Posted tagged ‘Israel-Lobby’

Die schäbige Antwort der BBC auf Beschwerden zu ihrer Olympia-Webseite

25. Juli 2012

HonestReporting Media BackSpin, 24. Juli 2012

HonestReporting anerkennt und begrüßt, wenn unsere Leser Maßnahmen gegen die Medien ergreifen und hinreichend motiviert sind, so zu handeln. Aber auch wenn es zu unserem Job gehört, Aktivitäten anzuregen, wissen wir doch, dass unsere Leser nicht Automaten sind, die Briefe an Redakteure schreiben oder auf unsere Veranlassung hin bei den Medien Beschwerde einlegen.

Gerade weil wir die Öffentlichkeit auf Probleme aufmerksam machen können, ist es letztlich eine Übung der freien Wahl und der unabhängigen sowie informierten Überlegung, ob man aktiv wird oder nicht. Unglücklicherweise geht die BBC vom Gegenteil aus.

Viele Leser, die sich bei der BBC beschwert hatten, weil diese unterschlagen hatte, auf ihrer Olympia-Länderseite Jerusalem als Israels Hauptstadt zu kennzeichnen, wurden mit folgender gestanzten Antwort abgespeist:

Wir haben sehr viel Feedback über Fehler auf der Olympia-Seite der BBC erhalten, und wir denken, dass man darauf hinweisen muss, dass eine erhebliche Zahl davon durch Aktivitäten einer Online-Lobby generiert worden sind.

Wie genau sieht die Schlussfolgerung aus, die auf eine „Online-Lobby-Aktivität“ verweist?

Erachtet die BBC die individuellen Beschwerden unserer Leser als weniger wert, nur weil die Informationen über den Beschwerdeführer HonestReporting oder irgendwelche anderen Organisationen weitergeleitet wurden?

Nicht zu vergessen die besonders heimtückische Konnotation hinter dem Verweis auf eine „Lobby“, wenn es um Juden oder Israel geht. Will die BBC einschmeichelnd suggerieren, dass das Thema von dunklen Mächten hinter den Kulissen angeheizt werden würde und die Beschwerden unaufrichtig seien?

Dies kennzeichnet einfach nur eine billige und schäbige Art und Weise, vom eigentlichen Thema abzulenken. Wenn Menschen weder Zeit noch Mühe scheuen, Beschwerden einzureichen, ist es unerheblich, wie sie unterrichtet oder animiert wurden, so oder so zu handeln. Jede einzelne Beschwerde verdient die volle Aufmerksamkeit der BBC, ganz vorurteilsfrei, ob der Beschwerdeführer zufällig ein Leser von HonestReporting oder irgendeiner andere Organisation ist.

Um mit den Worten der BBC zu sprechen: es ist aber auch respektlos, und der Vorwurf einer wie auch immer gearteten Form doppelzüngigen Lobbyismus’ ist absolut schäbig.

„Ein intrigant und geschickt arrangiertes Manöver der Israel-Lobby“

22. Dezember 2011

HonestReporting Media BackSpin, 22. Dezember 2011

Wenn das alles ist, was Tom Friedman an Bedauern zu seiner Kolumne aus der letzten Woche zu bieten hat, würde ich ihm mehr Respekt zollen, wenn er konsequent schwiege oder wenigstens ein für allemal ins Bett mit Walt and Mearsheimer steigt.

Friedman gegenüber der NY Jewish Week:

„Im Nachhinein hätte ich vielleicht eine genauere Formulierung wie „arrangiert“ von der Israel Lobby verwenden sollen – eine Umschreibung, die keine große Verschwörungstheorie suggeriert, der ich auch nicht anhängen würde“, so Friedman. „Die Leser hätten sich so mehr auf mein Argument fokussieren können, das ich zu 100 Prozent vertrete.“

Seine Begründung, sagte er, sprach die Notwendigkeit an, hin und wieder zwischen amerikanischen und israelischen Interessen zu unterscheiden und zu beachten, dass viele amerikanische Juden “ tief besorgt sind über die momentane Politik Israels.“

In einer berechtigten Diskussion zwischen amerikanischen und israelischen Interessen zu unterscheiden, ist legitim. Aber kann man sagen, die Israel-Lobby hätte „arrangiert“ (oder wie es Merriam-Webster definiert: etwas mit mehr oder weniger subtilem Geschick und Kunstfertigkeit zu ersinnen oder zu planen), und all der Applaus im Kongress für Bibis Rede spielt keine Rolle?

Warum so höflich, Tom? Sagen Sie einfach, was Sie wirklich denken: Washingtons von beiden Parteien getragene überwältigende Zustimmung für die Rede des israelischen Ministerpräsidenten dort spiegelt logischerweise nichts anderes wieder als ein intrigantes, geschickt eingefädeltes Manöver der Israel-Lobby.

Richard Sudan geifert wegen Salah

16. Juli 2011

HonestReporting Media BackSpin, 16. Juli 2011

Für manche Menschen ist die Wahrheit  einfach schwer zu ertragen. Dass Sheikh Raed Salah (Abb. rechts) ein besonders widerlicher Antisemit sein ist, von dem die britische Regierung nicht wollte, dass er in ihrem Land Hasspredigten hält, scheint als Begründung zu simpel.

In seinem Beitrag auf der Independent-Webseite sieht Richard Sudan noch viel bösere Mächte am Werk:

Die unrechtmäßige Inhaftierung und die Art und Weise des versuchten Mordes an Sheikh Raed Salah ist symptomatisch für die pro-zionistische Haltung der Regierung.

Und wer ist der Drahtzieher hinter der Regierung für die „Verfolgung“ und Inhaftierung eines „unschuldigen Mannes“?

Diese Episode hat eine politische Aussage: sie selbst ist das Ergebnis politischen Drucks seitens der Israel-Lobby.

Geschenkt. Die Tatsache, dass Salah es überhaupt schaffte, trotz Einreiseverbots ins Land zu kommen und der Verhaftung für einige weitere Tage zu entgehen, wirft etliche Fragen auf, vor allem die Zuständigkeit der jeweiligen Behörden betreffend, die an der Durchsetzung des Verbots scheiterten.

Die britische Regierung hat das Recht, jeden an der Einreise zu hindern, der als „nicht förderlich für das Wohl der Allgemeinheit“ angesehen wird. Salahs Liste extremistischer Äußerungen und Hetze fiel deutlich innerhalb des Rahmens dieser Kategorien und gab dem Innenminister guten Grund, ihn auszuweisen.

Aber Richard Sudan sieht offenbar die unsichtbare Hand der „Israel-Lobby“ am Werk. Vielleicht sollte Sudan stattdessen über Folgendes nachdenken:

• Die Tatsache, dass Salah sich derzeit wegen einer antisemitischen Rede, in der er behauptete, Juden äßen Matzen, in die das Blut nicht-jüdischer Kinder eingebacken wäre, vor israelischen Gerichten verantworten müsste.
• Seine Verurteilung wegen materieller Unterstützung der Hamas.
• Seine verdammenden Stellungnahmen zu Homosexuellen.

Sorry Sudan, aber nicht alles ist eine zionistische Verschwörung, die angeblich die Stimmen von Unterstützern der Palästinenser zum Schweigen bringt. Dass die Independent sich bereit erklärt, so etwas zu veröffentlichen, sagt viel über den Zustand einiger britischer Medien aus, die es vorziehen, Extremismus-Apologeten eine Plattform zu geben statt sich mit den wirklichen Problemen zu beschäftigen.

Stephen Walts zynische Mitleidsbezeugung

14. März 2011

HonestReporting Media BackSpin, 14. März 2011

In der Tat: zynische Worte des Trostes von Professor Stephen Walt zum Itamar-Massaker.

Walt, berüchtigt als Co-Autor von Die Israel Lobby, hat noch mehr drauf. In einem 425 Wörter umfassenden Beitrag handeln 44 Prozent von der Verurteilung Israels, den Siedlern, christlichen Unterstützern und natürlich „US Politikern, deren Rücksicht auf die Israel-Lobby die Besatzung ermöglicht hat“.

Wenn jemals eine Wortwolke (Kategorienwolke) das Innenleben eines Gehirns ausleuchtete, dann diese von Pesach Benson angefertigte.* Drei Kinder und ihre Eltern sind Opfer eines beispiellosen Mordes, aber alles, was Walt unternimmt, ist, dass er seine Feindbilder pflegt.

Hier sein pathetisch geheucheltes Mitleid:

Zu sagen, dass ich über den brutalen Mord an einer israelischen Familie im Westjordanland in der West Bank-Siedlung Itamar (nahe Nablus) entsetzt bin, wäre eine Untertreibung.

(Via Elder of Ziyon)

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*Pesach Benson schreibt den englischsprachigen Blog BackSpin für HonestReporting Jerusalem [bd]

Harte Zeiten für die arabische Lobby in Washington

3. März 2011

HonestReporting Media BackSpin, 3. März 2011

Lobbyisten autokratischer arabischer Regimes in Washington sehen sich mit schwierigen Zeiten konfrontiert.

Über Jahre hinweg gehörten sie zu den einflussreichsten Lobbyisten der Stadt: eine elitäre Gruppe ehemaliger Kongressmitglieder, Diplomaten und Strippenzieher, die vor Ort dabei mitgewirkt hatten, dass die arabischen Nahost-Staaten durch unsichere diplomatische Gewässer navigieren konnten, was Waffengeschäfte, Terrorismus, Öl und Handelsbeschränkungen betrifft….

Nun befinden sich die Washingtoner Lobbyisten der arabischen Nationen in einer prekären Situation, wenn sie einen Schritt vor den sich schnell ändernden Verhältnissen sein wollen, ohne als Helfershelfer von Despoten und Diktatoren angesehen zu werden. In Libyen, Saudi Arabien, Bahrain, Jemen, Ägypten und anderen Ländern der Region haben die Führer zunehmend auf Lobbyisten und Juristen in Washington gesetzt und ihnen Millionengehälter bezahlt. Einige Berater klammern sich im Lichte der Pro-Demokratie-Proteste an eine mehr progressive Haltung, wohingegen andere gerade wegen der Aufstandsbewegungen alle ihre Mandanten fallen lassen.

Die in diesem Szenario fließenden Geldströme lassen die mythische „Israel-Lobby“ im Vergleich dazu klein aussehen. Sobald neue Regierungen in Tunesien, Ägypten, Libyen und sonstwo in der arabischen Welt ihre Arbeit aufnehmen, werden sie den [bereits vorhandenen] Geldhahn anzapfen und die arabische Lobby in Washington wird zum „Business as usual“ zurückkehren.

Dazu passend: Israelische und arabische Lobbies.

LA Times-Stringer* gehen mit Israel Lobby-Mist hausieren

18. Januar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 18. Januar 2011

Gestresste westliche Nachrichtenmedien verlassen sich hauptsächlich auf die Zusammenarbeit mit freiberuflichen palästinensischen Journalisten und Fotografen, die sich in der West Bank auskennen: in der Umgebung, in der Sprache, im Umgang mit den Bewohnern und manches mehr. Umfangreiche Berichterstattung über die West Bank würde ohne Stringer zum Stillstand kommen.

Einer dieser Stringer auf meinem Radar ist LA Times-Freelancer Maher Abukhater. Der Ruf nach einer stärkeren politischen Einbeziehung der EU in einen Friedensprozess mag richtig sein. Aber Abukhater liegt völlig daneben, wenn er in der heutigen Ausgabe der Beiruter Tageszeitung Daily Star schreibt:

Anders als die USA, die eine Politik der blinden Unterstützung Israels aus verschiedenen Gründen verfolgt, hauptsächlich aber, weil die israelische Lobby den US-Kongress steuert, was letztendlich dem Weißen Haus die Hände bindet, hat Europa in der Tat seine Nahost-Politik weit mehr vorangebracht als die Vereinigten Staaten….

So tragen die Palästinenser einen Teil Mitschuld daran wegen ihres irrtümlichen Glaubens, dass nur die USA auf Israel einwirken könnten. Aber wegen einer US-Administration, deren Hände durch die Macht der israelischen Lobby in Washington gebunden sind, waren die USA nicht in der Lage, die Erwartungen zu erfüllen, und die Palästinenser wurden im Regen stehen gelassen.

Zur Klarstellung:

1. Jüdische US-Bürger haben wie alle Amerikaner das Recht, Einfluss auf ihre gewählten Volksvertreter auszuüben, was ihre Fragen betrifft, ob wir z.B. über Gesundheitsreformen sprechen, Studiengebühren, Umwelt etc. So funktioniert das Einmaleins der Demokratie nun einmal.**

2. Die amerikanische Öffentlichkeit identifiziert sich deshalb so stark mit Israel, weil viele gemeinsame Werte bestehen: Leben, Freiheit, Gleichheit, Demokratie, Redefreiheit, Verantwortungsbewusstsein und mehr. Bei der Palästinensischen Autonomiebehörde sucht man solche Werte vergeblich.

3. Zu behaupten, dass eine jüdische Gruppierung in der Lage wäre, den Kongress zu kontrollieren und das Weiße Haus in seinen Entscheidungen in dem Ausmaße zu beeinflussen, wie es Abukhater darstellt, entspricht bestenfalls kleinkarierter Ignoranz und schlimmstenfalls antisemitischer Verschwörungstaktik.

4. HonestReporting hat entlarvt, wie palästinensische Fixer ihre Medienbosse manipulieren und westliche Berichterstattung vergiften. Lesen Sie dazu auch Der Einfluss palästinensischer Stringer auf die ausländische Nachrichtenberichterstattung.

Abukhater kann seine Standpunkte vertreten. Aber eine große und einflussreiche Tageszeitung wie die LA Times sollte nicht jedem Journalisten vertrauen, der mit solch einem Mist hausieren geht.

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* Stringer = Freelancer, siehe Wikipedia

** Ich kann mich nicht daran erinern, dass sich muslimische (arabischstämmige) US-Amerikaner schon einmal darüber beschwert hätten, dass ihre Lobbyarbeit unangemessen groß wäre. Und das nicht zu knapp wie wir wissen.  Weshalb wohl hat Obama seine nach Amtsübernahme 2008 gemachte Ankündigung, Jerusalem sei unteilbare (!) Hauptstadt Israels, so schnell wieder zurückgenommen? Sicher nicht deshalb, weil ihn eine „Jüdische Lobby“ dazu gedrängt hätte. [bd].

Die EU-Lobby in Israel

2. Dezember 2009

HonestReporting Media BackSpin, 2. Dezember 2009

Unlängst spürte Großbritanniens Channel 4 der Existenz einer zwielichtigen Israel-Lobby in UK nach. Er behauptete, dass sie unverantwortlich handle, intransparent sei und ihre Loyalität ausländischen Regierungen schenke.

Nachdem ich gelesen habe, wie die Jerusalem Post sich mit der Untersuchung von NGO-Monitor bezüglich der EU-Finanzierung für israelische NGO’s befasst hat, frage ich mich: Gibt es eine unverschämte EU-Lobby in Israel, die unverantwortlich handelt, intransparent ist und ihre Loyalität ausländischen Regierungen schenkt?

Stellen Sie sich die Empörung vor, wenn Israel – sagen wir mal’ – auf die Teilung Belfasts drängte und einen Großteil seiner finanziellen Unterstützung einer irischen NGO zukommen ließe, die diese Agenda vorantreibt.

So ist es – die EU drängt auf die Teilung Jerusalems und stellte Ir Amim 67 Prozent des Etats für 2007 zur Verfügung, einer Organisation, die auf die Teilung Jerusalems hinarbeitet.

Wie Daniel Fink richtig anmerkt: Der Mangel an Transparenz seitens der EU verschlimmert den arabisch-israelischen Konflikt.

Sind wir Teil der britischen Israel-Lobby?

25. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 25. November 2009

Simon Plosker, Chefredakteur von HonestReporting, wurde von JNet Radio interviewt, wo er über Dispatches: Inside Britain’s Israel Lobby sprach. Hören Sie es sich bitte bei Humyo an oder klicken Sie auf die Abbildung unten.

Weitere Links zur Auseinandersetzung zwischen HonestReporting und Channel 4:

Warum wir nicht mit Channel 4 sprachen

–  “Antisemitismus, demonstriert an meinem Beispiel“

Under Attack: HR Accused by UK TV Documentary (sehr ausführlich; in Englisch)

HonestReporting antwortet Channel 4

Oborne nun mit Frontalangriff gegen „Israel Lobby“

Verzerrter Blick auf Großbritanniens “Israel Lobby“

Warum wir nicht mit Channel 4 sprachen

21. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 21. November 2009

Weiterhin kamen E-Mails und Kommentare zur Reaktion von HonestReporting (hier kurz HR [bd]) auf Dispatches:  Inside Britain’s Israel Lobby.

Einige Leser fragten nach, warum wir beschlossen hatten, Channel 4s (hier kurz C4 [bd] Anfrage wegen eines Interviews mit HR-Chefredakteur Simon Plosker nicht zu entsprechen. Berechtigte Frage – wir dachten auch darüber nach.

Der aggressive Ton der auslösenden E-Mail, die Simon Plosker von C4 erhalten hatte, war ein sehr wichtiger Faktor. Er bestimmte auch den Form der Dokumentation, die die Existenz einer „Israel-Lobby“ in Großbritannien als gegeben vorausgesetzt hatte. Die E-Mail, gedacht als Anfrage an Plosker, stank nach einem bewusst inszenierten Verriss.

Eine Chance, C4 auszubremsen, indem man sich auf sie einließ, beinhaltete das Risiko, dass Oborne sich die Rosinen aus dem Interview picken würde – ebenso die Erkenntnis, dass HonestReporting Obornes „Nachforschungen“ legitimierte, wenn man dort zitiert werden würde.

Plosker schrieb an C4 zurück, verbunden mit dem Angebot, auf spezifische  Fragen bezüglich HonestReporting mittels E-Mail zu antworten. Diese Mitteilung betraf Hintergrundinformationen über HR und seine Person. Aber Channel 4 ließ allen Anschein von Anstand fahren, als Peter Oborne in MediaCentral-Büro mit einem Drehteam aufkreuzte, um nach Plosker zu suchen.

(MediaCentral ist eine in Jerusalem ansässige Initiative von HonestReporting, die ausländische Journalisten betreut und unterstützt. Die Verbindung zu HonestReporting wird für jedermann sichtbar auf der Webseite angezeigt).

Hier der 7-minütige Ausschnitt des Channel 4-Videos, der sich mit HonestReporting befasst. Ich denke, er zeigt anschaulich, warum wir uns gegen die Legitimierung dieser Dokumentation entschieden hatten.

Bitte hier oder auf die Abbildung klicken.


Und hier die bisherigen Links von HonestReporting zu Channel 4:

“Antisemitismus, demonstriert an meinem Beispiel“

Under Attack: HR Accused by UK TV Documentary (sehr ausführlich; in Englisch)

HonestReporting antwortet Channel 4

Oborne nun mit Frontalangriff gegen „Israel Lobby“

Verzerrter Blick auf Großbritanniens “Israel Lobby“

Angegriffen: HonestReporting von britischer TV-Dokumentation unter Beschuss genommen

19. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 19. November 2009

HonestReporting reagiert auf eine Dokumentation Channel 4’s zur britischen „Israel-Lobby“.

Lesen Sie bitte das neue Kommuniqué von HonestReporting: Under Attack: HR Accused by UK TV Documentary.

Leseempfehlungen heute

19. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 19. November 2009

What Does „Pro-Palestinian“ Really Mean?

Abbas Has Only Himself to Blame

Shallow Polemic On Pro-Israel Lobby

Verzerrter Blick auf Großbritanniens “Israel Lobby“

16. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 16. November 2009

Heute (Montagabend) werden Großbritanniens Fernsehzuschauer darauf eingestimmt, was Dispatches von Channel 4 als Inside Britain’s Israel Lobby anpreist.

Hier drei Gründe dafür, warum HonestReporting das Schlimmste befürchtet.

1. Auch HonestReporting befand sich im Fadenkreuz von Channel 4 (C4).

C4 schrieb HonestReporting-Chefredakteur Simon Plosker wegen eines Interviewwunsches an.

Noch bevor Plosker auf die Mail reagierte, kreuzten Reporter Peter Oborne und ein Filmteam in den Büroräumen von MediaCentral mit laufenden Kameras auf und suchten nach Plosker für ein Exposé.

(MediaCentral ist eine in Jerusalem ansässige Initiative von HonestReporting, die ausländische Journalisten betreut und unterstützt. Die Verbindung zu HonestReporting wird für jedermann sichtbar auf ihrer Webseite angezeigt).

Plosker befand sich jedoch auf Vortragsreise in Großbritannien, was zwischen Oborne und MediaCentral-Direktor Aryeh Grün zu einem heftigen Disput führte. Während die Kamera lief, bat Grün Oborne einfach nur, sich zu auszuweisen, während Oborne Grün gegenüber aufdringlich wurde.

Nach den Ofcom-Richtlinien ist Channel 4 – als Öffentlich Rechtlicher – dazu verpflichtet, HonestReporting vor allen denkbaren Behauptungen, die ausgestrahlt werden, in Kenntnis zu setzen; ein Punkt, auf den Plosker in einer Antwortmail hingewiesen hatte.
2. Channel 4’s Titelung der Sendung setzt die Existenz einer mächtigen “Israel Lobby“ als selbstverständlich voraus.

Und so erklärt Channel 4 seine „Nachforschungen“:

Die Berichte stellen Untersuchungen über eine der mächtigsten und einflussreichsten politischen Lobbygruppen in Großbritannien an, die sich für die Interessen des Staates Israel einsetzen.

Trotz ihres großen Einflusses in höchsten Positionen der britischen Politiken und der Medien weiß man wenig über Einzelpersonen und Gruppierungen, die zusammen als Pro-Israel-Lobby bekannt sind.

Der politische Kommentator Peter Oborne zeigt, wer diese Menschen sind, wie sie sich organisierten, wie sie arbeiten und welchen Einfluss sie ausüben – von Schlüsselgruppen bis hin zu reichen Einzelpersonen, die das Lobbygeschäft finanzieren.

Er geht der Frage nach, wie verantwortlich, transparent und offen für genaue Nachforschungen die Lobby ist, besonders was ihre  finanziellen Zuwendungen und Unterstützungen an Parlamentsabgeordneten betrifft.

Die Pro-Israel-Lobby hat sich zum Ziel gesetzt, die Debatte über Großbritanniens Beziehung zu Israel und die zukünftige daran ausgerichtete Außenpolitik zu dominieren.

Oborne untersucht, wie die Lobby aus dem Innern des Parlaments heraus operiert und welche Taktiken sie hinter den Kulissen einsetzt, wenn sie es mit Print- und Rundfunkmedien zu tun hat.

Channel 4 impliziert also mit eigenen Worten beim organisierten Judentum in Großbritannien Folgendes:

• Es habe übermäßig viel Einfluss auf Politik und Medien.

• Zeige eine problematische Doppelloyalität zu Israel und Großbritannien.

• Sei weder transparent oder irgendjemand gegenüber verantwortlich.

• Dürfe taktisch in unangemessener Weise „hinter den Kulissen“  „innerhalb des Parlaments„ arbeiten, und das auch noch „im Umgang mit Print- und Rundfunkmedien“


3. Ist hier Antisemitismus am Werk?

In der Tat könnte dieses erklären, weshalb der Community Security Trust (CST) von C4 eine ähnliche Mail erhalten hatte, auch wenn der CST Antisemitismus bekämpft und dennoch nicht mit der Verteidigung Israels beschäftigt ist. Mir hat gefallen, wie CST blog Stellung bezogen hat:

….auch wenn wir nicht davon ausgehen, dass Berichte oder für schnelles Geld gemachte Produktionen per se als antisemitische Beiträge beabsichtigt sind, so finden sich doch auf dieser Webseite alle Standards antisemitischer Metaphern über Verschwörungstheorien: unmäßig viel Macht und Einfluss, Riesengeldsummen, Manipulation von Politikern und Medien – und all das im Geheimen. Selbst die Art und Weise, wie man auf die „die Pro-Israel-Lobby“ als allein handelnden Akteur verweist , als Einzelperson vorgehend und handelnd, suggeriert eine geheimnisvolle Verschwörung, innerhalb derer die unterschiedlichen Organisationen und Individuen in Wahrheit Handlanger ein und derselben einzigen Maschine sind.

„Dispatches“ hat einiges an heftigem Investigationsjournalismus auf Lager, darunter Undercover Mosque, das erstmals einen tieferen Einblick in islamischen Extremismus britischer Prägung geliefert hatte. Channel 4-Offizielle versicherten dem Jewish Chronicle gegenüber, dass Inside Britain’s Israel Lobby „nicht das synagogale Äquivalent zu Undercover Mosque darstellen“.

Bleiben Sie dran….

UPDATE 16. November: Die Jerusalem Post mit weiteren Details zur gärenden Kontroverse.

Mit einem Pinselstrich von Walt & Mearsheimer eingetrübt

14. April 2008

honestreporting Media BackSpin, 14. April 2008

Das Repräsentantenhaus hat kürzlich eine nicht bindende Resolution verabschiedet, die zum ersten Mal die Vertreibung von Juden aus arabischen Ländern bestätigt. (Abb.: Synagoge von Alexandria)

Warum also wird eine ganz besonders sensible und gerechtfertigte Frage im Economist mit dem Pinselstrich von Walt & Mearsheimer eingetrübt?

Aber die Tatsache, dass eine Beschlussfassung von zweifelhaftem Wert selbst für die israelische Regierung, ganz zu schweigen von der amerikanischen Außenpolitik, mit Unterstützung beider Parteien verabschiedet wurde, offenbart einmal mehr die Macht der pro-israelischen Lobby in Washington. Die Kritiker der Lobby beschweren sich oft darüber, dass sie nicht Israel, sondern die israelischen Rechtsaußen vertritt.

Warum kann der Economist nicht anerkennen, dass diese Bekundung – wie symbolisch und zahnlos auch immer – verabschiedet wurde, weil die längst überfällige Anerkennung jüdischer Flüchtlinge in sich logisch ist?

Point of No Return hat dem Economist auch geantwortet.

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