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Wie man das durch palästinensischen Protest verursachte Chaos weiter verpfuscht

10. November 2016

Pesach Benson, HonestReporting, 30.10.16 (übersetzt von Cora)

UPDATE:

Der Evening Standard reagierte auf HR-Leserbeschwerden, indem er die Wortwahl von seines „israelische Besatzungskräfte“ änderte. Der Begriff ist vom Reporter nicht mehr zu hören, aber A) den Begriff überhaupt hervorgehoben zu haben und B) den Namen des „Friends of Palestine Society“-Sprechers nicht zu nennen, der das sagte, ist immer noch armseliger Journalismus.

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Es war eine hässliche Szene die sich am University College London am Donnerstagabend abspielte. Hen Mazzig, ein Autor und ehemaliger Offizier für Hilfseinsätze bei der IDF war eingeladen, über seine Erfahrungen bei der COGAT zu sprechen; einer Einheit des Verteidigungsministeriums , die zivile Belange zwischen der israelischen Verwaltung, den Palästinensern und relevanten internationalen Organisationen in der Westbank und Gaza koordiniert. Die Veranstaltung wurde von Friends of Israel an der UCL in London und CAMERA on Campus gesponsert. Zwei Zeitungen haben ihre Berichterstattung darüber völlig vermurkst (dazu unten mehr).

Der Express beschreibt, was geschah, bevor Mazzig überhaupt dazu kam, zu sprechen. Ein Mob von 100 Anti-Israel Demonstranten erschien, um die Veranstaltung zu stören; und gestört haben sie, indem sie an die Türen schlugen, durch Fenster kletterten, Slogans schrien und, wie gemeldet wurde, jüdische Studenten angriffen, die so gezwungen waren, sich in einem Raum zu verbarrikadieren, während die Polizei versuchte, die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

„Das Filmmaterial zeigt eine Menge pro palästinensischer Aktivisten mit Plakaten, die jene, die zu dem Gespräch gekommen und nun drinnen gefangen waren, `Schande´zuriefen. Herr Mazzig postete auf Facebook ein Livevideo, das zeigt, dass mehr als 20 Polizisten versuchten, sich zwischen die Menge, die `Freies Palästina´schrien und den Raum, in dem der Vortrag stattfand, zu schieben.

Ein Mann, der gegen das Fenster schlug, ist zu hören wie er rief `Vom Fluss bis zum Meer wird Palästina frei sein´. Im Video hört man den israelischen Sprecher sagen: „Ich glaube, nicht mal in meiner Zeit bei der IDF war es so furchtbar, wie gerade jetzt. Es ist wirklich beängstigend. Ich habe gehört, sie hätten einige Mädchen angegriffen, jüdische Mädchen, die gekommen waren um meinen Vortrag zu unterstützen und – wow – es ist verrückt, sie haben wirklich den Verstand verloren.“

 (Video)

Devora Khafi von Stand With Us beschrieb ihre Erfahrung dem Jewish Chronicle. Andere, wie Elliot Miller, posteten ihre eigenen Videos von diesem Chaos.

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Zwei Zeitungen versagten

Während der Daily Telegraph, die Times of London, LBC, Daily Mail und die Jewish News über dieses Geschehen verantwortungsvoll berichteten, verpfuschten zwei Zeitungen ihre Berichterstattung.

Zuerst der Independent, in dem eine irreführende Überschrift und eine Aussage aus der Feder des Reporters sagen, dass pro palästinensische und proisraelische Studenten „zusammenstießen“, was bedeutet, dass beide Seiten gleichermaßen verantwortlich waren – eine klare Verzerrung der Tatsachen:

„Die Polizei wurde nach einem Zusammenstoß von proisraelischen und pro palästinensischen Studenten während einer Veranstaltung an der UCL gerufen“

„Die Polizei wurde zu einer Veranstaltung am University College London gerufen, nachdem es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen pro palästinensischen Demonstranten und Mitgliedern einer proisraelischen Gruppe gekommen war.

In einem anderen Bericht bezieht sich der Evening Standard auf die „IOF“ in der Aussage des Journalisten. Das steht für „Israelische Okkupationskräfte“, ein beleidigender Begriff, der von Israels Feinden benutzt wird. Ich nehme an, dass dieser Begriff von einem der Demonstranten übernommen wurde, welcher vom Evening Standard interviewt wurde. Wenn das der Fall war, hätte IOF in Anführungszeichen gesetzt werden müssen. Ansonsten macht sich der Evening Standard einer groben Ignoranz schuldig (bestenfalls durch irreführende Wortwahl) oder, schlimmer noch, der Verbreitung einer unverhohlenen Meinung, die als Nachricht maskiert ist.

„Ein Sprecher der Gesellschaft der Freunde Palästinas an der Universität bestritt, dass sie solch ein Geschehen organisiert hätten, sagte aber, dass die Behauptung, Studenten wären gefangen oder angegriffen worden, eine Lüge seien.
Er sagte, die Demonstranten hätten sich dazu entschieden, an der Veranstaltung teilzunehmen, wegen der Verbindung des IOF mit der apartheidartigen Politik in Palästina.“

Jüdische Studenten sind mit niemandem zusammengestoßen. Der Independent muss daran erinnert werden, dass es keinerlei moralische Gleichheit zwischen jüdischen Studenten, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen und Palästinensern, die diese Veranstaltung gewaltsam unterbrechen, gibt.

Und „IOF“ ist eine Verunglimpfung, die mindestens so beleidigend ist wie „DRC“ (dreckige, miese Polizisten). Der Evening Standard sollte seine Angaben in einer professionelleren Art und Weise handhaben. Basta.

HonestReporting hat mit dem Independent und dem Evening Standard Kontakt aufgenommen, aber da von den Herausgebern noch keine Antwort eingegangen ist, verlangt bitte eine angemessene Korrektur von den beiden Zeitungen. Die 10 Leserbrief – Tipps könnten dabei hilfreich für euch sein.

Sendet eure durchdachte Kommentare an den Independent unter

newsdesk@independent.co.uk und an die Beschwerdeseite des Evening Standard.

Ariel Sharon: Die Medien-Mythen entlarven

14. Januar 2014

Simon Plosker, HonestReporting.com, 12. Januar 2014

Mit dem Tod des ehemaligen israelischen Premierministers Ariel Sharon haben die Medien eine riesige Zahl an Nachrufen produziert. Sharon ist eine kontroverse Persönlichkeit gewesen und ruft eine große Bandbreite an Emotionen sowohl von Anhängern wie auch Gegner hervor. Das ist jedoch keine Rechtfertigung für falsche Profile oder gewollte Dämonisierung eines der Gründungsväter des modernen israelischen Staates.

Über die Jahre und besonders seit er 2001 zum Premierminister gewählt wurde, haben die internationalen Medien Ariel Sharon mit mehr Giftigkeit und Missbrauch bedient, als jeden anderen demokratisch gewählten Führungspolitiker der zivilisierten Welt. Sharon ist von vielen Medienorganen in wenig schmeichelhaften Begriffen beschrieben worden, die ihn als „Kriegsverbrecher“ und einen „Schlächter“ etikettiert haben – ein Trend, den wir einmal mehr in der heutigen Berichterstattung der Medien erleben.

Medienanalyst Tom Gross trägt vor:

In der Vergangenheit ist ein Großteil der Berichterstattung zu Ariel Sharon in den europäischen und arabischen Medien von unverhohlenem Antisemitismus begleitet gewesen. In Spanien veröffentlichte z.B. am 4. Juni 2001 (drei Tage, nachdem ein palästinensischer Selbstmordbomber 21 junge Israels an einer Disco in Tel Aviv tötete, mitten während einem einseitigen israelischen Waffenstillstand) das linke Magazin Cambio 16 Karikaturen Sharons (mit einer Hakennase, die er nicht hat), der eine Kippa trägt (die er normalerweise nicht trug), der einen mit einem Hakenkreuz in einem Davidstern auf der Brust angab und proklamierte: „Wenigstens hat Hitler mich gelehrt wie ich in ein Land einfallen und jedes lebende Insekt vernichten kann.“

Eine Woche später veröffentlichte El País, Spaniens Äquivalent zur New York Times, eine Karikatur einer allegorischen Figur, die einen kleinen, rechteckig geformten schwarzen Schnurrbart trug und durch die Luft auf Sharons Oberlippe zuflog. Die Bildbeschreibung lautete: „Clio, die Muse der Geschichte, setzt Ariel Sharon Hitlers Schnurrbart auf.“

Karikaturen in der griechischen Presse zeigten Sharon 2004 als Nazi-Offizier. Eine der führenden Zeitungen Italiens, der Corriere della Sera, brachte am 31. März 2002 eine Karikatur, die Sharon zeigte, wie er Jesus tötet. (Die Karikatur, die zeitlich so kam, dass sie mit Ostern zusammenfiel, wurde veröffentlicht, als Israelis wegen des Passah-Massakers drei Tage zuvor in Netanya im Sterben lagen.)

Hunderte ähnliche antisemitische Motive wurden Sharon in den letzten Jahren angedichtet. Das Magazin Economist in London verglich ihn zu Charles Dickens berüchtigtem antisemitischen Stereotyp Fagin.

In den Nachrufen von heute gibt es drei gemeinsame Beispiele für Einseitigkeit, wo fehlender Kontext oder falsche Information eingesetzt werden, um Sharon als „Schlächter“ oder „Kriegsverbrecher“ zu präsentieren.

Sabra und Shatila

Die üblicherweise gegen Sharon erhobene Anklage ist, dass er für das Massaker an Tausenden Palästinensern in den Flüchtlingslagern Sabra und Shatila während des Libanonkriegs 1982 verantwortlich ist.

Schlagzeile: Daily Mail

In Wirklichkeit wurden die Tötungen, wie in Mitchell Bards „Myths & Facts“ genau beschrieben, von der libanesischen Phalange-Miliz verübt (deren Mitglieder immer noch nicht zur Verantwortung gezogen wurden). Israels Kahan-Kommission stellte fest, dass Israel und Ariel Sharon indirekt dafür verantwortlich waren, die Möglichkeit der Phalangisten-Gewalt nicht vorausgesehen zu haben. Sharon trat daher von seinem Posten als Verteidigungsminister zurück.

Myths and Facts erklärt:

Die libanesisch-christliche Phalange-Miliz war für die Massaker verantwortlich, die in den beiden Flüchtlingslagern bei Beirut am 16. und 17. September 1982 verübt wurden. Israelische Truppen erlaubten den Phalangisten Sabra und Shatila zu betreten, um Terrorzellen aufzuspüren, von denen man glaubte, dass sie dort vorhanden sind. Es ist geschätzt worden, dass vielleicht bis zu 200 bewaffnete Männer in den Lagern gewesen sind, die aus den zahllosen Bunkern heraus vorgingen, die von der PLO im Verlauf der Jahre gebaut und mit großzügigen Reserven an Munition ausgestattet wurden.

Als israelische Soldaten die Phalangisten hinausbefahlen, fanden sie hunderte Tote (die Schätzungen reichen von 460 nach Angaben der libanesischen Polizei bis 700-800 von israelischen Informationen kalkulierten). Zu den Toten gehörten nach Angaben der libanesischen Zählung 35 Frauen und Kinder. Der Rest waren Männer: Palästinenser, Libanesen, Pakistanis, Iraner, Syrer und Algerier. Die Tötungen wurden begangen, um die Morde am libanesischen Präsidenten Bashir Gemayel und 25 seiner Anhänger zu rächen, die bei einem Bombenanschlag früher in der Woche getötet wurden.

Israel hatte der Phalange gestattet in die Lager zu gehen; das war Teil eines Planes die Macht an die Libanesen zu übergeben. Israel akzeptierte die Verantwortung für diese Entscheidung. Die von der israelischen Regierung auf Reaktion auf öffentliche Empörung und Trauer gebildete Kahan-Untersuchungskommission stellte fest, dass Israel indirekt verantwortlich war die Möglichkeit der Phalangisten-Gewalt nicht vorhergesehen zu haben. Infolgedessen trat Verteidigungsminister Ariel Sharon zurück und Genral Raful Eitan, Stabschef der Armee, wurde entlassen.

1985 entschied eine amerikanische Jury, dass Sharon vom Time Magazine diffamiert worden war, das zu dem Schluss gekommen war, Sharon habe die Tötung der Zivilisten entweder „bewusst beabsichtigt“ oder „aktiv ermutigt“.

Der Ausbruch der Zweiten Intifada

Eine der am weitesten verbreiteten Mythen, die in den internationalen Medien auftauchen, ist der Vorwurf, Ariel Sharons Besuch auf dem Tempelberg im September 2000 sei verantwortlich für den Ausbruch der palästinensischen Gewalt gegen Israel.

AFP:

Sharon machte einen provokativen Besuch auf dem Spannungsgebiet des Geländes der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalems Altstadt, der den Ausbruch der zweiten palästinensischen Intifada entzündete.

Newsweek:

Die Palästinenser behaupten, dass der jetzt folgenschwere Besuch Sharons an dem Ort im September 2000 – wo nach muslimischen Traditionen der Prophet Mohammed in den Himmel auffuhr und wo König Salomo ursprünglich den Tempel baute, der zum heiligsten Ort des Judentums geworden war – die Intifada auslöste.

Aber behaupten die Palästinenser wirklich, dass Sharons Besuch die Intifada begann?

Der palästinensische Kommunikationsminister Imad Al-Faluji in Al-Safir am 3. März 2001 (übersetzt von MEMRI):

Wer immer glaubt, die Intifada brach wegen des Besuchs des verachteten Sharon an der Al-Aqsa aus, liegt falsch… Diese Intifada wurde im Vorhinein geplant, seit dem Moment, als Präsident Arafat von den Camp David-Verhandlungen zurückkehrte, wo er Präsident Clinton die kalte Schulter zeigte.

Yassir Arafats Frau Suha sagte Folgendes (von Palestinian Media Watch):

Auf der persönlichen Ebene vermisse ich ihn sehr, sehr stark. Unsere Tochter Zahwa vermisst ihn auch, wie Sie sich vorstellen können. Sie weiß, dass Arafat uns vor der [israelischen] Invasion Ramallahs wegschickte. Er sagte: „Du musst Palästina verlassen, denn ich will eine Intifada durchführen und ich bin nicht bereit mich hinter meiner Frau und meinem kleinen Mädchen zu verschanzen.“ Jeder sagte: „Suha ließ ihn im Stich“, aber ich ließ ihn nicht im Stich. Er befahl mir ihn zu verlassen, denn er hatte bereits nach den Oslo-Vereinbarungen und nach dem Scheitern von Camp David [im Juli 2000] entschieden eine Intifada durchzuführen.

Imad Faluji, PA-Kommnikationsminister:

Wer immer glaubt, die Intifada brach wegen des Besuchs des verachteten Sharon an der Al-Aqsa aus, liegt falsch. Das war nur der Tropfen, der das Fass der Geduld des palästinensischen Volks überlaufen ließ. Diese Intifada wurde bereits geplant, seit Präsident [Arafat] von den jüngsten Gesprächen in Camp David [Juli 2000] zurückkehrte. [private Filmaufnahmen einer Rede von Faluji, 5. Dezember 2000]

Der amerikanische Diplomat Dennis Ross erinnert sich in seinem Buch The Missing Peace, dass die Israelis Washington mit Beweisen anriefen, dass die Palästinenser „massive, gewalttätige Demonstrationen in der gesamten Westbank planten, vorgeblich als Reaktion auf den Besuch Sharons.“ Washington setzte Arafat unter Druck die Gewalt zu dämpfen, aber der Palästinenserführer – wieder über Ross – „rührte nicht einen Finger die Demonstrationen zu stoppen, die die zweite Intifada produzierten“.

Zusätzlich schloss der vom Untersuchungsausschuss übermittelte Mitchell-Bericht, der die Ursachen des Ausbruchs der Gewalt untersuchen sollte:

Der Besuch Sharons verursachte die Al-Aqsa-Intifada nicht.

Mehr Zitate hochrangiger Palästinenser und Medien, die die Verantwortung für die Zweite Intifada eingestehen, findet man bei Palestinian Media Watch.

Wenigstens das Time Magazine hat es begriffen:

Während einige Israelis und Palästinenser Sharon beschuldigten die Gewalt provoziert zu haben, wurde rasch klar, dass Arafat, der die Unruhen anfachte, Streit suchte und jede Rechtfertigung genommen hätte.

Der Angriff auf Qibya 1953

Großbritanniens Channel 4 News berichten:

1953 half er die Einheit 101 zu bilden, eine Einheit, die Vergeltungsschläge für die Ermordung einer israelischen Frau und ihrer beiden Kinder ausführte. Seine Truppen sprengten mehr als 40 Häuser in Qibya, einem Dorf in der Westbank, die damals von Jordanien regiert wurde; 69 Araber wurden dabei abgeschlachtet. Sharon sagte später, er glaubte die  Häuser seien leer.

Sharon wird oft die Verantwortung für den Tode von 69 jordanischen Zivilisten bei einem Kommandoüberfall auf das Dorf Qibya zur Last gelegt. Der Angriff auf Qibya von 1953 war Teil der israelischen Regierungspolitik, wie auf tödliche Terrorangriffe von „Fedajjin“-Terroristen reagiert wurde, die von den benachbarten Jordanien und Ägypten unterstützt wurden. Hunderte israelische Zivilisten waren getötet worden und die Regierung antwortete damit, dass sie Sharons Einheit 101 losschickte, um die Fedajjin, die sie unterstützenden Armeebasen und die sie beherbergenden Dörfer zu treffen. Als die Truppe sich dem Dorf näherte, sahen sie hunderte Einwohner von Qibya fliehen. Die Truppe glaubte, dass alle Einwohner geflohen waren.

Nach Angaben der offiziellen IDF-Enzyklopädie fanden die Soldaten eine junge Frau in einem Haus und einen alten Mann in einem anderen. Diese wurden rasch verscheucht. Kurz darauf sprengten IDF-Pioniere Dutzende Häuser. Niemand wusste, dass 69 Zivilisten sich in diesen Häusern versteckten. Ihr Tod war nicht beabsichtigt, aber das Ergebnis fehlerhafter Informationen und die Militäroperation wurde weithin verurteilt, sowohl in Israel als auch außerhalb.

Reuters erklärt:

Als junger Offizier im Krieg zur Gründung Israels 1948 verwundet, leitete er [Sharon] später Kommandoeinheiten und gestaltete eine Vergeltungspolitik – die auch den Verlust des Lebens von Unschuldigen in Kauf nahm – für grenzüberschreitende palästinensische Guerilla-Angriffe.

Eine „Vergeltungspolitik – die auch den Verlust des Lebens von Unschuldigen in Kauf nahm“ impliziert falsch, dass die israelische Politik tatsächlich darin bestand sich gegen unschuldige Zivilisten zu richten. Das ist nie die Politik der IDF gewesen, die sich sehr bemüht zivile Opfer zu vermeiden.

Weitere Einseitigkeiten

Dass palästinensische und andere arabische Kommentatoren den Medien negative Kommentare geben, überrascht nicht angesichts Sharons Ruf und Image in der arabischen Welt und es ist legitim diese Ansichten zu berichten. Doch was ist mit so genannten Experten, die eine persönliche Agenda puschen, statt objektive Analyse zu bieten?

NPR zitiert Mark LeVine, Professor für Zeitgeschichtliche Nahost-Geschichte an der University of California, Irvine.

Sharons Taten sowohl als Soldat als auch als Politiker spiegeln die innersten Ängste und Wünsche vieler Israelis über den Staat, den sie dort gründen wollten, wo es im wesentlichen eine feindliche Umwelt gab, sagte LeVine.

„Sie wussten, damit Israel Erfolg hat und damit der Zionismus Erfolg hat war es notwendigerweise in einen Konflikt mit der einheimischen Bevölkerung des Landes verwickelt, das niemals geordnet oder angenehm sein würde“, sagte LeVine.

Dass LeVine Israel als Kolonialisten von außen darstellt, der einen Konflikt mit einer „einheimischen Bevölkerung“ führt, überrascht kaum, wenn man bedenkt, dass er ein prominenter Unterstützer der Boykott-, De-Investitions- und Sanktionsbewegung (BDS) ist.

Die Associated Press und die Times of London zitieren Sarah Leah Whitson von Human Rights Watch:

Es ist eine Schande, dass Sharon in sein Grab gegangen ist, ohne sich für seine Rolle in Sabra und Shatila und andere Misshandlungen der Gerechtigkeit gestellt zu haben.

Human Rights Watch ist immer wieder als eine Organisation entlarvt worden, die klar antiisraelische Obsession zur Schau stellt und Sarah Leah Whitson hat eine lange Geschichte antiisraelischen Aktivismus, einschließlich Unterstützung der BDS. So stellte NGO Monitor im Mai 2009 fest: Whitson leitete eine Reise, die in Saudi-Arabien Unterstützung suchte, wo sie HRWs „finanzielle Knappheit wegen der globalen Finanzkrise und der Arbeit zu Israel und Gaza“ betonte, „die HRWs Budget für die Region erschöpfte“. Sie hob HRWs Haltung hervor, dass man „pro-israelischen Interessenverbänden“ Paroli bietet, die – wie sie erklärte – „dem Bericht starken Widerstand leisteten und versuchten ihn zu diskreditieren“.

Dass HRW und Sarah Leah Whitson als glaubwürdige Quellen zitiert werden, bezeugt die ungesunde symbiotische Beziehung zwischen Medien und NGOs und den „Heiligenschein-Effekt“, der so genannte Menschenrechtsorganisationen aufkommen lassen, die als über alle Kritik erhaben angesehen werden.

Sheridans Breitseite

2. Juli 2009

HonestReporting Media BackSpin, 2. Juli 2009

Der australische Kolumnist Greg Sheridan ärgert sich über das Schweigen der Linken zum iranischen Unterdrückerregime. Besonders diese Textauszüge haben mich umgehauen:

Warum halten Sie Ihre Klappe zum Iran, Louise Adler, wenn Sie gleichzeitig einen Heidenspaß daran haben, Israel ohne den geringsten Beweis Kriegsverbrechen anzuhängen? Hunderte unschuldiger Zivilisten im Iran aber lassen Sie kalt?

Was schwätzen Sie, Antony Loewenstein, wenn Sie dümmlich und schlampig Israel als Apartheidstaat abstempeln und wohlwollend in den offiziellen iranischen Medien zitiert werden, aber teilnahmslos bleiben auf Ihrem Blog angesichts des iranischen Unterdrückerstaates?

Was soll man zu Michael Leunig sagen, dem Karikaturisten bei The Age, der einmal einen Cartoon zeichnete, der moralisch so abstoßend, dumm und aggressiv ist, dass er freudig von einer iranischen Tageszeitung für einen antisemitisch motivierten Karikaturenwettbewerb angenommen wurde (die Karikatur wurde ohne Leunigs Wissen eingereicht, was aber die Sache nicht besser macht); warum ist er offensichtlich so gefühlskalt, dass er keine Zeichnung anfertigen kann, die Sympathie mit den jungen iranischen Demokraten bekundet?

Zum vollständigen Text [In Englisch] geht’s hier.