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PLO-Botschafter will judenfreien Staat

14. September 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. September 2011

Gut gemacht von USA Today, das ein palästinensisches Statement jener Art veröffentlicht, bei dem andere Medien gerne ein Auge zudrücken.

„Nach der Erfahrung der vergangenen 44 Jahre militärischer Besatzung und all den Konflikte und Spannungen denke ich, es wäre im besten Interesse der beiden Völker, getrennt zu leben„, sagte PLO-Botschafter Maen Areikat während eines Pressetermins mit Reportern als Antwort auf eine Frage über die Rechte von Minderheiten in einem zukünftigen Palästina.

Ein solcher Staat wäre der erste seit Nazi-Deutschland, der offiziell Juden oder anderen Glaubensangehörigen verbieten würde, dort zu leben; in einem Land, das danach strebte, judenrein oder als von Juden gesäubert zu sein, sagte Elliott Abrams, ehemaliger Offizieller des U.S. National Security Council.

In Israel leben 1,3 Millionen Muslime, die israelische Bürger sind. Juden haben in „Judäa und Samaria“, den biblischen Namen für das Westjordanland, seit Tausenden von Jahren gelebt. Areikat sagte, die PLO strebe einen säkularen Staat an, aber die Palästinenser bräuchten die Trennung, um an der Verwirklichung ihrer eigenen nationalen Identität zu arbeiten.

Die palästinensische Forderung ist inakzeptabel und „eine verabscheuungswürdige Form von Antisemitismus“, sagte Abrams. Eine kleine jüdische Minderheit in einem zukünftigen Palästina stelle bis zu 1% der Bevölkerung und würde die palästinensische Identität nicht beeinträchtigen, sagte er.

„Kein zivilisiertes Land würde so handeln“, sagte Abrams.

Während also Israel trotz seiner 20% arabischer Minderheiten, die nach dem israelischen Recht gleichgestellt sind, als „Apartheid-Staat“ portraitiert wird, wollen die Palästinenser einen dezidiert judenfreien Staat errichten. Stellen Sie sich die Empörung vor, wenn Israel zu verstehen gegeben hätte, es wolle keine Nichtjuden im Land.

Netanyahus “Nazi-Jargon“?

13. Juli 2009

HonestReporting Media BackSpin, 13. Juli 2009

Hetzerische Schlagzeilen und ein zynisch-verdrehender Gastbeitrag zum Terminus „Judenrein“.

Lesen Sie dazu bitte [In Englisch] das neue HonestReporting-Kommuniqué: Netanyahu’s ‚Nazi Language‘?

„Judenreine“ West Bank?

12. Juli 2009

HonestReporting Media BackSpin, 12. Juli 2009

Benjamin Netanyahu hatte für Stirnrunzeln in den Medien gesorgt, als er dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte, dass die West Bank nicht „judenrein“ werden darf.

Reuters nannte es „eine besonders schändliche Formulierung“, gebraucht in „atemberaubender Missachtung“. Und völlig daneben war ihr überdramatisierendes Ausrufezeichen in der Headline:

Judenrein! Israel übernimmt Nazibegriff, um Siedler zu unterstützen.

Peter Beaumont vom Observer schrieb einen eigenen Beitrag allein darüber, um wild auf den Premierminister einzudreschen:

Die Beschwörung von „judenrein“ durch Netanyahu und andere Kommentatoren ist der zynischste Trick während eines Verhandlungsprozesses, von dem seine Regierung weiß, dass er gegen sie arbeitet. Unter dem Druck von Obama, den Siedlungsbau vollkommen einzustellen – einschließlich desjenigen, den Israel gerne als „natürlich anwachsenden Siedlungsbau“ bezeichnet – wird es zu einer immer extremeren Sprache gezwungen, um die anhaltende Existenz der Siedler in den besetzten palästinensischen Gebieten zu verteidigen, wie jetzt im Gespräch mit Steinmeier, ihn in Verlegenheit zu bringen und herumzukriegen.

Robin Shepherd antwortete Beaumont:

Beaumonts Argument ist leicht zu durchschauen. Internationales Recht, so sagt er, verurteilt die Siedlungen als illegal, und zwar, weil sie von Siedlern errichtet werden, nicht weil jüdische Siedler beteiligt seien, die kein Recht hätten, hier zu sein. Beaumont ist auch schlau genug, sich auf die Tatsache zu beziehen, dass Juden in der West Bank seit Tausenden von Jahren leben, vom Zeitraum zwischen 1948 und 1967 abgesehen, als die jordanische Herrschaft garantierte, dass im Land keine Juden lebten. Er könnte sich auch auf die Vertreibung der Juden aus Hebron 1929 nach einem schlimmen antisemitischen Pogrom, der von Palästinensern angezettelt worden war und bei dem 63 Juden ermordet wurden, bezogen haben.

Aber dies würde ihn wohl zu nahe an die Kernfrage führen, die sein Beitrag ignoriert. Weil sie nämlich exakt den Hass auf Juden qua ihres Jude-Seins betrifft, der immer im Zentrum der palästinensischen, arabischen und moslemischen Gegnerschaft zur Existenz des jüdischen Staates gestanden hatte, unabhängig von seinen Grenzen und davon, wer in der West Bank lebt und wer nicht. Es war dieser Hass, der Mohammad Amin Al-Husseini, den Großmufti von Jerusalem und die führenden politischen Köpfe in den 1930er-Jahren bei den Palästinensern dazu veranlasst hatte, mit den Nazis im Zweiten Weltkrieg gemeinsame Sache zu machen.

Judenrein? Der Premierminister hat nichts als anderes als die Fakten angesprochen.