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Sie waren nie ‚unwillkommen‘

22. Januar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 22. Januar 2009

Muammar al-Gaddafi schreibt als Gastkommentator in der NY Times und verlangt nach einem binationalen Staat. Sehen Sie mal, welche Waffe er gegen die Zweistaatenlösung einsetzt:

Es ist wichtig anzumerken, dass die Juden nicht gewaltsam Palästinenser vertrieben. Diese waren niemals ’unwillkommen’.

Sechs Argumente gegen die Einstaatenlösung Gaddafis, die er Isratine nennt:

1. Es ist keine Schande, ein Konzept für jüdische Menschen in einem jüdischen Staat zu haben.

2. Die Einstaatenlösung verneint palästinensische nationale Bestrebungen ebenso wie jüdische nationale Bestrebungen.

3. Juden und Araber teilen weder Sprache, Geschichte, Religion, Kultur oder Werte, die erforderlich sind, um Anstrengungen für einen binationalen Staat zu genügen. Ein typisches Beispiel: Ohne einen Machthaber, der mit eiserner Faust regierte, löste sich Jugoslawien entlang seiner ethnischen Grenzen auf und der Begriff „Balkanisierung“ wurde Teil der Lexika weltweit.

4. Selbst können die Araber keine Geschichte erfolgreicher multiethnischer Staaten vorweisen. Im Irak geht die sektiererische Gewalt weiter und der Libanon ist auch kein Vorzeigemodell. Und was soll den Israelis Vertrauen einflößen, wenn christliche Araber in Scharen aus dem Nahen/Mittleren Osten fliehen?

5. Gaddafi spricht es nicht an, aber man muss hinzufügen, dass das südafrikanische Modell untauglich ist. Benny Pogrund weist darauf hin, dass neben den vielen Unterschieden innerhalb der Regionen in Südafrika Schwarze und Weiße eine Führung hatten, die zusammenhielt und ihrer jeweiligen Wählerschaft die Teilung der Macht sowie wirtschaftliche Interdependenz vermitteln konnte. Im Fall der Israelis und Palästinenser ist das nicht so.

6. Mit wem sollte Israel über eine Einstaatenlösung irgendwie verhandeln? Die Rivalität zwischen Fatah und Hamas deutet auf eine Dreistaatenlösung hin.

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