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Schlagzeile des Tages

7. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 7. Dezember 2009

Barghouti ist nicht Mandela. Daran denke ich, wenn ich diese Schlagzeile im Australian lese.

Mandela ist er nicht

26. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 26. November 2009

Zuletzt erinnerte ich mich wieder daran, warum die letzten Medien-Lancierungen, Marwan Barghouti sei der palästinensische Nelson Mandela – unglaubwürdig sind. Deshalb nämlich, weil niemand bei den Palästinensern selbst nachfragt.

Jerusalem Post-Kolumnist Khaled Abu Toameh mit einem kritischen Blick auf die Außenwahrnehmung Barghoutis:

Anders als viele westliche Medien haben palästinensische Journalisten und Verfasser selten – wenn überhaupt – Barghouti als „charismatischen“ Führer oder als „palästinensischen Nelson Mandela“ bezeichnet. Zyniker und Verschwörungstheoretiker in den palästinensischen Gebieten noch weiter, wenn sie davon ausgehen, dass Barghouti in Wirklichkeit Teil einer US-israelischen  Intrige sei, ihn zum zukünftigen Führer der Palästinenser zu machen. Um ihre Behauptung zu untermauern, stellen sie so profane Fragen wie: Seit wann erlaubt Israel denn einem strengst bewachten Häftling, Medieninterviews zu geben oder in seiner Zelle israelische, palästinensische, europäische und amerikanische Offizielle zu empfangen?

Zweifellos wird Barghouti von vielen Palästinensern respektiert. Doch nicht, weil er der palästinensische Nelson Mandela oder Saladin ist – der moslemische Krieger, der die Kreuzfahrer aus Jerusalem herauswarf -, sondern weil er in einem israelischen Gefängnis sitzt.

Wenn die Palästinenser selbst Barghouti nicht als Mandela betrachten, warum spinnen die Mainstream-Medien dann weiter an diesem Mythos? Das neueste Beispiel dieser Art liefert Irish Times-Korrespondent Michael Jansen, wenn er schreibt:

Von vielen Palästinensern wird er als ihr Nelson Mandela gesehen.

Rede mir nicht ein, wie Barghouti wahrgenommen wird, sondern zeige mir, wie er wahrgenommen wird. Nimm’ einfach den ganz normalen Palästinenser auf der Straße ernst.

Man kann Barghouti jederzeit an seinen eigenen Worten messen, seit er Israels meistinterviewter und bestbewachter Häftling ist. Im Gespräch mit Corriere Della Sera ließ er die Gewaltoption offen.

Natürlich verträgt sich das nicht mit der rosigen Wahrnehmung Barghoutis durch den Westen….

Lesen Sie bitte Toamehs vollständigen Beitrag [In Englisch].

Dazu passend: Barghouti Is No Mandela