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Neda und al-Dura: Vergleichbare Ikonen?

23. Juni 2009

HonestReporting Media BackSpin, 23. Juni 2009

Neda Agha-Soltan, die 27-jährige Frau, die von iranischen Sicherheitskräften erschossen wurde, ist zu einer mächtigen Ikone in der Demokratiebewegung geworden. Ihr Sterben wurde von Amateurvideos festgehalten, auf YouTube veröffentlicht und verursachte Empörung im Iran und weltweit.

Nun sehe ich, dass Neda mit einem anderen so genannten „Märtyrer“ verglichen wird – Mohamed Al-Dura. Die Financial Times ganz unverblümt:

Das Video über einen palästinensischen Mann, der im Jahr 2000 neben seinem 12-jährigen Sohn Muhammad Jamal Al-Durrah, von israelische Streitkräften erschossen wird, hat sich im Gedächtnis vieler Iraner eingegraben, da das Staatsfernsehen fortwährend die Bilder brachte, um die „Brutalität des zionistischen Regimes“ zu betonen.

Jetzt ist das islamische Regime selbst Gegenstand ähnlicher Beschuldigungen im eigenen Land und weltweit geworden, nachdem ein Video vom grausamen Sterben einer jungen Frau während der Niederschlagung des Oppositionsprotestes am Samstag im Internet verbreitet worden war.

Die Behauptung, dass die IDF Dura getötet hat, ist inzwischen widerlegt. Hier eine kleine Auswahl aufschlussreicher Enthüllungen zur Entwicklung:

• Die technischen Nachuntersuchungen eines Physikers und Ingenieurs warfen erste Fragen.auf.

• Die deutsche Dokumentation Three Bullets and a Dead Child kam zu dem Schluss, dass Dura nicht durch IDF-Feuer getötet worden sein konnte.

• James Fallows von The Atlantic kam zu dem Ergebnis, dass Israel nicht auf Dura geschossen haben kann.

Zwei unabhängige Journalisten, die eingeladen worden waren, das unveröffentlichte Video in seiner Gesamtlänge zu begutachten, kamen ebenfalls zu dem Schluss, dass Dura nicht durch IDF-Feuer getötet worden war.

Das französische Berufungsgericht urteilte, dass Philippe Karsenty rechtmäßig handelte, als er das France 2-Video zu Dura eine Täuschung nannte, nachdem Charles Enderlin (France 2) Karsenty wegen Verleumdung verklagt hatte.

So lange nicht nachgewiesen werden kann, dass Neda von Demonstranten entweder zu Propagandazwecken getötet wurde oder ihr Tod vorgetäuscht wurde – kaum vorstellbar – sollte man sie nicht mit Al-Dura-Vergleichen in den Dreck ziehen.

Ein Vorschlag, um dem Ikonenvergleich ein Ende zu bereiten: Benennt die Mohammad Dura Street in Teheran auf Nedas Namen um.

Große Momente palästinensischer Quellen

16. November 2008

HonestReporting Media BackSpin, 16. November 2008

Der schlechte Scherz eines palästinensischen Sicherheitsoffiziers sorgte für reichlich Chaos. YNet News erklärt, was geschah, als einer Familie in Jenin fälschlicherweise mitgeteilt wurde, ihr Sohn in Nazareth sei von der israelischen Polizei angeschossen und getötet worden:

Die Familie errichtete ein Trauerzelt und die amtliche palästinensische Nachrichtenagentur WAFA veröffentlichte sogar eine Mitteilung….

Zur großen Überraschung der Familie Nazal meldete sich ihr „toter“ Sohn am Mittwochabend und berichtete, dass er nach Jenin zurückgekehrt war, nachdem er in Israel keine Arbeit gefunden hatte.

Die schockierten Familienmitglieder, die sich inmitten der Trauer um ihren Sohn befanden, beeilten sich, den kondolierenden Gästen zu sagen, dass ihr Sohn noch am Leben sei.

Die Nachrichten trafen jedoch nicht rechtzeitig bei der Fatah ein, Aktivisten hatten bereits einen Trauerkorso mit Autos in Bewegung gesetzt und durch Megaphone gerufen, dass der Fatah-„Märtyrer“ kaltblütig von der israelischen Polizei erschossen worden sei.

Ich frage mich, ob dieser Bald-Ex-Offizier“ nicht zu diesen „ungenannten palästinensischen Sicherheitsquellen“ gehört, die so häufig in den MSM zitiert werden.

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