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Dafür also starb Rachel Corrie?

8. Januar 2013

HonestReporting Media BackSpin, 8. Januar 2013

Die Frau eines Hamas-Parlamentsabgeordneten erklärte den Zuschauern von Al-Aqsa TV (Im Gazastreifen [bd]) die Pflicht einer Mutter: sie will ihre Kinder zum Jihad und Selbstmordattentat erziehen. Ist es das, wofür Rachel Corrie* starb?

Siehe MEMRI-Transkript oder Video.

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*Für diejenigen Leser, die den Hintergrund zur Geschichte um Rachel Corrie nicht kennen, da sie schon einige Zeit zurückliegt, hier ein paar Archivtexte aus den letzten Jahren: https://backsp.wordpress.com/?s=Rachel+Corrie


Hier die Übersetzung des MEMRI-Transkripts
(Medien Backspin [bd]):

Die folgenden Auszüge stammen aus einem Interview mit Umm Osama, der Ehefrau des Hamas-Parlamentsabgeordneten Khalil Al-Haydi, das am 2. Dezember 2012 bei Al-Aqsa TV ausgestrahlt wurde.

Umm Osama: [Die] Frauen in Palästina spielen eine tragende Rolle, wenn es gilt, ihre Kinder in Allahs Namen zum Jihad zu erziehen. Das ist das Großartigste, was eine Frau tun kann. [Die] Frauen haben ihren Anteil und stehen den Männern in nichts nach. Wenn ein Mann sich für den Jihad entschließt, sagt seine Frau nicht „Lass’ es“, und sie versucht nicht, ihn aufzuhalten. Sie ermutigt und unterstützt ihn. Sie ist diejenige, die ihm bei seinen Vorbereitungen  hilft, ihn verabschiedet und ihn [bei seinen Jihad] unterstützt.

Sie flößt ihren Kindern die Liebe zum Jihad und dem Märtyrertum in Allahs Namen ein. Wenn jede Mutter ihren Sohn daran hindern würde, dass ihr Sohn den Jihad für Allah führt, wer würde es denn sonst tun? Wer würde sich für Palästina einsetzen? Palästina liegt uns am Herzen, und der Preis wird mit unseren Körperteilen und unserem Blut entrichtet.

Ist Allahs Belohnung nicht kostbar? Denn Allahs Belohnung ist das Paradies. Das Paradies fordert unser Blut und unsere Körperteile und unseren Einsatz um [Allahs] Willen. […]

Schwester, der Jihad ist unsere Bestimmung. Es ist unsere Pflicht, den Jihad zu führen; entweder führen wir den Jihad oder…

Interviewerin: …wir wollen als Märtyrer sterben.

Umm Osama: Ja, das tun wir. Ich bete immer wieder: „Allah, lass unsere Tage im Märtyrertum enden.“ Ich bete dafür, auch für meinen Mann und meine Kinder. Keiner von uns will eines natürlichen Todes sterben. Wir beten, dass Allah uns das Paradies schenkt. […]

Al-Manar, Australien und die „Flügel“-Idiotie

5. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 5. August 2009

Hisbollahs Fernsehsender Al-Manar bekam die Erlaubnis, in Australien zu senden. Wie The Age berichtet, ist dies ein besonders deutliches Beispiel für die wahnwitzige Unterscheidung zwischen so genannten militärischen und politischen Flügeln in der Terrororganisation.

Die Hisbollah, ein militante libanesische Moslempartei, wird in den Vereinigten Staaten als Terrororganisation verboten, aber nur ihr bewaffneter Flügel wird in Australien geächtet. Ihre Fernsehprogramme befürworten Selbstmordanschläge, fordern Israels Vernichtung und bezeichnen Juden als Abkommen von Affen und Schweinen.

Warum darf ein derart ekelerregendes Programm in Down Under gesendet werden? Weil die australische Kommunikations- und Medienaufsichtsbehörde (ACMA) Al-Manar nur bei Verstößen gegen die eng gesteckten Antiterrorgesetze beobachtet. ACMA in einem Statement: 

Der Standard in der Terrorbekämpfung verbietet die Ausstrahlung von Programmen, die halbwegs dazu dienen, Personen zu rekrutieren und zum Beitritt zu veranlassen, sich an Aktivitäten von Terrororganisationen zu beteiligen oder für sie neue Mitglieder anzuwerben. 

Während die ACMA in manchen Programminhalten Hinweise auf eine ausgewiesene Terrororganisation (Hisbollah) fand, gab es keinen Inhalt, der halbwegs dazu diente, auf direktem Weg Mitglieder anzuwerben sie zu Aktivitäten bei der Hisbollah aufzufordern oder Geld für sie zu beschaffen (oder dabei behilflich zu sein). Als Folge davon wurde kein Bruch des Antiterror-Standards festgestellt.

Was die australischen Unterscheidungen noch idiotischer macht ist der Umstand, dass die Hisbollah selbst nicht zwischen zwei „Flügeln“ unterscheidet. Naim Qassem, die Nr. 2 hinter Nasrallah, freimütig gegenüber der LA Times

„Alle politische, soziale und Jihad-Aktivität ist an die Entscheidung der Führung gebunden“, so Qassem. “Dieselbe Führung, die die parlamentarische und regierungsamtliche Arbeit führt, leitet auch die Jihad-Aktionen im Kampf gegen Israel.“