle Libyen-Besucher geschrieben haben. Und seine Reaktion auf das Itamar Massaker im Jahr 2011 war eiskalt und schockierend.

Walt fasste seine Überlegungen über die Unruhen in Ägypten so zusammen, dass er den AJA-Zusehern verklickerte, die US-Hilfe für Kairo sei nicht wirklich von bedeutendem strategischem Interesse für die USA, sondern solle Israel besänftigen. Hier das Video.

Ich kann’s kaum noch erwarten, wer sonst noch auf der Einlistungsliste der AJA-Experten erscheint. Henry Siegman? Abdel Bari Atwan? Geneive Abdo?

Wie wäre es mit Neve Gordon, dem israelischen Professor, der für Walt zu extrem ist?

Und was wird Al Jazeera Amerika als Draufgabe bringen?

(Hat tip: Washington Free Beacon)

Neve Gordons „Ethnische Säuberung“

28. Juli 2010

HonestReporting Kommuniqué, 28. Juli 2010

Der Abriss einer nicht genehmigten Beduinensiedlung im Negev zieht wieder ausländische Medien an, die wild darauf aus sind, die Story ihrer einseitigen Agenda anzupassen.

Sie soll alle Elemente enthalten, auf die sie spekulieren:  Massenvertreibung, begleitet von Häuserabriss, große israelische Polizeipräsenz, Potential für Konfrontation und – noch besser -, dass jene, die davon betroffen sind, zur arabischen Minderheit in Israel gehören.

Das sind die Zutaten, die CNN, BBC, AFP und die LA Times brauchen, um den Abriss einer nicht genehmigten Siedlung zu „dokumentieren“.

In der Tat sind ungeachtet der Richtigkeit oder Unangemessenheit des Themas solche Szenen niemals angenehm und beinhalten auch einen gewissen Grad an menschlichen Härten. Die Auslandsmedien jedoch, die sich vorwiegend auf Behauptungen von NGO’s stützen, bringen es fertig, eine komplexe Geschichte in sehr simplen Schwarzweißtönen zu schildern.

Der notorische Antizionist Neve Gordon schreibt in der berüchtigten Comment is Free-Rubrik des Guardian und schert sich (wie immer) natürlich nicht um den Kontext dieser Geschichte: Er dreht noch zusätzlich am antiisraelischen Rad, wenn er bemerkt, dass er

plötzlich verstand, wie weit der Staat zu gehen bereit ist, sein Ziel der Judaisierung des Negev zu vollenden; was ich sah, war letztendlich ein Akt ethnischer Säuberung.

Das vollständige HonestReporting-Kommuniqué bitte hier weiterlesen [In Englisch].

Neve Gordon: Weiterhin eine Randerscheinung

12. Juli 2010

HonestReporting Media BackSpin, 12. Juli 2010

Letztes Jahr forderte der israelische Professor Neve Gordon (Ben-Gurion University) einen internationalen Boykott Israels.

Heute meldet er sich im Observer auf Seite 13 mit einem neuen Langweiler (Investment-Boykott) zurück.

Kapitalabzug und Investment-Boykott sind keine spezifische Lösung im israelisch-palästinensischen Konflikt sondern entsprechen der Forderung, dass Israel sich an Internationales Recht und UN-Sanktionen hält.

Dementsprechend ist es etwas, was man unterstützen kann, gleich, ob man für eine Zwei- oder Einstaatenlösung plädiert. Selbst als Zionist kann man dafür stimmen.

Mir läge nichts daran, Gordon den Mund zu verbieten.

Wie ich aber letztes Jahr schon herausstellte, als die LA Times einen wesentlich mehr beachteten Beitrag des Professors veröffentlichte, spricht Gordon lediglich für sich selbst und eine Handvoll Leute wie David Landau. Weshalb also würde irgendein Gastkommentator eine Randmeinung wie diese hervorheben?

Dazu passend: Neve Gordon zu extrem für Stephen Walt

Zurück in den Hörsaal der Ben Gurion University

1. September 2009

HonestReporting Media BackSpin, 1. September

Vor Beginn des Herbstsemesters erhielt Rivka Carmi, Präsidentin der Ben Gurion University (BGU), die Gelegenheit, in einem Gastbeitrag der LA Times Neve Gordon und seinen Boykottaufruf gegen Israel auseinanderzunehmen:

Akademische Freiheit soll garantieren, dass eine ungezwungene und freie Diskussion über Forschungs- und Lehrmeinung stattfinden kann, die auch vorherrschende Normen hinterfragt. Das Fakultätsmitglied Gordon benutzte jedoch eine Kanzel, um seine eigene Meinung zu verbreiten, bei der es sich in Wahrheit um Demagogie handelt, die sich in den Mantel akademischer Theorie hüllt….

Ob man will oder nicht, Gordon kann nicht ohne Weiteres entlassen werden. Das Gesetz in Israel spricht eine deutliche Sprache und die Universität ist eine gesetzestreue Anstalt.

Wenn er andere Instanzen anspricht, um einen Boykott gegen Israel zu erreichen, darunter auch akademische Institutionen wie die eigene Universität, hat Gordon hat seine Fähigkeit eingebüßt, innerhalb des akademischen Betriebs mit seinen Kollegen in Israel und weltweit zu kommunizieren. Wie kann er guten Glaubens nach seiner sehr öffentlichen Selbstanalyse in seinem Gastbeitrag, der in der extremen Auffassung gipfelte, Israel sei ein „Apartheid“-Staat, solch eine kollegiale Atmosphäre verbreiten, die für die akademische Forschung und Lehre unabdingbar ist?

Carmi erklärte YNet News gegenüber, dass Rücktrittsforderungen, Gordon betreffend, zulässig seien, aber die BGU Gordon nicht feuern will und kann.

Warum es sich selbst nach israelischen Maßstäben bei Gordons Ansichten um eine Randmeinung handelt sagt ausgerechnet auch Uri Avnery, der darlegt, warum ein Boykott Israels nicht die gleiche Wirkung hätte wie früher der weltweit organisierte Boykott gegen Südafrika:

Der südafrikanische Kampf fand zwischen einer breiten Mehrheit und einer kleinen Minorität statt. Unter einer Bevölkerung von fast 50 Millionen Menschen machten die Weißem nicht einmal 10% aus. Das bedeutet, dass trotz des Arguments, sie würden einen Nachteil daraus ziehen, mehr als 90% der Einwohner des Landes hinter dem Boykott standen.

In Israel stellt sich die Situation genau umgekehrt dar. Mehr als 80% der Bevölkerung sind Juden und sie stellen zusätzlich eine Majorität von etwa 60 Prozent auf der Landfläche zwischen Mittelmeer und Jordanfluss. 99.9 Prozent aller Juden sind gegen einen Boykott Israels.

Sie glauben nicht, dass „die ganze Welt mit uns“ ist, sondern eher, dass „die ganze Welt gegen uns ist“. In Südafrika half der weltweite Boykott, die Majorität zu stärken und sie für den Kampf einzustimmen. Die Auswirkung eines Boykotts auf Israel hätte eine entgegengesetzte Wirkung.

Und Gordon? Er bleibt stur und äußert sich bei The Media Line wie folgt:

„Wir sollten uns daran erinnern, dass Boykottaufruf, Kapitalabzug und Sanktionen gewaltlose Strategien sind, um eine Apartheidsituation zu beenden im Gegensatz zur Gewalt, die tagtäglich in den besetzten Gebieten angewandt wird.“

„In gewisser Hinsicht kann man von eine Doppelmoral sprechen, weil andere Länder die Menschenrechte genauso viel verletzen wie Israel, wenn nicht sogar mehr“, fügte er hinzu. „Aber wie soll ein Boykott gegen China funktionieren? Es geht nicht. Hier in Israel kann man das sehr pragmatisch handhaben. Ich denke, dass es Israel weiterbringen und vor sich selbst schützen wird.

Gordon und sein Gastbeitrag werden sicher zum Gesprächsthema auf dem Campus.

Neve Gordon zu extrem für Stephen Walt

27. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 27. August 2009

Professor Stephen Walt kommentiert Dr. Neve Gordons kürzlich formulierten Boykottaufruf gegen Israel. Am Ende der Lobrede auf den Professor der Ben Gurion University schreibt Walt:

Ich sollte hinzufügen, dass ich „Boykott, Kapitalabzug und Sanktionsbestrebungen nicht unterstütze. Zum Teil, weil ich mich selbst bei vergleichsweise milden Formen kollektiver Bestrafung unwohl fühle, und zum anderen, weil ich mir, wie Gordon auch, Sorgen wegen der Doppelmoral mache (d.h., wenn man denkt, es sei okay, Israel zu boykottieren, warum nicht auch China, Burma [Myanmar] oder  weitere Länder?). Und besonders misstrauisch bin ich bei Versuchen, den akademischen Austausch einzuschränken, weil ich alles ablehne, was die Meinungsfreiheit oder den freien Gedankenaustausch behindert. Aber ich respektiere Gordons Motive und sein Gastkommentar hat mich nicht überrascht: Was, wenn er recht hat und dies tatsächlich der einzige Weg ist, eine Zweistatenlösung zu bekommen? Gelehrte sollten die Menschen zum Nachdenken bringen, stimmt’s?

Stephen Pollard kann seinen Ekel kaum verbergen:

Nun, nachdem er Jahre damit verbracht hat, Gift und Galle zu versprühen und überkommenen Lügen über ein manipulierendes, konspiratives Israel, das die amerikanische Außenpolitik steuere, einen akademischen Anstrich zu verpassen, erwähnt er beiläufig, dass er den Geist, den er selbst aus der Flasche gelassen hat, nicht wirklich unterstütze.

Chuzpe ist noch freundlich formuliert. Mir fielen auch andere Formulierungen dafür ein.

Atmen Walt oder Gordon genügend Sauerstoff in der dünnen Luft ihrer Elfenbeintürme?

Randmeinung

21. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 21. August 2009

Warum verflixt noch mal gab die LA Times in ihrem Blatt Professor Neve Gordon die Gelegenheit zu einem Boykottaufruf gegen Israel?

Nichts mehr hat Wirkung erzeugt. Allein massiver internationaler Druck auf Israel garantiert, dass die nächste Generation der Israelis und Palästinenser – meine beiden Söhne eingeschlossen – nicht in einem Apartheidregime aufwachsen.

Gordon stellt die These auf, obwohl er Israeli ist. Aber mit seinen Ansichten steht er so gut wie allein da. Er spricht für niemanden als sich selbst und eine Handvoll Leute wie David Landau.