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Gastbeitrag für HonestReporting: Mediziner reagieren auf Lancet-Artikel zu israelischen Ärzten und Folter

19. März 2013

HonestReporting Media BackSpin, 19. März

Dr. Jeffrey Goldstein und Dr. Steve Samuel sind Mitglieder der Organisation DARA (Ärzte gegen Rassismus und Antisemitismus), die sich dafür einsetzt, dass in medizinischen Publikationen subjektive Artikel, die auf die Kriminalisierung von Rasse, Nation oder Land abzielen, unterbunden werden. Besuchen Sie ihre Website unter www.daradocs.org.


„Israelische Ärzte geheimer Foltervereinbarung bezichtigt“. Hier handelt es sich zwar nur um eine Anklage, aber wenn sie in einem angeblich glaubwürdigen medizinischen Fachblatt erscheint, wird eine Schuld suggeriert. In Wahrheit handelt es sich um eine neue Headline in der medizinischen Zeitschrift The Lancet.

Sharmila Devis‘ Artikel stellt Behauptungen auf und wiederholt Stellungnahmen, die mit objektivem Journalismus und klinischer Medizin nicht vereinbar sind. Der tragische Tod Arafat Jaradats, eines 30 Jahre alten Vaters zweier Kinder und Mitglied der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigade, wurde in die willkommene Gelegenheit umgemünzt, die Gemeinschaft israelischer Mediziner zu beschmutzen.

Eine am nächsten Tag durchgeführte Autopsie israelischer Rechtsmediziner diagnostizierte, dass die wahrscheinliche Todesursache eine Herzattacke war (Myokardinfarkt). Es ist unbestritten, dass über eine Stunde lang intensive Versuche zur Herz-Lungen-Reanimation (CRP) durchgeführt wurden. Dr. Saber Aloul, der Chef-Pathologe der Palästinensischen Autonomiebehörde, der bei der Autopsie zugegen war, wird mit den Worten zitiert, dass „Blaue Flecken am Körper Spuren von Folter zeigten.“

Jeder, der einmal eine CPR-Grundausbildung durchlaufen hat, weiß, dass die physische Kraft, die erforderlich ist, eine adäquate Herzdruckmassage durchzuführen, um den notwendigen Output der Herzleistung zu generieren, immer zu einem Thoraxtrauma (Verletzung des Brustraumes) führt, nicht selten auch zu Rippenbrüchen und/oder Brustbeinfrakturen. Blutergüsse wären am folgenden Tag deutlich sichtbar. Wenn ein Arzt daraus schließt, dass Blutergüsse eine Folter nachwiesen, ist unwissenschaftlich und unprofessionell. Eine frühere Untersuchung im The official journal of the European Resuscitation Council bestätigt, dass nach der Autopsie bei 18 von 19 Patienten (95 %), die mit der CRP-Methode behandelt worden waren, Frakturen festgestellt wurden, (Quelle: Reanimation: Band 60, Ausgabe 2, Februar 2004, Seiten, 157-162 und http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0300957203003757)

Dr. Michael Sayre, Sprecher der American Heart Association und Professor an der University of Washington in Seattle, hat kürzlich erklärt, dass gebrochene Rippen bei der Anwendung von CPR einkalkuliert werden müssen, und die Befürchtung, man könnte einen Bruch verursachen, Menschen nicht davon abhalten sollte, jemandem bei einem Herzstillstand zu helfen.

Und Dr. Victor Quint, Anästhesist am Humber River Regional Hospital in Toronto, sagte: „Jeder, der ein CPR durchgemacht hat, kann wie ein Trauma-Patient aussehen.“

Wenn israelische Ärzte irgendetwas verbergen wollten, hätten sie dann Dr. Aloul zur Beobachtung der Autopsie eingeladen? Seine Teilnahme als Chef-Pathologe der Palästinensischen Autonomiebehörde steht in scharfem Kontrast mit den Ereignissen 6 Tage nach dem Tod von Arafat Jaradat, als Ayman Samara, ein 40-jähriger Palästinenser, im Gefängnis der Palästinensischen Autonomiebehörde in Jericho ums Leben gekommen war.

Der palästinensische Journalist Khaled Abu Toameh schrieb damals, am 5. März:

„Die Palästinensische Autonomiebehörde hat palästinensische Journalisten energisch daran gehindert, über den mysteriösen Tod von Samara zu schreiben. Ein palästinensischer Reporter, der bei Interviews mit Menschen außerhalb des Gefängnisses von Jericho erwischt worden war, wurde sogar für mehrere Stunden von Sicherheitsbeamten der palästinensischen Autonomiebehörde festgehalten.“

Das Ausbleiben jeglicher Kommentare oder eines Verweises auf medizinische Fachliteratur bzw.  unvoreingenommenen Fachwissens in Bezug auf induzierte Traumata während der CPR stellt Frau Sharmila Devis Artikel jenseits des Fachwissens aller objektiven, medizinisch-wissenschaftlich publizierten Standards. Die Verantwortung für die öffentliche Rezeption des Artikels liegt bei der Redakteurin des The Lancet.

The Lancet ist eine seriöse medizinische Fachzeitschrift. Aber ihre unbegründeten Behauptungen und aufhetzenden Schlagzeilen diffamieren statt zu informieren und aufzuklären. The Lancet hat ihre Glaubwürdigkeit geschmälert und eine Agenda verraten, weil sie untauglich ist für eine vertrauenswürdige medizinische Literatur.

Bitte senden Sie Ihre Leserbriefe [in Englisch] an Anne Rosenthal – Leiterin Public Relations a.rosenthal@elsevier.com, den Ombudsmann unter ombudsman@lancet.com oder Bill Godfrey, Chief Information Officer unter b.godfrey@elsevier.com.

Abbildung: CC BY-SA HonestReporting.com, Flickr/Akeg.

Facebook sperrt Journalisten wegen seiner Postings über palästinensische Korruption aus

15. Januar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 15. Januar 2013

Khaled Abu Toameh (Abbildung rechts), ist ein international anerkannter Journalist. Oft referiert er für uns (HonestReporting). Gegenwärtig ist er wohl einer der mutigsten Journalisten, die aus den palästinensischen Gebieten berichten – über palästinensische Skandale, die andere nicht öffentlich machen wollen, weil sie entweder zu eingeschüchtert sind oder zu eng mit der PA und Hamas verbunden, um die Schlechtigkeit der palästinensischen Gesellschaft und ihrer Führung herauszustellen.

The Commentator berichtet:

Das soziale Netzwerk Facebook wurde heute beschuldigt, Kritik an der palästinensischen Autonomiebehörde zum Schweigen zu bringen, als es versuchte, den Account des arabisch-israelischen Autoren Khaled Abu Toameh abzuschalten.

Abu Toameh, Sohn eines arabischstämmigen Vaters und einer palästinensischen Mutter, ist ein ehemaliger hochrangiger Reporter der Jerusalem Post. Er berichtete, dass seit gestern seine Facebook-Seite deaktiviert worden war.

The Commentator erfuhr, dass Facebook nach Beschwerden seitens der palästinensischen Autonomiebehörde und jordanischer Sicherheitsbehörden über seine Artikel zu Korruption Schritte unternommen habe, seine Arbeit rigoros zu unterbinden.

In einem Gespräch mit uns heute Morgen erwähnte Abu Toameh, dass „alles, was ich kürzlich über Korruption geschrieben habe, auch auf Arabisch in der jordanischen Presse veröffentlicht worden war. Ich bin für Transparenz, gegen Korruption, und dennoch sperrten sie meinen Account, und sie lassen weiterhin zu, dass der Hamas-Führer einen Account hat. Im Gegensatz zu ihm spreche ich mich nicht für Terrorismus aus. Dies ist ein Versuch, mich zum Schweigen zu bringen. Das einem Journalist anzutun ist ziemlich schäbig.“

Gestern Abend schickte Facebook folgende Standard-E-Mail an Abu Toameh: „Sie stellten einen Post ein, der gegen unsere Nutzungsbedingungen verstieß, und dieser Beitrag wurde gelöscht. Neben anderem sind hasserfüllte Inhalte, bedrohende oder obszöne nicht zugelassenen, auch kein Inhalt, der Einzelne oder Gruppen angreift. Fortgesetzter Missbrauch von Facebook-Funktionen kann dazu führen, dass Ihr Account gelöscht wird.“

Dass Facebook nun Khaled rigoros zensiert und sein Konto heruntergefahren hat, stellt eine unerträgliche Beeinflussung der Meinungsfreiheit dar und überschreitet weit die eigenen Nutzungsbedingungen.

Mittlerweile wurde eine Petition gestartet (durch Dritte, nicht von HonestReporting), um Facebook zu einer Revidierung seiner Entscheidung zu bewegen und den Account von Khaled Abu Toameh wieder einzurichten.

Khaled* ist eine überaus mutige und oft einsame Stimme, die nicht zum Schweigen gebracht werden darf. Wir möchten Sie ganz herzlich bitten, die Petition zu unterzeichnen.

——
*Anmerkung von mir (bd):

Wer Khaled nicht unterstützt, verliert auch eine Stimme für den deutschsprachigen Raum, da viele seiner Texte ins Deutsche übersetzt werden und für die Unterstützer Israels hier u.a. für die Recherche unverzichtbar sind.

Palästinensische Eigenstaatlichkeit: Angst und Ablehnung in Ramallah und der Diaspora

5. September 2011

HonestReporting Media BackSpin, 5. September 2011

Während Mahmoud Abbas seinen Schachzug bezüglich Staatsausrufung in der UNO vorantreibt, macht sich unter den Palästinensern wachsendes Unbehagen darüber breit, dass der Aufwand letztlich in einen großen Rückschlag münden könnte.

Kommentare von Khaled Abu Toameh und Mehdi Hasan widerspiegeln die Besorgnis wegen Abbas’ Rede in den kommenden Tagen, in der er seine politische Strategie darlegen will. Toameh äußert sich besonders harsch:

Abbas fühlt sich in einer derart ausweglosen Lage, dass er bereit ist, zur UNO zu gehen, selbst wenn sich ein solcher Schritt für sein Volk als kontraproduktiv erweisen wird. Er will um jeden Preis den Ruhm ernten, „erster Präsident Palästinas“ zu sein.

Die LA Times folgt der Angst und Ablehnung-Spur zu einem Monate alten Gutachten eines Oxford-Gelehrten, der unter den Palästinensern große Achtung genießt: Guy Goodwin-Gill war Mitglied des Anwaltteams, das gegen die Rechtmäßigkeit von Israels Sicherheitszaun beim Internationalen Strafgerichtshof argumentiert hatte. (Der IGH urteilte gegen Israel2004.)

Goodwin-Gills Standpunkt wirft Fragen auf bezüglich einer palästinensischen Eigenstaatlichkeit und dem Status der PLO als einziger Vertretung der Palästinenser:

9. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem eine endgültige Regelung vereinbart werden wird, verfügt der vermeintliche Staat Palästina über kein Territorium, auf dem er wirkliche Souveränität ausübt, seine Grenzen bleiben unklar oder umstritten, seine Bevölkerung, die tatsächliche und potenzielle, bleibt unbestimmt und viele darunter leben weiterhin unter der Besatzung oder in Zufluchtsstaaten. Da er [lediglich] ein Staat mit Beobachterstatus in der UNO sein wird, wird er den Erwartungen bezüglich der international vereinbarten Kriterien von Staatlichkeit nicht entsprechen können, mit gravierenden Folgen für die Palästinenser im Allgemeinen, insbesondere was die Volksvertreter derer betrifft, die sich zurzeit nicht in den besetzten palästinensischen Gebieten aufhalten.

19. Meiner Meinung scheinen die aktuellen Schritte zur Anerkennung einer Eigenstaatlichkeit nicht vollständig die Rolle des palästinensischen Volkes als Hauptpartei zur Lösung der Situation in Nahost widerzuspiegeln.

20. Die Interessen des palästinensischen Volkes geraten in Gefahr, zwischen Befangenheit und Zersplitterung zu geraten, es sei denn, man unternimmt Schritte, dass ihre Vertretung durch die Palästinensische Befreiungsorganisation bis zu jenem Zeitpunkt gesichert und gewährleistet wird, an dem dort ein Staat entstanden ist, der kompetent und umfassend in der Lage ist, dieser Verantwortung gegenüber den Menschen gerecht zu werden.

Oder, wie Hasan ohne Umschweife schreibt:

Goodwin-Gill zufolge würde der PLO-Status bei der UNO nach der Abstimmung am 20. September auf den neuen Staat Palästina übergehen: ein Staat, der auf Teile der West Bank und vielleicht Gaza beschränkt bleibt; ein Staat, zu dem die meisten palästinensischen Flüchtlinge wenig oder gar keine Verbindung hätten, ein Staat – vergessen wir das nicht -, der in Wirklichkeit nicht existiert.

Einen PA-geführten Fantasie-Staat zu haben, der lediglich die Bewohner der West Bank und Gaza repräsentiert, und dazu anstelle der PLO alle Palästinenser mit Israel als Chefunterhändler, das wäre ein Desaster.

Wenn Abbas keinen Rückzieher macht, sprechen alle Anzeichen dafür, dass die USA im Sicherheitsrat ein Veto einlegen wird, auch wenn die Generalversammlung breite, aber sinnlose Unterstützung zeigt.

Und dann regnets den Fallout…

Globe & Mails zersplitterte spiegelbildliche Darstellung

27. Mai 2011

HonestReporting Media BackSpin, 27. Mai 2011

Doug Saunders, Leiter des Redaktionsbüros von Globe & Mail in Europa, geht davon aus, dass es zwischen der Hamas und den israelischen Parteien, die Premierminister Netanjahus Regierungskoalition stützen, keinen Unterschied gäbe.

Er läge dann richtig, wenn Likud, Yisrael Beiteinu, Shas, Vereinigtes Thora-Judentum und Haatzmaut eigene bewaffneten Gruppen unterhielten, Raketen auf Nachbarn abfeuerten, die Medienfreiheit massiv einschränkten, Kinder einer Gehirnwäsche unterzögen und sich gegenseitig von Hausdächern werfen würden.

Was die Regierungslegitimität betrifft möchte ich Khaled Abu Toameh zitieren, der letztes Jahr argumentierte, dass es die Illegitimität der PA ist, die jegliche Friedensbemühungen behindert:

Ein Präsident, dessen Amtszeit schon lange abgelaufen war, und ein Ministerpräsident, der etwa 2% der Stimmen hatte, wurden nun von einer US-Regierung eingeladen, direkte Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern zu führen….

Das 18-köpfige Exekutivkomitee der PLO, das vergangene Woche in Ramallah zusammentraf, um direkten Gesprächen mit Israel zuzustimmen, wird von nicht gewählten hohen Offiziellen dominiert….

Abbas und Fayyad sind dennoch nicht auf den Kopf gefallen. Beide wissen ganz genau, dass sie nicht berechtigt sind, ein Abkommen mit Israel zu unterzeichen. Deshalb suchen sie nach allen möglichen Auflüchten, sich aus direkten Verhandlungen herauszuhalten und beschuldigen deshalb Israel, den Friedensprozess scheitern zu lassen.

Saunders spiegelbildliche Darstellung ist zersplittert.

(Hat tip: HonestReporting Canada)

Vier Beiträge, die Sie vielleicht verpasst haben

12. Mai 2011

HonestReporting Media BackSpin, 12. Mai 2011

Khaled Abu Toameh zu Hamas gegen Fatah:

In den Augen der Hamas sind auch Mahmoud Abbas und Salam Fayyad „Verräter“, weil sie zustimmten – zumindest in Englisch und in der Öffentlichkeit -; das Existenzrecht Israels anzuerkennen. Wenn Abbas und Fayyad vor Gericht gezerrt werden würden und sich für all das zu verantworten hätten, was die Hamas ihnen vorwirft, würden sie letztlich vor einem Erschießungskommando landen.

Washington-Insider zu Obama gegen Syrien:

Die Obama-Administration ist kurz davor, das Ende der langen Herrschaft des Assad-Clans in Syrien zu fordern. Regierungsbeamte sagten am Dienstag, der erste Schritt bestünde in der Aussage, dass Präsident Baschar al-Assad erstmals seine Herrschaftslegitimirung verwirkt habe; eine wichtige politische Veränderung, die zur Forderung nach einem Regimewechsel hinauslaufen würde. Deren Unterstützung in der Weltgemeinschaft wäre [jedoch] fraglich.

The Independent zu Bahrain-Militär gegen Ärzte:

Interviews aus Bahrain, die The Independent vorliegen, berichten von geplünderten Krankenhäusern und verängstigtem medizinischen Personal, das geschlagen, verhört und zur Unterzeichnung falscher Geständnisse gezwungen wurde. Viele wurden eingesperrt; ihr Schicksal ist unbekannt.

….seitdem hat sich die [gewaltsame Niederschlagung] auf mindestens 9 medizinische Einrichtungen ausgeweitet, die während des letzten Monats systematisch von den Sicherheitskräften angegriffen wurde, so ein Aktivist, der die Missbräuche aufzählte.

WikiLeaks zu USA gegen private israelische Sicherheitsdienste:

Dennoch spricht die Kompetenz israelischer Sicherheitsberatung für die Erteilung von Aufträgen in rascher Folge in Panama, Kolumbien und Peru für die Fähigkeiten pensionierter israelischer Militärs, Sicherheits-Know-How anzubieten . […] der Annahme, dass sie bessere Ergebnisse erzielen würde als eine offizielle Unterstützung durch die US-Regierung.

Einmal drohte Panamas Geheimdienstchef damit, wegen größerer Zuverlässigkeit stärker auf die Israelis als auf die US-Beamten zu setzen, weil Letztere sich laut damaligem internem diplomatischem Schriftverkehr weigerten, die Telefone ihrer politischen Feinde anzuzapfen.

5 Mythen zur palästinensischen Einheit

28. April 2011

HonestReporting Media BackSpin, 28. April 2011

Hamas und Fatah haben sich nun in einem Deal zur nationalen Einheit versöhnt, was die Regierungsübernahme durch die Hamas nach sich ziehen wird. Der von beiden unterzeichnete Vertrag sieht eine aus Technokraten bestehende Übergangsregierung vor, bis innerhalb eines Jahres die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattfinden.

Das konnte man aus dem Kaffeesatz lesen. Vor einem Monat notierte Khaled Abu Toameh, dass Mahmud Abbas’ Einheitsbestrebungen „als Botschaft an die Amerikaner und Europäer gedacht waren, dass, wenn sie den Druck auf Israel nicht erhöhen, er die Kräfte mit der Hamas bündeln wird.“

Abbas sagte auch, er wäre bereit, zugunsten der palästinensischen Einheit auf US-Hilfen zu verzichten.  Die Partnerschaft mit der Hamas entstand nicht aus dem Nichts, und der PA-Vorsitzende weiß genau um die Risiken, auf die er sich einlässt.

Hier fünf Medien-Mythen, vor denen man sich in Acht nehmen sollte:

Mythos: Die Hamas ist pragmatisch in Friedensfragen.

Fakt: Die Hamas will weiterhin die Vernichtung Israels. Sie hat sich stets Aufrufen zum Gewaltverzicht gegen Israel widersetzt, sie weigert sich weiterhin, Israels Existenzrecht anzuerkennen und früher ausgehandelte Abkommen zu akzeptieren. Die Hamas-Charta bleibt unverändert.

Mythos: Die Herrschaft in Gaza führt(e) zur Mäßigung der Hamas.

Fakt: Das Gegenteil ist der Fall. Die Hamas wird dazu ermutigt, die Scharia einzuführen, hochentwickelte Waffen einzuschmuggeln und den Machtzuwachs der Muslimbruderschaft in Ägypten nachzuahmen. Von einer neuen und stärkeren PA-Regierung sind keine Gesten guten Willens bezüglich Gilad Shalit zu erwarten. Soll ich fortfahren?

Mythos: Die palästinensische Einheit ebnet den Weg zur Anerkennung eines Staates Palästina durch die UNO.

Fakt: Es bleibt abzuwarten, wie dauerhaft diese Einheit wirklich sein kann.

Beide Seiten werden ihren Zank bis September beilegen, aber danach ist alles möglich. Erinnern Sie sich daran, dass Hamas und Fatah schon 2007 Frieden schlossen, und sahen Sie dann, wie die Hamas die Kontrolle über Gaza übernahm und Fatah-Anhänger wie Mohammed Sweirki buchstäblich von den Dächern geworfen wurden? Beide Seiten spekulieren unterschiedlich. Die Fatah verlor mit Hosni Mubarak ihren größten Gönner, während die Hamas wohl Baschar al-Assad abschreiben kann.  Nun sind sie auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen.

Mythos: Abbas zeigt wahrhaft staatsmännisches Verhalten.

Fakt: Salam Fayyads Einsatz für ein funktionierendes Staatswesen war maßgebliche Quelle für Vertrauensvorschuss der PA im Westen. Je näher der September heranrückt, desto mehr müsste die PA eigentlich für Fayyads Programm werben. Stattdessen wirft Abbas seinen Premier Fayyad den Wölfen zum Fraß vor.  Das ist Dummheit, nicht staatsmännisches Verhalten.

Mythos: Israel muss seine Bereitschaft unter Beweis stellen, mit der Regierung eines geeinten Palästina in Friedensverhandlungen zu treten.

Fakt: Was gibt es zu verhandeln, wenn die andere Seite dich vernichten will?

Hamas zieht Krieg mit Israel (und den Medien) einem Frieden zwischen den Palästinensern vor

21. März 2011

HonestReporting Media BackSpin, 21. März 2011

Die Hamas würde lieber einen Krieg mit Israel (und den Medien) vom Zaum brechen als einem Frieden zwischen Palästinensern zustimmen.

Nach den jüngsten Massendemonstrationen für die palästinensische Einheit griffen Hamas-Schläger Medienbüros in Gaza an und feuerten übers Wochenende rund 50 Raketen auf Israel ab.

Das Committee to Protect Journalists zur Einschüchterung der Medien:

Nach einer Demonstration in Gaza-Stadt stürmten Hamas-Sicherheitskräfte die Redaktionsbüros von Reuters, CNN sowie das des japanischen Nachrichtensenders NHK, griffen Journalisten tätlich an, beschlagnahmten Aufnahmebänder und zerstörten Ausrüstungsgegenstände, so CNN und andere. Die Sicherheitskräfte schlugen einen Reuters-Mitarbeiter mit einer Eisenstange, drohten einem anderen Kollegen, ihn zum Fenster hinauszuwerfen, zerschlugen einen Fernseher und eine Computertastatur, berichtete Crispian Balmer, Reuters-Büroleiter für Israel und die palästinensischen Gebiete, den Kollegen von CNN und Associated Press. Die Sicherheitskräfte durchsuchten auch die CNN-Büros nach Videomaterial zu den heutigen Demonstration, so CNN, und beschlagnahmte ein NHK-Video, wie Disuke Iijima, Bürochef in Jerusalem, bestätigte.

Den palästinensischen Journalisten erging es noch schlimmer. Maan News zufolge drohte die Hamas, eine palästinensische Frau (und ihren Sohn) zu töten, wenn sie nicht aufhöre, über die Einheits-Demonstrationen zu berichten:

Die Journalistin berichtete Maan, dass Polizeikräfte der Hamas ihrem Sohn und ihr für den Fall gedroht hätten, wenn sie über die gewaltsam aufgelösten Einheits-Demonstrationen der letzten Tage in Gaza bei Facebook oder auf ihrem Blog berichten würde.

Sie sagte, dass die Behörden ihrem Familienoberhaupt eine SMS mit folgendem Text zugeschickt hätten: „das nächste Mal werden wir sie töten, wenn sie weiterhin gegen uns bloggt oder Facebook benutzt, um etwas gegen uns zu organisieren….Wenn Sie sie nicht davon abhalten werden wir das übernehmen.“

Unterdessen beteuert Hamas-Innenminister Fathi Hammad, dass die Hamas die Pressefreiheit respektiere. Ab ja doch.

Wie aber Khaled Abu Toameh schreibt, sind die Angriffe auf die Medien und die Raketensalven in Wirklichkeit Ablenkungsmanöver der Hamas, um den aus dem Volk kommenden Druck auf Versöhnung mit der Fatah zu mindern:

Das rüde Vorgehen der Hamas gegen die Journalisten wird als Versuch gesehen, weitere Berichterstattung über tägliche Proteste im Gazastreifen zu verhindern.

Die Hamas-Aktionen zeigen, dass die Bewegung, die seit 2007 den Gazastreifen kontrolliert, Angst davor hat, dass die derzeitige Welle der Volksaufstände, die über die arabische Welt hinwegfegt, auch den Gazastreifen erreicht….

Ironischerweise würde eine IDF-Operation im Gaza-Streifen den internen Druck auf die Hamas zweifellos mindern. Der Granatenbeschuss zielt darauf ab, Israel zu einer militärischen Offensive zu provozieren, wobei dahinter die Absicht der Hamas steckt,  die öffentliche Aufmerksamkeit von ihren Problemen abzulenken und die palästinensische Öffentlichkeit hinter sich zu versammeln.

Wie traurig. Die Hamas würde lieber einen Krieg nach Gaza bringen statt sich mit ihren palästinensischen Brüdern zu versöhnen.

Wenn das der Weg der Hamas sein soll, gut, dann kommt Sigall Horovitz mit seiner Mahnung einer Rechenschaftspflicht der Hamas gegenüber dem Humanitären Völkerrecht gerade recht.

Schön, dass AFPUPI, AP, NY Times und LA Times über die Einschüchterung der Presse berichten. Aber wo bleiben die britischen Medien?

PA-Journalisten unterstützen „Studie“ zur Westmauer

8. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 8. Dezember 2010

Khaled Abu Toameh von der Jerusalem Post berichtet, dass der palästinensische Journalistenverband seine Unterstützung für die PA-„Studie“, in der jegliche jüdische Bindung zur Westmauer geleugnet wird, bekräftigt hat.

Der von der Fatah kontrollierte Journalistenverband wies US-amerikanische und israelische Proteste zur „wissenschaftlichen Studie“ zurück….

Der Verband erklärte zudem, dass Israels Haltung zum Dokument „seinen unhaltbaren Anspruch, demokratisch zu sein, widerlegt.“

Warum spielt die Unterstützung des Verbandes eine wichtige Rolle? Seine Mitglieder sind genau jene palästinensischen Stringer, die an Artikeln zur letzten Entwicklung an der Westmauer schreiben, die Sie zu lesen bekommen.

Die Studie behauptet u.a., dass die Westmauer integrativer Bestandteil der Al-Aqsa-Moschee sei und dass bis zur Balfour Declaration 1917 dort niemals Juden gebetet hätten.

Das Papier war von der Website des PA-Informationsministeriums gelöscht, dann aber von Wafa, dem offiziellen Nachrichtenorgan der PA, wieder eingestellt worden.

Warum kein MSM-Protest gegen Medienbeschränkungen der Palästinensischen Autonomiebehörde?

31. Oktober 2010

HonestReporting Media BackSpin, 31. Oktober 2010

Die PA versucht, den Informationsfluss einzuschränken, indem sie Journalisten daran hindert, an von Israelis unterstützten Reisen in die West Bank teilzunehmen. Eine Pressetour nach Jericho wurde bereits gecancelt.

Nun fragt sich der palästinensische Journalist Khaled Abu Toameh: Warum protestieren die Mainstream-Medien (MSM) nicht gegen diesen Anschlag auf die Pressefreiheit?

Die vom Westen finanziell unterstützte palästinensische Regierung instruiert doch tatsächlich die Auslandsjournalisten, dass sie ab sofort nur noch über Angelegenheiten berichten sollten, die ein positives Licht auf die PA und deren Führer werfen.

Wenn sie darauf besteht, dass die Journalisten ihre Besuche in die palästinensischen Gebiete allein mit den Palästinensern absprechen sollen, beweist die Palästinenserregierung, dass ihre Einstellung zur Pressefreiheit sich nicht wesentlich von derjenigen der Hamas, Mahmoud Ahmadinejad oder Bashar Assad unterscheidet.

Auslandsjournalisten, die über den Konflikt in Nahost berichten, sollten nicht in eine Situation versetzt werden, in der irgendjemand sie bedrohen oder beeinflussen könnte bezüglich dessen, was sie schreiben wollen. Man sollte ihnen [vielmehr] ermöglichen, sowohl in Israel als auch in den PA-Gebieten ungehindert zu arbeiten; sie sollten auch das Recht haben, zu befragen, wen sie wollen und mit allen, deren Zusammenarbeit sie in Anspruch nehmen wollen, jeden Ort aufzusuchen.

Toameh mit einem weiteren Blick auf die PA-Pikiertheid und Verweis auf diesen LA Times-Beitrag von Ed Sanders:

Die Entscheidung wurde gut informierten palästinensischen Quellen zufolge nach einer Nachrichtenstory in der Los Angeles Times gefällt, die offensichtlich für Verwirrung bei der palästinensischen Regierung gesorgt hatte.

Die Geschichte, die in Zusammenhang mit einer Zeremonie zum 10.000. Jahrestag  von Jerichos Gründung stand, besagte, dass viele Palästinenser und ausländische Würdenträger, die zur Feier nicht eingeladen worden, nicht erschienen.

Offensichtlich war der Korrespondent der LA-Times nicht in der Lage, seinen Besuch in Jericho mit dem Büro des PA-Sprechers abzustimmen.

MediaCentral ist ein HonestReporting-Projekt, das Journalisten in der Region Unterstützung zukommen lässt. Es hatte Sanders Bericht aus Jericho nicht begleitet.

Leider ist dies nicht das erste Mal, dass die Mainstream-Medien von Palästinensern eingeschüchtert wurden. Letztes Jahr wurde der britische Journalist Paul Martin von der Hamas mehr als einen Monat inhaftiert, ohne dass die westlichen Nachrichtenmedien einen Pieps von sich gegeben hatten.

HonestReporting: Israelkonferenz in Jerusalem

28. Oktober 2010

HonestReporting Media BackSpin, 28. Oktober 2010

Da die Unterstützung für Israel erodiert ist es umso wichtiger, sich gut zu informieren und Unterstützungsmöglichkeiten auszuloten.

Falls es Ihnen möglich sein sollte:

Verpassen Sie nicht die eigens angesetzte Konferenz von HonestReporting am 14. Dezember 2010 in Jerusalem, auf der folgende Sprecher zugegen sein werden:

– Melanie Phillips, britische Journalistin

– Oberstleutnant Avital Leibovich, IDF-Sprecher

– Khaled Abu Toameh, altgedienter Reporter der Jerusalem Post

– Danny Seaman vom Presseamt der Regierung

Für weitere Informationen und die Anmeldung klicken Sie bitte hier.

Flottillen-Feminismus?

24. Juni 2010

HonestReporting Media BackSpin, 24. Juni 2010

Der palästinensische Journalist Khaled Abu Toameh mit Überlegungen zur Frauen-Flottille:

Beim Versuch, die Hamas zu unterstützen, ermutigen die Frauen, die zum Gazastreifen segeln wollen, in Wirklichkeit die Bewegung der Fundamentalisten, die dort lebenden palästinensischen Frauen zu unterdrücken.

Wäre es nicht besser gewesen und viel hilfreicher, wenn dieselben weiblichen Aktivisten eine Kampagne gestartet hätten, um die Frauenrechte unter der Herrschaft der Hamas durchzusetzen? Oder gegen die strengen Restriktionen zu protestieren, die von der Hamas allen Frauen auferlegt werden, darunter etwa auch das Recht, alleine am Strand spazieren zu gehen oder einen Badeanzug zu tragen?…[…].

Außerdem ist es ironisch (und traurig), dass einige dieser Frauen, die sich an dem Flottillenabenteuer beteiligen, aus dem Libanon, aus Ägypten, Syrien, Jordanien und Kuwait kommen, also aus Ländern, die nicht nur Palästinenser getötet haben, sondern sie auch weiterhin unterdrücken und ihnen harte Beschränkungen auferlegen.

Phyllis Chesler, wo bist du?

UPDATE 24. Juni: Lesen Sie dazu Ahmed Moors Begegnung mit libanesischem Rassismus gegen Palästinenser:

Die arabische Welt ist voller Heuchelei, wenn es um die palästinensische Frage geht. Arabische Führer zitieren häufig und zu Recht chronische Menschenrechtsverletzungen, die Israel begeht* ist, unterlassen es aber, die Ausgrenzung der Palästinenser innerhalb ihrer eigenen Gesellschaften anzusprechen. Immer wieder haben libanesische Staatsbürger erklärt, dass die Einbürgerung von Palästinensern zur Abschreckungsmaßnahme einer etwaigen Rückführung bzw. Wahrnehmung ihres unantastbaren Rechts auf Rückkehr diene. Aber das ist eine fadenscheinige und zynische Verdrehung des Problems.

—————–
*Ich übernehme hier lediglich ein Zitat. Es sagt nichts über den Wahrheitsgehalt dieses Satzes aus,  geschweige denn darüber, ob wir Ahmed Moor zustimmen. Backspin-Leser kennen unseren Standpunkt [bd].

Palästinensischer Journalist reagiert auf Todesdrohungen

26. Mai 2010

HonestReporting Media Backspin, 26. Mai 2010

Der Hintergrund: Während eines Besuchs in Down Under wurde der palästinensische Journalist Khaled Abu Toameh vom „Botschafter“ der PLO in Australien, Ali Kazak bedroht.

Die Drohung: Kazak sagte dem Australian:

Kazak sagte dem Australian: „Khaled Abu Toameh ist ein Verräter.“ Das sind gefährliche Worte im Kontext des israelisch-palästinensischen Konflikts und Kazak gibt zu, dass viele Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen ermordet werden, weil sie Verräter sind.

Er sagt, er sei damit nicht einverstanden, aber: „Verräter wurden auch von der französischen Resistance, in Europa ermordet; das geschieht überall.“

Danach gefragt, warum er Abu Toameh einen Verräter nennt, sagt Kazak: „Die Palästinenser sind die Opfer. Er sollte über sie schreiben, er sollte über die Verbrechen der Israelis schreiben.“

Kazak gibt zu, dass es in der Westbank und dem Gazastreifen Korruption und Gewalt gibt. „Natürlich, die palästinensische Gesellschaft ist nicht perfekt. Ich selbsd habe das kritisiert“, sagt er. Aber Kazak protestiert dagegen, dass Abu Toameh darüber schreibt.

Die Antwort: Toameh schreibt:

Kazaks Drohung überrascht diejenigen nicht, die mit den Methoden vertraut sind, die von arabischen Diktaturen benutzt werden, um jeden zum Schweigen zu bringen, der es wagt Reformen und Transparenz zu verlangen.

Die Drohung erinnert Journalisten wie mich daran, wie viel Glück wir haben, dass wir in Israel leben und nicht im Zuständigkeitsbereich der PLO oder der Hamas…

Die PLO hat, wie die meisten der arabischen Diktaturen, eine lange Geschichte Journalisten ins Visier zu nehmen, die nicht „spuren“. Dieses rigorose Vorgehen ist einer der Hauptgründe, dass die palästinensische Medien immer noch weit davon entfernt sind unabhängig und frei zu sein…

Das Fehlen von freien und unabhängigen Medien in den Palästinensergebieten hat viele Palästinenser dazu getrieben sich Arbeit in den westlichen Medien zu suchen, darunter israelische Zeitungen und Radio- und Fernsehsender.

Lesen Sie den ganzen Text.

Das von Toameh hervorgehobene Problem betrifft nicht nur palästinensische Nachrichten-Konsumenten. Westliche Mediendienste verlassen sich stark auf palästinensische Stringer, die demselben Druck ausgesetzt sind. Anfang des Jahres, als der Journalistenverband über eine neue Leitung abstimmte, wurde die Fatah dabei ertappt, dass sie die Wahlergebnisse manipulierte. Die Regularien der Hamas zu Stil und Wortwahl veranlassten einen Reporter verzweifelt auszurufen:

Kein Wort, das ich in meiner Berichterstattung schreibe, überzeugt mich.

Für palästinensische Journalisten, die unter der Zuständigkeit der Hamas oder der Fatah leben, besteht die Alternative dazu den Mund aufzumachen darin, der Parteilinie zu folgen. Das sorgt für eine trostlos Berichterstattung, aber es ist sichererer, oder?

Zwei radikale Varianten, mit der Israel-Apartheid-Woche umzugehen

4. März 2010

HonestReporting Media BackSpin, 4. März 2010

Wie man die Bösartigkeit der Israel-Apartheid-Woche kontert.

1) In der Toronto Sun schreibt Lorrie Goldstein ironisierend:

Alles, was wir tun sollten, ist, jeglichen Universitätsrektoren mit Enthauptung zu drohen, die solch eine Beleidigung des jüdischen Staates, also folglich des Judentums und unseres Gottes, auf ihrem Campus zugelassen haben.

Unsere Rabbiner könnten über sie ein öffentliches Todesurteil verhängen und die Juden darin bestärken, dass die Tötung dieser Ungläubigen ein Segen wäre und ihnen einen Platz im Himmel sicherte, falls sie dabei ums Leben kämen.

2) Der palästinensische Journalist Khaled Abu Toameh:

Es ist schwer vorstellbar, dass die Organisierung solcher Events wie der „Israel-Apartheid-Woche“ (IAW) an einer Universität der palästinensischen Sache dienen kann. Gibt es nicht bereits genug antiisraelische Hetze, die von arabischen und islamischen Medien ausgespuckt wird?….

Anstatt Geld und Anstrengungen in die Israel-Apartheid-Woche zu investieren könnten die selbsternannten „Pro-Palästinenser“ z.B. Lehrer in palästinensische Dörfer und Flüchtlingslager entsenden, um jungen Palästinensern Englisch beizubringen. Oder sie könnten eine andere Delegation in den Gazastreifen schicken, um die Menschenrechtsverletzungen der Hamas-Behörden zu dokumentieren und den palästinensischen Frauen dabei zu helfen, den muslimischen Fundamentalisten die Stirn zu bieten, die deren Rolle auf Küche, Kinder und Sorge für ihren Ehemann eingeschränkt sehen wollen.

Hier ein Vorschlag: Ersetzen wir die Israel-Apartheid-Woche durch eine Palästina-Demokratiewoche, in der die Palästinenser angehalten und ermutigt werden, das Ende finanzieller Korruption und miserabler Regierungsarbeit zu fordern.

Wie schlimm ist es mit der IAW geworden? Jetzt sind wir schon so weit, dass jüdischen Studenten an der University of Manitoba geraten wird, den Campus zu meiden, was Unterrichtsausfall zur Folge hat. Und ein ehemaliger jüdischer Absolvent der University of Toronto gab aus Protest seine akademischen Titel zurück.

Hat sonst jemand zündende Ideen?

UPDATE 4. März: Ehre, wem Ehre gebührt: Studentin Roberta Goldman von der Brown University liegt auf Toamehs Wellenlänge.

Eiertanz-Berichterstattung über palästinensische Gefängnisse

6. Januar 2010

HonestReporting Media BackSpin, 6 Januar 2010

Gestern veröffentlichte AP eine vielversprechende Story, in der berichtet wird, dass in den Knästen der West Bank weit weniger gefoltert werde als bisher.

Heute nahm Khaled Abu Toameh (Jerusalem Post) Kontakt mit Hamas-Figuren in der West Bank auf, die ihm erzählten, dass die PA unvermindert Gefängnisinsassen weiterfoltern ließe.

Ich leide wegen gefolterter Hamas-Terroristen oder deren Sympathisanten nicht an Schlafstörungen. Aber in diesem Fall bin ich geneigt, der Hamas zu glauben. Ein bestimmter JPost-Schnipsel gab den Ausschlag:

Anfang dieser Woche organisierte die PA eine Besichtigungstour für Reporter in einem ihrer Gefängnisse in Nablus, wo Hamas-Inhaftierte zitiert werden, dass keine Folterung mehr stattfinde.

Wenn es zu Besichtigungstouren in palästinensischen Gefängnissen kommt, zahlt es sich aus, sehr, sehr skeptisch zu sein.

Hier nur ein Beispiel: 2008 wollte die PA Gerüchten entgegenwirken, dass zwei Terroristen, die zwei israelischer Wanderer ermordet hatten, aus einem Hebroner Gefängnis entwichen wären. Also interviewte ein israelisches Fernsehteam auf Einladung der PA Ali Dandanes und Amar Taha hinter Gittern.

Aber YNet News berichtete am Tag danach, dass den beiden Freigang gewährt worden war und sie fürs Interview in den Knast gebeten wurden, als die PA die Fluchtgerüchte nicht mehr unterdrücken konnte.

Dazu passend: Reuters Gefängnisposse.

Mandela ist er nicht

26. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 26. November 2009

Zuletzt erinnerte ich mich wieder daran, warum die letzten Medien-Lancierungen, Marwan Barghouti sei der palästinensische Nelson Mandela – unglaubwürdig sind. Deshalb nämlich, weil niemand bei den Palästinensern selbst nachfragt.

Jerusalem Post-Kolumnist Khaled Abu Toameh mit einem kritischen Blick auf die Außenwahrnehmung Barghoutis:

Anders als viele westliche Medien haben palästinensische Journalisten und Verfasser selten – wenn überhaupt – Barghouti als „charismatischen“ Führer oder als „palästinensischen Nelson Mandela“ bezeichnet. Zyniker und Verschwörungstheoretiker in den palästinensischen Gebieten noch weiter, wenn sie davon ausgehen, dass Barghouti in Wirklichkeit Teil einer US-israelischen  Intrige sei, ihn zum zukünftigen Führer der Palästinenser zu machen. Um ihre Behauptung zu untermauern, stellen sie so profane Fragen wie: Seit wann erlaubt Israel denn einem strengst bewachten Häftling, Medieninterviews zu geben oder in seiner Zelle israelische, palästinensische, europäische und amerikanische Offizielle zu empfangen?

Zweifellos wird Barghouti von vielen Palästinensern respektiert. Doch nicht, weil er der palästinensische Nelson Mandela oder Saladin ist – der moslemische Krieger, der die Kreuzfahrer aus Jerusalem herauswarf -, sondern weil er in einem israelischen Gefängnis sitzt.

Wenn die Palästinenser selbst Barghouti nicht als Mandela betrachten, warum spinnen die Mainstream-Medien dann weiter an diesem Mythos? Das neueste Beispiel dieser Art liefert Irish Times-Korrespondent Michael Jansen, wenn er schreibt:

Von vielen Palästinensern wird er als ihr Nelson Mandela gesehen.

Rede mir nicht ein, wie Barghouti wahrgenommen wird, sondern zeige mir, wie er wahrgenommen wird. Nimm’ einfach den ganz normalen Palästinenser auf der Straße ernst.

Man kann Barghouti jederzeit an seinen eigenen Worten messen, seit er Israels meistinterviewter und bestbewachter Häftling ist. Im Gespräch mit Corriere Della Sera ließ er die Gewaltoption offen.

Natürlich verträgt sich das nicht mit der rosigen Wahrnehmung Barghoutis durch den Westen….

Lesen Sie bitte Toamehs vollständigen Beitrag [In Englisch].

Dazu passend: Barghouti Is No Mandela

„Wir haben nie gesagt, dass unserem Sohn Organe entnommen wurden“

25. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 25. August 2009

Diese schwedische Ritualmordlegende wurde weiter entzaubert, wenn Bilal Ahmed Ghanems Familie sagt, sie habe keinem Reporter erklärt, dass ihrem Sohn Organe entnommen worden seien.

Khaled Abu Toameh (Jerusalem Post) machte die Familie ausfindig:

Die Mutter verneinte, dass sie einem ausländischen Journalisten erklärt habe, ihrem Sohn seien Organe entnommen worden.

Jedoch sagte sie, sie schließe nun die Möglichkeit nicht aus, dass Israel den Palästinensern Organe entnommen habe.

Jalal sagte, er und andere Dorfbewohner könnten sich daran erinnern, dass sich während des Begräbnisses ein schwedischer Fotograf im Dorf aufhielt, der vor der Bestattung noch ein paar Fotos vom Leichnam schießen konnte. „Dies war das einzige Mal, dass wir diesen Fotografen sahen“, fügte er hinzu.

Ibrahim Ghanem, ein Verwandter Bilals, erklärte, dass die Familie dem schwedischen Fotografen niemals erzählt hätte, Israel habe Organe des Toten entwendet.

„Möglicherweise kam der Journalist zu dieser Schlussfolgerung, weil er am Körper Nahtstellen bemerkte. Aber was die Familie betrifft können wir sagen, dass wir nicht wissen, ob dem Körper Organe entnommen worden waren, weil wir keine Autopsie durchführen ließen. Wir bemerkten nur, dass Bilals Zähne fehlten.“

Soviel zu Bostroms vorherigen Ausrede, die sich selbst widerspricht:

„Ich gebe nur wieder, was andere Leute mir gesagt gaben.“

Auch Aftonbladet-Chefredakteur Jan Helin verteidigte Bostroms Artikel:

„Der Artikel stellt eine Frage: Warum ist dieser Leichnam geöffnet worden, wenn die Todesursache auf der Hand liegt? Dafür schulden uns die israelischen Behörden eine Antwort.“

Seit Aftonbladet die Vorwürfe erhoben hat, liegt die Beweislast bei der Zeitung. Israel ist nicht gezwungen, nachzuprüfen, ob etwas nicht stattgefunden hat, ob die Vorwürfe mit Leichenraub zu tun haben, ob sie mit 9/11 zusammenhängen, einem Mord an Arafat, Brunnenvergiftung, Tsunamis etc.

Stellen Sie sich schon mal’ auf ein Exklusivmärchen des Aftonbladet ein, in dem über Zionisten fabuliert wird, die Bilal Ghanems Zähne geklaut haben.

Fatah-Parteitag: Drei weitere Gründe für Skepsis

5. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 5. August 2009

Hier hatte ich die ersten 6 Gründe angeführt

1. Wir sehen erste traurige Anzeichen dafür, wer Mahmoud Abbas beerben könnte.

Dazu Khaled Abu Toameh:

Um weiterhin sein altes Parteilager zu stärken fragte Abbas bei Israel nach und erhielt die Erlaubnis, den Hardliner Mohamed Ghnaim aus Tunesien in die West Bank kommen zu lassen. Ghnaim ist einer aus einer Handvoll hochrangiger Fatahführer, die weiterhin entschieden gegen das Osloer Abkommen sind und auf dem „bewaffneten Kampf“ gegen Israel zur „Befreiung Palästinas“ bestehen.

Ghnaim wird jetzt als Abbas‘ Nachfolger für Parteiführung und Regierungsamt gehandelt, damit die Kontinuität der alten Hegemonie als Vertretung für alle Palästinenser in der West Bank gesichert ist.

2. Die unverständliche Ablehnung des Osloer Abkommens seitens der Fatah zeigt ihr wahres Gesicht.

David Schenker mit einer Einschätzung:

Kurz gesagt hat der Wunsch nach Unterstützung durch die Massen die Hamas nicht domestiziert sondern die Fatah radikalisiert….

Die PLO-Führung, die das Osloer Abkommen mit Israel unterzeichnet hatte – in welchem beide Seiten zustimmten, „ihre gegenseitigen legitimen und politischen Rechte anzuerkennen….und einen gerechten, dauerhaften und umfassenden Friedensvertrag sowie eine historische Versöhnung über einen vereinbarten politischen Prozess anzustreben“ – sagt jetzt, dass sie den Vereinbarungen niemals zugestimmt habe**. Die formale Ablehnung der Osloer Richtlinien durch die Fatah schreibt im Wesentlichen die Ablehnung der gesamten Abmachung durch die PLO fest.

3. Die Entscheidungen auf diesem Parteitag werden Salam Fayyads Autorität untergraben.

Das befürchtet Israel. Fayyads ist die einzige Person, die der PA in den Augen der Geberstaaten und der israelischen Offiziellen, die mit der PA im Alltag zu tun haben, eine gewisse Glaubwürdigkeit verleiht. Tom Friedman prägte dafür sogar ein neues Modewort: Fayyadism.

Fayyadism basiert auf der einfachen, aber all zu seltenen Tatsache, dass die Legitimität eines arabischen Führers nicht auf Slogans, Verweigerungshaltung, Personenkult oder Leibwachen basieren sollte, sondern auf zuverlässiger und verantwortungsbewusster Regierungsführung.

Die traurige Ironie besteht darin, dass an jenem Tag, an dem Friedman Fayyad zu Recht lobt, die Fatah sich anschickt, ihn abzuservieren.

——————–
**Die Angaben dazu auf foreignpolicy.com sind nicht ganz sicher verifiziert (bd); Dank an Tilman Tarnach für den Hinweis!

Update, 6. August: Wie richtig die Einschätzung  P. Bensons ist, was die zukünftige Aufstellung der Fatah betrifft, zeigt dieses MEMRI-Video.

Medienschikane einmal anders

1. Juli 2009

HonestReporting Media BackSpin, 1. Juli 2009

Der palästinensische Journalist Khaled Abu Toameh fragt sich, warum die Mainstream-Medien nicht daran interessiert sind, über Unterdrückung und Folter von Kollegen zu berichten, wenn die Täter Funktionäre der Palästinensischen Autonomiebehörde sind.

Im Juni wurde ein Team von Al-Jazeera, das über Tod eines Palästinensers berichten wollte, der augenscheinlich gefoltert worden war, an einem PA-Checkpoint aufgehalten, das Videoband wurde konfisziert und gelöscht. Toameh sagt, warum Sie davon keine Kenntnis erhielten:

Man kann sich gut vorstellen, wie die Reaktion der internationalen Medien ausgefallen wäre, wenn die TV-Crew von israelischen Sicherheitskräften festgehalten worden wäre. Antiisraelische Gruppen und Personen hätten den Vorfall als weiteren Beleg für die „brutalen Methoden der Besatzer“ gegen die Freiheit der Medien gewertet….

Doch ziehen es Journalisten und Menschenrechtsaktivisten, die in Israel und in den PA-Gebieten arbeiten, entweder vor, die Geschichte zu ignorieren oder sie haben nie davon gehört, weil sie keinen antiisraelischen Bezug aufweist.

Man kann sich auch gut vorstellen, wie die Medien und Menschenrechtsorganisationen reagiert hätten, wenn ein Palästinenser in einem israelischen Gefängnis nach angeblicher Folter gestorben wäre.

Wenigstens verurteilten Reporter ohne Grenzen den Vorfall.

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Die pro-palästinensische „Junta“ an den Universitäten

24. März 2009

HonestReporting Media BackSpin, 24. März 2009

Der palästinensische Journalist Khaled Abu Toameh zur Campusszene in den USA:

Während meines Besuchs einiger US-Universitäten entdeckte ich, dass es dort mehr Sympathie für die Hamas gibt als in Ramallah….

Die so genannte pro-palästinensische „Junta“ an den Hochschulen hat nichts anderes zu bieten als Hass und Delegitimierung Israels. Wenn diese Leute sich wirklich für die Palästinenser interessieren würden, setzten sie sich für gute Staatsführung, die Förderung demokratischer Werte und Freiheit im Westjordanland und Gazastreifen ein….

Was an diesen Hochschulen geschieht bewegt sich nicht innerhalb des Rahmens von Meinungsfreiheit. Stattdessen nutzt man die Freiheit, um Hass und Gewalt zu verbreiten. Von daher sollten wir nicht überrascht sein, wenn die nächste Jihadisten-Generation nicht aus dem Gazastreifen oder den Bergen und Moscheen Pakistans und Afghanistans kommt, sondern von den Hochschulen quer durch die USA.

Den vollständigen Beitrag können Sie hier [In Englisch] lesen.

(Hat tip: Elizrael)

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Neues Palästinenserfernsehen: Was will man senden?

4. März 2009

HonestReporting Media BackSpin, 4. März 2009

Khaled Abu Toameh kommentiert die Bestrebungen der Fatah, finanzielle Mittel aus dem Westen für eine neue, von ihr geführte Fernsehstation aufzubauen, um angeblich ein Gegengewicht zur Hamas zu schaffen:

Wenn der neuen Fernsehsender dafür gedacht ist, die Hamas zu diskreditieren und als blutrünstige Terrorbewegung darzustellen, warum sitzen dann Fatah-Repräsentanten mit ihren Kontrahenten von der Hamas in Kairo zusammen, wo sie über die Zusammenführung ihrer bewaffneten Kräfte und die Vergabe von Ministerposten sprechen….?

Wenn sie es auf die Hamas abgesehen hatten hetzten Fatah-Zeitungen, TV-Stationen und Webseiten auch gegen ihren Friedenspartner Israel sowie die USA und Europa – dieselben Parteien, die sie finanzieren und mit Waffen versorgen. Ironischerweise ist es genau diese Aufhetzung, die noch mehr Palästinenser in die geöffneten Arme der Hamas treibt….

Die Letzte, was die Internationale Gemeinschaft brauchen kann, ist die Finanzierung eines weiteren palästinensischen Medienunternehmens, das Hass, Gewalt und antiwestliche Stimmung fördert.

Bitte den vollständigen Text lesen [In Englisch].

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