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NY Daily News desinfiziert BDS*

26. Februar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 26. Februar 2013

Abbildung: Omar Barghouti

Das habe ich auch noch nicht erlebt: Nachdem Omar Barghouti in der NY Daily News einen Gastbeitrag schreiben durfte, um darin die Ziele der BDS-Bewegung zu postulieren, stauchte das Blatt seinerseits Barghouti in einem Leitartikel zusammen.

Es ist eine Sache, duellierende Gastbeiträge zu präsentieren. Aber mit einem scharf formulierten Leitartikel zu antworten, der die offizielle Sichtweise des Blattes repräsentiert, eine wesentlich deftigere. Mir gefiel auch die Vorgehensweise der Zeitung. Blogger würden die Punkt für Punkt vorgebrachten Widerlegungen als Fisking** bezeichnen.

Die Daily News bezeichnet Barghouti sogar als „Agitator“.

Raffiniert wie ein Agitator häuft er eine Unwahrheit nach der anderen auf, um Israel so darzustellen, als würde es die Palästinenser gnadenlos unterdrücken, indem es die Menschlichkeit verletze, und er macht ausschließlich Israel für den ihnen zugefügten Schaden verantwortlich.

Und deshalb, so sagt er, müsse man Israel mit BDS treffen – Handelsboykott, Kapitalabzug und wirtschaftlichen Sanktionen.

Zählen wir mal seine Verfälschungen auf….

Gut, dass das Blatt selbst Barghouti mit seinen eigenen Worten veröffentlichte. Sonnenlicht ist in der Tat ein wirksames Desinfektionsmittel.

(Barghouti-Foto via YouTube/sternchenproductions)

———
* Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen

** Anmerkung von mir [bd]:

Bezieht sich auf den Journalisten Robert Fisk.

Er schreibt seit etlichen Jahren verzerrende Kommentare zu Nahost und Israel. Von ihm leitet sich auch das Verb „to fisk“ ab; also verzerren, falsch darstellen und antiisraelisch polemisieren.

Hier ein Link zu ihm auf Wikipedia, der allerdings sehr sorgfältig gelesen werden sollte, weil besonders Wikipedia nicht frei ist von redaktionellen Manipulationen, wenn es um Nahost geht.

Neve Gordon: Weiterhin eine Randerscheinung

12. Juli 2010

HonestReporting Media BackSpin, 12. Juli 2010

Letztes Jahr forderte der israelische Professor Neve Gordon (Ben-Gurion University) einen internationalen Boykott Israels.

Heute meldet er sich im Observer auf Seite 13 mit einem neuen Langweiler (Investment-Boykott) zurück.

Kapitalabzug und Investment-Boykott sind keine spezifische Lösung im israelisch-palästinensischen Konflikt sondern entsprechen der Forderung, dass Israel sich an Internationales Recht und UN-Sanktionen hält.

Dementsprechend ist es etwas, was man unterstützen kann, gleich, ob man für eine Zwei- oder Einstaatenlösung plädiert. Selbst als Zionist kann man dafür stimmen.

Mir läge nichts daran, Gordon den Mund zu verbieten.

Wie ich aber letztes Jahr schon herausstellte, als die LA Times einen wesentlich mehr beachteten Beitrag des Professors veröffentlichte, spricht Gordon lediglich für sich selbst und eine Handvoll Leute wie David Landau. Weshalb also würde irgendein Gastkommentator eine Randmeinung wie diese hervorheben?

Dazu passend: Neve Gordon zu extrem für Stephen Walt