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Wieder mal LiftaLand

7. Februar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 7. Februar 2012

Ein Richter zerschlug israelische Pläne, das verlassene arabische Dorf Lifta an Jerusalems nordwestlicher Peripherie auszubauen. Haaretz berichtet:

Die Beschwerdeführer hatten argumentiert, dass der Plan die ehemaligen Bewohner – einige von ihnen leben heute noch in Ostjerusalem – ihrer Eigentumsrechte berauben würde, die sie bei ihrer Flucht aus dem Areal im Jahr 1948 zurückgelassen hätten.

Mersel [Der Richter; Anm. (bd)] gab diesem Anliegen jedoch nicht statt. Er annullierte die Ausschreibung wegen eines Formfehlers mit dem Hinweis darauf, dass vorgenommene Veränderungen durch die Israel Lands Administration substanziell genug waren, um einen Antrag auf Neuausschreibung erforderlich zu machen.

Man sollte daran erinnern, dass das letzte Mal, als Lifta in den Nachrichten war, der Guardian behauptet hatte, seine [Liftas] landwirtschaftlich genutzten Flächen hätten die Knesset, den Obersten Gerichtshof, die Hebräische Universität und den zentralen Busbahnhof eingeschlossen. Wir hatten darauf hingewiesen, dass dies nicht stimmte und Reporterin Harriet Sherwood zur Überprüfung der Fakten aufgefordert.

Eine Richtigstellung erfolgte nicht. Wenn Sherwood und ihre Quellen sich sicher genug wähnen, wird dann eine aktualisierte Berichterstattung uns glauben machen, dass auch Kiryat Shemona auf Ackerland von Lifta gebaut worden sei?

(Foto via Flickr/RonAlmog)

BBC setzt sich für arabisches Westjerusalem ein

29. Mai 2011

HonestReporting Media BackSpin, 29. Mai 2011

Die BBC ist so lieb, sich auf ein „arabisches Ostjerusalem“ zu beziehen, um zu verdeutlichen, dass dieser Teil der Stadt eine demographische Homogenität ohne Juden besitzen solle. Aber was passiert, wenn die BBC den westlichen Teil Jerusalems aufsucht?

In diesem Video berichtet die BBC über Lifta, ein im Jahr 1948 aufgegebenes Dorf. Vielen Einwohnern Jerusalems ist das angesprochene Areal vertraut, da es im westlichen Einzugsgebiet der Stadt liegt und von den meisten großen Straßen aus dort zu sehen ist. Der BBC-Bericht verweist auf Liftas „exquisite Moschee“ – ein subtiler Trick, um tiefe spirituelle und lebende, atmende Verbindung zum Dorf herzustellen und augenscheinlich negative Gefühle demjenigen gegenüber zu erzeugen, der in einem Haus der Andacht stören könnte.

Allerdings kann jeder Betrachter feststellen, dass alles, was von diesem Dorf übrig blieb, verrottete Gemäuer ist, seit Jahrzehnten unberührt; und was möglicherweise eine Moschee gewesen war, ist heute nichts weiter als ein leeres Gebäude. Lifta ist auch als Gegend bekannt, in dessen heruntergekommener Bausubstanz Kriminelle und Drogenabhängige abseits vom Touristenrummel ruhige Plätzchen für ihre zwielichtigen Geschäfte suchen.

Das kommt auch innerhalb weniger Minuten Fußweg entfernt von Jerusalems zentralem Busbahnhof, dem International Convention Center und vielen jüdischen Vierteln vor, eindeutig innerhalb der Waffenstillstandslinien von 1949; und es war Teil Jerusalems unter israelischer Souveränität vor der Wiedervereinigung der Stadt im Jahr 1967.

Erkennt der BBC-Reporter nicht die schiere Heuchelei, wenn er die Aussage eines ehemaligen Bewohners von Lifta fördert, der bejammert, nicht mehr in seiner alten Heimat leben zu können, während er sich gleichzeitig darüber beschwert, dass Juden aus aller Welt kommen, um an seiner Statt hier zu wohnen? Immerhin ist die BBC schnell genug, um die Phrase nachzuplappern, dass der Ostteil Jerusalems den Arabern gehöre.

Wenn also die BBC ein „arabisches Ostjerusalem“ anerkennt, warum dann nicht ein „jüdisches West-Jerusalem“? Die BBC ist nicht bereit, eine vereinigte, ungeteilte Stadt zu akzeptieren, doch sie versucht weiterhin, auf zwei Hochzeiten zu tanzen.