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Der Guardian verschweigt Aussagen, die in Frage stellen, ob Juden überhaupt die Täter waren

23. März 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 21. März 2016

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Ein Brand im Haus eines palästinensischen Kronzeugen im Fall gegen die jüdischen Terroristen, die letztes Jahr den Tod eines palästinensischen Kleinkinds und seiner Eltern verursacht haben, erweckt Misstrauen. Palästinenser haben wenig überraschend „jüdische Siedler“ für diesen jüngsten Vorfall beschuldigt.

Laut den israelischen Medien ergibt sich jedoch folgendes Bild:

In einer gemeinsamen Erklärung von Sonntagnacht sagten Shin Bet und die israelische Polizei jedoch, die Beweislage deute sehr deutlich darauf hin, dass es sich nicht um eine nationalistische Attacke handelte. „Die bis jetzt am Tatort gewonnenen Erkenntnisse stimmen nicht mit den Merkmalen einer absichtlichen Brandstiftung durch Juden überein“, hieß es in der Erklärung.

Viele Medien, darunter die LA Times und das Wall Street Journal, brachten diese wichtige Information.

Auch die AFP brachte das in ihrem Bericht, und auch der Guardian war Empfänger dieses Berichts.

Aber ein Vergleich der beiden Texte bringt ans Licht, dass der Guardian Teile des ursprünglichen AFP-Textes herausgekürzt hat. Beim Guardian steht nichts mehr über die Aussagen der israelischen Behörden, die die Annahme in Frage stellen, dass jüdische Extremisten verantwortlich wären.

Dies ist ein ernster Fall selektiven Verschweigens, wo es scheint, dass ein Redakteur ganze Abschnitte bewusst herausgelassen hat und dadurch die Story gegen Israel verdreht.

Und der Guardian war nicht das einzige Medium, das diese Information verschwiegen hat. Auch der Independent verheimlichte das, und NBC News veröffentlichte einen AP-Bericht und versäumte dessen Aktualisierung.

Wir haben den Guardian, den Independent und NBC News kontaktiert und um Aktualisierung gebeten.

***

UPDATE

Der Guardian hat HonestReporting per E-Mail geantwortet, man habe die ursprüngliche AFP-Story veröffentlicht, welche damals keinerlei Kommentar der israelischen Sicherheitsbehörden enthielt. Bezeichnenderweise sagt der Guardian ebenfalls, Stunden später habe man eine aktualisierte Version der Story erhalten. Jenes Update wurde jedoch weder veröffentlicht noch zur Originalmeldung ergänzt.

Zugegeben, zum Zeitpunkt der ursprünglichen Veröffentlichung war der Guardian-Artikel korrekt gewesen. Aber obwohl die Redakteure das AFP-Update erhielten, aktualisierten sie die Story nicht. Es ist viel Zeit vergangen, und andere Medien haben die neuesten Informationen in ihrer Artikel eingearbeitet, warum also bleibt der Guardian untätig?

Wir haben den Guardian erneut zur Korrektur angehalten.

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Wir freuen uns, sagen zu können, dass der Guardian den Artikel nach dem E-Mail-Wechsel mit HonestReporting um die relevanten Informationen ergänzt hat.

UPDATE 3

Auch der Independent hat unserer Aufforderung entsprochen und der Story Folgendes beigefügt:

„Einem Bericht zufolge sagte die israelische Polizei, sie glaube nicht, dass die Attacke von jüdischen Extremisten durchgeführt wurde.“

Foto von Flash 90.

Aufgepasst! NBC macht sich über Terror lustig

10. November 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 9. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

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Der Terroranschlag letzte Woche, der zwei Israelis bei einer Jerusalemer Straßenbahnhaltestelle das Leben kostete, führte zu einer Reihe irreführender Schlagzeilen. Aber gab es eine unwürdigere Schlagzeile als die in der Seitenleiste der NBC-News-Homepage?

Aufgepasst! Transporter rast in Fußgänger in Jerusalem

Aufgepasst! Transporter rast in Fußgänger in Jerusalem

„Aufgepasst!“ ist die Art von Ausdrucksweise, die besser auf lustige YouTube-Videos passt. An einem Terroranschlag ist nichts lustig, und diese Schlagzeile ignoriert vollständig die Tatsache, dass es sich um einen Terroranschlag handelt, und ist übelste Boulevard-Sensationsheischerei.

NBC News sollte sich schämen.

Kontrollieren die Juden tatsächlich die Nachrichtenmedien?

6. Oktober 2010

HonestReporting Media BackSpin, 6. Oktober 2010

Nun, da Rick Sanchez das Thema zur Diskussion gestellt hat, gibt Brian Palmer etwaigen Gerüchten den Rest:

Abgesehen von Sanchez’ angeblicher Korrektheit, was seine Behauptungen betrifft: Ist er im Recht? Werden die Medien von Juden kontrolliert?

Vielleicht, was die Filmindustrie* betrifft, sicher aber nicht die Nachrichten. Wenn Sanchez sich auf Leute im TV-Nachrichtengeschäft bezieht liegt er sicher falsch. Keiner der großen TV-Nachrichtensender, ob Fox News, CNN, MSNBC, ABC News, CBS News oder NBC News, wird von einem jüdischen Chef geleitet. (das betrifft auch Ken Jautz, der Sanchez. gefeuert hatte). Keiner dieser Direktoren hat auch jemals in einem öffentlichen Forum davon berichtet, dass er jüdischen Glaubens sei. Das Internet wird mit Gerüchten vollgemüllt über diverse Medienmogule, die angeblich jüdischen Glaubens seien, aber die wenigsten dieser Behauptungen sind nachweislich abgesichert.

Es gibt einige Juden an der Spitze einheimischer [amerikanischer; bd] Zeitungen, aber es bleibt schlicht eine Übertreibung, wenn man sagt, dass ihre Publikationen durch sie kontrolliert werden.

Hätte Sanchez stattdessen über arabisch kontrollierte Medien gesprochen, wären seine Bemerkungen wohl unter jedermanns Radar durchgeflogen**.

———–
*
da bin ich mir nicht so sicher (bd)

**
Über diesen Satz sollte man auch in den deutschen Medien besonders intensiv nachdenken (bd), oder etwa nicht?

Tom Brokaw und die Lektionen aus Buchenwald

7. Juni 2009

HonestReporting Media BackSpin, 7. Juni 2009

Ausgerechnet im Konzentrationslager Buchenwald versucht Tom Brokaw von NBC News eine neue „Lektion“ zum Holocaust zu erteilen, indem er in einer Frage an Präsident Barack Obama unterstellt, dass die Israelis die neuen Nazis seien:

BROKAW: Was können die Israelis von Ihrem Besuch in Buchenwald lernen? Und was sollten sie bei ihrem Umgang mit den Palästinensern bedenken?

OBAMA: Schauen Sie – was dies betrifft gibt es keine Gleichwertigkeit.

Die taktlose Frage kommt ab Markierung 4:05 in diesem Video. Bitte hier oder auf die Abbildung klicken (Kurzer Werbetrailer).

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Was sollte Israel also aus Obamas Besuch in Buchenwald bezüglich des Umgangs mit den Palästinensern lernen?

Zunächst einmal sollten Regierungsvertreter gegenüber  Journalisten wie Brokaw deutlicher artikulieren, warum man die Green Line häufig als Israels Auschwitz-Grenze bezeichnet, von der die Welt erwartet, dass Israel sie den Palästinensern zugesteht.

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