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Negative Berichterstattung, negative Wahrnehmung

2. April 2008

honestreporting Media BackSpin, 2. April 2008

Eine BBC-Studie zeigt, dass Israel nach dem Iran als Land mit dem weltweit negativsten Einfluss gesehen wird. Sie glauben doch nicht, dass diese Ansichten durch voreingenommene Medienberichterstattung beeinflusst werden, oder?

Alles kommt in Frage

19. März 2008

honestreporting Media BackSpin, 19. März 2008

Zwei Meinungsumfragen unter Israelis zu Verhandlungen mit der Hamas – eine von Haaretz, die andere vom Tami Steinmetz Center – erzeugen widerstreitende Resultate.

In der Suche nach Antworten mit beiden Meinungsforschern erkennt Fugitive Peace, dass es nur darauf ankommt, wie man die Frage formuliert.

(Hat tip: Soccer Dad)

Einjahresanalyse: “Bilder des Monats“ von Reuters

10. März 2008

honestreporting.com Communiqué, 10. März 2007

62% der Bilder in unserer Studie zeigten Wohlwollen für die Palästinenser.

Jeden Monat wählte die Nachrichtenagentur Reuters aus Tausenden ihrer eigenen Fotografien für den Kalender „Bilder des Monats“ etwa 250 Exemplare aus. Diese Kollektion portraitiert Menschen und Ereignisse rund um den Globus aus den Bereichen Kultur, Sport, Politik – dazu herausragende Nachrichtenereignisse. Reuters nutzt diesen Fotokalender, um die Aufmerksamkeit auf die besten Ergebnisse ihrer Arbeit in jedem Monat zu lenken.

Entscheidende Ergebnisse

Nachdem wir schon vorher Reuters’ Objektivität zu ihrer subjektiv ausgewählten Reihe von Bildern (siehe Schreibtischkalender unten) hinterfragt hatten, interessierten wir uns dafür, ob jener Fall einen einmaligen Fehltritt darstellte oder ob Reuters wirklich ein ernstes Voreingenommenheitsproblem in ihrer Berichterstattung zum arabisch-israelischen Konflikt hat.

Wir sahen uns die Fotografien an, die Palästinenser oder Israelis zeigten – von Reuters für den Jahreskalender „Pictures“ für das Jahr 2007 ausgewählt. Insgesamt 2.666. Unsere Ergebnisse basieren auf 124 Fotografien von Israelis und Palästinensern (von Reuters als „Beste des Monats“ beworben):

62% der Bilder erzeugen Mitleid für die Palästinenser.

• Fünfzehn Fotoaufnahmen über palästinensischen Bestattungen wurden als „Bilder des Monats“ ausgewählt. Kein Bild von Bestattungen der israelischen Opfer im Konflikt wurde ähnlich behandelt (Auch keine Bilder von Beerdigungen der Tausenden bei Kampfhandlungen Getöteter in Darfur, Afghanistan, Sri Lanka oder anderswo auf der Welt).

• Die Bilder rückten immer wieder Israelis als Aggressoren und Palästinenser als Leidtragende in den Blickpunkt. Nur 10% der Bilder konnten als mitfühlend für Israelis betrachtet werden.

Reuters‘ nicht eingelöstes Versprechen gegenüber den Lesern von HonestReporting

Im Januar 2007 regte HonestReporting seine Leser an, Reuters wegen seines Bürokalenders 2007 anzuschreiben. Dieser Kalender enthielt elf farbenfrohe Bilder zu Kultur, Sport und Menschen aus aller Welt – ohne irgendwelche politischen Untertöne. Doch ein Monatsbild zeigte einen palästinensischen Terroristen, versehen mit einer mehr als unachtsam gestalteten Bildunterschrift, die Sympathie für seine Sache bekundet.

Als Antwort auf die Beschwerden der Leser von HonestReporting schrieb Reuters-Chefredakteur David Schlesinger folgenden Beitrag in seinem Blog:

Kürzlich empfahl eine Website – HonestReporting – ihren Lesern, Zuschriften zu meinem Beitrag über Fotostandards einzuschicken, um das Thema „Reuters-Kalender 2007“ zur Sprache zu bringen. Der Kalender wurde zum Diskussionsthema, weil ein Monatsfoto einen palästinensischen Militanten zeigte. Besagtes Foto stach aus den meisten anderen ausgewählten Monatsbildern heraus, auf denen Tänzer, Schwimmer, Künstler oder Bauern abgebildet waren…

..Die zahlreichen Kommentare, die wir wegen der Auswahl erhalten haben, werden das nächste Mal sicher berücksichtigt werden, wenn ein Gremium des Unternehmens die Auswahl von Bildern für den Kalender oder zu anderen Zwecken zusammenstellt.

Wir nahmen an, dass das Versprechen Schlesingers, die Beschwerden der Leser „zu berücksichtigen“, bedeuten würde, dass zukünftige Fotoserien ausgewogener ausfallen würden.

Bilder des Monats

Die Kollektion „Bilder des Monats“ entspricht Schlesingers Definition des „[wenn ein] Gremium des Unternehmens die Auswahl von Bildern für den Kalender oder zu anderen Zwecken zusammenstellt“. Wenn sein Versprechen gegenüber den Lesern von HonestReporting wahr war, würden wir davon ausgehen, eine ausgeglichene und unvoreingenommene Auswahl der Fotografien aller Monate zu sehen, die als geeignet erachtet worden waren, Teil der besten Bilder des Monats zu sein.

Wir haben alle Monatsauswahlen analysiert; 2.666 Fotografien aus dem Jahr 2007. Von diesen 2.666 Bildern 125 dargestellte Szenen und Menschen aus Israel und den Gebieten der PA. Wir fanden heraus, dass 62,4% der Aufnahmen entweder Mitleid (Sympathie) für die Palästinenser oder eine negative Reaktion gegenüber den Israelis hervorriefen. Nur 10,4% konnten so gesehen werden, dass sie irgendein Verständnis für die israelische Seite erwecken würden.

Wir stießen auf eine Unmenge Bilder von palästinensischen Bestattungen für diejenigen, die bei israelischen Militäraktionen getötet wurden, zahlreiche Bilder von israelischen Soldaten, die sich anscheinend palästinensischen Zivilisten gegenüber aggressiv verhielten, sowie eine große Auswahl an Bildern, die leidende Palästinenser darstellten. Im Gegensatz dazu zeigten sehr wenige Bilder, die wir betrachteten, Mitleid (Sympathie) für Israelis.

Wir fanden keine Bilder von Bestattungen israelischer Terroropfer und nur sehr wenige, die Palästinenser als Aggressoren und Israelis als Opfer kenntlich machten. Wenn man bedenkt, dass während dieser Periode Israel unter 2.000 Terrorangriffen zu leiden hatte, sollte man annehmen, dass das Gegenteil zutrifft. Mit der Zeit stellt eine Auswahl wie diese einen klaren Fall von Voreingenommenheit dar und ist nicht in Einklang mit dem Versprechen Schlesingers.

Alle in unserem Bericht veröffentlichten Bilder wurden nicht nur in der Auswahl zu „Bilder des Monats“ auf der Webseite von Reuters eingefügt sondern auch von Reuters-Kunden weiterverbreitet. Wir nutzen sie hier zur Analyse und Diskussion, ihre Verwendung ist rechtlich abgesichert. (Klicken Sie hier, um die Miniaturabbildungen aller Aufnahmen auf der Reuters-Website anzusehen, die für diese Analyse herangezogen wurden).

Palästinensische Bestattungsszenen

Im Jahr 2007 forderten Konflikte in Darfur, Afghanistan, Sri Lanka und einer Menge anderer Krisenherde Tausende mehr Todesfälle als auf palästinensischer und israelischer Seite. Dennoch „schaffte“ es keine einzige Bestattung aus diesen Konfliktgebieten in irgendeine Auswahl der „Bilder des Monats“ von Reuters.

Bestattungsszenen für in militärischen Konflikten Getötete sind erklärtermaßen gefühlsbeladen. Das Foto oben wurde in Jenin aufgenommen, nachdem drei Mitglieder der Terrorgruppe Islamischer Jihad von der IDF getötet worden waren. Das Bild zeigt deutlich den Seelenschmerz der Verwandten des Verstorbenen. Die Geschichte hinter dem Bild ist eine, die von Verlust und Verzweiflung erzählt.

Dennoch stimmt es nachdenklich, wenn Reuters es für notwendig erachtet, so viele einander ähnelnde Bilder von palästinensischen Beerdigungen für „Bilder des Monats“ heranzuziehen. Fotos von schwarz verhüllten Frauen und/oder Kindern, die bei Beerdigungen wehklagen, wurden Werbesendungen beigefügt.

Reuters kann nicht geltend machen, dass die Ursache für so viele plakativ in Szene gesetzte Bilder palästinensischer Bestattungsrituale der schieren Zahl der Todesopfer entspricht. Wenn dies der Maßstab wäre, warum gab es dann keine ähnlichen Bilder von Beerdigungen bei den oben aufgeführten Konflikten?

13 Israelis haben im letzten Jahr wegen palästinensischer Anschläge ihr Leben verloren. Fortwährender palästinensischer Terrorismus stellt ein Hauptproblem im Friedensprozess dar. Aber warum ist das Leid von Israelis (oder anderer Menschen) nicht genauso ein Bild wert wie das weinender Palästinenser?

Noch verstörender wirkt der Widerwille Reuters, Beerdigungen von Terroristen als das zu beschreiben, was sie sind – Beerdigungen von Terroristen. Wieder und wieder verweisen Reuters-Bildunterschriften auf „Militante“ oder schlicht „Palästinenser“, die durch israelische Schläge getötet worden sind, selbst wenn die Verstorbenen Mitglieder von Terrororganisationen waren. Könnten gewisse Fotos und Bildunterschriften dazu benutzt werden, um das Erscheinungsbild eines Terroristen weichzuzeichnen?

Die zwei Bilder rechts oben wurden bei ein und demselben Begräbnis und an ein und demselben Ort aufgenommen. Im ersten oben (Associated Press), wird der Terrorist mit seiner Waffe begraben. Das Reuters-Foto darunter zeigt das gleiche Ereignis, aber wir sehen nur den Kopf des Leichnams. Die Kalaschnikow oder die Menschenmenge verschleierter Trauernder nehmen wir nicht wahr. Vermittelt das Reuters-Foto nicht einen abweichenden Eindruck im Vergleich zu dem von Associated Press?

Israelische Soldaten als feindselig dargestellt

27 Fotos in der Bilderreihe zu „Bilder des Monats“ zeigen israelische Soldaten. Fast alle davon uniformierte Israelis im Kampf mit zivil gekleideten Palästinensern. Dies hinterlässt den Eindruck von schwer bewaffneten Soldaten, die wehrlose Zivilisten angreifen.

Die Fotos zeigten etliche Soldaten, die „Proteste“ gegen Israels Sicherheitszaun auflösen. Der fehlende Kontext in diesen Bildern ist, dass die Demonstrationen oft in Gewalt ausarteten. Viele dieser Momentaufnahmen zeigen regelmäßig geplante Demonstrationen in der Ortschaft Bil’in, bekannt geworden als Kulisse für „gestellte“Demonstrationen.

Die gleiche Mixtur aus Palästinensern und internationalen „Aktivisten“ warf Steine auf die Soldaten, um eine Reaktion zu erzeugen – eine Reaktion, die dann von Fotografen wie denen von Reuters aufgegriffen wurde. Warum wollte Reuters so viele dieser „inszenierten“ Bilder in ihre monatliche Kollektion aufnehmen?

In Gegensatz dazu zeigten nur drei Aufnahmen bewaffnete Palästinenser. Eine zeigte Hamas-Kämpfer in Mahmoud Abbas’ Büro in Gaza, eine andere eine palästinensische Polizeieinheit bei einer Razzia in einer Wohnung der Hamas und eine weitere ein Mitglied des Islamischen Jihad, der sich auf einen Anschlag gegen Israel vorbereitete. Warum auch immer – Bilder von bewaffneten Palästinensern wurden nicht so wichtig erachtet wie die von bewaffneten Israelis.

Palästinensische Opferrolle

Eine dritte Kategorie, die bei der Überprüfung der Reuters-Fotos offen zutage tritt, ist die „Schikane“ der Palästinenser. Diese ist unter den anrührendsten Bildern der Kollektion zu finden und erzeugt große Sympathie für die palästinensische Perspektive. Wir zählten 19 Fotos in der Reihe „Bilder des Monats“, auf die diese Beschreibung zutrifft.

Bilder von verwundeten Palästinensern auf Tragbahren, palästinensische Flüchtlinge und palästinensische Untersuchungshäftlinge prägten beinahe jede monatliche Auswahl. Die Bildunterschriften zeugten nicht immer von der Bemühung, die Szenen in Kontext zu stellen. Niemand zweifelt daran, dass die Palästinenser im andauernden Konflikt leiden. Aber zu implizieren, dass die einzige Ursache für dieses Leid unprovozierte israelische Handlungen sind (worauf jeder Zuschauer ohne ausführlichere Bildunterschrift schließen würde), ist falsch.

Eine einfache Ausdrucksweise, die Gefangene als „inhaftiert in Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten“ beschreibt, würde dem Zuschauer wesentliche Informationen zum Foto liefern. Solche Beschreibungen wurden jedoch in der Regel zugunsten interpretierender Darstellungen ausgelassen, die das Fragezeichen übrig ließen, warum die auf den Fotos abgebildeten Palästinenser überhaupt inhaftiert wurden.

Genau so gut könnte man bei der Betrachtung lediglich eines Bildes terrorisierter israelischer Zivilisten und eines anderen, das weinende Israelis am Mahnmal zum Libanonkrieg zeigt, fälschlicherweise schlussfolgern, dass in diesem Konflikt nur eine Seite leidet.

Schluss

Bitte schreiben Sie Reuters an und fragen Sie, warum die Auswahl für „Bilder des Monats“ im Jahr 2007 so unausgewogen war. Fragen Sie ausdrücklich die Redakteure von Reuters, warum die Auswahlkriterien Folgendes beinhalten:

• Nahezu identische Bilder von Bestattungen der Palästinenser und keine von israelischen Opfern;

• Bewaffnete aggressive israelische Soldaten, die palästinensische Zivilisten angreifen und kein einziges Bild, das zeigt, wie Palästinenser israelische Zivilisten angreifen, und…

• Ein Übermaß an Bildern von palästinensischen Leidtragenden im Konflikt und fast keines, das vom Leid der israelischen Zivilbevölkerung zeugt.

Langzeit-Medienanalysen

HonestReporting hat sich zum Ziel gesetzt, gewisse Medienorganisationen über einen längeren Zeitraum hinweg zu überwachen, um festzustellen, wie objektiv deren Berichterstattung ist. Um unsere bisherigen Berichte zu lesen klicken sie bitte auf BBC-Analyse I, BBC-Analyse II oder die Analyse zur New York Times.

Gaza: Britische Medien gegen Israel

7. März 2008

HonestReporting.com Communiqué, 7. März 2008

Während Israel sich gegen Raketen verteidigte gingen die britischen Medien zum Angriff über.

Nach wenigen Tagen israelischer Antiterror-Einsätze im Gazastreifen war ein Medienaufschrei zu erwarten und die britische Presse enttäuschte diesbezüglich nicht.

HonestReporting hat bereits einen Sonderbericht [In Englisch] veröffentlicht, der den Kontext der israelischen Aktionen erklärt und Argumente für Repliken auf die Voreingenommenheit der Medien bietet. Wir empfehlen Ihnen die Lektüre des Berichts, der Ihnen hilft, auf anti-israelische Reaktionen in diesen Tagen zu antworten.

HonestReporting Großbritannien deckt die schlimmsten Beispiele auf:

Der Guardian widmete der Gaza-Geschichte einen großen Teil seiner Kolumnen. Indem er lauwarme Zugeständnisse machte, was er als „Raketen Marke Eigenbau“ bezeichnet, unterschlug der Guardian komplett die schiere Zahl der Raketen, die von Gaza auf das südliche Israel abgefeuert wurden und das Leid der israelischen Zivilbevölkerung, die während der vergangenen Jahre pausenlos unter Beschuss war.

Um dies zu vermischen, merkt der Guardian Folgendes an, vergraben in einem seiner Artikel:

„Sie [Die Hamas] hat damit begonnen, eine größere Anzahl von Raketentypen mit größerer Reichweite abzufeuern, genug, um die 11 Meilen entfernte israelische Stadt Ashkelon zu treffen.“

Warum unterließ es der Guardian, seiner Leserschaft näher zu erläutern, was die schwerwiegende Eskalation durch Katjuschas des Typs GRAD für eine Stadt mit über 100.000 Einwohnern bedeutet?

122 MM-GRAD-Raketen sind standardisierte Artilleriewaffen, die in der ehemaligen Sowjetunion und anderen Staaten hergestellt wurden und in nicht-westlichen Staaten zum Einsatz kamen. Sie werden nach militärischen Vorgaben von Betrieben gefertigt, die konventionelle Waffen herstellen und sind mit waffenfähigen, hochexplosiven Splittersprengköpfen ausgestattet.

Darüber hinaus gibt der Guardian Azzam Tamimi Raum für einen Gastkommentar. Tamimi, offener Unterstützer der Hamas und des „Märtyrertums“, bagatellisiert ganz bewusst die Bedrohung durch Hamas-Raketen:

„Er [Olmert] dürfte durch die Tatsache gestärkt worden sein, dass, im Unterschied zur Hizbullah im Libanon, die Hamas in der Region keine Helfer vor Ort hat und weniger in der Lage ist, seinen [Israels] Truppen feindlich gegenüberzutreten. Die aus Gaza abgefeuerten Raketen sind nichts im Vergleich zu denen, die von der Hisbollah im Juli 2006 benutzt wurden.“

In Wirklichkeit sind GRADs auch unter der Bezeichnung Katjusha bekannt – der gleiche Raketentyp, der von der Hisbollah während des Libanonkrieges 2006 auf Nordisrael abgefeuert worden ist und dieselben tödlichen Eigenschaften besitzt.

Auch wenn es von Tamimi bestritten wird – die Hamas hat regionale Unterstützer in Gestalt der Staaten Iran und Syrien, die der Terrororganisation halfen, während des letzten Durchbruchs an der Grenze zu Ägypten diese verbesserten Waffensysteme in den Gazastreifen zu schmuggeln.

Der Independent vergleicht in erbärmlicher und unzutreffender Weise israelische Operationen mit serbischen Aktionen im Kosovo vor einem Jahrzehnt, als man wahllos auf Zivilisten schoss, was viele Beobachter als „Ethnische Säuberung“ bezeichneten.

In einem Anfall moralischen Relativismus’ und Versimplifizierung bricht das Blatt die Situation in Gaza auf reine Statistik herunter:

„54 bis 61 Menschen auf palästinensischer Seite an einem einzigen Tag getötet. Auf der anderen Seite zwei Tote – beide Soldaten. Kann dies Kampf genannt werden?“

Der Leitartikel fährt mit dem äußerst ernsten Vorwurf fort:

„Die Ereignisse am Samstag in Gaza könnten durchaus als Massaker bezeichnet werden.“

Zivile Opfer in einem Konflikt sind auf beiden Seiten beklagenswert. Viele Schlagzeilen haben sich auf die hohe Zahl der Todesopfer bei den Palästinensern während der Kämpfe konzentriert, die tragischerweise Zivilisten mit einschlossen. Opferstatistiken erzählen jedoch nur einen Teil der Geschichte:

– Israel zielt nie absichtlich auf Zivilisten, während palästinensische Terroristen mit dem Vorsatz aufbrechen, Unschuldige zu töten und Anschläge gegen Schulen und Kindergärten auszuführen.

– Die überwiegende Anzahl Palästinenser, die während der israelischen Militäroperationen getötet worden sind, waren bewaffnete Terroristen oder es handelte sich um diejenigen, die direkt daran beteiligt waren, Raketen auf israelische Städte und Ortschaften abzufeuern.

– Die Hamas hat die palästinensische Zivilbevölkerung einem hohen Risiko ausgesetzt, indem sie aus ihrer Mitte heraus und aus bewohnten Gebieten Raketen abfeuerte und erfolgreich Zivilisten als menschliche Schutzschilde benutzte.

SkyNews demonstriert auf ihrer Webseite sprachliche Fahrlässigkeit, wenn sie behauptet, dass „palästinensische Aktivisten bei Razzien getötet wurden.“ Die offenkundige Beschränktheit dieses Denkansatzes wird am Beispiel der EU-Gegner vorgeführt, die ebenfalls als „Aktivisten“ bezeichnet werden, wenn sie einen Kran am Parlamentsplatz erklettern. Sind diese Demonstranten wirklich vergleichbar mit Bewaffneten oder Trupps, die Raketen abfeuern?

Es bleibt Con Coughlin vom Daily Telegraph vorbehalten, gesunden Menschenverstand und Kontext zur Situation einzubringen:

Anders als die Hamas-Kämpfer, die sich über den Tod aller Israelis freuen – Zivilsten oder Soldaten, bekümmert es die Israelis sehr, wenn unschuldige Palästinenser sterben, wie das während israelischer Raketenangriffe auf vermutete Hamas-Stellungen geschah….

Als Israel im Sommer von 2005 seinen einseitigen Rückzug aus dem Gazastreifen vollzog, war die überwältigende Mehrheit der Israelis froh, dem Landstrich den Rücken gekehrt zu haben, dankbar dafür, dass ihre Söhne und Töchter nicht mehr die schlimme Erfahrung machen mussten, eine Besatzungsarmee zu sein, und sie verspürten nicht mehr den Wunsch, zurückzukehren. Aber zunehmende Effektivität und verbesserte Leistungsfähigkeit der Hamas-Raketen haben den Israelis keine andere Wahl gelassen, als militärisch zu intervenieren, wenn auch aus der Sicherheit ihrer Kampfhubschrauber heraus.