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Journalistengruppe verteidigt Aufstachelung zum Mord

21. März 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 17. März 2016

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Was ist passiert?

Während einer Welle von Messer-, Schusswaffen- und Auto-Ramm-Anschläge auf Israelisschloss die IDF „Palestine Today“, einen Radio- und Fernsehsender des palästinensischen Islamischen Dschihad, der Aufstachelung zu Gewalt gesendet hat. Die International Federation of Journalists hatte Folgendes zu sagen:

Die International Federation of Journalists (IFJ), die 600.000 Journalisten auf der ganzen Welt repräsentiert, steht zu ihrem Vertragspartner, der Palestinian Journalists Union (PJS), und verurteilt diese brutale Attacke auf die Pressefreiheit und fordert die UN zu einer sofortigen Reaktion auf die Eskalation der Attacken auf die Presse in den besetzten Gebieten auf.

Weiters beschuldigte die IFJ Israel einer „Welle der Gewalt gegen Journalisten“.

Was hat die IFJ dabei bewusst ignoriert?

Eine Journalistenorganisation sollte die Wichtigkeit von Kontext und Ausgewogenheit kennen. Und deshalb ist es ganz besonders ärgerlich, dass die IFJ in ihrem Statement verschweigt, dass der palästinensische Islamische Dschihad von Australien, Kanada, der EU, der UK und den USA als Terrororganisation aingestuft wird.

Bezüglich Kontext hätte die IFJ auch erwähnen können, dass das dieselbe Einstufung ist, die diese Länder auch auf Gruppen wie ISIS, Al-Qaida und Boko Haram anwenden.

Eine Journalistenorganisation sollte auch die Wichtigkeit von Nachforschungen kennen, weswegen es besonders scheinheilig ist, dass die IFJ verschweigt, dass der Sender den Mord an Israelis glorifiziert und zu weiterem Morden ermutigt. Hier ein Beispiel für den „Journalismus“ von Palestine Today:

Yair Lapid, Mitglied der israelischen Knesset und langjähriger professioneller Journalist, erklärte IFJ in einem Statement:

Die Pressefreiheit erstreckt sich nicht auf terroristische Propaganda und auch nicht auf Leute, die zum Mord aufrufen. Die Inhalte von Palestine Today würden den redaktionellen Leitlinien vieler Ihrer Mitglieder nicht genügen. Ich war mehr als 30 Jahre lang Journalist; und das ist kein Journalismus. Das ist keine Redefreiheit, es sind Hassreden. Sie verteidigen hier nicht die Pressefreiheit; sie verteidigen Aufrufe zum Mord.

Nicht alle „Journalisten“ sind wirklich Journalisten.

Es ist nicht das erste Mal, dass die IFJ versucht hat, Terroristen wie anständige Journalisten zu behandeln. Das Newseum in Washington, D.C., ein Medien-Museum, gedenkt Journalisten, die „bei der Ausübung ihrer Pflichten“ umgekommen sind. 2013 gedachte das Newseum anfangs Mahmoud Al-Kumi und Hussam Salama, die sich offiziell als Journalisten ausgegeben hatten. Als herauskam, dass die zwei in Wirklichkeit Hamas-Mitglieder waren und in Terrorismus verstrickt waren, ignorierte das Newseum den Druck seitens IFJ und anderen und entfernte die zwei Terroristen aus der Gedenkliste.

Terroristen werden verteidigt und Journalisten verraten.

Wenn Terrororganisationen die Bezeichnung „Journalist“ für ihre eigenen ruchlosen Zwecke missbrauchen, beschädigen sie den Berufsstand als ganzes. Die IFJ hätte gegen diese Praxis sein können — aber nein, sie entschieden sich dazu, sie zu verteidigen. Bei ihrer fehlgeleiteten Unterstützung von Terroristen erweist die IFJ den vielen hundert israelischen Opfern aus jüngster Zeit sowie auch den vielen tausend tatsächlichen Journalisten, die sie angeblich repräsentieren, einen Bärendienst.

Ein Journalist korrigiert eine Lüge aus Gaza mit einer weiteren

24. August 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 17. August 2014 (übersetzt von Cora)

HonestReporting hat bereits den New Statesman auf dessen fast 4.000 Worte langen Bericht von Donald Macintyre aus dem Gazastreifen angesprochen, der deutlich die Unzuverlässigkeit der palästinensischen Opferzahlen aufzeigt. Der Bericht enthielt folgenden Absatz:

„Glücklicherweise erlitt Yasser nicht das gleiche Schicksal wie der 10jährige Mohammed Badran, ein anderer Überlebender, der ins al-Shifa-Krankenhaus eingeliefert wurde. Infolge eines israelischen Luftangriffs erblindete er, im Krankenhaus angekommen, schien er noch nicht zu wissen, dass seine gesamte Familie vernichtet wurde, als eine Rakete ihr Haus im Flüchtlingslager Nuseirat zerstört hatte. Da er die Art seiner Verletzung nicht verstand, fragte er das Personal ständig: „Warum habt ihr das Licht ausgemacht?“

Diese blutrünstigen Israelis sind also nicht zufrieden damit Mitglieder einer aufrechten Familie zu verletzen, sie töten auch noch erbarmungslos den Patriarchen, als der sich ganz unschuldig auf das Morgengebet vorbereitete.

Allerdings war Nidal nicht für das Morgengebet in der Moschee. Er traf sich dort um 3:30 Uhr morgens mit zwei weiteren führenden Hamasmitgliedern, wie mein früherer Bericht von heute zeigt. Es ist klar, dass die zerstörte Moschee ein paar Geheimnisse hatte, von denen die Hamas die Reporter fernhalten wollte.

Die drei Terroristen, die in der Moschee getötet wurden waren Nidal Badram(نضال بدران), Maaz Zayed (معاذ زايد) und Tariq Jadallah (وطارق جاد الله).

Auf einmal scheint die Zielauswahl des Badran-Hauses etwas weniger zufällig, oder nicht?

Übrigens haben die arabischen Medien die drei Hamas Mitglieder, die in der Moschee getötet wurden, natürlich als Zivilisten dargestellt. PCHR und AP bezeichneten sie als Kämpfer, allerdings ohne ihre Namen zu nennen.

Macintyre erwähnte Nidal Badrans Tod in einer früheren Geschichte für den Intependent, dort beschreibt er den Angriff so:

An diesem Morgen zerstörte ein israelisches Bombardement eine der größten Moscheen im zentralen Gazastreifen. Dabei wurden drei Palästinenser getötet, die sich auf das Morgengebet vorbereiteten. Einer davon war der Vater eines schwer verletzten 10jährigen Jungen, der bei einem Treffer auf ihr Haus vor einer Woche erblindete.

Zwei Bulldozer wühlen sich durch den Berg von Trümmern, der nach dem F-16-Luftangriff von der Al-Qassam-Moschee im Herzen des Nusseirat Flüchtlingslagers übrig geblieben ist und wo man die vier Männer zuletzt in dem Nebenraum für die übliche Waschung vor dem Gebet gesehen hat, bevor sie die Bombe kurz nach 3 Uhr morgens erwischte.

Unter den drei geborgenen Leichen war auch Nidal Badran (44), der verzweifelt darauf hoffte, dass sein Sohn Mohammed, der zur Zeit mit schwersten Gesichtsverletzungen, durch die er auch das Augenlicht verlor, im Shifa-Krankenhaus liegt, für die notwendigen Operationen nach Europa gebracht werden würde.

Der die getöteten Männer als „Mitglieder einer bewaffneten Gruppe“ beschreibende PCHR-Artikel war zu diesem Zeitpunkt bereits veröffentlicht, also machte sich Macintyre nicht einmal die Mühe die Fakten über den Terroristen Nidal Badran zu überprüfen, bevor er ihn zwei Mal sehr mitfühlend beschrieb.

Macintyre berichtete, dass Israel Warnungen absetzte, bevor es die Moschee zerstörte, aber diese Warnung die Hamasmitglieder nicht rechtzeitig erreichte.

Und es ist nicht so, als hätte Macintyre keine Ahnung gehabt. Er wusste, dass Badran Polizist war und jeder anständige Reporter in Gaza sollte wissen, dass die überwiegende Mehrheit der Polizisten traditionell auch Mitglieder der Al-Qassam-Brigaden sind.

Also eine weitere Beschönigung der Hamas.

Oh übrigens, schaut euch das mal an:

Der Bruder des Toten, Kemal Badran (45), der für das Informationsbüro des UN-Flüchtlingswerks (UNRWA) arbeitet, sagt, dass sein Bruder seit 20 Jahren als Polizist in Gaza gearbeitet habe.… „Er war ein religiöser Mensch“, setzt er hinzu und dass er regelmäßig früher zum Morgengebet ging, um sich zu waschen und im Koran zu lesen. „Vielleicht wussten (die Israelis) nicht, dass zu diesem Zeitpunkt überhaupt jemand in der Moschee war“, glaubt er.

PCHR wusste natürlich, dass Nidal ein Terrorist war … ebenso wie sein Bruder von der UNWRA.

Man kann nichts von dem glauben, was die Einwohner Gazas den Reportern erzählen. Leider sind die Reporter nur allzu bereit den Lügen Glauben zu schenken.

Hamas ehrt Journalisten

30. Juli 2010

HonestReporting Media BackSpin, 30. Juli 2010

Hamas ehrt von der IDF getötete Journalisten

Seltsam. Glauben Sie, dass Paul Martin oder Dr. Ahmad Hamad darüber berichtet hätten?

Palästinensischer Journalist reagiert auf Todesdrohungen

26. Mai 2010

HonestReporting Media Backspin, 26. Mai 2010

Der Hintergrund: Während eines Besuchs in Down Under wurde der palästinensische Journalist Khaled Abu Toameh vom „Botschafter“ der PLO in Australien, Ali Kazak bedroht.

Die Drohung: Kazak sagte dem Australian:

Kazak sagte dem Australian: „Khaled Abu Toameh ist ein Verräter.“ Das sind gefährliche Worte im Kontext des israelisch-palästinensischen Konflikts und Kazak gibt zu, dass viele Palästinenser in der Westbank und dem Gazastreifen ermordet werden, weil sie Verräter sind.

Er sagt, er sei damit nicht einverstanden, aber: „Verräter wurden auch von der französischen Resistance, in Europa ermordet; das geschieht überall.“

Danach gefragt, warum er Abu Toameh einen Verräter nennt, sagt Kazak: „Die Palästinenser sind die Opfer. Er sollte über sie schreiben, er sollte über die Verbrechen der Israelis schreiben.“

Kazak gibt zu, dass es in der Westbank und dem Gazastreifen Korruption und Gewalt gibt. „Natürlich, die palästinensische Gesellschaft ist nicht perfekt. Ich selbsd habe das kritisiert“, sagt er. Aber Kazak protestiert dagegen, dass Abu Toameh darüber schreibt.

Die Antwort: Toameh schreibt:

Kazaks Drohung überrascht diejenigen nicht, die mit den Methoden vertraut sind, die von arabischen Diktaturen benutzt werden, um jeden zum Schweigen zu bringen, der es wagt Reformen und Transparenz zu verlangen.

Die Drohung erinnert Journalisten wie mich daran, wie viel Glück wir haben, dass wir in Israel leben und nicht im Zuständigkeitsbereich der PLO oder der Hamas…

Die PLO hat, wie die meisten der arabischen Diktaturen, eine lange Geschichte Journalisten ins Visier zu nehmen, die nicht „spuren“. Dieses rigorose Vorgehen ist einer der Hauptgründe, dass die palästinensische Medien immer noch weit davon entfernt sind unabhängig und frei zu sein…

Das Fehlen von freien und unabhängigen Medien in den Palästinensergebieten hat viele Palästinenser dazu getrieben sich Arbeit in den westlichen Medien zu suchen, darunter israelische Zeitungen und Radio- und Fernsehsender.

Lesen Sie den ganzen Text.

Das von Toameh hervorgehobene Problem betrifft nicht nur palästinensische Nachrichten-Konsumenten. Westliche Mediendienste verlassen sich stark auf palästinensische Stringer, die demselben Druck ausgesetzt sind. Anfang des Jahres, als der Journalistenverband über eine neue Leitung abstimmte, wurde die Fatah dabei ertappt, dass sie die Wahlergebnisse manipulierte. Die Regularien der Hamas zu Stil und Wortwahl veranlassten einen Reporter verzweifelt auszurufen:

Kein Wort, das ich in meiner Berichterstattung schreibe, überzeugt mich.

Für palästinensische Journalisten, die unter der Zuständigkeit der Hamas oder der Fatah leben, besteht die Alternative dazu den Mund aufzumachen darin, der Parteilinie zu folgen. Das sorgt für eine trostlos Berichterstattung, aber es ist sichererer, oder?

Auszeit für Journalisten?

18. Dezember 2008

HonestReporting Media BackSpin, 18. Dezember 2008

Die größte je dagewesene Zahl ehemaliger Journalisten macht sich auf, für die Knesset zu kandidieren. Dazu die Kernaussage bei Haaretz:

Nicht alle Journalisten können diesem Trend etwas Positives abgewinnen. Danny Bloch z.B., ehemaliger Redakteur bei der Tageszeitung Davar, glaubt, dass es für Journalisten, die in die Politik wechseln, eine Auszeit geben müsse. Andernfalls, so gab er zu bedenken, werden die Leser vermuten, dass die Berichterstattung von Journalisten über politische Parteien von deren Wunsch beeinflusst wird, eine sichere Position auf einem Listenplatz zu bekommen.

Lassen Sie uns über den Interessenkonflikt sprechen: Es ist dokumentiert, dass einige altgediente israelische Journalisten, darunter auch Shelly Yachimovich von der Arbeiterpartei und früher bei Reshet Bet News, absichtlich die Nachrichtenberichterstattung so gestalteten, dass sie einen Abzug aus dem Libanon nahelegten, „weil sich dort unsere Söhne befinden.“

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Journalisten in Gaza: Rein nach Gaza, raus aus Gaza, Teil 2

10. Dezember 2008

HonestReporting Media BackSpin, 10. Dezember 2008

AP berichtet, dass Israel die Grenzen wieder geöffnet hat.

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Interessenkonflikt

28. Mai 2008

honestreporting.com Media BackSpin, 27. Mai 2008

Reporter ohne Grenzen ist wütend, weil die Hamas vor kurzem palästinensische Journalisten festnahm, die für die deutsche ARD arbeiten. Die besser unter ihrem französischen Akronym RSF bekannte Organisation für die Rechte von Journalisten schreibt:

Sie wurden verdächtigt für die staatseigene Palestine Broadcasting Corporation zu arbeiten, die von der palästinensischen Autonomiebehörde kontrolliert wird und im Gazastreifen seit Juni 2007 verboten ist. Khalifa arbeitete früher für die PBC, hatte aber alle Kontakte zu dem Sender kappen müssen, der jetzt von Ramallah in der Westbank aus arbeitet.

Das Problem dabei: Eine ganze Reihe palästinensischer Journalisten in der Westbank und dem Gazastreifen arbeitet für Nachrichten-Agenturen, die mit der PA in Verbindung stehen oder für Fraktionen wie die Fatah, die Hamas usw. Dieselben Journalisten arbeiten nebenher für westliche Nachrichtensender, während sie anscheinend von Organisationen unter der Decke gehalten werden, die ihre Hauptlohngeber sind. Das riecht nach Interessenkonflikt.

Die Hamas hat einen Schlag gegen die Pressefreiheit geführt. Aber machen Sie sich nichts vor. Die Hamas weiß auch, dass einige dieser Journalisten sich auf ethisch sehr dünnem Eis bewegen. Wissen das auch die Zuschauer der ARD?