Posted tagged ‘Kerem Shalom’

The Economist und sein Mauer-Syndrom

12. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 11. Dezember 2011

Die aktuelle Printausgabe der Zeitschrift The Economist bespricht die israelischen Reaktionen zum Wahlsieg der Islamisten in Ägypten. Im Artikel findet sich dieser Schnipsel:

Israels Generäle haben sich bereits darauf vorbereitet. Sie haben den Bau einer riesigen Betonmauer entlang der Grenze Israels  zu Ägypten (240 Kilometer) vorangetrieben und eine weitere Brigade abgestellt, die dort patrouillieren soll.

„Riesige Betonmauer“? Die IDF gibt Auskunft:

Der Zaun ist dazu gedacht, die 240 Kilometer lange israelisch-ägyptische Grenze von Kerem Shalom bis Tabah abzusichern. Ein Teil der Grenze wird aus Absperrungsanlagen bestehen, während der andere Teil des Zauns mit Alarmvorrichtungen ausgestattet sein wird.

Kann  man klarer formulieren, dass diese spezielle Barriere keine lange Betonwand wird – und wie kann der Economist damit aufwarten? Oder ist dies schlicht nur eine Wiederkäuung der verfälschten Medien-Darstellung zu Israels Barriere zur West Bank, die weniger als 3% Betonmauer umfasst?

Welcome Home Gilad Shalit

18. Oktober 2011

HonestReporting Media BackSpin, 18. Oktober 2011

Nach 1941 Tagen Gefangenschaft ist Gilad Shalit wieder zuhause.

Es ist ein bittersüßer Tag.

• Kein Gefangenenaustausch kann aber Leutnant Hanan Barak oder Stabsunteroffizier Pavel Slutzker zurückbringen – die beiden Soldaten, die getötet wurden, als Shalit während eines Anschlags am frühen Morgen auf den IDF-Grenzposten Kerem Shalom entführt worden war.

• Die sechs Familien weiterer israelischer Armeeangehöriger – Stabsunteroffizier Zecharya Baumel, Stabsunteroffizier Zvi Feldman, Stabsunteroffizier Yehuda Katz, Major Ron Arad, Guy Hever und Majdy Halaby wissen heute noch nicht, wie es um ihre Angehörigen steht.

• Unter den 1027 freigelassenen palästinensischen Gefangenen befinden sich berüchtigte Terroristen, die für jede Menge Tod, Gemetzel und Gräueltaten verantwortlich sind.

Aber die Heimkehr jedes entführten Soldaten ist wie die Zusammenführung einer lange verschollenen Familie. Shalit war als Soldat eingezogen, um mich [Pesach Benson und das gesamte HR-Team; (Anm.: bd] zu beschützen.

Die Hamas kündigt weitere Kidnapping-Aktionen an: Wer also kann garantieren, dass nicht bald wieder ein Israeli inmitten seiner Heimat entführt wird? Als Israelis sind wir alle davon betroffen. Punkt.

Welcome back, Gilad.

Schweigen der Menschenrechtler zu Gilad Shalid “ist Faschismus”

23. Juni 2009

HonestReporting Media BackSpin, 23. Juni 2009

Must Read: Elena Bonner (sehen Sie hier nach, wenn Sie die ehemalige Regimekritikern der UDSSR nicht kennen) kritisiert ihre Menschenrechtskollegen scharf wegen deren Schweigen zu Korporal Gilad Shalit. Bonner schreibt in The New Republic:

Und eine andere Frage, die mir seit langer Zeit ein Dorn im Auge ist. Es ist die Frage an meine Menschenrechtskollegen. Warum berührt Sie das Schicksal des israelischen Soldaten Gilad Schalit nicht genauso wie das der Gefangenen in Guantanamo?

Sie setzten sich dafür ein und bekamen die Möglichkeit, dass das Internationale Rote Kreuz, Journalisten und Rechtsanwälte Guantanamo besuchen können. Sie kennen die Zustände im Gefängnis, den Tagesablauf der Gefangenen und was sie zu essen bekommen. Sie konnten mit Insassen sprechen, die gefoltert worden waren. Das Resultat Ihrer Bemühungen war ein Folterverbot und ein Gesetz, das die Schließung des Gefängnisses festgesetzt hat. Präsident Obama unterzeichnete es in seinen ersten Amtstagen. Und obwohl er, genau wie Präsident Bush vor ihm, nicht weiß, wie weiterhin mit den Guantanamo-Gefangenen zu verfahren ist, gibt es Hoffnung, dass die neue Administration eine Lösung finden wird.

Aber während der zwei Jahre, die Schalit von den Terroristen gefangen gehalten wurde, hat die weltweite Menschenrechtsgemeinschaft nichts zu seiner Freilassung unternommen.. Warum? Er ist ein verletzter Soldat und fällt vollständig unter den Schutz der Genfer Konvention. Die Konvention sagt eindeutig, dass Geiselnahme verboten ist, dass Repräsentanten des Roten Kreuzes Zutritt zu Kriegsgefangenen haben müssen, speziell zu verwundeten Soldaten; und in der Genfer Konvention steht noch einiges mehr Schalits Rechten. Die Tatsache, dass Repräsentanten des [Nahost-] Quartetts Verhandlungen mit Leuten führen, die Schalit an einem unbekannten Ort festhalten, zeigt eindeutig ihre Verachtung der Dokumente des Internationalen Rechts und ihren totalen rechtlichen Nihilismus. Sind Menschenrechtsaktivisten auch nicht mehr in der Lage, an grundlegende Dokumente Internationalen Rechts zu erinnern?

Und dennoch denke ich (und manche werden das naiv finden), dass der erste kleine, aber reale Schritt hin zu Frieden die Freilassung von Schalit sein muss. Freilassung – und nicht ein Austausch gegen 1.000 oder 1.500 Gefangenen, die in israelischen Gefängnissen sitzen und wegen realer Verbrechen Haftstrafen verbüßen.

Ausgehend von meiner Frage, warum Menschenrechtsaktivisten schweigen, kann ich keine andere Antwort finden als die, dass Schalit ein israelischer Soldat ist und Jude. Es handelt sich also wieder um bewussten oder unbewussten Antisemitismus. Und abermals – es ist Faschismus.

Die Israelis gedenken des dritten Jahrestages von Shalits Entführung. Beim Angriff auf Kerem Shalom waren auch Leutnant Hanan Barak und Unteroffizier Pavel Slotzker getötet worden.

Lesen Sie bitte Bonners vollständigen Kommentar (via Martin Peretz) [In Englisch].

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