Posted tagged ‘Medien-Manipulation’

Die fünf größten Fälle von Medien-Versagen im Gaza-Krieg 2014

7. Oktober 2014

Alex Margolin, HonestReporting, 16. September 2014 (Übersetzt von Cora)

Die Berichterstattung in Kriegszeiten mag für die Medien die ultimative Herausforderung sein. Doch der Konflikt zwischen Israel und der Hamas offenbarte einmal mehr die ernste Beschränkung des traditionellen Jouranlismus. Fünf Versager stechen besonders heraus.

Die 5 größten Medien-Versager
Ausgabe Gaza-Konflikt 2014

Medien Versagen # 1

Opferbilder als moralisches Barometer

Reporter vertrauten Zahlen, die ihnen von Gazas Gesundheitsministerium, das der Hamas untersteht, mitgeteilt wurden, und das, obwohl die Hamas ein strategisches Interesse an einer Inflation der Anzahl hat

Col. (Reserve) Reuwen Ehrlich vom Mei Amit Intelligence and Information Centre prüfte die Namen, die vom Gesundheitsministerium in Gaza herausgegeben wurden.

„Die Liste wurde hastig erstellt und später wurden Änderungen vorgenommen. Es gab eine Anzahl falscher Namen, die aufgelistet wurden, die Details der Todesursachen waren nur unvollständig, was die Identifikation verdächtigt macht. Es gab Namen, die mehr als einmal verwendet wurden und einige sind eher durch eigenen Beschuss, als durch die israelische Armee umgekommen. Die Liste unterscheidet nicht zwischen Zivilisten und Terroristen. Alle Toten auf der Liste werden „Shahids“ (Märtyrer) genannt.“

Viele Medienangaben behaupten, dass es sich bei 80% um zivile Opfer handelt.

Aber ein Bericht der New York Times fand heraus, dass ein verdächtig hoher Anteil der Opfer Männer im Alter zwischen 20 und 29 Jahren waren – das Hauptalter der Hamasterroristen.

Die Mainstream Medien präsentieren häufig eine Opferaufrechnung – die Anzahl der Palästinenser neben der Anzahl der Israelis.

Diese Aufzählung hat einen moralischen Unterton. Berichte ohne Hintergründe suggerieren, dass Israel der Aggressor war oder die Bedrohung Israels übertrieben wurde.

Doch die „Anzahl“ ist nicht die ganze Geschichte. Sie zeigen nicht die Anstrengung Israels, seine Zivilisten zu schützen und es schließt nicht in die Rechnung mit ein, mit welchen Mitteln die Hamas Zivilisten in Gefahr brachte, indem sie reine Wohngebiete zu Kriegsschauplätzen machte.

Wie Bret Stephens im Wall Street Journal schrieb:
„Der einzige Nutzen der Leichenzahlen besteht darin, den Reportern und Kommentatoren die ultimative Möglichkeit zu geben, Israel die Schuld zuzuschieben während sie den Fragen nach der tatsächlichen Verantwortung für das Morden ausweichen.“

Medienversagen # 2

Das Syndrom des „geprügelten Journalisten“

Die Hamas schüchtert Journalisten ein.

Die Situation in Gaza war so schlimm, dass die Foreign Press Association (FPA) eine verichtende Verurteilung des Benehmens der Hamas gegenüber den Journalisten herausbrachte.

Aus dem Statement der Foreign Press Association:

„Die FPA protestiert auf Schärfste gegen die aufdringlichen, ständigen, gewalttätigen und unlauteren Methoden der Hamas-Authoritäten und ihrer Vertreter gegenüber den internationalen Journalisten, die Gaza in den letzten Monaten besuchten …

In mehreren Fällen wurden ausländische Reporter, die in Gaza arbeiteten, schikaniert, bedroht oder über ihre Geschichten ausgefragt oder über Informationen, die sie über ihre Nachrichtenmagazine oder durch die Sozialen Medien weitergaben.“

Erstaunlicherweise war die Antwort einiger der einflussreichsten Journalisten, die über Gaza berichteten, darauf, dass die ganze Sache übertrieben sei.

Die Chefin des Jerusalemer Büros der New York Times, Jodi Rudoren, nannte das Statement der FPA via Twitter „Unsinn“.

Joshmitnick

Foreign Press Ass. Protestiert gegen aufdringliche, ständige, gewalttätige Hamasbelästigungen, Drohungen gegen Reporter in #Gaza pic.twitter.com

Jodi Rudoren

@ joshmitnick: Jeder Reporter, den ich getroffen habe und der in Gaza während des Krieges war, sagt, dass die israelische/jetzt FPA Darstellung Unsinn ist.

Warum geht jemand hin und spielt etwas gezielt herunter, das offensichtlich Auswirkungen auf die Darstellungen hat, die über diesen Konflikt auftauchen?

TRANSPARENZ

Wenn Reporter transparent über die Herausforderungen berichteten, dann zugeben müssten, dass die Hamas auf vielen Ebenen Anstrengungen unternahm, die Kontrolle über alle Berichte zu bekommen, die aus Gaza kamen.

Wie der Journalist Michael Totten nach der Veröffentlichung des AFP Statements schrieb:

„Der Gazakrieg war natürlich eine große Geschichte und es musste darüber berichtet werden. Aber es hätte genauso gut von der israelischen Seite der Grenze aus aufgedeckt werden können. Über beide Seiten der Geschichte zu berichten ist natürlich, wann immer es geht, vorzuziehen, doch eine ausgewogene Berichterstattung von Israel aus mit den zensierten Berichten aus Gaza zu vergleichen, ist eine journalistische Vernachlässigung der Sorgfalt. Hört auf damit!“

Medienversagen # 3

Fehlende Informationen werden nicht bekannt gemacht

Viele Journalisten und Fotografen behaupten, dass sie bei ihrer Arbeit von der Hamas nicht behindert wurden, aber sie konnten auch nicht glaubhaft erklären, warum es so wenige Bilder von Hamaskämpfern in Aktion gab.

 

Der Starfotograf der New York Times, Tyler Hicks, sagte, dass er überhaupt keinen Terroristen oder Raketenrampe gesehen habe. „Es war als gäbe es sich gar nicht.“ sagte er.

Und so haben die meisten Bildreihen das Geschehen auch behandelt – als ob es keine Raketenabschussrampen und Leute, die diese auf Israel abgeschossen hatten, gegeben habe.

Dagegen gab es keinen Mangel an Fotos von Palästinensern, die auf die israelischen Luftangriffe reagierten. In unzähligen Fotostrecken aus Gaza war es schwer auszumachen, dass hier zwei Seiten kämpften, nicht nur eine.

Mediale Veröffentlichungen haben die Pflicht, den Leser wissen zu lassen, wenn etwas fehlt.

Medienversagen # 4

Überbetonung grausamer Kriegsbilder

Während es aus den Tagen schwerster Kämpfe in Gaza buchstäblich keine Bilder von Hamaskämpfern gibt, findet man Bilder von Kindern und Babys, die bei israelischen Luftangriffen verletzt wurden, in Hülle und Fülle.

Aber das verdreht die Auseinandersetzung in Gaza aufs Schlimmste. Nimmt man das Fehlen der Bilder von Hamaskämpfern dazu, wird die Botschaft klar: Israel ist ein Aggressor, der auf Kinder zielt.

Tatsächlich aber kämpfte Israel um seine Bevölkerung vor Raketenbeschuss und Tunnel unter seiner Grenze zu beschützen.

Medienversagen # 5

Das Versagen, die tatsächlichen Ziele der Hamas klar zu stellen.

Während der Wochen der Kämpfe und vor allem während der Perioden, in denen über einen Waffenstillstand verhandelt wurde, behaupteten die Medien, dass die Hauptmotivation der Hamas entweder die Aufhebung der Blockade rund um Gaza, oder die Eröffnung eines Hafens oder Flughafens sei.

Aber warum hat die Hamas dann Jahre darauf verwendet, ein Tunnelsystem und Bunker zu bauen, die die Grenze unterqueren und weit bis nach Israel hineinreichen?

Es wäre ehrlicher, wenn man darauf hinweisen würde, dass sich die Hamas der Vernichtung Israels verschrieben hat.

Ihre Charta sagt das deutlich:

„Die islamische Widerstandsbewegung ist ein Glied in der Kette im Kampf gegen die zionistischen Invasoren. Sie geht zurück auf das Jahr 1939 … und auf die Muslimbruderschaft im Krieg 1948 und den Jihad Operationen der Muslimbruderschaft in den Jahren 1968 und danach …

Die islamische Widerstandsbewegung strebt nach der Realisierung des Versprechen Allahs, egal wie lange es dauern mag. Der Prophet, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, hat gesagt:

„Der Tag des Gerichtes wird nicht kommen, bis die Muslime die Juden bekämpfen (Juden töten), während sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken. Die Steine und Bäume werden rufen: Oh Muslim, oh Abdullah, da ist ein Jude hinter mir, komm und töte ihn …“

Die Medien haben die Verpflichtung den Konflikt als das darzustellen, was er ist: Die Aggressionen einer Terroristengruppe, die darauf hinarbeitet, Israel zu zerstören und Israels Anstrengungen, seine Bürger zu beschützen.

S.E. Cupp schrieb in der New York Daily News:

Es wird selten in einem Nachrichtenbericht erwähnt, dass das vorrangige Ziel der Hamas, ihr Hauptziel, das, was sie wirklich will und wozu ihr militärischer Arm geschaffen wurde und entschlossen ist, die totale Vernichtung Israels und die Auslöschung der Juden ist.

Das ist eine entscheidende Komponente, die in den Berichten regelmäßig ausgelassen wird. Aber jede Story, die das nicht als Hauptforderung der Hamas erwähnt, ist weder intellektuell ehrlich noch vollständig.

Hat irgendjemand einen Terroristen gesehen?

17. August 2014

Yarden Frankl, HonestReporting, 7.8.2014 (übersetzt von Cora)

Letzte Woche fragten wir, warum die New York Times zwischen all ihren Bildern vom Gaza Konflikt kein einziges Bild von Hamas Terroristen zeigt. Die Fotos der NY Times erzählen nur einen Teil der Geschichte, sagten wir.

In der Art und Weise, wie der Gaza Konflikt in den Bildern der Mainstream-Medien dargestellt wird, fehlt etwas. Es gibt einen auffälligen Mangel an Fotos von Hamaskämpfern und jenen, die die Raketen abschießen.

Es gibt eine Menge Bilder von eingestürzten Gebäuden in Gaza, von Menschen, die vom Unglück des Krieges betroffen sind und auch Fotos und Videos von Geschossen, die vom Iron Dome auf die herankommenden Raketen der Hamas abgefeuert werden. Aber es gibt praktisch kein Bild von der Hamas als Auslöser.

Und da die Bilder der Medien jene ungeheure Macht haben, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, könnte das Fehlen von Aufnahmen, die die Hamas als aggressiv und gefährlich zeigen, große Wirkung darauf haben, wie viel Schuld die Menschen der Hamas geben.

Die Times antwortete, dass sie hunderte von Fotos, die ihre Fotografen gemacht hatten, gesichtet hätten und dabei nur zwei „aus der Ferne und von schlechter Qualität von der Hamas“ gefunden habe. Jetzt wissen wir, warum sie nicht so viele zur Auswahl hatten. Irgendwie konnten ihre Fotografen keinen Hamasterroristen zum fotografieren finden.

Aus einem Interview mit dem Fotografen Wissam Nassar:

F.: Haben Sie irgendwelche Hamaskämpfer oder andere Kämpfer gesehen oder fotografiert?

A.: Ich habe nur einmal Kämpfer gesehen und fotografiert und das war am ersten Tag der humanitären Pause, auf die sich beide Seiten geeinigt hatten, am 20 Juli. Ich hatte kein Problem damit, sie zu fotografieren. Seitdem habe ich keine anderen Kämpfer mehr gesehen.

Es ist ja nicht so, als hätte Nassar den Konflikt 24 Stunden am Tag beobachtet. Er erklärt:

„Meine Tage waren lang und angespannt. Ich war von meiner Familie getrennt, die ich, zu ihrer eigenen Sicherheit zwei Tage nachdem der Krieg begann, nach Ägypten geschickt hatte. Ich verbrachte die Nächte im Büro und die Tage auf der Straße, umgeben vom Krieg. Ich fotografierte Momente des Lebens und Momente des Todes, Menschen die versuchten zu überleben und Menschen in ihren letzten Todeszuckungen. Ich habe zerstörte Häuser fotografiert, Krankenhäuser, Beerdigungen, humanitäre Hilfe, leere Märkte und das tägliche Leben jener Menschen, die während der Pausen in ihre Häuser zurückkehrten.“

Sollen wir wirklich glauben, dass er während der „langen“ und „angespannten“ Tage nur ein einziges Mal ein Hamasmitglied gesehen hat?

Wie hat er es verpasst ein Foto einer einzigen der 3360 Raketen zu machen, die von Gaza aus abgeschossen wurden? Die Hamasterroristen benutzen überall im relativ kleinen Gaza-Streifen Mörser, Panzerfäuste und automatische Gewehre und er hat sie alle verpasst? Oder war er so davon besessen, Bilder von palästinensischen Opfern zu machen, dass er es schlicht vergessen hat, seinem Arbeitgeber auch Bilder von der anderen Seite des Konflikts zu liefern?

Er war auch nicht der einzige Fotograf, den die Times in Gaza hatte. Der Pulitzerpreisträger und bei der Times festangestellte Fotograf Tyler Hicks war ebenfalls dort. Auch er konnte keinen Terroristen oder Raketenabschuss finden.

Hätten wir Zugang zu ihnen gehabt, wir hätten sie fotografiert. Ich habe keine einzige Vorrichtung zum Abschuss von Raketen nach Israel gesehen. Es ist, als würden sie nicht existieren.

Manchmal glauben die Menschen man hätte zu allem Zugang, man könnte alles sehen. Doch die Kämpfer waren nahezu unsichtbar für uns.

Sollen wir wirklich glauben, dass, während die indischen, französischen und finnischen Medien uns mit Beweisen über die Hamas und ihren Raketenabschüssen aus zivilen Gebieten versorgen, die Fotografen der New York Times das irgendwie verpassten? (Siehe: Media Uncovers Launch Sites in Civilian Populated Areas.)

Die Times verteidigte sich zuerst damit, dass man Bilder von der Hamas gezeigt hätte, wenn ihre Fotografen welche eingereicht hätten. Jetzt wissen wir, warum sie das nicht taten. Bitte schreiben Sie an den verantwortlichen Redakteur der Times, in dem sie hier klicken, und fragen Sie, warum ihre Fotografen jene Bilder verpassten, die andere ausländischen Medien machen konnten.

Gaza: Was hätte das Pressekorps anders machen können?

16. August 2014

Pesach Benson, HonestReporting 6.8.2014 (übersetzt von Cora)

Es ist noch zu früh um zu sagen, ob die Operation „Protective Edge“ heruntergefahren wird oder nicht. Israel sagt, es habe alle ihnen bekannten Terrortunnel zerstört, doch die Möglichkeit weiterer Raketenangriffe hängt drohend über den Waffenstillstandsgesprächen in Kairo.

Nach einem Monat dieses Konflikts ist es aber fair zu fragen, was die Nachrichtendienste in Gaza hätten anders machen können.

Lee Habeeb von der National Review diskutierte auf CNN die mediale Erfassung des Gaza-Konflikts. In der Folge seiner eben erschienen Kolumne „Die Mitverschwörer der Hamas“ zeigt Habeeb mehrere wichtige Punkte auf, in denen die Presse Fehler begangen hat, indem es keine Hamaskämpfer gezeigt oder die Opferzahlen nicht angemessen erklärt hat.

Die Interviewerin Kate Bolduan gehört nicht den Mainstream Medien an, doch sie war vorab instruiert worden, die Arbeit von CNN zu verteidigen.

Auf die Frage, was die Reporter besser machen könnten, glaube ich, hätte Habeeb besser können.

Auch wenn sich die IDF seitdem aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen hat, ist das keine akademische Frage. Die Soldaten bleiben in großer Anzahl an der Grenze, bereit wieder einzumarschieren, wenn es notwendig sein sollte. Und sollte der Waffenstillstand doch für längere Zeit halten, werden die Journalisten einen mehr Zugang erhalten, um ein klareres Bild über die Opferzahlen zu bekommen.

Was denke ich also, hätten die Reporter besser machen können. Ich würde es in einem Wort aus 11 Buchstaben zusammenfassen:

TRANSPARENZ

Transparenz verlangt, dass die Reporter offen zu ihrem Publikum sind, was die Umstände angeht, unter denen sie arbeiten und die Methoden, die sie anwenden um ihre Informationen zu sammeln und auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen.

Ich habe nicht viele Journalisten gesehen, die offen Dinge gesagt hätten, wie: „Die Hamas erlaubt Reportern nicht …“ oder „Einige Leute von der Hamas würden mich bedrohen, wenn …“

Ich habe keine Aussage gehört, wie: „Diese Opferzahlen basieren auf den Aussagen der Vertreter des Gesundheitsministeriums in Gaza, die von der Hamas eingestellt sind.“

Ich habe nicht einen Reporter gesehen, der darauf hingewiesen hätte, dass die Hamas keinen einzigen Namen ihrer gefallenen Kämpfer veröffentlicht hat, noch habe ich bei der Berichterstattung über die Beerdigungen in Gaza eine Bemerkung gehört, dass der Tote ein Kämpfer gewesen sein könnte. Gehen Journalisten nur auf die Beerdigungen von Kindern?

Ich habe keine qualifizierten Opferzahlen gesehen. Was ich gesehen habe, waren Zeilen, die feststellten, dass eine „Anzahl von X Palästinensern getötet worden sind“, gefolgt von der Stimme eines Reporters „der größte Teil davon waren Zivilisten“. Auf welcher Grundlage sind sich dessen so sicher?

Ich habe keinen Reporter gesehen, der zugibt, dass der einfache Palästinenser nicht unbedingt offen spricht. Das würde erklären, warum ich keine vertriebenen Gazaner gesehen habe, die zugaben, dass ihr Gebäude auf Grund des Terrorkommandos im Eingang, des Scharfschützennests im oberen Stock, der im Keller versteckten Raketen oder einfach wegen einer fehlgeleiteten palästinensischen Rakete in die Luft geflogen ist.

Und ich habe keinen Redakteur gesehen, der zugegeben hätte, er würde seinen palästinensischen freien Mitarbeitern – Autoren, Kameraleuten und Technikern – vertrauen, welche nicht frei sind die wirklich harten Fragen zu stellen. Für ausländische Korrespondenten wäre das Szenario des schlimmsten Falles – ungeachtet der Falls Alan Johnson und Paul Martin – aus dem Gaza-Streifen rauszufliegen. Aber wenn man ein palästinensischer Journalist ist, ist der schlimmste Fall, wenn ein Hamasstrolch mit Interesse daran an die Tür klopft, sich mit dir nicht sehr nett darüber zu unterhalten, was du berichtet hast.

Für Indiens NDTV besteht Transparenz darin, den Lesern zu berichten, dass der Reporter Sreeivasan Jain und seine Crew Gaza verlassen hatten, bevor sie ihr außergewöhnliches Video veröffentlichten, in dem Hamas-Gorillas eine Rakete direkt vor einem Hotel vorbereiteten, in dem viele Journalisten untergekommen waren.

„Dieser Bericht wurde auf NDTV gesendet und in ndtv.com veröffentlicht, nachdem unser Team den Gaza-Streifen verlassen hat. Die Hamas nahm jeden Bericht über Abschüsse von Raketen nicht sehr freundlich auf. Aber wenn wir über die verheerenden Konsequenzen der israelischen Offensive für die Zivilisten in Gaza berichten, ist es genauso wichtig, darüber zu berichten, wie die Hamas eben diese Zivilisten zusätzlich in Gefahr bringt, indem sie Raketen mitten aus dem Herzen der zivilen Zonen abschießt.

Ich schätze die Washington Post dafür, dass sie den Finger auf diesen Umstand gelegt hat. Anhand der Punkte, die von den Medien aufgebracht wurden, stellt der Reporter Paul Farhi fest:

  1. Menschenrechtsgruppen sagen, dass sie unter den schwierigen Umständen die Anzahl der Opfer in gutem Glauben auflisten.
  2. Israel hat keine eigene sichere Statistik
  3. An Ashraf Kidra, dem Gesundheitsminister von Gaza kommt niemand vorbei.
  4. Journalisten sind nicht in der Lage, einen unabhängigen Report über die Opfer zu erstellen.

Gestern – ich vermute, nachdem Farhis Artikel veröffentlicht wurde – gab die IDF bekannt, dass etwa 900 Terroristen getötet worden sind, seit die Operation „Fels in der Brandung“ vor einem Monat begann.

Ein weiteres Beispiel von Transparenz, auf das Habeeb oder Farhi nicht besonders hinwiesen, kam von einem anderen Reporter und wieder von der Washington Post. Sudarsan Raghavan ist im Gaza-Streifen und diese Nachricht lenkt die Aufmerksamkeit auf die sich wiederholenden Szenen von gestellten Fotografien, einem Beispiel von Fauxtografie.

Der Schauplatzwar zu ordentlich.

Ich war letzte Woche gerade bei den zertrümmerten Überresten einer großen Moschee im Zentrum von Gaza Stadt angekommen. Sie war durch einen israelischen Luftangriff pulverisiert worden. Da gab es überall Trümmer, Glas und Metall. Aber auf einem Flecken Erde vor dem Gebäude, für jeden sichtbar, lag ein kleiner staubiger Teppich.

Auf ihm war ein Haufen angebrannter und zerrissener Ausgaben des Korans, des heiligen Buchs des Islams. Das Symbol war offensichtlich, zu perfekt. Es war klar, dass sie jemand dort platziert hatte, um noch mehr Mitgefühl für die palästinensische Sache zu erregen. Ein Fernsehteam war an Ort und Stelle und filmte den Haufen. Auftrag erledigt.“

Farhis Kolumne nennt nicht alles, an das ich denke, aber es ist ein Anfang.

Wenn Reporter nicht transparent sind, lässt das Raum für Fragen offen und das ist auch vernünftig. Wenn es zu diesen Dingen plausible und vernünftige Antworten gibt, dann lasst sie uns hören.

VIDEO: Simon Plosker zur Medien-Manipulation und Dämonisierung Israels

4. April 2012

HonestReporting Media BackSpin, 4. April 2012

Kürzlich war Simon Plosker (Chefredakteur HonestReporting) im britischen Revelation TV zu sehen.

Er sprach ausführlich darüber, wie gefälschte und fehlerhafte Medienberichte zur Dämonisierung Israels und zunehmendem Antisemitismus beitragen.

Die Sendung wurde am 23. März ausgestrahlt und gestern online gestellt.